{"id":11109,"date":"2017-10-07T21:49:02","date_gmt":"2017-10-07T20:49:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=11109"},"modified":"2017-10-12T10:45:31","modified_gmt":"2017-10-12T09:45:31","slug":"ate-news-april-bis-juli-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-april-bis-juli-2017\/","title":{"rendered":"ATE News: April bis Juli 2017"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der Monate April und Mai fand in Amboseli die &#8222;gro\u00dfe&#8220; Regenzeit statt. Diese fiel allerdings wieder einmal eher d\u00fcrftig aus. Normalerweise gibt es hier durchschnittliche Regenmengen von 63,56 mm im April und 24,77 mm im Mai. Dieses Jahr fielen im April nur 20 mm und im Mai 36 mm Niederschlag. Dadurch kam es zu einem deutlich sp\u00e4rlicheren Pflanzenwachstum als \u00fcblich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Den Elefanten und anderen Tieren ging es zwar trotzdem noch gut, denn das vorhandene frische Gr\u00fcn reichte aus um sie alle ausreichend mit Nahrung zu versorgen. Aber es fiel ihnen schwer Fettreserven anzulegen. Keine gute Ausgangsbasis f\u00fcr die kommende Trockenzeit!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Auch die Menschen der Amboseli-Region waren von den trockenen Bedingungen betroffen. Sowohl die lokalen Massai wie die Forscher des Amboseli Research Projects blickten nicht ohne Sorgen in die Zukunft. D\u00fcrreperioden halten immer besondere Herausforderungen bereit und speziell Mensch-Wildtier-Konflikte nehmen zu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst waren die Verh\u00e4ltnisse aber noch angenehm. Die Elefanten befanden sich allgemein in guter Verfassung und es gab sogar einige Geburten zu verzeichnen. Beispielsweise brachte Garbatula aus der GB-Familie ein Baby zur Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele Elefantenfamilien schlie\u00dfen sich w\u00e4hrend der Regenzeit in gro\u00dfen Herden zusammen. Sie genie\u00dfen das Zusammentreffen mit anderen Gruppen, mit alten Freunden und neugeborenen K\u00e4lbern. Bei diesen Gelegenheiten zeigen sich auch besonders deutlich die starken Emotionen, sozialen Bindungen und Verhaltensweisen der Grauen Riesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt aber auch Familien, welche den Trubel der gro\u00dfen Zusammenk\u00fcnfte lieber meiden, f\u00fcr sich bleiben und auf gelegentliche Begegnungen mit befreundeten Gruppen warten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die AA-Familie hielt sich besonders h\u00e4ufig in der Umgebung des ATE-Camps auf und-\u00a0dies erm\u00f6glichte-\u00a0viele Beobachtungen. Die sieben Jahre alte Kuh Airstream befand sich eines Tages in besonders-\u00a0ausgelassener Stimmung und startete-\u00a0spielerische Scheinangriffe auf das Auto von Vicki Fishlock.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andere Familien zeigten nicht so regelm\u00e4\u00dfige Verhaltensmuster. Die ber\u00fchmte EB-Familie hat sich nach dem Tod ihrer legend\u00e4ren Matriarchin Echo im Jahr 2009 in drei Gruppen aufgeteilt. Diejenige von Edwina bleibt normalerweise ziemlich zuverl\u00e4ssig im Kernbereich des Amboseli-Parks, wo sich schon Echo bevorzugt aufgehalten hatte. Bis Anfang April wurde sie hier auch dieses Jahr \u00f6fter beobachtet. Danach verschwand sie jedoch und wurden bis Juli nicht mehr gesehen. Vielleicht war sie in weiter n\u00f6rdlich gelegene Gebiete gewandert, wo sich die beiden anderen Teile von Echos Familie, die Gruppen von Ella und Enid, gerne aufhalten. Auch Echo hatte diese Regionen gelegentlich aufgesucht, war allerdings nie lange dort geblieben. Mit der n\u00e4chsten Trockenzeit erwartete man aber die R\u00fcckkehr der EB&#8217;s in den Park.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Trockenzeit kam dann auch mit dem Monat Juni und setzte sich im Juli fort. Wasser gab es nach wie vor genug, denn die Amboseli-S\u00fcmpfe werden selbst w\u00e4hrend der schlimmsten D\u00fcrren durch unterirdische Zufl\u00fcsse vom Kilimanjaro gespeist. Doch das ohnehin sp\u00e4rlich Nahrungsangebot schwand schnell dahin. Die Elefanten hatten zwar die M\u00f6glichkeit in den S\u00fcmpfen selbst nach Futter zu suchen. Doch das war nur eine Notl\u00f6sung. Denn Sumpfvegetation ist leider wenig nahrhaft &#8211; und offensichtlich auch nicht besonders schmackhaft. Sobald wie m\u00f6glich weichen die Elefanten auf andere Nahrung aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Teilweise existieren w\u00e4hrend der Trockenzeiten auch noch andere Futterquellen, beispielsweise kleine Inseln in den S\u00fcmpfen, die nahrhafteres Gras bieten. Gerade diese ergiebigeren Futterquellen sind aber hei\u00dfbegehrt und daher treten die sonst so sozialen und friedlichen Grauen Riesen hier gelegentlich auch in Konkurrenz zueinander. Dabei kommt es allerdings kaum zu echten Auseinandersetzungen. Aber sowohl Individuen wie Familien setzten auf ihre Position in der Rangfolge und vertreiben rangniedrigere Konkurrenten von begehrten Futterpl\u00e4tzen. Gerade Elefanten, die in der Hierarchie weit unten stehen, m\u00fcssen daher besonders \u00fcberlegt und intelligent vorgehen um \u00fcber die Runden zu kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_11110\" aria-describedby=\"caption-attachment-11110\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-11110\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/10\/IMG_5294-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/10\/IMG_5294-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/10\/IMG_5294-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/10\/IMG_5294-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/10\/IMG_5294-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11110\" class=\"wp-caption-text\">Elefanten suchen in den S\u00fcmpfen nach Nahrung.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei einer Gelegenheit verjagte Abra von den AA&#8217;s Erica von den EB&#8217;s. Dies konnte sie sich allerdings nur erlauben, weil Enid, die Matriarchin von Ericas Gruppe, nicht vor Ort war. Diese h\u00e4tte ein derartiges Verhalten gegen\u00fcber einem Mitglied ihrer Familie niemals toleriert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Enid und ihre Gruppe waren seit Ende Dezember nicht mehr gesehen worden. Anfang Juli kehrten sie dann endlich &#8211; wie auch die meisten anderen EB&#8217;s &#8211; in den Park zur\u00fcck. Zur gro\u00dfen Freude des ATE-Teams waren sowohl Enid wie auch eine andere Kuh namens Esprit in Begleitung neuer K\u00e4lber, die sie w\u00e4hrend der Zeit ihrer Abwesenheit zu Welt gebracht hatten!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise stehen die Grauen Riesen Trockenzeiten und sogar D\u00fcrren nicht v\u00f6llig hilflos gegen\u00fcber. Vor allem die Matriarchinnen haben viele Erfahrungen gesammelt auf die sie nun zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Sie wissen wo sie noch Nahrung finden und werden daher im Allgemeinen mit dieser Situation fertig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Juni und Juli befanden sich daher die meisten Elefanten noch immer in guter Verfassung und auch die kleineren Babys machten einen gesunden Eindruck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allerdings kam es, wie bef\u00fcrchtet, auch zu Mensch-Wildtier-Konflikten. Emily Kate von den EB&#8217;s wurde mit einer Speerwunde entdeckt. Es gelang gl\u00fccklicherweise sie zu behandeln und sie scheint nun auf einem guten Weg zu sein wieder vollst\u00e4ndig gesund zu werden. Doch nicht alle Elefanten haben so viel Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun kommt es vor allem darauf an wie sich die n\u00e4chsten Monate entwickeln werden. Es ist davon auszugehen, dass die n\u00e4chste Regenzeit fr\u00fchestens Ende Oktober oder Anfang November beginnt. Man kann nur hoffen, dass es den erfahrenen Matriarchinnen bis dahin gelingt genug Nahrung f\u00fcr ihre Familien zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-april-bis-juli-2017\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der Monate April und Mai fand in Amboseli die &#8222;gro\u00dfe&#8220; Regenzeit statt. Diese fiel allerdings wieder einmal eher d\u00fcrftig aus. Normalerweise gibt es hier durchschnittliche Regenmengen von 63,56 mm im April und 24,77 mm im Mai. Dieses Jahr fielen im April nur 20 mm und im Mai 36 mm Niederschlag. 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