Waisenblogs-Beitrag Ithumba, 07.11.2018

Mittwoch, 7. November 2018
Als es sich die Waisen am Nachmittag westlich des Ithumba-Bergs zum Grasen gemütlich gemacht hatten, war plötzlich, gegen 15:30 Uhr, lautes Gebrüll von Löwen in der Nähe zu hören. Innerhalb weniger Sekunden kamen die Waisen zu ihren Keepern gerannt, und diese sahen sich um, um sicherzugehen, dass es allen gut ging. Dabei stellten sie mit großem Schrecken fest, dass bei Lemoyian Blut am Kopf und an den Beinen zu sehen war! Er war glücklicherweise nicht schwer verletzt, aber es ist schon sehr besorgniserregend, dass die Löwen nun schon wieder einen Waisen angegriffen haben, und das noch dazu am hellichten Tag! Es scheint keinen anderen Ausweg mehr zu geben, als diese gefährlichen Raubkatzen umzusiedeln.

Die Waisen im November

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: November 2018

 

Unser letzter Neuzugang diesen Monat ist zwar winzig, hat aber trotzdem schon das Zepter in der Hand! Klein Maarifa ist ein Breitmaulnashornbaby aus dem Nashornschutzgebiet im Meru Nationalpark, wo der David Sheldrick Wildlife Trust im letzten Jahr auch die Arbeit aufgenommen hat. Die örtlichen Wildhüter hatten das Kalb aus dem Schlamm geborgen und danach zwei Tage lang versucht, es zu seiner Mutter zurückzuführen – leider ohne Erfolg. Maarifa hat sich sehr schnell in der Nairobi Nursery eingelebt. Breitmaulnashörner sind sehr friedfertige und freundliche Tiere, und so hatte sie schnell das Herz aller Keeper und Elefanten erobert. Seit sie bei uns ist, füllen sich die Seiten im Monatsbericht mit kleinen Geschichten zu ihren Streichen. Es passiert zum Beispiel häufiger, daß sie im Schweinsgalopp in den Busch davon rennt, und die Keeper dürfen sie keine Sekunde aus den Augen lassen! Am Ende eines jeden Gallops, läßt sie sich zu Boden plumpsen und muss erst einmal ein Nickerchen halten. Maarifa wird wie alle Nashornwaisen vor ihr getrennt von den Elefanten aufgezogen werden, aber sie werden sich sicher dann und wann im Wald begegnen. Im Moment wohnt sie im Nachbarstall von Maktao, und die beiden sind sich offenbar sehr sympathisch.

„Die Waisen im November“ weiterlesen

Waisenblogs-Beitrag Ithumba, 27.10.2018

Samstag, 27. Oktober 2018
Es war wieder ein ruhiger Morgen, nachdem es in der Nacht wieder geregnet hatte. Laragai gab den Weg hinaus in den Busch vor und steuerte mit ihrer Rebellengruppe in Richtung Süden, während die milchabhängigen Waisen nach Norden gingen. Bald überlegte es sich die Nachwuchs-Leitkuh aber anders und ließ die Jungs Kithaka, Garzi, Lemoyian und Barsilinga weiter gehen, während sie sich selbst den Waisen anschloss. Dupotto tat sich beim Grasen mit dem gemächlichen Sapalan zusammen, während Kauro, Kamok, Karisa und Naseku mit dem Wasser spielten, das sich auf den Felsen gesammelt hatte. Sie löschten ihren Durst damit und spritzten sich den Rest hinter die Ohren.

Waisenblogs-Beitrag Ithumba, 17.10.2018

Mittwoch, 17. Oktober 2018
An den Stallungen war es am Morgen wieder voll, denn wieder waren jede Menge wilde Elefanten und Ex-Waisen gekommen. Diesmal waren Mulika mit Mwende, Yatta mit Yetu und Yoyo, Wendi mit Wiva, Kinna mit Kama, Sunyei mit Siku, Galana mit Gawa und Lualeni mit der kleinen Lulu, dem neuesten Baby der Ex-Waisen in Ithumba dabei. Yoyo und Siku spielten ausgelassen. Mwende ruhte ihren Rüssel auf Siku aus, als diese sich gerade hingelegt hatte. Kama spielte dann mit ihr und kletterte auf ihr herum. Danach kratzte sich Kama den Hals, genau wie es Kindermädchen Ishanga tat, die neben ihr stand. Wendi passte gut auf, dass Wiva nicht von den anderen Elefanten herumgeschubst wurde. Kama futterte dann Luzernenheupellets mit Roi, während Lulu sich unter ihrem Kindermädchen Lenana herumrollte. Als die Waisen in den Busch aufgebrochen waren, starteten Kauro und Kamok ein Kräftemessen. Die anderen grasten alle zusammen, bevor es zu den Milchflaschen am Mittag ging. Beim Schlammbad tobten einige wilde Bullen im Wasser, sodass die Waisen sich mit einer kleinen Ecke des Wasserlochs zufrieden geben mussten. Beim Grasen am Nachmittag streckte sich Garzi, um an das Grün hoch oben in den Bäumen heranzukommen, und alle futterten fleißig, trotz der Hitze. Barsilinga, Laragai, Lemoyian und Kithaka waren heute auf eigene Faust unterwegs und kamen spät am Abend zurück, nachdem alle anderen schon in den Gehegen waren. Das Tor wurde für sie geöffnet, sodass sie auch noch hinein kommen konnten.