2.offener Brief an Dr.Perret / Zoo Magdeburg

 

Sehr geehrter Herr Dr. Perret!

Besten Dank für Ihre prompte Antwort.

Betreffs der von Ihnen eventuell vorgesehenen Elefantenzucht zitieren wir einen Kollegen von Ihnen, der über große Erfahrungen in der Aufzucht von Zootieren verfügte:

Prof. Dr. Bernhard Grzimek, schrieb am 14. Juni 1957 an den kenianischen Tierexporteur Carr Hartley: „Ich bin nicht der Meinung, dass es möglich sein wird, Tierarten in Zoos vor dem Aussterben zu bewahren, wenn sie im Freiland dem Untergang geweiht sind. Es bedarf deswegen all unserer Arbeit, um Nationalparks, Naturreservate und ähnliche Gebiete in Afrika und überall sonst zu erhalten, um das Aussterben der Tiere zu verhindern.“

Das sehen wir heute noch genauso.

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Antwort auf den 1. offenen Brief an den Magdeburger Zoo

Sehr geehrte Frau Baetz,

Recht herzlichen Dank für die Zusendung Ihres offenen Briefes, den ich zur Kenntnis genommen habe.

Da die Berichterstattung seitens der Volksstimme bisher dem derzeitigen Stand entspricht und auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, wundert es mich doch sehr, dass Sie Ihre Argumentation auf unvollständigen Informationen aufbauen. „Antwort auf den 1. offenen Brief an den Magdeburger Zoo“ weiterlesen

Tanzania: New Rules to Trap U.S.$30 Million From Nation’s Hunting Industry

Nairobi — Tanzania has formulated new rules to help tap at least $30 million more from its struggling hunting industry, a sector policymakers see as a key economic growth driver from next year.

Expects say the sector will bring home $53 million, up from an annual $20 million, bringing it closer to being one of Tanzania’s largest foreign exchange earners.

Natural Resources and Tourism Minister Ezekiel Maige said the rules should help the industry make a bigger contribution to the economy, due to its huge potential.

Under the tourist hunting rules, the wildlife rich country will see the licence fee for its prime hunting blocks rising from $27,000 to $60,000 a year.

The revised guidelines also categorised the hunting blocks into five, depending on type and number of animals to be hunted. „Tanzania: New Rules to Trap U.S.$30 Million From Nation’s Hunting Industry“ weiterlesen

Kenya: Sh10 Million Boreholes for Tsavo

THE Kenya Wildlife Service will spend Sh10 million to construct pans and boreholes at the Tsavo National Park. The park covers 62 percent of the total land in Taita Taveta County with a population of 12,572 elephants.

Human-wildlife conflicts have recently increased because the animals roam about looking for water. Speaking in Mwatate, KWS assistant director in charge of the Tsavo ecosystem, Julius Kimani, said scarcity of water is the main source of human-wildlife conflict.

He said elephants are the most affected as they cannot stay without water. "Our biggest challenge now is water since most rivers in the Tsavo have dried up.The Voi River which most wildlife depend on has dried up," Kimani said.

He said the money will also be used to desilt the existing water pans in the area and also pump water from Kanderi borehole to supply the Voi River where the wildlife drink from. "We shall be pumping water from Kanderi bore hole to Voi River 10 hours a day to ensure the animals get enough water so that they cannot move out of the park," said the director. He said residents adjacent to the park will also benefit from the water.

Last month two people were killed by stray elephants in search of water while hundreds of acres of maize crops were destroyed in Sagalla location.

Statistics from KWS show that Taita Taveta County leads in reporting cases of death caused by wildlife attacks in the Country.

Source: http://allafrica.com/stories/201102230826.html

Offener Brief an Dr. K. Perret, Zoodirektor in Magdeburg

Herrn
Dr. Kai Perret
Geschäftsführer Zoo Magdeburg
Zooallee 1
D- 39124 Magdeburg

eMail: [email protected]

 

Sehr geehrter Herr Dr. Perret,

wir protestieren auf das Schärfste gegen Ihren Plan 3 bis 4 wilde Baby- oder Jungelefanten für den Magdeburger Zoo einzukaufen.

Nach den Erfahrungen die 1998 mit dem Einkauf der Tulielefanten gemacht wurden und die zu weltweiter Empörung führten, waren wir der Meinung, dass dieses Thema, zumindest für europäische Zoodirektoren vom Tisch sei.

Zu ihrer Erinnerung:

Im Herbst 1998 wurden imTuli-Reservat/Botswana 30 junge, noch von ihren Müttern abhängige Elefanten mit Hilfe von Hubschraubern brutal von den Elefantenkühen getrennt u. eingefangen. Sieben der 30 Jungelefanten waren für die Zoos in Dresden, Erfurt und Basel bestimmt.

In einer südafrikanischen Elefantenstation erfolgte die Vorbereitung der Tiere auf die Zoos. Südafrikanische Tierfänger u. indonesische Elefantenbändiger (Mahuts), versuchten durch systematische Misshandlung der Jungelefanten deren Willen zu brechen u. sie zu dressieren. Heimlich aufgenommene Videoaufnahmen zeigten, wie Tierfänger und Mahuts massiv auf verängstigte Jungelefanten einprügelten, die deswegen am ganzen Körper Hämatome aufwiesen u. die völlig verunsichert u. verängstigt waren.

Als Zoodirektor, der auch für die Erhaltung der Arten mit verantwortlich ist, wollen Sie Jungelefanten als (Zitat) „Todeskandidaten in Afrika vor dem Tode bewahren und lebend in den Zoo nach Magdeburg holen“.

Damit stellen Sie die Realität auf den Kopf!

Gerade der Handel mit Jungelefanten führt dazu, dass diese Tiere auf für sie schreckliche Weise von ihren Müttern getrennt werden.

Ihre Behauptung, dass Jungelefanten in Afrika Todeskandidaten wegen geplanter Cullingmaßnahmen seien, entspricht ebenfalls nicht den Tatsachen. Cullings hat es in den letzten Jahren aufgrund der Proteste von Tierschützern und Touristen, die in Afrika nicht tote sondern lebendige Elefanten sehen wollen, nicht mehr gegeben. Nach unserer Erkenntnis, sind sie auch nicht geplant, es sei denn, Ihr Kaufwunsch veranlasst die Tierfänger zu einer Aktivierung dieser verabscheuungswürdigen Methoden, um an die Jungelefanten heran zu kommen.

Im Gegensatz zu Ihren Behauptungen, gibt es in Afrika auch keine Überpopulation von Elefanten. Auf den ganzen Kontinent bezogen ist die Anzahl der Elefanten, nach Auskunft von WWF leider weiter rückläufig. Deswegen sind auch auf der internationalen CITES-Konferenz 2010 die Anträge von Tansania und Sambia für den erlaubten Verkauf von 111 Tonnen Elfenbein ebenso abgelehnt worden, wie der Antrag der beiden Länder, ihre Elefantenbestände in den Anhang II der CITES-Anhänge herunterzustufen.

Für die Jungelefanten, die zumindest bis zum vierten Lebensjahr auf die Betreuung durch ihre Mütter angewiesen sind, bedeutet die Trennung von der Familie stets einen schweren Schock. Ein traumatisches Erlebnis das, wenn es überlebt wird, bei dem guten Erinnerungsvermögen der Elefanten oft zu monatelangen Depressionen führt.

Wie wir aus dem Kindergarten für Elefantenwaisen von Daphne Sheldrick, im Nairobi Nationalpark (N. P.) wissen, bedürfen Jungelefanten eines häufigen Rüsselkontaktes mit ihren Müttern oder den Verwandten der Familie. Das bedeutet bei der Aufzucht eine Betreuung durch die Elefantenpfleger rund um die Uhr. In der weltweit einzigen Aufzuchtstation für Elefantenbabys im Nairobi N. P. sind deswegen mehr als 50 Pfleger für 11 Jungelefanten tätig. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Babyelefanten alle 4 Stunden – auch nachts -mit einer von Daphne Sheldrick entwickelten Spezialmilch gefüttert werden müssen, da sie Kuhmilch nicht vertragen.

Bereits dreijährige Elefanten, z.T. noch von der Muttermilch abhängig, sind so groß und kräftig, dass sie an körperlicher Kraft den Menschen weit überlegen sind, was sie auch ausnutzen. Deswegen kann kein Mensch einen Elefanten, vor allem wenn der in die Flegeljahre kommt, durchgehend artgerecht erziehen.

Daphne Sheldrick hat das Problem dadurch gelöst, dass sie die Jungelefanten, wenn sie 2 Jahre alt sind, in den Tsavo East N.P./Kenia umsiedelt. Dort werden sie von älteren Waisenelefanten adoptiert, die auch ihre Erziehung übernehmen. Dadurch setzen die Pfleger ihre Autorität aufgrund ergebnisloser Erziehungsversuche nicht aufs Spiel. Das Verhältnis der Elefanten zu ihren Pflegern bleibt deswegen entspannt und die Männer können sich zwischen den Elefanten ohne Waffe, Stock oder Spieß sicher bewegen.

Es wird auch keines der Tiere geschlagen oder nachts mit Eisenketten gefesselt. Das Verhältnis zwischen ausgewilderten Waisenelefanten und ihren Pflegern ist so gut, dass die Tiere gelegentlich die Aufzuchtstation wieder besuchen um z.B. ihren Nachwuchs vorzustellen.

Damit eingefangene wilde Jungelefanten keine Schwierigkeiten machen, werden sie, wie vorstehend schon erwähnt, vor der Überstellung in den Zoo dressiert, d. h. sie werden systematisch misshandelt um ihren Willen zu brechen und sie gefügig zu machen. Bei dem guten Gedächtnis der Elefanten ist es daher kein Wunder, das es später gelegentlich zu Angriffen der Tiere gegen ihre Pfleger oder andere Menschen kommt.

Obwohl Daphne Sheldrick inzwischen mehr als einhundert Waisenelefanten aufgezogen und z. T. erfolgreich ausgewildert hat, was im Einzelfall bis zu 10 Jahren dauern kann, ist es dort noch nie zu einem ernstzunehmenden Zwischenfall zwischen Mensch und Elefant gekommen.

Dr. Perret, wie wollen Sie in ihrem Zoo in Magdeburg, das alles leisten?

Sehen Sie selbstkritisch die bisherige Unterbringung und den Aufenthalt ihrer zwei Elefantendamen an. Sie sind erbärmlich untergebracht. Zumindest eine von ihnen bietet aufgrund ihres traurigen Daseins Verhaltensauffälligkeiten in Form von Schaukelstereotypien.

Auch wenn Sie das Elefantengehege weiter ausbauen lassen, mag der Eindruck für die Zoobesucher angenehmer sein als jetzt. Für die eingesperrten Elefanten ändert sich nichts.

Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die von Ihnen „lebend in den Magdeburger Zoo“ geholten Jungelefanten dort besser untergebracht sind als bei ihren Müttern in der afrikanischen Wildnis?

Herr Dr. Perret, Ihre Argumente für den Import wilder Jungelefanten in den Magdeburger Zoo sind fadenscheinig. Als Zoodirektor müssten Sie über die Probleme der Elefantenaufzucht und das Elefantenverhalten eigentlich informiert sein. Sie müssten auch wissen, dass Sie mit 3 oder 4 Elefantenkühen und einem Elefantenbullen keine Elefantenaufzucht auf Dauer realisieren können, schon vom genetischem Pool her ist das Blödsinn. Und wie wollen Sie den von ihnen gezüchteten Elefanten den selbständigen Umgang mit der Freiheit beibringen und wo sie auswildern ? Oder wollen Sie, aus rein kommerziellen Erwägungen, Elefanten züchten, um sie an andere Zoos zu verkaufen?

Offensichtlich ist die Elefantenaufzucht in europäischen Zoos ein schwieriges Geschäft, denn Ihnen selbst ist es bisher nicht gelungen, von einem anderen Zoo Jungelefanten aufzukaufen.

Sie werden sich weltweite Proteste von Tierschützern einhandeln, obwohl Sie selbst, als Zoodirektor zum Artenschutz beitragen sollten. Statt dessen gefährdet ihre Absicht, wilde Jungelefanten einzukaufen, ganze Elefantenfamilien.

Anerkannte Elefantenforscher wie Dr. Iian Douglas-Hamilton, Cynthia J. Moss, Joyce H. Poole und Daphne Sheldrick verurteilen dieses Vorgehen als völlig unakzeptabel. Das Einfangen der Jungelefanten, die Trennung von ihren Müttern, die Dressur für den Zoo und der Aufenthalt dort sind reine Tierquälerei.

Anstatt sich in Südafrika auf Kosten der Steuerzahler über den Import von Jungelefanten zu informieren, hätte sich die Delegation der Magdeburger Kommunalpolitiker besser im Nairobi Nationalpark in Kenia über Aufzucht, Probleme und Kosten für das Projekt informiert. Dort hätten sie auch gesehen, welcher Aufwand betrieben werden muss, um Elefantenbabys und Jungelefanten auch nur halbwegs artgerecht aufzuziehen.

Trotz der enormen Kosten für die Aufzucht, würde Daphne Sheldrick nicht einen ihrer zahlreichen Jungelefanten an einen Zoo verkaufen. Sie weiß, was dort den Tieren bevorsteht.

Nach all dem was wir heute über Elefanten wissen, wäre die Ignoranz des Leidens der Tiere durch eine solche Maßnahme, wie Sie sie vorgesehen haben, eine Schande für die Stadt Magdeburg und für ihren Zoo!
Freundliche Grüße von

Susan und Dr. Bernd Baetz
Rettet die Elefanten Afrikas e.V.