Die Waisen im Oktober

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Oktober 2011

Der 8. Oktober brachte nicht nur eine, sondern gleich drei Rettungsrufe, und alle innerhalb weniger Minuten! Zwei Elefantenwaisen im Alter von etwa zwei Jahren hatte man im Norden entdeckt, eines davon im Imenti-Waldreservat, das aus Lewa Downs eingeflogen werden sollte. Das andere kam aus dem Meru Nationalpark und sollte von der Meru-Mulika-Landebahn abgeholt werden. Das dritte Elefantenbaby war ebenfalls um die zwei Jahre alt und kam aus dem Tsavo Schutzgebiet, einem Brennpunkt, aus dem auch Murka, Kilabasi, Rombo, Kisagau und einige andere stammten.

Ishanga right with Kilabasi IMG_9121

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Mulika mit Nachwuchs

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Am Morgen des 6. Oktober hatte man Mulika – wie gewöhnlich mit Yattas Gruppe Ex-Waisen – gesehen. Wenig später, als Daphne Sheldrick mit ein paar Gästen an der Badestelle in Ithumba eintraf, war sie jedoch nicht mehr aufzufinden. Yatta und der Rest der Gruppe waren immer noch da und warteten auf die Elefantenwaisen. Am nächsten Tag kamen Daphne und ihre Begleiter gegen 11.30 Uhr wieder zum Schlammbad und warteten auf die Keeper und ihre Schützlinge, während der Tanklaster des Trusts die Tränken mit frischem Wasser auffüllte. Auf einmal erschien ein großer Elefant hinter dem Laster und man hörte die Keeper schreien: „Es ist Mulika mit einem Baby!“ Alle rannten eilig herbei, und es war sich tatsächlich Mulika mit ihrem neugeborenes Kälbchen! Der kleine Elefant musste in der Nacht zuvor oder in den frühen Morgenstunden des 7. Oktober zur Welt gekommen sein. Es war winzig, aber perfekt und stellte sich aller paar Minuten auf die Hinterbeine um an der Brust seiner Mutter zu saugen. Zwischendurch versteckte es sich unter Mulikas großem Bauch. Mulika selbst war tief entspannt und brachte ihr Baby sogar zu Daphne und ihren Gästen, die inzwischen auf der zementierten Sitzgelegenheit neben der Suhle Platz genommen hatten. Chef-Keeper Benjamin war in heller Aufregung in seinen Suzuki gesprungen und raste zurück zum Trustgelände, um die Videokamera zu holen – dieser herzerwärmende Moment musste schließlich festgehalten werden! Außerdem rief er Angela und alle Mitarbeiter in Nairobi an, um die frohe Kunde zu überbringen.

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Mit einem elefantösen Gruß

Thomas Töpfer
1. Vorsitzender REAeV

Die Waisen im September

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe:

Die Löwen des Nairobi-Nationalparks haben auch in diesem Monat für einige Aufregung gesorgt. Am 8. September jagte eine Löwin einen Buschbock, dessen Fluchtweg sich mitten durch die friedlich grasende Elefantengruppe schlug. Aufgeschreckt stoben sie in alle Himmelsrichtungen davon, und die Keeper hatten alle Hände voll zu tun damit, sie wieder zusammen zu treiben. Die Löwin tötete noch am selben Tag eines der ansässigen Warzenschweine – ganz in der Nähe der Stallungen – und bewachte ihre Beute bis spät nachmittags, als sie schließlich ihre drei Jungtiere zum Fressen holte.

Ishanga, die selber unter sehr dramatischen Umständen gerettet wurde (die Helfer mussten sie buchstäblich aus den Fängen eines Löwen befreien), nimmt sich Neuankömmlingen immer höchstpersönlich an. Sie wich Kilabasi und Dabassa nicht von der Seite, versuchte immer wieder, sie durch Berührungen mit ihrem Rüssel zu trösten und bleibt auch bei ihnen, wenn sie sich beim Grasen von der Gruppe entfernen. Das ist ein uns bekanntes Verhalten bei Elefantenbabys, die noch sehr traumatisiert sind und im Stillen um ihre Familien trauern.

Dabassa IMG_8868 (2)

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