{"id":13393,"date":"2018-02-10T20:21:56","date_gmt":"2018-02-10T19:21:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=13393"},"modified":"2018-02-10T20:28:21","modified_gmt":"2018-02-10T19:28:21","slug":"ate-news-oktober-bis-november-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-oktober-bis-november-2017\/","title":{"rendered":"ATE News: Oktober bis November 2017"},"content":{"rendered":"<p><strong>News vom Amboseli-Trust-for-Elephants &#8211; die Monate Oktober und November 2017:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Oktober und November erlebte Amboseli den H\u00f6hepunkt einer der schlimmsten D\u00fcrreperioden seit Jahren. Man kann sie am ehesten mit der katastrophalen Situation des Jahres 2009 vergleichen, als dem ausgebliebenen Regen so viele Elefanten zum Opfer gefallen waren, darunter auch Echo, die ber\u00fchmte Matriarchin der EB-Familie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allerdings stellt in Amboseli selbst w\u00e4hrend der schlimmsten D\u00fcrreperioden Wassermangel an sich kein ernsthaftes Problem dar. Die gro\u00dfen S\u00fcmpfe werden zu jeder Zeit \u00fcber unterirdische Zufl\u00fcsse ausreichend mit Schmelzwasser vom Kilimanjaro versorgt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Hauptproblem f\u00fcr die Pflanzenfresser ist der Nahrungsmangel. Wenig Regen bedeutet wenig Gras. Die sonst gr\u00fcnen Weidefl\u00e4chen verwandeln sich in grau-braune, staubige Ebenen, die nur noch mit sp\u00e4rlichen, verdorrten Grashalmen bedeckt sind und einen trostlosen Anblick bieten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor allem die reinen Grasfresser wie Zebras und Antilopen leiden sehr unter diesen Bedingungen und auch dieses Mal kostete die D\u00fcrre vielen von ihnen das Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Elefanten kommen besser zurecht, da sie neben Gr\u00e4sern und Bl\u00e4ttern auch die Sumpfvegetation verwerten k\u00f6nnen, die jetzt eine wichtige Ressource darstellt. Allerdings ist sie nicht besonders n\u00e4hrstoffreich und so machen sich im Laufe der Zeit auch bei den Grauen Riesen Mangelerscheinungen bemerkbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Team des Amboseli Trust for Elephants (ATE) wird noch einige Zeit ben\u00f6tigen um die tats\u00e4chlichen Verluste zu ermitteln, doch geht man davon aus, dass der D\u00fcrre zwischen 50 und 60 Elefanten zum Opfer fielen. Einer von ihnen ist Amelia, die 49 Jahre alte Leitkuh der AA-Familie. Ihr Tod stellt einen besonders schlimmen Verlust f\u00fcr ihre Familie dar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den meisten F\u00e4llen waren es allerdings sehr alte Tiere und K\u00e4lber, welche die D\u00fcrre nicht \u00fcberlebten. Viele Herden verloren eines oder sogar mehrere ihrer j\u00fcngsten Familienmitglieder &#8211; darunter die AA&#8217;s, die EB&#8217;s und die GB&#8217;s. Grunds\u00e4tzlich sind vor allem die K\u00e4lbern mit einem Alter zwischen zwei und vier Jahren-\u00a0am meisten gef\u00e4hrdet, da sie w\u00e4hrend dieser Phase ihren st\u00e4rksten Wachstumsschub erleben und daher besonders kalorienreiche Milch ben\u00f6tigen. Ihre geschw\u00e4chten M\u00fctter k\u00f6nnen aber oft nicht genug davon produzieren.<\/p>\n<p>Auch gibt es einen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Bullenk\u00e4lber wachsen im Durchschnitt schneller als Kuhk\u00e4lber und verbrauchen daher auch mehr Energie. Deshalb sind sie besonders vom Nahrungsmangel betroffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13396\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_5862-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_5862-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_5862-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_5862-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_5862-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Eine Elefantenfamilie auf dem Weg zu den S\u00fcmpfen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leider kommt es w\u00e4hrend D\u00fcrreperioden oft auch zu einer Zunahme von Mensch-Wildtier-Konflikten. Sowohl das ATE-Team wie die Big-Life-Foundation arbeiten hart daran L\u00f6sungen f\u00fcr dieses Problem zu entwickeln. Im Allgemeinen sind sie dabei auch sehr erfolgreich. Die Zahl der Konflikte ist im Amboseli-Gebiet wesentlich niedriger als in den meisten anderen Regionen, in denen Elefanten und Menschen als Nachbarn leben. Doch vollst\u00e4ndig k\u00f6nnen sie leider noch immer nicht vermieden werden. Auch dieses Jahr gab es einige tragische Zwischenf\u00e4lle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein besonders schlimmes Ereignis stellte der Tod von Little Male dar &#8211; einem 49 Jahre alten Bullen der EB-Familie. Er geh\u00f6rte zu den letzten gro\u00dfen Sto\u00dfzahntr\u00e4gern aus Amboseli &#8211; und sein Tod w\u00e4re nicht notwendig gewesen. Ausl\u00f6ser war ein Vorfall, bei dem ein Farmer auf dem Nachhauseweg von einem Elefanten angegriffen und get\u00f6tet wurde. Besonders tragisch dabei ist, dass dieser Mann offenbar keinen Fehler gemacht hatte. Er war wohl einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Allerdings gab es keinen sicheren Nachweis, welcher Elefant den Farmer get\u00f6tet hatte. Trotzdem wurde Little Male daf\u00fcr verantwortlich gemacht und entschieden ihn zu erschie\u00dfen! Ausgerechnet Little Male, der als besonders ruhig und umg\u00e4nglich bekannt war! Niemand, der ihn kannte, konnte diese Entscheidung nachvollziehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben all diesen niederschmetternden Erfahrungen machte das ATE-Team allerdings auch einige erfreuliche Beobachtungen. Trotz der D\u00fcrre wurden mehrere neue K\u00e4lber geboren &#8211; unter Anderem bei den EB&#8217;s, AA&#8217;s und GB&#8217;s!<\/p>\n<p>Bei den EB&#8217;s gab es gleich f\u00fcnffachen Nachwuchs: Elaine, Erica und Entito brachten weibliche, Eugenie und Europa m\u00e4nnliche K\u00e4lber zur Welt. Auch Garbo, Gretchen und Golda von den GB&#8217;s pr\u00e4sentierten m\u00e4nnliche Neugeborene. Und bei den AA&#8217;s brachte Ann, eine Tochter der verstorbenen Amelia, ein weibliches Kalb zur Welt! Obwohl ihr Start ins Leben zu einer sehr schweren Zeit erfolgte \u00fcberlebten alle diese Neugeborenen und als Ende November dann endlich die Regenf\u00e4lle begannen hatten dieses K\u00e4lber das Schlimmste \u00fcberstanden!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich begann w\u00e4hrend der letzten Novembertage endlich auch in Amboseli die langersehnte Regenzeit! Innerhalb weniger Tage ver\u00e4nderte sich die Landschaft von Grund auf: \u00dcberall spross frisches, gr\u00fcnes Gras hervor und die Ebenen verwandelten sich erneut in \u00fcppig-gr\u00fcne Weidefl\u00e4chen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dies ist die Zeit in der sich viele Elefantenfamilien zu gro\u00dfen Gruppen zusammenschlie\u00dfen, um gemeinsam \u00fcber das Land zu ziehen. Ein eindrucksvoller Beleg f\u00fcr das soziale Wesen der Grauen Riesen. Allerdings gibt es auch Familien, die den Trubel dieser gro\u00dfen Ansammlungen lieber meiden. Aber auch sie treffen sich gerne mit einzelnen, befreundeten Gruppen oder Bullen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13395\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_3104-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_3104-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_3104-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_3104-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/02\/IMG_3104-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Bullen und K\u00fche-\u00a0begegnen sich-\u00a0zu Beginn der Regenzeit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Insgesamt ist die Regenzeit nicht nur eine Phase ohne Nahrungssorgen, sonder auch eine Zeit vielf\u00e4ltiger sozialer Kontakte. Viele K\u00fche kommen in den \u00c3\u2013strus und werden dadurch f\u00fcr die Bullen sehr interessant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gleichzeitig bewirkt die gute Nahrungsversorgung auch, dass viele der m\u00e4nnlichen Elefanten in die Phase der &#8222;Musth&#8220; wechseln. In diesem Zustand zeigen sie ein erh\u00f6htes Interesse an Paarungen mit empf\u00e4ngnisbereiten K\u00fchen sowie starke Aggressionen gegen\u00fcber m\u00f6glichen Konkurrenten. Jeder Bulle, der sich nicht in dieser Phase befindet, wird &#8211; unabh\u00e4ngig von seinem tats\u00e4chlichem Rang &#8211; jedem Musth-Bullen aus dem Weg gehen. Diese haben somit besonders leichten Zugang zu den K\u00fchen, was ihre Paarungschancen wesentlich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Zahl empf\u00e4ngnisbereiter K\u00fche und in Musth befindlicher Bullen wird-\u00a0daher nach ca. 22 Monaten, der \u00fcblichen Dauer einer Schwangerschaft bei Elefanten, hoffentlich viele neugeborene Babys bei den Amboseli-Elefanten zur Folge haben.<\/p>\n<p>Diese erfreulichen Aussichten lassen das ATE-Team nun, nachdem Ende der verheerenden D\u00fcrre, wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Der Beginn der Regenzeit l\u00e4sst hoffen, dass nun endlich wieder bessere Zeiten f\u00fcr die Elefanten in Amboseli beginnen.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-oktober-bis-november-2017\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>News vom Amboseli-Trust-for-Elephants &#8211; die Monate Oktober und November 2017: &nbsp; Im Oktober und November erlebte Amboseli den H\u00f6hepunkt einer der schlimmsten D\u00fcrreperioden seit Jahren. 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