{"id":1032,"date":"2009-08-11T20:44:11","date_gmt":"2009-08-11T19:44:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=1032"},"modified":"2009-08-11T21:04:58","modified_gmt":"2009-08-11T20:04:58","slug":"der-tod-von-olkeju","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/der-tod-von-olkeju\/","title":{"rendered":"Der Tod von Olkeju"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren ist es immer wieder vorgekommen, dass einer unserer Sch\u00fctzlinge gestorben ist, und jeder Einzelne war ein gro\u00dfer Verlust. Wir erinnern uns an jedes Baby, und da die Elefanten uns Menschen in so vielen Dingen \u00e4hnlich sind, vor allem im Verhalten und in der Altersstruktur, haben wir besonders mitgef\u00fchlt, wenn wieder ein Elefantenbaby seine geliebte Mutter und seine Familie verloren hat. Viele sind an gebrochenem Herzen gestorben, sie haben einfach ihren Lebenswillen verloren. Andere wiederum wurden Opfer einer Lungenentz\u00fcndung, einer Infektion mit Rotaviren oder Parasiten, die von illegal weidenden Rinderherden in den Park eingeschleppt wurden. In Jahren der D\u00fcrre fielen einige Elefantenbabys in Wasserl\u00f6cher, die von Menschen in ausgetrockneten Flussbetten gegraben wurden, um ihre Rinder zu tr\u00e4nken. Manche verstarben, ohne dass wir die Ursache jemals herausfinden konnten. Der Tod des kleinen <b>Olkeju<\/b> jedoch kam v\u00f6llig \u00fcberraschend. Am Abend des 18. Juli war er so hungrig, dass er zu seinem Stall rannte und die Milch gierig hinunterschlang &#8211; weil er so hastig trank, lief die Milch in seine Luftr\u00f6hre und direkt in seine Lunge. Er starb nur eine halbe Stunde sp\u00e4ter in den Armen seines Lieblingskeepers und gleichzeitig einem unserer besten und erfahrensten Mitarbeiter.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/08\/7242009243-pic3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"7242009243-pic3\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/08\/7242009243-pic3_thumb.jpg\" width=\"188\" height=\"240\"\/><\/a>&nbsp;&nbsp; <a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/08\/7242009243-pic2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"7242009243-pic2\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/08\/7242009243-pic2_thumb.jpg\" width=\"188\" height=\"240\"\/><\/a>  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/08\/7242009243-pic4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"7242009243-pic4\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/08\/7242009243-pic4_thumb.jpg\" width=\"188\" height=\"240\"\/><\/a>&nbsp; <a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/08\/724200924331-pic1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"724200924331-pic1\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/08\/724200924331-pic1_thumb.jpg\" width=\"188\" height=\"240\"\/><\/a> <\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p><b>Olkeju<\/b> ist das Baby, dessen Mutter einen furchtbaren Tod auf der Mugie Ranch in Laikipia in Nordkenia starb. Sie hatte einen gro\u00dfen, chronischen Abszess an ihrer Flanke, der am Ende wohl eine t\u00f6dliche Blutvergiftung verursachte. Der Rest der Elefantenfamilie versuchte den kleinen <b>Olkeju<\/b> so gut wie m\u00f6glich durchzubringen, aber es gab eines, das sie ihm nicht geben konnten: genug Milch. Zwei Wochen blieb er noch in seiner Herde, doch er wurde zusehends schw\u00e4cher bis er schlie\u00dflich zusammenbrach und von Soldaten der Britischen Armee (besser bekannt als \u201eJohnnies\u201c) gerettet wurden, die zur gleichen Zeit ein Trainingslager auf der Ranch durchf\u00fchrten.  <\/p>\n<p>Er kam halbtot vor Hunger in Nursery an und hatte schon vor dem Flug nach Nairobi eine Infusion in seine Ohrvene gelegt bekommen. Wir wagten kaum zu hoffen, dass er die Nacht \u00fcberleben w\u00fcrde, doch er schaffte es. Umso gl\u00fccklicher waren wir, als er schlie\u00dflich langsam an Gewicht und Gr\u00f6\u00dfe zulegte und mit jedem Tag an Kraft gewann.  <\/p>\n<p>Daphne und Angela hatten die Nursery-Babys nur wenige Stunden vorher gl\u00fccklich und gut erholt zur\u00fcckgelassen. So erwischte es alle eiskalt, als sie h\u00f6rten, dass der kleine <b>Olkeju<\/b> sich beim Trinken seiner Milch verschluckt hatte. Nachdem er so hastig getrunken hatte, lief ihm die Milch aus dem R\u00fcssel, dem Mund und den Augen und er starb, noch bevor Chef-Keeper Edwin ihm helfen konnte. Es war uns ein R\u00e4tsel, was ein gesundes K\u00e4lbchen so schnell umbringen konnte. Der Tierarzt kam und f\u00fchrte eine Autopsie durch. Er vermutete eine Infektion mit Klebsiellen, Bakterien, die schlimme Lungenentz\u00fcndungen verursachen k\u00f6nnen. Doch <b>Olkejus<\/b> Lungen waren in perfektem Zustand &#8211; AUSGENOMMEN der Milch. Unser kleiner <b>Olkeju<\/b> war an seiner Milch erstickt. Dass es so simpel war, machte die Sache nur noch tragischer.  <\/p>\n<p>Elefantenbabies sind sehr zerbrechlich, das haben wir schon immer gewusst. Aber der kleine <b>Olkeju<\/b> hat uns gezeigt, wie zerbrechlich und anf\u00e4llig sie wirklich sind, wenn sie ihre Elefantenmutter verloren haben. Von jetzt an, wenn die Babies an ihre Flaschen st\u00fcrmen, werden sie zuerst beruhigt, bevor sie ihre Milch trinken d\u00fcrfen. Die \u00c3\u2013ffnung am Sauger wird f\u00fcr die j\u00fcngeren Elefanten kleiner gemacht, so dass sie langsamer trinken m\u00fcssen. Wir lernen nie aus, und mit jedem neuen Baby erhalten wir eine neue Lektion. <b>Olkejus<\/b> Lektion war au\u00dfergew\u00f6hnlich schmerzhaft, weil dieser Unfall h\u00e4tte vermieden werden k\u00f6nnen. <b>Olkeju<\/b> sollte das kritische Alter von drei Jahren erreichen, und dann sollte er zehn werden &#8211; es sah ganz so aus, als ob er es schaffen k\u00f6nnte. Die Kraft war in seine Beine zur\u00fcckgekehrt, seine Augen waren hell und klar, und er war ein verspielter und liebensw\u00fcrdiger kleiner Elefant inmitten der Junior-Gruppe in der Nursery &#8211; noch 30 Minuten vor seinem letzten Atemzug. F\u00fcr diejenigen, die ihm nahestanden kann es nichts Schlimmeres geben.  <\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir um diesen kleinen, tapferen Elefanten trauern, der nicht auf so tragische Weise sterben h\u00e4tte sollen, hoffen wir, dass er jetzt wieder bei seiner Mutter sein kann &#8211; irgendwo, wo es keinen irdischen Schmerz mehr gibt. Und den gibt es f\u00fcr die Elefanten auf unserer Erde momentan genug: zunehmende Wilderei, Verhungern und Verdursten aufgrund der D\u00fcrre und Menschen, die sich sorgen sollten &#8211; es aber meistens nicht tun.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/der-tod-von-olkeju\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren ist es immer wieder vorgekommen, dass einer unserer Sch\u00fctzlinge gestorben ist, und jeder Einzelne war ein gro\u00dfer Verlust. 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