{"id":12676,"date":"2017-12-21T00:27:03","date_gmt":"2017-12-20T23:27:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=12676"},"modified":"2017-12-29T17:57:48","modified_gmt":"2017-12-29T16:57:48","slug":"ate-news-august-bis-september-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-august-bis-september-2017\/","title":{"rendered":"ATE News: August bis September 2017"},"content":{"rendered":"<p><strong>News vom Amboseli-Trust-for-Elephants &#8211; die Monate August und September 2017:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im August und September setzte sich die Trockenzeit, welche wie \u00fcblich im Juni begonnen hatte, weiter fort. Der Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeiten geh\u00f6rt zum normalen Jahresablauf in Amboseli. Dieses Jahr allerdings waren die Bedingungen \u00e4u\u00dferst schwierig. Die sogenannte &#8222;gro\u00dfe&#8220; Regenzeit im April und Mai hatte nur relativ wenig Regen gebracht, was sich auf das Pflanzenwachstum sehr negativ auswirkte. W\u00e4hrend der Regenzeit gab es noch genug Nahrung f\u00fcr die Elefanten und anderen Pflanzenfresser. Doch sobald im Juni die Trockenheit begann machten sich die geringen Niederschl\u00e4ge schnell bemerkbar: Es dauerte nicht lange und das Land war komplett ausgetrocknet! Die Trockenzeit wurde zu einer echten D\u00fcrre! Dies war umso schlimmer, als Amboseli nur ein Jahr zuvor von einer \u00e4hnlichen Katastrophe betroffen war &#8211; und dieses Jahr sollten die Ausma\u00dfe noch dramatischer werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wasser ist in Amboseli allerdings grunds\u00e4tzlich immer vorhanden. Es gibt hier mehrere S\u00fcmpfe, die durch unterirdische Wasserl\u00e4ufe mit Schmelzwasser vom Kilimanjaro gespeist werden. Daher finden die Tiere hier selbst w\u00e4hrend der schlimmsten D\u00fcrren immer genug zu Trinken.<\/p>\n<p>Das Problem ist die Nahrung. Wenn die Regenzeit sp\u00e4rlich ausf\u00e4llt trocknet das Land schnell aus und es gibt kein nennenswertes Pflanzenwachstum mehr. Die einzige Ausnahme bilden wieder die S\u00fcmpfe, in denen spezielle Gr\u00e4ser und andere Pflanzen wachsen. Allerdings stellt diese Sumpfvegetation keine besonders gute Alternative dar. Einerseits ist sie nicht besonders nahrhaft und andererseits f\u00fcr viele Tiere nur schwer erreichbar. Elefanten und Flusspferde bewegen sich relativ problemlos in den S\u00fcmpfen, doch andere Arten wie Zebras, Antilopen oder Giraffen k\u00f6nnen das nicht. Ihre relativ kleinen Hufe sinken tief ein wenn sie sich durch den sumpfigen Untergrund k\u00e4mpfen und sie verbrauchen dabei mehr Energie, als sie durch das Fressen der Sumpfvegetation zu sich nehmen. Diese ist f\u00fcr die meisten Tiere ohnehin nur schwer verdaulich &#8211; vor allem f\u00fcr spezialisierte Blattfresser oder solche, die Savannengr\u00e4ser bevorzugen.<\/p>\n<p>Die Elefanten kommen mit der Nahrung, welche die S\u00fcmpfe bieten, besser zurecht. Aber besonders nahrhaft ist diese Vegetation selbst f\u00fcr sie nicht. Je l\u00e4nger eine Trockenzeit dauert desto deutlicher macht sich die mangelhafte Ern\u00e4hrung auch bei ihnen bemerkbar. Die Tiere verlieren viel Gewicht; Rippen, H\u00fcft- und Wangenknochen werden deutlich sichtbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass mit dem Fortdauern der Trockenzeit immer mehr Elefanten gezwungen sind in die S\u00fcmpfe zu ziehen. Dadurch entsteht sogar unter den grunds\u00e4tzlich so friedfertigen Dickh\u00e4utern eine gewisse Konkurrenz. Rangh\u00f6here Familien nehmen die besten Weidegr\u00fcnde in Anspruch und zwingen Familien mit niedrigerem Rang sich mit Randzonen zufrieden zu geben. Diese sind deshalb besonders von der Erfahrung und Umsicht ihrer Leitk\u00fche abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Als dieses Jahr die Gruppen der EB-Familie, die l\u00e4nger au\u00dferhalb des Parks unterwegs gewesen waren, zu ihren alten Weidegr\u00fcnden in den S\u00fcmpfen zur\u00fcckkehrten, waren diese von einer anderen Familie besetzt, welche ihr eigenes Territorium erweitert hatte. Einige EB-K\u00fche mit niedrigerem Rang wurden sogar vertrieben &#8211; obwohl Elefanten sonst durchaus in der Lage sind Reviere zu teilen. Die Matriarchinnen der EB&#8217;s duldeten allerdings dieses Verhalten nicht und stellten schnell klar, dass sie wieder Anspruch auf ihre traditionellen Weidegr\u00fcnde erhoben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-12678 aligncenter\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/12\/IMG_5810-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"557\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/12\/IMG_5810-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/12\/IMG_5810-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/12\/IMG_5810-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2017\/12\/IMG_5810-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 557px) 100vw, 557px\" \/>Elefanten wandern durch die ausgetrockneten Ebenen in Amboseli.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Bullen kommen mit diesen Trockenperioden \u00fcbrigens etwas besser zurecht. Sie m\u00fcssen auf keine K\u00e4lber R\u00fccksicht nehmen und k\u00f6nnen notfalls sogar auch einen Tag ohne Wasser aushalten. Dadurch sind sie in der Lage schneller, gr\u00f6\u00dfere Distanzen zur\u00fcckzulegen und sogar relativ weit entfernte Gebiete, in denen es noch Nahrung gibt, zu erreichen. K\u00fche mit noch milchabh\u00e4ngigen K\u00e4lbern k\u00f6nnen nicht so schnell und weit wandern und ben\u00f6tigen jeden Tag ausreichend Wasser um genug Milch f\u00fcr ihren Nachwuchs zu produzieren. Dadurch sind sie besonders stark an die S\u00fcmpfe und deren n\u00e4here Umgebung gebunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leider kommt es w\u00e4hrend der D\u00fcrreperioden h\u00e4ufig zu einer Zunahme von Mensch-Wildtier-Konflikten. Je sp\u00e4rlicher das nat\u00fcrliche Nahrungsangebot wird desto eher sind Elefanten und andere Tiere bereit in von Menschen angelegten Feldern nach Futter zu suchen. Die Bauern, die ihre Lebensgrundlage in Gefahr sehen, versuchen die Tiere zu vertreiben und dabei kann es zu schweren Konflikten mit Verletzten und Toten auf beiden Seiten kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Amboseli Trust for Elephants sowie auch die Big Life Foundation unternehmen im Amboseli-\u00c3\u2013kosystem (also auch au\u00dferhalb des Nationalparks) gro\u00dfe Anstrengungen um dieses Problem mit Hilfe vielf\u00e4ltiger Ma\u00dfnahmen in den Griff zu bekommen. Die Entwicklung alternativer Einkommensquellen durch Tourismusprojekte, das Schaffen von Jobs als Ranger, Scouts oder Angestellte der Touristen-Lodges, das Anlagen zus\u00e4tzlicher Wasserstellen (f\u00fcr Vieh und\/oder Wildtiere), das Errichten von Z\u00e4unen um Wanderkorridore f\u00fcr Wildtiere offen zu halten und gleichzeitig Felder zu sch\u00fctzen, Notfall-Teams, welche Elefanten aus Feldern vertreiben sowie Entsch\u00e4digungszahlungen f\u00fcr eventuell doch entstandene Sch\u00e4den geh\u00f6ren zu den wichtigsten Ma\u00dfnahmen. Unverzichtbar ist allerdings stets die Zusammenarbeit mit der lokalen Bev\u00f6lkerung. Dadurch war es im Amboseli-Gebiet sogar m\u00f6glich das sonst f\u00fcr Afrika typische st\u00e4ndige Anwachsen der menschlichen Bev\u00f6lkerung durch Aufkl\u00e4rungskampagnen deutlich zu verringern. Und es bestehen gute Chancen hier die Bev\u00f6lkerungszahl in einer Generation zumindest zu stabilisieren. All dies wirkt sich in Amboseli durchaus positiv auf die Bek\u00e4mpfung der Mensch-Wildtier-Konflikte aus, welche auf ein erfreulich niedriges Niveau reduziert werden konnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allerdings bedeutet dies leider nicht, dass es \u00fcberhaupt keine Konflikte mehr g\u00e4be. W\u00e4hrend der D\u00fcrre in diesem Jahr kam es zu mehreren Zwischenf\u00e4llen mit Toten auf beiden Seiten.<\/p>\n<p>Im letzten ATE-Bericht erw\u00e4hnten wir Emily Kate, eine junge Kuh aus der EB-Familie, die wegen einer Speerwunde tier\u00e4rztliche Behandlung erhielt. Da sich die Wunde als nicht tief erwies waren die Prognosen gut &#8211; aber leider ist sie trotzdem kurze Zeit sp\u00e4ter spurlos verschwunden. Man muss daher davon ausgehen, dass sie es trotz allem nicht geschafft hat. M\u00f6glicherweise litt sie an einer Krankheit und ist deshalb trotz der tier\u00e4rztlichen Unterst\u00fctzung ihrer Verletzung erlegen. Aber wie auch immer: Ihr Tod ist auf jeden Fall absolut tragisch. Der einzige Trost besteht darin, dass ihr Sohn Ewok im Schutz der EB-Familie blieb und einen guten physischen Eindruck machte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>August und September waren also &#8211; wie bef\u00fcrchtet &#8211; keine guten Monate in Amboseli. Zum Ende dieses Zeitraums hatte die D\u00fcrre ein furchtbares Ausma\u00df angenommen. Es blieb nur zu hoffen, dass sich die Situation im Oktober endlich wieder zum Besseren wenden w\u00fcrde. Sp\u00e4testens Ende Oktober war mit dem Beginn der n\u00e4chsten Regenzeit zu rechnen. Bis dahin w\u00fcrden die Erfahrungen der Matriarchinnen hoffentlich ausreichen um das \u00dcberleben ihrer Familien zu sichern.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-august-bis-september-2017\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>News vom Amboseli-Trust-for-Elephants &#8211; die Monate August und September 2017: &nbsp; Im August und September setzte sich die Trockenzeit, welche wie \u00fcblich im Juni begonnen hatte, weiter fort. Der Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeiten geh\u00f6rt zum normalen Jahresablauf in Amboseli. Dieses Jahr allerdings waren die Bedingungen \u00e4u\u00dferst schwierig. 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