{"id":1246,"date":"2009-11-27T20:48:36","date_gmt":"2009-11-27T19:48:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=1246"},"modified":"2009-11-27T20:48:36","modified_gmt":"2009-11-27T19:48:36","slug":"newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-oktober-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-oktober-3\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Oktober"},"content":{"rendered":"<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: Oktober 2009<\/b> <\/p>\n<p>Zum Monatsauftakt lebten 28 verwaiste kleine Elefanten in unserer Nursery, darunter sechs Neugeborene, die erst zwei bis drei Wochen alt waren. Die Zahl der Sch\u00fctzlinge stieg im w\u00e4hrend der letzten Wochen auf 31 Waisen an und sollte nach dem Verlust des kleinen Kavu am 26. Oktober bei 30 bleiben.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/Suguta-invites-Kibo-Nchan-to-play.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"Suguta invites Kibo &amp; Nchan to play\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/Suguta-invites-Kibo-Nchan-to-play_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\"\/><\/a> <\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Im Oktober gab es wieder vier Rettungsaktionen. Am 13. wurde ein Zweij\u00e4hriges aus der Region Chyulu Hills in die Nursery eingeflogen, f\u00fcr das leider jede Hilfe zu sp\u00e4t kam. Wir konnten ihm nicht mal mehr einen Namen geben, bevor es starb. Schon am n\u00e4chsten Tag wurde die sechs Wochen alte <b>Sala<\/b> aus dem Buffalo Camp am Eingangstor Sala, welcher in den Nationalpark Tsavo-Ost f\u00fchrt, zu uns gebracht. Dort hatte man sie am Vorabend gefunden, und tragischerweise hatte ihr der italienische Manager des Camps unwissentlich Kuhmilch verf\u00fcttert. Elefanten vertragen diese Milch \u00fcberhaupt nicht, und so kam sie mit schlimmen Durchf\u00e4llen in der Nursery an, die fortschreitend schlimmer wurden. Sie musste sofort infundiert und gegen den Durchfall behandelt werden. Sie hat sich durchgeboxt und am Ende des Monats war sie auf einem guten Weg der Besserung. Nur zwei Tage sp\u00e4ter, am 16. Oktober, wurde die sechs Wochen alte <b>Mara<\/b> aus dem Gebiet des Sand River in der Masai Mara eingeflogen. Das Nashorn-Team war bei seiner allmorgendlichen Patrouille auf das einsam umherwandernde Baby gesto\u00dfen. Bei ihrem Eintreffen stellte sich heraus, dass sie auf einem Auge vollkommen blind war und auf dem anderen auch nur eingeschr\u00e4nkt sehen konnte. Dr. Schwendermann nahm sich die Zeit und untersuchte ihre Augen. Er vermutete eine bakterielle Infektion und verordnete erst einmal ein Antibiotikum. Danach setzten auch bei ihr schwere Durchf\u00e4lle ein und sie musste wie <b>Sala<\/b> mit Antidiarrhoika behandelt werden. Danach hatten wir uns eine Verschnaufpause von vier Tagen verdient, bis dann am 20. Oktober die zwei Monate alte <b>Chaffa<\/b> aus Isiolo gerettet werden musste. Auch sie war allein unterwegs und am Vorabend von Mitarbeitern des Kenya Wildlife Service (KWS) gefunden worden. Die hatten sie eingefangen und k\u00fcmmerten sich \u00fcber Nacht um sie. Als das K\u00e4lbchen bei uns ankam, ging es ihm gut (man hatte ihm nur Wasser gegeben) und es hat sich erstaunlich schnell bei uns eingelebt. Schon am n\u00e4chsten Tag spielte sie mit den anderen Waisen der Nursery. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/Nchan-enjoying-a-dust-bath.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"Nchan enjoying a dust bath\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/Nchan-enjoying-a-dust-bath_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"244\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Am Montag, den 26. Oktober starb unser kleiner <b>Kavu<\/b>, der erst seit einem Monat bei uns war, an einer schweren Lungenentz\u00fcndung.Er wurde ganz pl\u00f6tzlich schw\u00e4cher und am 25. war er bereits so krank, dass er in den Stall zur\u00fcckgebracht werden musste, wo ihm eine Dosis Enrofloxacin (Breitbandantibiotikum) verabreicht wurde. Leider kam jede Hilfe f\u00fcr ihn zu sp\u00e4t. Am folgenden Morgen hing er bereits am Infusionsschlauch und verstarb noch am gleichen Nachmittag gegen 15 Uhr. <b>Shaba<\/b>, sein bester Freund, hatte seine Abwesenheit sofort bemerkt und war tieftraurig \u00fcber den Verlust. Klein <b>Kavu<\/b> war vor einem Monat v\u00f6llig ausgezehrt bei uns angekommen, aber er war eine K\u00e4mpfernatur und gab nicht so einfach auf. Gerade jetzt, als wir glaubten, er sei \u00fcber den Berg, erwischte ihn nun die Lungenentz\u00fcndung. (Lungenentz\u00fcndungen wurden \u00fcber die Jahre zu einer der h\u00e4ufigsten Todesursachen unserer Nursery-Babys, die oft pl\u00f6tzlich und ohne Vorwarnung eintritt, weil Elefanten von Natur aus nicht (ab)husten k\u00f6nnen. Dadurch verbleiben die verschiedensten Keime in der Lunge und k\u00f6nnen sich monatelang ungehindert, weil unbemerkt, vermehren.) <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/Shukuru-left-with-Kavu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"Shukuru (left) with Kavu\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/Shukuru-left-with-Kavu_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Bei anderen Nursery-Waisen, die in der diesj\u00e4hrigen D\u00fcrreperiode gerettet wurden, vermuten die Tier\u00e4rzte einen Kalziummangel. Das dadurch gest\u00f6rte Knochenwachstum kann man an der unnat\u00fcrlichen Haltung der Beine erkennen. Der Gehalt an Kalzium und anderen Mineralstoffen aller K\u00e4lbchen wurde neu eingestellt und wir hoffen, dass wir diesen besorgniserregenden (ebenfalls neuen) Trend damit aufhalten k\u00f6nnen. Auch <b>Mawenzi<\/b> und <b>Bhaawa<\/b> waren nicht hundertprozentig fit. <b>Mawenzi<\/b> hat sich bis zum Monatsende wieder erholt, aber <b>Bhaawa<\/b> geht es nach wie vor nicht gut, und wir machen uns langsam gro\u00dfe Sorgen, weil er bereits auf alle denkbaren M\u00f6glichkeiten untersucht und behandelt wurde. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/the-orphan-in-the-park-344Z3520.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"the orphan in the park 344Z3520\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/the-orphan-in-the-park-344Z3520_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>2009 war in der Tat ein furchtbares Jahr f\u00fcr die Elefanten: allein durch die D\u00fcrre verloren Hunderte ihr Leben. Au\u00dferdem schleppten (ebenfalls hungrige) Nutztierherden, die illegal in Schutzgebiete wie Tsavo getrieben wurden, die verschiedensten Krankheiten ein, die f\u00fcr Wildtiere t\u00f6dlich sein k\u00f6nnen. Ganz zu schweigen von der st\u00e4ndigen Konkurrenz um Futter und Wasser. So mussten viele der Tsavo-Elefanten \u00fcber die Parkgrenzen hinaus fl\u00fcchten, wo sie direkt in die Felder von Bauern oder in die F\u00e4nge von Elfenbeinwilderern liefen.Mittlerweile besteht die Gefahr, dass die Internationale Artenschutzkonferenz (CITES) den Verkauf der Elfenbeinbest\u00e4nde in Tansania und Sambia genehmigt, obwohl es ganz offensichtlich ist, dass in diesen L\u00e4ndern gewildert wird. Es kommt vielleicht sogar soweit, dass CITES den Abschuss der so genannten \u00dcberpopulation an Elefanten, die zum Beispiel von S\u00fcdafrika und Simbabwe (wo alles auf vier Beinen get\u00f6tet und gegessen wird) beklagt wird, erlaubt! Diese schwerwiegenden Fragen werden auf der Konferenz im n\u00e4chsten Jahr diskutiert und definitiv \u00fcber das Schicksal der verbleibenden Afrikanischen Elefanten entscheiden. <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Ithumba-Gruppe: Oktober 2009<\/b> <\/p>\n<p>Kurz vor den ersten ernstzunehmenden (aber leider nur zwei Tage andauernden) Regenf\u00e4llen in der Nacht des 15. Oktobers, die die wilden Elefanten von der Abh\u00e4ngigkeit zur Tr\u00e4nke in den Stallungen befreien sollten, kamen erstmals regelm\u00e4\u00dfig wilde Elefantenkuhherden zum Saufen an die Stockades &#8211; und das sogar am hellichten Tag! Das ist eine neue und sehr positive Entwicklung hier im Norden, denn bisher gab es nur wenige Familienherden im n\u00f6rdlichen Teil Tsavos. Jetzt kommen sie zur\u00fcck und siedeln sich in einer Region wieder an, die in den 1970er Jahren v\u00f6llig ver\u00f6det war, da alle Wildtiere durch Massenwilderungen entweder get\u00f6tet oder vertrieben waren. Es war interessant zu beobachten, wie eine kleine Familiengruppe aus 4 erwachsenen K\u00fchen, 2 Halbw\u00fcchsigen und 2 K\u00e4lbchen am 1. Oktober an der Tr\u00e4nke von einer aufgeregten <b>Loijuk<\/b> begr\u00fcsst wurden, und wie die Waisen ihren G\u00e4sten anschlie\u00dfend beim Saufen den Vortritt lie\u00dfen. Die Keeper gehen davon aus, dass unsere Waisen genau wissen, dass ihre wilden Artgenossen momentan viel gr\u00f6\u00dferen Durst haben, jetzt am H\u00f6hepunkt der D\u00fcrre und da sie wahrscheinlich einen langen Weg hinter sich haben. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/wendi-loijuk-greeting-eahother.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/wendi-loijuk-greeting-eahother_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Das Verhalten von <b>Ol Malo<\/b> hat uns schon l\u00e4nger verwundert, aber der Grund, warum sie <b>Yattas<\/b> Gruppe verlassen hat um n\u00e4her an den Stallungen zu bleiben, wurde jetzt zur sp\u00e4ten Trockenzeit deutlich. Wie einst <b>Mweiga<\/b>, war <b>Ol<\/b> <b>Malo<\/b> schon immer ein eher langsamer Elefant, der mit den anderen nicht so recht Schritt halten konnte. Die diesj\u00e4hrige D\u00fcrre hat ihr weitaus mehr zugesetzt als den anderen. Sie kommt regelm\u00e4\u00dfig zum Saufen an die Stockades, entweder allein oder in Begleitung von <b>Challa<\/b>, einem jungen Bullen, der wahrscheinlich von <b>Yatta<\/b> geschickt wurde, um auf sie aufzupassen und ihr Gesellschaft zu leisten. Genauso hatten es die anderen Elefantenwaisen aus <b>Emilys<\/b> Gruppe im S\u00fcden mit <b>Mweiga<\/b> gehandhabt bis sie eines Tages auf dem Heimweg pl\u00f6tzlich zusammengebrochen und gestorben ist. <b>Ol<\/b> <b>Malos<\/b> Verfassung deutet auf eine chronische Erkrankung hin, m\u00f6glicherweise einen Herzfehler. <b>Challa<\/b> geh\u00f6rt normalerweise zu <b>Wendis<\/b> Gruppe der Ex-Weisen und wir sind gespannt, ob er sich seine neue Aufgabe sp\u00e4ter mit anderen Bullen der Gruppe teilt, wie es damals bei <b>Mweiga<\/b> der Fall war. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/ithumba-orphans-in-the-bush.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"ithumba orphans in the bush\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/ithumba-orphans-in-the-bush_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Die Tatsache, dass die Waisen und ihre Keeper einen wilden Freund, Rafiki, gefunden haben, hat scharenweise wilde Bullen ins Stallgel\u00e4nde gelockt. Rafiki hat auch in diesem Monat zusammen mit anderen wilden Bullen wieder Zeit in <b>Yattas<\/b> Gruppe verbracht. Auch Mgeni, <b>Yattas<\/b> wilder Rekrut ist inzwischen fester Bestandteil in der Herde und ist unter allen Waisen, nicht nur <b>Yattas<\/b> Einheit, sehr beliebt. <b>Yattas<\/b> Gruppe wurde im Oktober wieder h\u00e4ufiger gesichtet und hat sich \u00f6fter unter die J\u00fcngsten gemischt, die nach wie vor die Betreuung der Keeper brauchen. Es ist keine Seltenheit, dass auch wilde Artgenossen mit von der Partie sind. Allerdings war es ein wenig ungew\u00f6hnlich, dass <b>Yatta <\/b>in diesem Monat mehr Zeit mit den J\u00fcngsten verbrachte als <b>Wendi<\/b>. Trotzdem, <b>Wendis<\/b> Gruppe (zu der normalerweise auch <b>Challa<\/b> geh\u00f6rt) war nie weit entfernt und kam einige Male zu Besuch, zum Beispiel zum Saufen im Stallgel\u00e4nde am 11. Oktober und noch ein weiteres Mal am Monatsende. Am 6. Oktober wurde <b>Challa<\/b> von <b>Sunyei<\/b> aus <b>Wendis<\/b> Gruppe begleitet als er die Kleinen beim Schlammbaden besuchte. <b>Challa<\/b> und <b>Sunyei<\/b> kehrten erst abends zur\u00fcck in den Busch, nachdem sie die Kleinen zu den Stockades zur\u00fcckgebracht hatten.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/loijuk-playing-during-mudbath.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/loijuk-playing-during-mudbath_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Mit dem Einsetzen des Regens f\u00fcllten sich die L\u00f6cher und Senken wieder mit Wasser &#8211; das ist immer eine extrem gl\u00fcckselige Zeit und eine gro\u00dfe Erleichterung f\u00fcr die Elefanten. Unsere Waisen haben das Nass, welches in Ithumba vorerst nur zwei St\u00fcrme anhielt, voll ausgekostet. Allerdings wird noch viel mehr Niederschlag n\u00f6tig sein, um den Zustand vor der langen und ausnahmslosen D\u00fcrre dieses Jahres wiederherzustellen. Zumindest die Elefanten im Norden haben eine Sorge weniger, n\u00e4mlich keine Viehherden mehr in ihrem Einzugsgebiet. Diesem Problem begegnet man dort jetzt mit einem Elektrozaun, der das Farmland vom Schutzgebiet abgrenzt. Das Vieh der Orma ist inzwischen bis nach Ndiandaza an der n\u00f6rdlichen Grenze des Parks vorgedrungen, und das illegale Viehtreiben in Schutzgebieten in Verbindung mit knappen Futtervorr\u00e4ten, die zur Nahrungskonkurrenz der Wildtiere f\u00fchren, ist ein ernsthaftes Problem, dem sich die Regierung endlich stellen muss, wenn sie ihre Wildtiere und den damit verbundenen lukrativen Tourismuszweig nicht verlieren will.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/yatta-group-with-rafiki-and-other-wild-friends.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"yatta group with rafiki and other wild friends\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/yatta-group-with-rafiki-and-other-wild-friends_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Am 29. Oktober weigerten sich <b>Naserian<\/b>, <b>Kora<\/b>, <b>Zurura<\/b> und <b>Kamboyo<\/b> vehement, in ihre St\u00e4lle zu gehen, und es kostete die Keeper reichlich \u00dcberzeugungskraft. Am n\u00e4chsten Abend dagegen half nichts mehr, und <b>Kora<\/b>, <b>Naserian<\/b> und <b>Zurura<\/b> brachen mit <b>Yattas<\/b> Gruppe in den Busch auf. F\u00fcr den Fall, dass sie ihre Meinung \u00fcber Nacht noch \u00e4ndern w\u00fcrden, lie\u00dfen die Keeper das Tor zum Stallgel\u00e4nde angelehnt. Am n\u00e4chsten Tag war auch <b>Kamboyo<\/b> \u00fcberzeugt, es seinen Freunden nachzutun und schloss sich der \u00e4lteren Gruppe an. Jetzt bleiben nur noch <b>Makena<\/b>, <b>Lualeni<\/b>, <b>Loijuk<\/b>, <b>Sian<\/b> und <b>Kenze<\/b> in der (n\u00e4chtlichen) Obhut ihrer Keeper. Unsere Ithumba-Waisen werden scheinbar fl\u00fcgge und verlassen ihr Nest! <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/makena-plays-on-loijuk-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/makena-plays-on-loijuk-5_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Voi-Gruppe: Oktober 2009<\/b> <\/p>\n<p>Zwei ganz besondere Erlebnisse wurden in den Aufzeichnungen dieses Monats festgehalten. Am 18. Oktober kehrte <b>Edie<\/b> mit ihrem K\u00e4lbchen, das im Mai 2009 geboren wurde, zur\u00fcck! Sie war in Begleitung von <b>Mweya<\/b> (dem kleinen Elefanten aus Uganda), <b>Mpala<\/b> (von der Mpala-Rach in Laikipia), <b>Irima<\/b> (ein Tsavo-Waise) und <b>Morani<\/b> (auch aus Laikipia). Das K\u00e4lbchen machte einen sehr schwachen Eindruck, so dass <b>Edie<\/b> Milchpulver und Kleie zugef\u00fcttert bekam, um ihre Muttermilchproduktion anzukurbeln, die in der langen Trockenzeit offenbar dramatisch zur\u00fcckgegangen ist. Die Ex-Waisen begr\u00fc\u00dften ihre Nachfolger in den Stockades sehr warmherzig, zumindest so lange, bis <b>Wasessa<\/b> wie eine Verr\u00fcckte versuchte, <b>Edies<\/b> Baby wegzulocken. <b>Edie<\/b> war davon \u00fcberhaupt (nat\u00fcrlich) nicht begeistert und schubste <b>Wasessa<\/b> beiseite. Die anderen durften dagegen die ganze Zeit mit ihm herumspielen. <b>Edies<\/b> Gruppe begleitete die Voi-Waisen noch zum Grasen bis nach Mazinga Hill und auch sp\u00e4ter zum Suhlen im Schlammbad, wo <b>Mweya<\/b> und <b>Irima<\/b> mit den J\u00fcngsten viel Spa\u00df hatten. Zumindest so lange, bis <b>Irima<\/b> versuchte, <b>Siria<\/b> zu besteigen. Dann war das Vergn\u00fcgen abrupt beendet! <b>Edie<\/b>, ihr K\u00e4lbchen, <b>Mpala<\/b> und <b>Morani<\/b> begn\u00fcgten sich damit, dem Treiben zuzuschauen, und nach dem Schlammbad zogen sie wieder alleine los. Allerdings nicht in den Busch, denn sie trafen noch vor den Voi-Waisen am Stallgel\u00e4nde ein, wo sie sich an den f\u00fcr sie bereitgestellten Leckerbissen satt fra\u00dfen. Seitdem waren sie \u00f6fters in der N\u00e4he, besonders um sich eine kleine Extra-Mahlzeit abzuholen, die vor allem <b>Edies<\/b> K\u00e4lbchen geholfen hat, seine Kr\u00e4fte wiederzuerlangen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/the-voi-orphans-at-the-mudbath.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/the-voi-orphans-at-the-mudbath_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Am 24. Oktober wurden dann auch <b>Emily<\/b> und ihr K\u00e4lbchen <b>Eve<\/b> (geboren im Dezember 2008) wieder entdeckt. <b>Emily<\/b> war ganz allein mit ihrem Baby in der N\u00e4he der Voi Safari Lodge unterwegs und auch <b>Eve<\/b> war extrem abgemagert und schwach. <b>Emily<\/b> schien ebenfalls nicht ausreichend Milch zu haben, um ihr Baby auch am Ende der Trockenzeit noch gut versorgen zu k\u00f6nnen. Keeper Mishak, der <b>Emily<\/b> seit ihrer Ankunft in der Nursery im Alter von einem Monat kennt, zog mit einigen der neuen Voi-Keeper los, um sie und ihr K\u00e4lbchen zur\u00fcck zu den Stockades zu locken. Dort wollte man sie wie <b>Edie<\/b> mit Supplementen wieder aufp\u00e4ppeln. <b>Emily<\/b> erkannte Mishak sofort wieder, und die Besucher der Lodge waren begeistert, dass die Keeper ganz einfach auf die scheinbar wilde Elefantenkuh und ihr sterbendes Baby zugehen konnten und mit ihnen einfach davon spazierten! Die Wanderung dauerte ganze sechs Stunden, weil <b>Emilys<\/b> Baby so schwach war, dass die Gruppe auf dem R\u00fcckweg viele und lange Pausen einlegen musste. Bis zum Einbruch der Dunkelheit hatten sie es jedoch geschafft und <b>Emily<\/b> fra\u00df gierig alle Leckerbissen, die f\u00fcr sie bereit lagen. Sie freute sich, <b>Edies<\/b> Gruppe wiederzusehen und die neuen Bewohner der St\u00e4lle in Voi kennen zu lernen. Es war eines dieser gro\u00dfen Wiedersehen, die mit nicht enden wollendem Trompeten und aufgeregtem Kollern einhergehen. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend der n\u00e4chsten zwei Tage blieben <b>Emily<\/b> und <b>Eve<\/b> im Stallgel\u00e4nde. Danach konnte man sehen, dass das Baby wieder zu Kr\u00e4ften kam, und die beiden zogen mit <b>Edies<\/b> Gruppe, manchmal auch mit <b>Lesanjus<\/b> Gruppe zum Grasen in den Busch. Die beiden M\u00fctter kamen regelm\u00e4\u00dfig an den Stockades vorbei um sich ihr Zusatzfutter abzuholen, dass immer f\u00fcr sie bereit stand. Man konnte f\u00f6rmlich dabei zusehen, wie die beiden K\u00e4lbchen wieder zunahmen, und jetzt, da die Regenzeit beginnt, werden sie sich zu den wenigen gl\u00fccklichen Elefantenbabys z\u00e4hlen k\u00f6nnen, die die diesj\u00e4hrige D\u00fcrre \u00fcberlebt haben. Hunderte andere wie sie starben, weil ihre M\u00fctter nicht ausreichend Reserven f\u00fcr gen\u00fcgend Muttermilch hatten, um durch solch eine extreme Trockenzeit zu kommen. Sobald sich die kleine <b>Eve<\/b> wieder ein bisschen erholt hatte, hielt sie die Keeper erst einmal ordentlich auf Trab. Bald verstand sie aber, dass hier in den Stockades alle (Menschen und Elefanten) zu einer gro\u00dfen Familie geh\u00f6rten und wurde ruhiger. Sp\u00e4ter kamen auch andere Mitglieder aus <b>Emilys<\/b> Gruppe zu Besuch &#8211; all die kleinen \u201cKinderm\u00e4dchen\u201c von Baby <b>Eve<\/b>: <b>Ilingwezi<\/b>, <b>Ndara<\/b>, <b>Sweet<\/b> <b>Sally<\/b>, <b>Loisaba<\/b> und der junge Bulle namens <b>Laikipia<\/b>. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/Emily-and-her-wild-born-calf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/11\/Emily-and-her-wild-born-calf_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Die Regenzeit begann schlie\u00dflich Mitte des Monats mit einem ersten schweren Gewitter. Die neuen Voi-Waisen aus Nairobi, die so ein Get\u00f6se bisher wahrscheinlich noch nie erlebt hatten, hatten zuerst gro\u00dfe Angst vor dem Donnergegroll! Sie rannten schutzsuchend zu ihren Keepern, aber <b>Lesanju<\/b> und <b>Lempaute<\/b> entschieden schlie\u00dflich, es sei das Beste zur\u00fcck zu den Stallungen zu gehen und f\u00fchrten die aufgeregte Gruppe fr\u00fcher als sonst nach hause. Der Regen hat die vorher trockene und staubige Landschaft in einen gr\u00fcnen Garten verwandelt. Endlich gibt es f\u00fcr die jungen laktierenden Elefantenm\u00fctter wieder neue, saftige Bl\u00e4tter an den B\u00e4umen! Die Waisen grasen seither jeden Tag ausgiebig. <b>Lesanju<\/b> teilt sich die Leitkuhposition der Voi-Waisen mit <b>Wasessa<\/b> und manchmal auch mit <b>Lempaute<\/b>. <b>Tassia<\/b> ist <b>Wasessas<\/b> Liebling und somit auch immer vorn dabei und saugt an <b>Wasessas<\/b> Ohren, die sich das gern gefallen l\u00e4sst. In der Nursery war <b>Wasessa<\/b> immer ein Einzelg\u00e4nger und schwierig zu b\u00e4ndigen. Zur\u00fcck in Tsavo hat sie sich in einen sehr liebevollen Elefanten verwandelt und k\u00fcmmert sich r\u00fchrend um den kleinen <b>Tassia<\/b> und um <b>Taveta<\/b>. <b>Shimba<\/b> hat <b>Mzima<\/b> zum besten Freund, der sich den Titel \u201cPlayboy\u201c eingehandelt hat. <b>Lempaute<\/b> ist dagegen immer noch als kleines Schlitzohr bekannt. Am 4. Oktober grasten sie in der N\u00e4he einer wilden Herde, beachteten sie aber gar nicht. Tags darauf, auf dem Weg zum Schlammbad, begegnete ihnen ein riesiger wilder Bulle und sie waren tief beeindruckt von seiner imposanten Erscheinung und rannten schutzsuchend zu ihren Keepern! <b>Tassia<\/b> hing f\u00fcr den Rest des Tages wie eine Klette an den Keepern! <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p>Das t\u00e4gliche Leben in Voi folgt meist dem gleichen Rhythmus. Es \u00e4ndert sich viel, h\u00f6chstens einmal die Marschfolge in der Gruppe, wenn sie zum Grasen nach Mazinga Hill oder in den Hauptpark gef\u00fchrt wird. Mit Tagesanbruch kommen sie aus ihren Nachtlager, spielen auf dem Gel\u00e4nde oder saufen an der Tr\u00e4nke. Wenn die Keeper mit ihrem Fr\u00fchst\u00fcck fertig sind, machen sich alle auf den Weg in den Busch.An einem Tag geht <b>Wasessa<\/b> meist mit <b>Tassia<\/b>, <b>Taveta<\/b> und <b>Siria<\/b> bis ganz nach oben zum Gipfel von Mazinga Hill. Gegen 11 Uhr ist es dann Zeit, sich die Mittagsmilch abzuholen, und weiter geht es zum Schlammbad. Wenn es das Wetter erlaubt, k\u00f6nnen sich dort alle austoben. So wie jetzt, da das gro\u00dfe rote Wasserloch im Hauptquartier mit frischem Regenwasser aufgef\u00fcllt ist. Nach dem Schlammbad wird weiter gegrast bis es gegen Abend Zeit wird, zum Schlafen in Richtung Stallungen aufzubrechen. <\/p>\n<p>Zweimal brachen die Keeper in diesem Monat zur Rukinga Ranch auf, wo <b>Natumi<\/b> sich immer noch aufhalten soll. Beide Ausfl\u00fcge blieben jedoch erfolglos und <b>Natumis<\/b> Gruppe bleibt weiterhin verschwunden. Mit <b>Natumi<\/b> unterwegs sind die anderen weiblichen Ex-Waisen <b>Icholta<\/b>, <b>Thoma<\/b>, <b>Seraa<\/b> und <b>Mvita<\/b>, sowie die Jungbullen <b>Lolokwe<\/b>, <b>Mukwaju<\/b>, <b>Salama<\/b>, <b>Nyiro<\/b>, <b>Tsavo<\/b>, <b>Solango<\/b> und <b>Sosian<\/b>. Die Jungs sind jetzt in einem Alter, wo sie sich erwachsenen Bullen anschlie\u00dfen, vielleicht sind sie deshalb unauffindbar. Es war beeindruckend, die K\u00e4lbchen von <b>Emily<\/b> und <b>Edie<\/b> zu sehen und es ber\u00fchrt uns zutiefst, dass die beiden jungen M\u00fcttern mit ihren Erstgeborenen zu ihrer Menschenfamilie zur\u00fcckfinden, wenn sie Hilfe brauchen. Aber wir wissen ja bereits, dass ein Elefant niemals vergisst! <\/p>\n<p>Etwas besorgt sind wir um <b>Aitong<\/b>, die wir nun schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen haben, und von der wir sicher waren, sie sei tragend. Ihr K\u00e4lbchen m\u00fcsste in der selben Zeit wie das von <b>Emily<\/b> geboren worden sein. Ist sie vielleicht, wie <b>Malaika<\/b>, bei der Geburt gestorben? Oder hat sie ihre Waisenfamilie verlassen, um mit einer wilden Herde weiterzuziehen? <b>Sweet<\/b> <b>Sally<\/b>, die sonst immer mit <b>Aitong<\/b> zusammen war, ist jetzt zur\u00fcck bei <b>Emily<\/b>, so dass wir f\u00fcrchten, <b>Aitong<\/b> k\u00f6nnte etwas zugesto\u00dfen sein. Das letzte Mal wurde sie Mitte 2008 in der N\u00e4he der Voi Safari Lodge gesehen, zusammen mit <b>Sweet<\/b> <b>Sally<\/b>. <\/p>\n<p>Zwei Schulklassen haben die Voi-Waisen in diesem Monat besucht und beim F\u00fcttern der Milch und Suhlen im Schlamm aufgepasst. Die Schulkinder treffen bei solchen Anl\u00e4ssen meist zum ersten Mal in ihrem Leben auf freundliche wilde Elefanten und Keeper Julius erkl\u00e4rt ihnen, wie wichtig und bedroht die Wildtiere sind. F\u00fcr Bewohner von D\u00f6rfern, die in der Regel elefantenfeindlich eingestellt sind, ist so ein Besuch extrem wertvoll und gute PR f\u00fcr unsere Elefanten. <\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-oktober-3\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: Oktober 2009 Zum Monatsauftakt lebten 28 verwaiste kleine Elefanten in unserer Nursery, darunter sechs Neugeborene, die erst zwei bis drei Wochen alt waren. Die Zahl der Sch\u00fctzlinge stieg im w\u00e4hrend der letzten Wochen auf 31 Waisen an und sollte nach dem Verlust des kleinen Kavu am 26. 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