Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 01.02.2021

Montag, 1. Februar 2021
Es war noch dunkel, als die Keeper den Waisen ihre morgendliche Milch gaben, und sie konnten nicht viel sehen, aber Lima Lima bemerkte, dass sich außerhalb der Auswilderungsstation etwas im Busch bewegte. Zusammen mit Quanza ging sie an den Zaun, und die beiden hoben die Rüssel, um zu sehen, ob es vielleicht die Auswilderer waren. Es kam aber ein wilder Bulle zum Vorschein, der sehr freundlich zu sein schien. Als Murera zum Tor hinaus ging, zog er sich allerdings etwas zurück. Mwashoti als nun ältester Bulle unter den Waisen, fühlte sich offenbar für die Herde verantwortlich und lief mit aufgestellten Ohren auf ihn zu, um ihn weg zu scheuchen. Der wilde Elefant ließ sich aber nicht beeindrucken, sodass Mwashoti nichts übrigblieb, als wieder zurück zu kommen. Möglicherweise war der Bulle einer der wilden Freunde der nun unabhängigen Waisen, denn er schien sehr interessiert an der Waisenherde. Sie trafen ihn auf dem Heimweg am Nachmittag noch einmal, als sie an einem Schlammloch vorbei kamen, in dem er begeistert badete und sich mit Schlamm bedeckte.

Kiasa, Kiombo und Maktao ziehen nach Umani Springs um

(übersetzt aus dem englischen Original; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Seit einigen Wochen wurden beim Sheldrick Wildlife Trust in Nairobi die nächsten Umzüge in die Auswilderungsstationen vorbereitet. Eine Woche vor dem anvisierten ersten Umzug kam allerdings der plötzliche Tod des geliebten Luggard in Umani Springs dazwischen. Der von allen wegen seines beeindruckenden Lebenswillens auch „Löwenherz“ genannte kleine Elefant, der als Baby von etlichen Gewehrschüssen von Wilderern getroffen worden war, wurde schließlich doch noch Opfer seiner schweren Verletzungen, nachdem sein Körper sich jahrelang dagegen gewehrt hatte und es so aussah, als könnte er dauerhaft damit leben.

Obwohl Luggard nicht mehr da war, blieb die Erinnerung an ihn im Kibwezi-Wald bestehen. Die anderen Waisen dort waren, genauso wie die Keeper, unermesslich traurig. Vor allem Murera konnte man es ansehen; jeden Morgen sahen die Keeper sie zu Luggards Gehege gehen und davor stehenbleiben, und auch die anderen kamen regelmäßig dort vorbei, gingen einmal hinein und wieder heraus. Es brach den Keepern das Herz, dieses Ritual mitanzusehen, und es war klar, dass irgendetwas getan werden musste, um wieder Leben und Zuversicht nach Umani Springs zu bringen! Da es in der kurzen Regenzeit diesmal in Voi nur wenig geregnet hatte, erschien ein Umzug dorthin wenig sinnvoll. Die Auswilderungsstation im Kibwezi-Wald war vor allem für die schwerer verletzten Waisen gedacht, aber auch gesunde Elefanten leben dort – und so kam Angela Sheldrick auf die Idee, dass eine neue Gruppe fröhlicher Waisen Balsam für die trüben Gemüter dort sein könnte.


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Die Waisen im März

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: März 2021

Den Großteil des Monats März warteten wir sehnlich auf die kleine Regenzeit. Es war unglaublich heiß in Nairobi, und manchmal legten die Waisen sogar eine Extra-Baderunde ein, nur um sich abzukühlen. Dabei ist uns auch aufgefallen, dass unser Neuzugang Rama, ein großes Faible für die Suhle hat! „Die Waisen im März“ weiterlesen

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 31.01.2021

Sonntag, 31. Januar 2021
Am Morgen war es recht düster, und die Keeper sahen keine wilden Elefanten im Wald – Zongoloni dagegen witterte sie gleich. Sie ging der wilden Herde entgegen und machte sich mit ihr bekannt, bevor sie ihnen die Waisen vorstellte. Murera war nicht besonders begeistert und zog sich mit Shukuru und Luggard zurück. Zongoloni und Lima Lima dagegen genossen die Gesellschaft ihrer wilden Artgenossen, und die Keeper beobachteten sie aus sicherer Entfernung. Lima Lima, Zongoloni und Enkesha blieben eine ganze Weile bei ihnen, aber Lima Lima kam bald zurück zu Murera und Quanza, die sich in der Zwischenzeit um Luggard gekümmert hatten.