{"id":104,"date":"2006-09-12T08:34:14","date_gmt":"2006-09-12T06:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=104"},"modified":"2008-04-13T22:15:15","modified_gmt":"2008-04-13T20:15:15","slug":"juli-2006","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/juli-2006\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Juli 2006"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Nursery &#8211; Waisen <\/strong><\/p>\n<p>Die andauernde Behandlung von <strong>Koras<\/strong> infiziertem Kiefer bestimmte den Alltag dieses Monats.<!--more--> Nach weiteren Beratungen sowohl mit zahlreichen Tiermedizinern als auch mit den Experten aus S\u00fcdafrika wurde einstimmig beschlossen, dass eine Operation aus den folgenden zwei Gr\u00fcnden keine Option sei: (l) Der Empfindlichkeitstest des Eiters ergab eine Resistenz der Bakterien gegen\u00fcber dem ausgew\u00e4hlten Antibiotikum. Dieses sollte in Form von Langzeit-Antibiotikum-\u201ePerlen\u201c unter Narkose (immer unter Lebensgefahr f\u00fcr ein Elefantenbaby) in den Kiefer eingepflanzt werden. Dies w\u00fcrde au\u00dferdem zwei Operationen n\u00f6tig machen &#8211; eine zur Einpflanzung der \u201ePerlen\u201c und eine weitere (auch unter Narkose) um sie sp\u00e4ter wieder zu entfernen. (2) Aus Erfahrung wissen wir, dass Kora zweifellos versuchen w\u00fcrde, die N\u00e4hte mit ihrem R\u00fcssel aufzurei\u00dfen und eine offene Wunde k\u00f6nnte Sekund\u00e4rinfektionen hervorrufen und die Komplikationen damit nur verschlimmern. Daher wurde beschlossen ihm 10 Tage lang Penicillin zu spritzen um die Bakterien anzugreifen. Auch, wenn die Osteomyelitis [Knochenmarksentz\u00fcndung] dadurch nicht heilt, so sollte dies doch wenigstens die Bakterien schw\u00e4chen und somit eine erneute und intensive hom\u00f6opathische Behandlung m\u00f6glich machen, die keine Nebenwirkungen hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image106\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2006\/09\/The%20orphans%20racing%20towards%20their%20milk%20feed.jpg\" alt=\"The orphans racing towards their milk feed.jpg\" \/><\/p>\n<p><strong> Kora<\/strong> ist ein sanftm\u00fctiger und mutiger kleiner Elefant; er scheint zu verstehen, dass die t\u00e4gliche Reinigung seiner Wunde einfach notwendig ist und ist sehr kooperativ. Er hat auch eisern die st\u00e4ndigen und sehr schmerzhaften Injektionen in die Muskeln seiner Hinterbeine ertragen, die ihn mit Schmerzen und humpelnd zur\u00fccklie\u00dfen. Die Spritzen bekam er immer um 16.30 Uhr; und jeden Tag, wenn er von den W\u00e4rtern in die Stallungen zur\u00fcckgef\u00fchrt wurde, traf er auf den gef\u00fcrchteten Tierarzt! Nach einigen Tagen wurde <strong>Lualeni <\/strong>neugierig, warum er denn jeden Tag weggeholt wurde und entschied sich der Sache auf den Grund zu gehen, zusammen dem Rest der Gruppe inklusive <strong>Zurura<\/strong> (<strong>Koras<\/strong> bestem Freund), dem es sehr nah ging, dass <strong>Kora<\/strong> offensichtlich wehgetan wird! Dennoch, Koras Penicillin-Kur endete zum Gl\u00fcck am 29., und jetzt bekommt er eine hom\u00f6opathische Entgiftung plus Acidopholus  um die Magenschleimhaut, die durch das Antibiotikum wom\u00f6glich gesch\u00e4digt wurde, wieder aufzubauen. Der Kiefer sondert nach wie vor tr\u00f6pfchenweise Eiter ab; allerdings weitaus weniger als vorher, so dass wir hoffen, dass das Antibiotikum gewirkt hat. Die Wunde wird in den n\u00e4chsten Wochen intensiv beobachtet und die hom\u00f6opathische Behandlung wird weiter gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Klein <strong>Zurura<\/strong> bewundert ihn und weicht ihm kaum von der Seite. <strong>Kora<\/strong> ist sehr vorsichtig bei ihren kleinen Kr\u00e4ftemessen, das alle Elefantenjungs normalerweise sehr wichtig nehmen um zu beweisen, dass sie der St\u00e4rkste sind. <strong>Zurura <\/strong>ist ein starker Charakter und immer daran interessiert seiner Rivalin <strong>Makena<\/strong> eins auszuwischen, meist indem er sie besteigt, was sie \u00fcberhaupt nicht leiden kann! Doch sie wiederum kann immer auf <strong>Lualeni<\/strong> z\u00e4hlen, die dann eingreift und <strong>Zurura<\/strong> Pl\u00e4ne vereitelt. Einmal wurde er richtig b\u00f6se, weil er deswegen gest\u00fcrzt ist und nahm die Verfolgung auf; er riss <strong>Makenas<\/strong> Decke an sich und trat darauf herum um ihr zu demonstrieren, was er gerne mit ihr getan h\u00e4tte! Gleicherma\u00dfen m\u00f6chte er seine Autorit\u00e4t gegen\u00fcber dem gleichaltrigen <strong>Kamboyo<\/strong> durchsetzen, denn der Rang ist lebenswichtig f\u00fcr die eigene Identit\u00e4t und wie man als Bulle von den anderen angesehen wird. <strong>Zurura<\/strong> ist aber auch ein sehr verspielter und zug\u00e4nglicher Zeitgenosse, der die Besucher beim t\u00e4glichen Schlammbad begeistert, indem er bis zur Absperrung l\u00e4uft, hinter der sie stehen und sie ihn alle anfassen k\u00f6nnen.<strong> Loijuk<\/strong>, die in der Zwischenzeit ihre Kr\u00e4fte wiedererlangt hat, ist Fremden gegen\u00fcber momentan recht aggressiv &#8211; eine Phase, die die meisten Babies durchlaufen, die mit ansehen mussten, wie ihre Mutter von Menschen get\u00f6tet wurde. Diesem Verhalten muss mit viel Gef\u00fchl, Geduld und Verst\u00e4ndnis begegnet werden, tritt aber immer nur vor\u00fcbergehend auf.<\/p>\n<p>Offensichtlich wird <strong>Sian Lualeni<\/strong> als Mini-Leitkuh in der Aufzuchtgruppe abl\u00f6sen, sobald <strong>Lualeni<\/strong> und <strong>Kora<\/strong> in die <strong>Ithumba Gruppe<\/strong> wechseln. Dies wird wahrscheinlich der Fall sein, sobald neue Regenf\u00e4lle frisches Gr\u00fcn nach Tsavo, einen sehr trockenen Ort, gebracht haben. Neuank\u00f6mmlinge m\u00fcssen erst lernen mit der trockenen Vegetation umzugehen, nahrhaften Zweigen die Rinde abzusch\u00e4len und allgemein in einer von Nairobi verschiedenen Umgebung auf Nahrungssuche zu gehen.<strong> Sian<\/strong> zeigt bereits alle Eigenschaften einer sehr f\u00e4higen Matriarchin wie Mitgef\u00fchl f\u00fcr <strong>Kora<\/strong>, indem sie zu ihm zur\u00fcckl\u00e4uft, wenn er der Gruppe hinterher hinkt; oder sie stiftet Frieden zwischen <strong>Zurura<\/strong> und <strong>Makena<\/strong>, selbst wenn <strong>Lualeni<\/strong> geschlagen ist! Sie strengt sich auch sehr an die j\u00fcngeren K\u00e4lber mit gro\u00dfzuziehen und sie untereinander anzufreunden, vor allem <strong>Zurura<\/strong> und <strong>Kamboyo<\/strong>, weil <strong>Makena<\/strong> die uneingeschr\u00e4nkte Aufmerksamkeit von <strong>Lualeni <\/strong>genie\u00dft.Begegnungen mit Wildtieren waren die gew\u00f6hnlichen Warzenschwein-Verfolgungsjagden, Spiele mit den omnipr\u00e4senten Pavianen sowie der Schreck vor einer rennenden Giraffe und einer Impala-Antilope, die sie in die Obhut der W\u00e4rter zur\u00fcck rennen lie\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Ithumba-Waisen<\/strong><\/p>\n<p>Und wieder wurde anhand der Tagebuchaufzeichnungen des Monats deutlich, wie sehr <strong>Nasalot <\/strong>den kleinen <strong>Orok<\/strong> in ihr Herz geschlossen hat. So hat er tats\u00e4chlich eine neue \u201cMutter\u201c und k\u00f6nnte gl\u00fccklicher und verw\u00f6hnter nicht werden. Immer in der N\u00e4he von <strong>Nasalot und Orok<\/strong> findet man <strong>Sidai, Oroks<\/strong> beste Freundin aus der Aufzuchtgruppe, die sich ebenso gut in der Gruppe eingelebt hat und unter dem speziellen Schutz von <strong>Nasalot<\/strong> steht. <strong>Sidai<\/strong> ist inzwischen auch in einer sehr guten Verfassung; man mag es kaum glauben, wenn man sich daran erinnert, dass sie zweimal buchst\u00e4blich fast verhungerte, weil sie nicht gen\u00fcgend Muttermilch bekam und an fortgeschrittener Mangelern\u00e4hrung litt, als sie in die Aufzuchtstation kam; sie bekam Infusionen in eine Ohrvene. Sieht man sie heute, so kann man sich nur schwer vorstellen wie kl\u00e4glich und abgemergelt sie damals als Baby in die Gruppe kam. Es ist au\u00dferdem eine gro\u00dfe Belohnung zu sehen, wie gut sich <strong>Challa <\/strong>in ihrem neuen zu hause eingelebt hat und eine starke Freundschaft zu <strong>Madiba<\/strong> aufbauen konnte. Eines Tages, w\u00e4hrend sie beim Fressen wieder einmal dicht beieinander standen, fiel just aus dem Baum unter dem sie fra\u00dfen, ein Klippschliefer genau zwischen die beiden! Was f\u00fcr ein Schreck f\u00fcr die beiden jungen Bullen, die v\u00f6llig aufgel\u00f6st zu ihren W\u00e4rtern zur\u00fcck rannten. Nachdem sie sich wieder ein bisschen erholt hatten, nahmen sie all ihren Mut zusammen um nach dem St\u00f6renfried zu suchen, der nat\u00fcrlich schon l\u00e4ngst \u00fcber alle Berge war.Ein einzelner Wildhund, der eines Morgens an die Stallungen kam um Wasser zu trinken, hat ebenfalls eine riesige Panik ausgel\u00f6st, und nur die W\u00e4rter konnten die Waisen wieder beruhigen. Als dann noch ein paar laute Paviane f\u00fcr Nervosit\u00e4t unter den J\u00fcngsten sorgten, holten die \u00c4lteren schlie\u00dflich zum Verteidigungsschlag aus, indem sie die Paviane zu verjagen versuchten. Allerdings wurde dieser Plan durchkreuzt, als die Nervens\u00e4gen die B\u00e4ume hinauf kletterten. Dikdiks waren wieder willkommene Spielgef\u00e4hrten, sogar f\u00fcr die J\u00fcngsten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image105\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2006\/09\/drinking%20water.jpg\" alt=\"drinking water.jpg\" \/><\/p>\n<p>Wie so oft liest man in den Tagesaufzeichnung von der extrovertierten <strong>Wendi,<\/strong> die \u201calle ihre Tricks\u201c vorf\u00fchrt, sobald sich ein paar Zuschauer finden. Sie und <strong>Sunyei <\/strong>sind nach wie vor gute Freunde und sehen sich selbst als Junior-Leitk\u00fche. <strong>Sunyei<\/strong> m\u00f6chte immer unbedingt die j\u00fcngere Gruppe anf\u00fchren, und sie liebt das Schlammbad, sogar wenn das Wetter kalt ist.<\/p>\n<p>Wie immer hatten die kleinen Bullen viel Spa\u00df bei ihren kleinen Ringk\u00e4mpfen, <strong>Taita und Tomboi <\/strong>sind hier die aktivsten Spieler, doch auch <strong>Buchuma<\/strong> scheute sich nicht die gr\u00f6\u00dferen Jungs herauszufordern. Er und <strong>Ndomot<\/strong> sind auch in der Ithumba-Gruppe noch immer \u201cRingkampf Kontrahenten\u201c &#8211; wie vorher in der Aufzuchtgruppe. <strong>Napasha<\/strong>, der \u00e4lteste \u201cBig Boy\u201c wird in den Aufzeichnungen oft als St\u00f6renfried aufgef\u00fchrt, der sich in die K\u00e4mpfe der J\u00fcngeren einmischt. Doch er hat offensichtlich begriffen, dass er die \u00e4lteren K\u00fche respektieren muss, was dazu f\u00fchrte, dass er sich an <strong>Kinna<\/strong> revanchierte, die ihm einen Zweig stibitze. Wer auch immer bei den Ringk\u00e4mpfen verliert, wird immer von den \u00e4lteren K\u00fchen besch\u00fctzt. Vor allem <strong>Yatta und Nasalot<\/strong> achten auch darauf, dass die Babies immer gen\u00fctgen Zweige abbekommen, indem sie sie ihnen von den hohen B\u00e4umen herunter holen. So kommt es, dass in Ithumba keiner Hunger haben muss, weil die Vegetation vielseitig und \u00fcppig ist. Alle Elefanten sehen sehr gesund aus und k\u00f6nnten zufriedener nicht sein.<\/p>\n<p>Ein H\u00f6hepunkt im Tagebuch ist der Ausflug an einen Ort, den die W\u00e4rter \u201eImenti Wasserloch\u201c nennen, einen gro\u00dfen nat\u00fcrlichen Teich voll mit Regenwasser, an den viele Wildtiere kommen um zu trinken. Die W\u00e4rter benannten ihn nach dem 12-j\u00e4hrigen <strong>Imenti<\/strong>, einem der ersten Waisen der n\u00f6rdlichen Region, der inzwischen in der Wildnis lebt. Die Waisen waren sehr aufgeregt von ihren W\u00e4rtern zu diesem Wasserloch gebracht zu werden, und <strong>Yatta, Mulika<\/strong> und die \u00e4lteren Elefanten erforschten sehr vorsichtig die frischen Spuren der wilden Elefanten um das Wasserloch herum. Die meisten Elefanten im Norden jedoch, die sich nach wie vor an die schreckliche Wilderei in den 70ern, 80ern und fr\u00fchen 90ern erinnern, trinken haupts\u00e4chlich nachts, so dass es nicht zu einer Kontaktaufnahme kam. Trotzdem war es offensichtlich ein gro\u00dfes Abenteuer \u00fcber Duftspuren zu kommunizieren, vor allem f\u00fcr die \u00e4lteren K\u00fche. Alle hatten gro\u00dfen Spa\u00df dabei, sich komplett im Wasser zu versenken, vor allem <strong>Orok, Sidai, Buchuma, Madiba und Sunyei<\/strong>. Sie wollten am Ende gar nicht mehr gehen, und als sie abends, auf dem R\u00fcckweg zu den Stallungen, wieder daran vorbeikamen, konnten sie nicht widerstehen und badeten ein zweites Mal. Weil diese nat\u00fcrliche Senke immer noch Wasser h\u00e4lt, erhielten die W\u00e4rter Anweisungen aus Nairobi die Waisen jetzt w\u00f6chentlich dorthin zu bringen. Der einzige Nachteil ist der lange Fu\u00dfweg f\u00fcr die Menschenfamilie der Dickh\u00e4uter!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Voi-Waisen<\/strong><\/p>\n<p>Gen\u00fcgend Weidem\u00f6glichkeiten zu finden, war auch in diesem Monat das Hauptproblem der Voi-Gruppe, denn aufgrund mangelnder Niederschl\u00e4ge w\u00e4hrend der letzten Regenperiode h\u00e4lt die Trockenzeit an. Die Futtersuche f\u00fchrte die Elefanten entweder auf den Mazinga Berg, auf dessen Nordseite immer noch Gr\u00fcnes zwischen den Felsen zu finden ist. Trotz alledem sind alle in einer guten k\u00f6rperlichen Verfassung, besser zumindest als die Wildtiere der Region. Selbst <strong>Mweigas<\/strong> Zustand hat sich dank der Futterzusatzstoffe und Medizin deutlich gebessert. Ihr bester Freund <strong>Sosian<\/strong> ist nie weit weg von ihr und auch die anderen Waisen k\u00fcmmern sich abwechselnd um sie, wenn es ihr nicht gelingt mehr als die H\u00e4lfte des Aufstiegs zum Mazinga Berg zu bew\u00e4ltigen. Es waren vor allem <strong>Mvita und Mpala<\/strong> (zwei junge Bullen), die <strong>Sosian<\/strong> freiwillig abl\u00f6sten um bei <strong>Mweiga<\/strong> zu bleiben. Ein leichter Regenschauer fiel in der Monatsmitte und machte die Waisen gl\u00fccklich und verspielt, und sogar <strong>Mweiga<\/strong> rollte sich in den Schlammpf\u00fctzen. Die Pf\u00fctzen trockneten schnell wieder aus, doch der Regen konnte zumindest die vorhandene Vegetation ein wenig aufweichen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image107\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2006\/09\/Feeding%20time.jpg\" alt=\"Feeding time.jpg\" \/><\/p>\n<p>Am 5. des Monats gab es ein sehr interessantes Vorkommnis: Eine gro\u00dfe wilde Kuh mit 3 K\u00e4lbern lief an den Waisen vorbei um zum Schlammbad und den Wasserbeh\u00e4ltern zu gelangen. Nachdem wir die Photos der W\u00e4rter anschaut und mit \u00e4lteren Bildern verglichen haben, kamen wir zu dem Schlu\u00df, dass es sich bei der Kuh nur um <strong>ELEANOR<\/strong> handeln konnte, eine bekannte Leitkuh der Waisen, die 1960 in Samburu geboren wurde und die Jungtiere im Juni 1996 in die Obhut einer wilden Freundin gab um ihr eigenes erstes Kalb zu geb\u00e4ren. <strong>Eleanor<\/strong> hat die Stockades bisher nie besucht, wahrscheinlich weil sie es nicht besser wei\u00df und Angst hat, dass ihre Babies von denjenigen Menschen weggenommen werden, die die verwaisten K\u00e4lber zur Voi-Gruppe bringen. Es ist nicht ungew\u00f6hnlich, dass Elefanten, die in ihrer eigenen Familie benachteiligt wurden, die K\u00e4lber anderer zu kidnappen versuchen um ihre eigene Gruppe wieder herzustellen.<br \/>\n<strong>Emily<\/strong> kam am Abend des 2. allein um die Waisen in den St\u00e4llen zu besuchen, und kehrte am 11. mit den anderen ihrer jetzt wilden Gruppe (<strong>Aitong Sweet Sally, Tsavo und Ilingwezi<\/strong>) zur\u00fcck, als die Waisen bereits in Richtung Mazinga Berg unterwegs waren. Sie und ihre Gruppe folgten ihnen und gesellten sich dann dort zu ihnen um den ganzen Tag zusammen zu verbringen. Sie hatten viel Spass beim Schlammbad und gingen abends zusammen zur\u00fcck zu den Stallungen. Danach verabschiedete sich die wilde Gruppe. Am darauffolgenden Tag eilten die Waisen wieder den Mazinga Berg hinauf um sich mit <strong>Emily\u2019s Gruppe<\/strong> zu treffen, als <strong>Mweiga<\/strong> es wieder nur bis zur H\u00e4lfte schaffte. Diesmal war es <strong>Emily<\/strong>, die herab kam um ihr Gesellschaft zu leisten. Alle Waisen sind sich der fragilen Gesundheit von <strong>Mweiga<\/strong> sehr bewusst und zeigen ihr gegen\u00fcber viel Mitgef\u00fchl und F\u00fcrsorge; sogar die die jungen Bullen und hier vor allem Sosian, der sich r\u00fchrend bem\u00fcht.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu den zahlreichen Treffen mit Wildtieren in diesem Monat, bekamen die Waisen noch einmal Besuch von <strong>Uaso<\/strong> am 31. Juli, der sich beim Fressen zu ihnen gesellte. Am 5. lief <strong>Mukwaju<\/strong> ein St\u00fcck mit einer wilden Gruppe, die am Schlammloch der Waisen tranken. Er entschied sich aber umzukehren, als er von <strong>Sosian und Nyiro<\/strong> freuBurra u<span style=\"font-size: 12pt\">dig begr\u00fc\u00dft wurde. Am 10. trafen die Waisen noch einmal eine Gruppe von 3 wilden K\u00fchen (2 Teenager und ein Kalb), <\/span>Burra und Sosian waren so interessiert, dass es f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der einen Kuh (und ihrem Kalb) schon wieder zu viel war. Als sie merkte, dass ihr Baby nicht sehr gl\u00fccklich mit der Situation war, jagte sie die Waisen davon.<br \/>\n<strong> Laikipia<\/strong> hat wie immer darauf bestanden, die Gruppe abends nach hause zu f\u00fchren und entschied auch, zu welcher Zeit. <strong>Burra<\/strong> interessiert sich ebenfalls f\u00fcr dieses Privileg und gewinnt auch manchmal den Kampf darum. Er, <strong>Morani und Solango<\/strong> sind dicke Freunde und kleine Rangk\u00e4mpfe sind an der Tagesordnung. Es gibt immer Konkurrenz zwischen den Babies, die noch s\u00e4ugen, wenn es Zeit f\u00fcr die Mittagsmilch ist. In diesem Monat hat <strong>Solango<\/strong> eine List angewandt um <strong>Seraa und Mpala <\/strong>auszutricksen: Er schlich sich von der Gruppe weg und versteckte sich nach der H\u00e4lfte des Weges im Geb\u00fcsch. Als es Zeit f\u00fcr die Milch war und die anderen sich auf den Weg machten, \u00fcberraschte er sie in dem er aus dem Geb\u00fcsch st\u00fcrzte und das Milchrennen gewann!<\/p>\n<p>Weil es im Juli und August in den Tropen sehr k\u00fchl wird, z\u00f6gerten die Waisen ein Schlammbad zu nehmen. Anstelle dessen haben sie ausgiebige Dreckschlachten veranstaltet oder sich mithilfe ihrer R\u00fcssel mit Wasser bespritzt. <strong>Icholta<\/strong> hatte eine ganz clevere Idee und stellte ihre Hinterbeine in eine der Tr\u00e4nken. Damit verwirrte sie Laikipia, die offensichtlich dachte, das sei nicht geplant, und versuchte sie heraus zu sto\u00dfen! <strong>Laikipia<\/strong> hat ihre ganz eigene Art &#8211; zum Beispiel liebt er das Aufbinden der Schn\u00fcrsenkel von Besuchern. Das versucht er jedes Mal! Weil er der gr\u00f6\u00dfte Bulle der Voi-Gruppe ist, spielt er auch in jedem Tagebuch eine dominante Rolle als sehr freundlicher und offenherziger Charakter. <strong>Natumi<\/strong> ist nach wie die Haupt-Leitkuh, teilt sich diese Verantwortung aber gern mit <strong>Icholta<\/strong>, die ungef\u00e4hr gleich alt ist. \u00dcber <strong>Edies<\/strong> Konkurrenz jedoch \u00e4rgert sie sich, weil sie in der Rangfolge erst nach den beiden steht. <strong>Emily<\/strong> wird jedoch zur Anf\u00fchrerin, sobald sie auftaucht und alle freuen sich, wenn sie zu Besuch kommt. Die Voi-Waisen sind eine sehr gl\u00fcckliche und eng verbundene Elefantengruppe, die, anders als die Ithumba-Gruppe, regelm\u00e4\u00dfig mit ihren wilden Freunden spielen. Ihre Fr\u00f6hlichkeit und Verspieltheit werden in jedem Tagebuch wieder best\u00e4tigt. Die Art wie sie Verantwortung, Schutz und Hilfe untereinander und besonders f\u00fcr <strong>Mweiga<\/strong> \u00fcbernehmen, wie sie in Kontakt mit <strong>Emily<\/strong> und dem Rest der wilden Gruppe bleiben, deutet an, da\u00df sie wohl immer eine \u201cFamilie\u201c bleiben werden. Und das trotz dessen, dass sie von allen m\u00f6glichen Elefantenpopulationen Kenias zusammengew\u00fcrfelt wurden; gemischt mit ein paar Ausl\u00e4ndern wie <strong>Madiba aus Botswana und Mweya aus Uganda.<\/strong> Die Tsavo-Population wird von der Zugabe ein paar neuer Gene profitieren um den aktuellen Genpool zu st\u00e4rken und zu bereichern.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/juli-2006\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nursery &#8211; Waisen Die andauernde Behandlung von Koras infiziertem Kiefer bestimmte den Alltag dieses Monats.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,1],"tags":[],"class_list":["post-104","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-monatsberichte","category-news"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=104"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}