Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: November 2023
In Nairobi wurde der November – durch den Regen bedingt – zum Monat der Kontraste. Nach einem großen Regenguss in der Nacht war das Gelände besonders schlammig. Viele Waisen zögerten, ihre trockenen Ställe zu verlassen, nicht aber der tapfere Taroha! Er wollte seine Freunde sehen. Sobald ein Keeper seine Tür öffnete, flitzte er nach draußen, bog um die Ecke, stellte sich vor Mokogodos Stall und wartete. Als die Taroha draußen hörte, rief Mokogodo so lange, bis auch sie hinausgelassen wurde, und die beiden stapften fröhlich in den nassen Wald. „Die Waisen im November“ weiterlesen
Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: Oktober 2023
In Nairobi begann der Oktober mit einem Regenschauer im Morgengrauen, gefolgt von anhaltendem Nieselregen. Daher hielten die Keeper die „Decken-Babys“ – Taroha, Mokogodo, Talek, Pardamat und Raha (das Nashornbaby) – in ihren Ställen, mit blauen und roten Decken fest um ihre Bäuche gebunden. Die älteren Waisen wurden in den Wald geführt, aber die Mini-Leitkühe waren verunsichert ohne die Babys in ihrer Mitte. Als sie ein paar Stunden später den Wald erreichten, rannten Ahmed, Sileita und Latika mit lautem Gebrüll auf sie zu. Sie streichelten ihre kleinen Schützlinge und begleiteten sie zur Herde. „Die Waisen im Oktober“ weiterlesen
Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: September 2023
Der neue Monat begann wie jeder Tag mit einer freudigen Wiedervereinigung der Decken-Babys. Im Licht der aufgehenden Sonne tappsten die jüngsten Waisen leise aus ihren Ställen. Wie üblich hatten sie das Gelände ein paar Minuten lang ganz für sich allein, bevor sich die großen Jungen und Mädchen zu ihnen gesellten. Shujaa watschelte herum, während sich Nyambeni und Mzinga,Pardamat und Talek mit ihren Rüsseln umarmten. Taroha und Mokogodo begrüßten sich, als wären sie nicht nur ein paar Stunden, sondern mehrere Tage voneinander getrennt gewesen. „Die Waisen im September“ weiterlesen
Wenn man nicht genau hinschaute, konnte man den kleinen Elefanten leicht übersehen, der sich in den Büschen des Ol Malo Anwesens versteckte. Es war ein winziges Mädchen, und es tat sein Bestes, nicht entdeckt zu werden. Es war schon einige Tage ganz allein dort gewesen und nun in großer Gefahr in seinem Überlebenskampf.
Das war auf dem Höhepunkt der Dürre im Jahr 2022, die große Teile Kenias unerbittlich im Griff hatte. Die Gegend von Laikipia war besonders schwer betroffen, so dass die dortige Elefantenpopulation ums Überleben kämpfen musste. Es wurde nie geklärt, wie das kleine Kalb verwaiste, aber die Dürre war höchstwahrscheinlich ausschlaggebend.
Elefanten sind bei schwerer Dürre besonders gefährdet. Mit der schwindenden Vegetation finden sie nicht mehr genug zu fressen, um sich selbst am Leben zu erhalten – und für milchgebende Mütter, die ja für zwei futtern müssen, ist es am schlimmsten. Entweder sind sie die ersten, die unter solchen Bedingungen sterben, oder sie können keine Milch mehr produzieren und müssen ihre Babys zurücklassen. Dazu kommt noch, dass zu Dürrezeiten die Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren zunehmen, im Wettstreit um die letzten, wenigen natürlichen Ressourcen.
Nachdem klar war, dass es sich tatsächlich um einen Waisenelefanten handelte, gab der Kenya Wildlife Service (KWS) grünes Licht für eine Rettungsaktion. Am Morgen des 15. September 2022 machte sich ein Team von Keepern in der Cessna Caravan des Sheldrick Wildlife Trust (SWT) auf den Weg nach Laikipia. In der Zwischenzeit wurden auch die Helfer in Ol Malo aktiv: sie fingen das Kalb ein und brachten es schon einmal zum Flugfeld. Die ganze Aktion war perfekt geplant, und das Flugzeug landete gerade, als das Fahrzeug mit dem kleinen Schatz ankam.
Das kleine Mädchen wurde Muridjo genannt, nach einer Gegend in Ol Malo. Ihr Name wird damit immer an die Helfer von Ol Malo erinnern, denen die Kleine ihre Rettung und ihr Leben zu verdanken hat.
Wie viele Dürreopfer war Muridjo schrecklich abgemagert und schwach, als sie im Waisenhaus ankam. Oft hängt das Leben solcher Waisen am seidenen Faden, und alles hängt davon ab, wieviel Lebenswillen sie noch zeigen. Muridjo verhielt sich die ersten Tage ziemlich vorlaut, und die Keeper mussten gut auf sie aufpassen – aber sie schien ihnen damit auch zeigen zu wollen, dass sie nicht daran dachte aufzugeben! Im Laufe der folgenden Wochen wurde sie wieder kräftiger und beruhigte sich dabei auch.
Die Keeper beschreiben Muridjo als sehr forschen kleinen Elefanten. Sie ist eine der kleinsten im Waisenhaus, aber anscheinend hat sie keine Lust, Teil der Gruppe von Babys mit Decken zu sein. Ihre Kollegen Mzinga, Nyambeni und Shujaa gehen ganz in ihrer Rolle als Nesthäkchen der Herde auf, doch Muridjo lässt ihre kleinen Artgenossen meist links liegen, und es zieht sie eher zu den älteren und größeren Elefanten. Insgesamt ist sie aber freundlich zu allen anderen.
Übernehmen Sie jetzt mit einem KLICK eine Patenschaft für Muridjo
Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: August 2023
Unsere großen Jungs aus der Nursery – Choka, Taabu, Mukutan und der Möchtegern-Große-Bulle Kitich – hatten einen tollen Start in den Monat. Als Reaktion auf ihr beharrliches Kollern öffneten die Keeper die Stalltüren von Choka und Taabu etwas früher als sonst, gefolgt von Mukutan und Kitich. Die Jungs jagten sich gegenseitig im Kreis um das Lagergelände, sausten um Ecken und die Ställe herum. Wann immer sie sich begegneten, gab es einen kurzen Kopfkampf, und der Verlierer rannte davon und versteckte sich! „Die Waisen im August“ weiterlesen