Die Waisen im Mai

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Mai 2019

 

Nach vier Wochen Vorbereitung verabschiedeten wir Malima, Kuishi und Mapia am 31. Mai nach Ithumba, eine unserer Auswilderungsstationen im Nationalpark Tsavo-Ost. Das Trio sollte umziehen, sobald es genug geregnet hatte und es in Tsavo wieder genug Futter gab. Malima und Kuishi sind gute Freunde und haben jetzt ein Alter erreicht, in dem sie frecher werden und nicht mehr auf die Keeper hören, weil sie keine Angst mehr vor Strafen haben. Daher wurde es Zeit für sie, sich in die Obhut von älteren Elefanten gegeben zu werden, die sie nicht so leicht ignorieren konnten!

 

Mapia ist mittlerweile ein unabhängiger junger Bulle, der mit allen gut auskommt. Während des Trainings, bei dem er üben musste, über die Rampe in den Umzugs-Lkw zu steigen, hat er sich mit den beiden Kühen Malima und Kuishi angefreundet. Bis zum Umzug wurden sie häufig in ihrer kleinen Gruppe beobachtet, und kurz vor der Milchfütterung stahlen sie sich vom Rest der Herde davon und warteten beim Lkw auf ihre Flaschen. Die Verabschiedung ist immer bittersüß, aber wir sind froh, daß unsere Schützlinge eine zweite Chance auf ein Leben in der Wildnis bekommen haben und wünschen ihnen nur das Allerbeste. „Die Waisen im Mai“ weiterlesen

Waisenblogs-Beitrag Ithumba, 31.03.2019

Sonntag, 31. März 2019
Der Himmel war am Morgen wieder blau, und es scheint doch noch länger zu dauern, bis die Regenzeit anfängt. Yatta und ihre Ex-Waisen-Herde schaute beim Luzernenheufrühstück vorbei und verabschiedete sich dann bald wieder. Malkia konnte noch kurz Lulu Hallo sagen, auch wenn Lulu kaum Notiz von ihr nahm. Turkwel und Enkikwe kauten auf Zweigen herum, als sie nach der Behandlung ihrer Verletzungen aus dem Gehege kamen, und die Waisen brachen bald auf, um nicht zu spät mit dem Grasen zu beginnen. Nach dem Mittagsschlammbad tauchte ein riesiger Bulle auf, und Galla, Rapa, Tusuja und Kauro hoben ihre Rüssel, um ihn zu beschnuppern, während er an ihnen vorbei ging. Sie traten aber schnell den Rückzug an, als er auf sie zukam! Es blieb heiß, und die Waisen stellten sich unter einem großen Baum in den Schatten und waren am Abend erst zufrieden, nachdem sie sich noch einmal im Matschloch am Wegesrand abgekühlt hatten.

Waisenblogs-Beitrag Ithumba, 24.03.2019

Sonntag, 24. März 2019
Siangiki graste heute wieder zusammen mit ihrem langjährigen Freund Olsekki. Sapalan nahm ein Staubbad, das auch Ndiwa, Sana Sana und Malkia anlockte, die mitmachten. Es war sehr heiß, und so sprangen die Waisen nach ihrer Milchfütterung gleich ins Schlammloch. Kauro blieb beinahe stecken, als er an einer ungünstigen Stelle hinein gehen wollte. Als er spürte, dass er im Matsch versank, versuchte er umzukehren, aber das war nicht so leicht. Nach einer Weile hatte er sich schließlich wieder befreit und hielt Abstand zum Schlammloch.

Waisenblogs-Beitrag Ithumba, 17.03.2019

Sonntag, 17. März 2019
Bomani und Chemi Chemi hatten die Nacht vor den Gehegen verbracht und bekamen am Morgen Verstärkung von Yatta und zahlreichen weiteren Ex-Waisen, darunter Yatta mit Yetu und Yoyo, Nasalot mit Nusu, Olare, Tumaren, Melia, Kandecha, Kalama, Kenze, Naisula, Kitirua, Loijuk und Ithumbah. Malkia futterte ihr Luzernenheu neben Nusu und Nasalot und wollte dabei ein bisschen babysitten. Frechdachs Nusu wollte aber nicht gebabysittet werden und versuchte, sie weg zu schubsen. Malkia hielt sich mit Vergeltungsaktionen zurück, um nicht den Zorn von Mama Nasalot auf sich zu ziehen. Nach einer Weile gingen Yatta und ihre Herde wieder ihrer eigenen Wege, und nur Bomani und Chemi Chemi blieben bis zur Mittagsfütterung bei den Waisen. Da es heiß war, badeten alle ausführlich – außer Kauro und Turkwel, die sich vor dem Schlammbad drückten und einmal ums Schlammloch herum gingen. Nachdem die Waisen wieder aufgebrochen waren, tauchte noch Ex-Waise Buchuma auf und schloss sich den badenden wilden Bullen an.

Die Waisen im März

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: März 2019

 

Diesen Monat ereilte uns ein weiterer Schicksalsschlag: Unser kleiner Sonnenschein, Breitmaulnashornbaby Maarifa, ist gestorben. Seither ist die Stimmung verständlicherweise düster, auch dann noch, als ein weiterer kleiner Elefant aus der Masai Mara zu uns kam, dessen Mutter dem Konflikt zwischen Wildtier und Mensch zum Opfer fiel. Das kleine Kälbchen wurde mit Aufmerksamkeit überschüttet, weil sich alle mit etwas Schönem ablenken wollten. Daher ging die Eingewöhnung für den kleinen Bullen ungwöhnlich schnell und er wird bald ins Waisenprogramm aufgenommen werden. Seit Dame Daphne die Formel für die Ersatzmilch zur Aufzucht von Waisenelefanten entwickelt hat, konnten wir 244 Elefanten auswildern. Aber trotz all dieser Erfahrungen und Erfolge, trifft uns der Tod eines unserer Schützlinge jedes mal hart. „Die Waisen im März“ weiterlesen