Donnerstag, 18. Juli 2019
Manche der Waisen werden langsam unabhängiger. Ngasha und Ziwa kamen gestern nach zwei Nächten draußen in der Wildnis zurück, aber hauptsächlich, um ihre Milch abzuholen. Ngasha wollte gleich wieder in den Wald aufbrechen, überlegte es sich aber noch einmal anders und blieb dann doch bei Mwashoti und Alamaya. Auch Jasiri konnte sich nicht so recht entscheiden, und er setzte sich mit Shukuru ein Stück ab, um am Vormittag mit ihr zu grasen; nach einer Weile kam Shukuru allerdings allein zurück! Jasiri ist allerdings ein eher nervöser Junge und ist nicht gern nachts allein draußen im Wald. Wenn überhaupt, dann bleibt er im Gebüsch in der Nähe der Stallungen. Murera und Sonje bleiben Mwashoti und Alamaya treu, und auch wegen ihrer Verletzungen halten sie sich weiterhin bei ihrer menschlichen Familie.
Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 09.07.2019
Dienstag, 9. Juli 2019
Am Vormittag tauchten plötzlich wilde Elefanten in den Hügeln auf, wo die Waisen grasten. Die Keeper hatten sie nicht bemerkt, aber sie hörten Alamaya laut bellen; als sie zu ihm gelaufen waren, sahen sie, wie er mit ein paar wilden Bullen rangelte, die ihn ganz schön herumschubsten, sodass er um Verstärkung rief. Als es Zeit für die Mittagsmilch wurde, blieben die wilden Elefanten im Wald zurück, was es für die Keeper bei der Fütterung einfacher machte. Shukuru kam als erste an, dicht gefolgt von Mwashoti und Alamaya. Das Wasserloch war den Babys heute zu kalt, und niemand wollte sich darin wälzen. Nur Shukuru spritzte sich etwas Wasser auf den Kopf, als wollte sie sich das Gesicht waschen!
Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 07.07.2019
Sonntag, 7. Juli 2019
Im Wald lagen heute etliche Bäume im Weg, die in der Nacht von Elefanten umgestoßen worden waren. Murera hatte einige Schwierigkeiten durchzukommen, und so versuchten die Keeper, etwas aus dem Weg zu räumen. Alamaya und Zongoloni schauten zu, wie die Keeper die Äste klein hackten, und Alamaya wollte helfen, indem er an einem Ast zog. Er war ihm aber doch zu schwer, und so ließ er ihn liegen, bis die Keeper ihn etwas zerkleinert hatten. Lima Lima dagegen dachte eher ans Futtern! Sie ließ sich die herumliegenden Zweige schmecken und dachte gar nicht daran, zu helfen. Allerdings sorgte sie dafür, dass die Keeper sich nicht allzu sehr darum kümmern mussten, dass sich keine wilden Tiere näherten, denn Lima Lima passt immer sehr gut auf und schlägt Alarm, wenn es ernst wird.
Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 03.07.2019
Mittwoch, 3. Juli 2019
Ngasha ging am Vormittag mit einigen seiner Freunde davon, nachdem er wilde Elefanten gewittert hatte. So blieben nur Sonje und Murera übrig, die sich um Mwashoti und Alamaya kümmerten. Am Staubhaufen trafen sich dann alle wieder, als es Zeit für die Mittagsfütterung war. Ngasha und Ziwa tauchten wie aus dem Nichts aus und verlangten nach ihrer Milch. Nachdem sie sie getrunken hatten, hatte Ziwa es eilig, wieder in Richtung der Chyulu-Berge aufzubrechen, und auch Ngasha und Faraja kamen mit. Die Leitkühe und Lima Lima, Shukuru, Zongoloni und Quanza blieben zusammen mit den kleineren Jungs den Nachmittag über bei den Keepern. Am Abend gingen Mwashoti und Shukuru voraus, als es zurück nach Hause ging. Sonje und Murera kamen ganz am Ende und sahen sehr müde aus.
Die Waisen im Oktober
Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Oktober 2019
Am 16. Oktober kam Neuzugang Roho bei uns an. In Kiswahli bedeutet sein Name so viel wie „Seele“. Die Waisen waren sofort in ihn vernarrt und haben ihn gleich unter ihre Fittiche genommen. Das wird ihm sicherlich dabei helfen, besser über den Verlust seiner Familie hinwegzukommen. Tagwa, Tamiyoi, Enkesha, Maisha und Kiasa weichen nicht von seiner Seite, nicht einmal an der Suhle und bei der Milchfütterung. Wenn er abends in seinen Stall gehen soll, wird er von Ziwadi begleitet, bevor sie in ihren eigenen Stall geht und ihre Milch bekommt. Das scheint Roho zu beruhigen, nachdem er anfangs sehr angespannt war, wenn er abends in sein Nachtlager gehen sollte. „Die Waisen im Oktober“ weiterlesen

