{"id":13926,"date":"2018-03-17T10:28:29","date_gmt":"2018-03-17T09:28:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=13926"},"modified":"2019-04-24T06:31:49","modified_gmt":"2019-04-24T05:31:49","slug":"die-rettung-von-mapia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-rettung-von-mapia\/","title":{"rendered":"Die Rettung von Mapia"},"content":{"rendered":"<p>Am 2. November 2017, als die anhaltende D\u00fcrre nach dem ausgefallenen Regen der vergangenen Monate auf dem H\u00f6hepunkt war, fanden Wildh\u00fcter des Kenya Wildlife Service w\u00e4hrend einer Patrouille ein kleines Elefantenkalb. Es war zusammengebrochen und lag n\u00f6rdlich des Galana-Flusses auf einer Route, die Elefanten h\u00e4ufig benutzen, bereit zum Sterben. Eine Herde hielt sich noch nahe des Mapea-Tals auf, zwischen dem Fluss und dem Yatta-Plateau, der l\u00e4ngsten Lava-Gesteinsformation der Welt, die sich \u00fcber 300 Kilometer erstreckt. Durch diesen Einschnitt durchqueren die Elefantenherden traditionell die Yatta-Hochebene auf ihren Wanderungen durch den heutigen Tsavo East Nationalpark. Am Fu\u00df der Hochebene flie\u00dft der Galana-Fluss entlang, der schlie\u00dflich in den Indischen Ozean m\u00fcndet, und hier baute seinerzeit David Sheldrick, der Gr\u00fcnder und erste Chef des Nationalparks, die Stra\u00dfe \u00fcber Fluss und Hochebene, der heute noch den s\u00fcdlichen mit dem n\u00f6rdlichen Teil verbindet.<\/p>\n<p>Auf einer der Migrationsrouten der Elefanten lag nun dieser ausgemergelte kleine Elefant. Die Ranger waren sich nicht sicher, ob er \u00fcberhaupt noch am Leben war, und machten sich nicht viele Hoffnungen, dass er aushalten w\u00fcrde, bis Hilfe aus Voi angekommen w\u00e4re. Gl\u00fccklicherweise erstatteten sie sofort per Funk Bericht, und ein Team von Keepern der Auswilderungsstation, begleitet von weiteren Wildh\u00fctern des KWS eilten zu der Stelle. Nach der schlimmen D\u00fcrre sind die Mitarbeiter des DSWT inzwischen ge\u00fcbt, wenn es darum geht, zusammengebrochenen D\u00fcrreopfern durch lebensrettende Ma\u00dfnahmen zu helfen, und sie brachten alles Notwendige mit. Zugleich wurde DSWT-Hubschrauberpilot Andy Payne informiert, der im Hauptquartier in Kaluku die Rettungsaktion vorbereitete. Die Teams am Boden und in der Luft sprachen sich ab, und so ging keine Zeit verloren, was in diesem Fall immens wichtig war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><center><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/lx3JF5T6skU\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/center>&#8211;\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>Als das Team aus Voi nach einst\u00fcndiger Fahrt in dem Teil des Parks angekommen war, sah es nicht gut aus. Obwohl seine Herde noch in der N\u00e4he am Flussufer wartete, gab es keine andere M\u00f6glichkeit als das bewegungsunf\u00e4hige Kalb auf den Landcruiser zu verladen und sich zum Lugard-Flugfeld auf der S\u00fcdseite des Galana-Flusses zur\u00fcckzuziehen. Nach der kurzen Fahrt von 5 Kilometern wurde es in den Schatten einer Schirmakazie gelegt und erste Wiederbelebungsversuche unternommen. Es bekam eine Infusion &#8211; nicht einfach, da der Blutdruck schon so niedrig war, dass die Blutgef\u00e4\u00dfe kaum zu sp\u00fcren waren. Zur Erleichterung aller bewegte sich das Baby nach einer Weile wieder, und die Hoffnung wuchs, vielleicht doch noch rechtzeitig zu Hilfe gekommen zu sein. W\u00e4hrend die Fl\u00fcssigkeit, die er nun bekam ihn langsam wiederbelebte, \u00f6ffnete der kleine Bulle seine Augen und reagierte auch wieder.<\/p>\n<p>Nun konnte er auf den Transport zum Waisenhaus vorbereitet werden &#8211; alles zur hei\u00dfesten Zeit des Tages, als die Temperaturen 38 Grad im Schatten erreichten! Andy war inzwischen mit dem Helikopter angekommen und hatte auch schon die R\u00fccksitze ausgebaut, sodass der kleine Elefant vorsichtig eingeladen, bequem hingelegt und seine Beine festgebunden werden konnten. W\u00e4hrenddessen bekam er weiter die wichtigen intraven\u00f6sen Fl\u00fcssigkeiten, die ihn am Leben erhielten. In k\u00fcrzester Zeit war er wieder auf dem Weg, per Luft ins Waisenhaus in Nairobi, wo in den kommenden Wochen und Monaten intensive Pflege notwendig sein w\u00fcrde, um ihn wieder gesund werden zu lassen. Der kleine Bulle, der ungef\u00e4hr ein Jahr alt war, wurde Mapia genannt, nach der Gegend, in der er in letzter Sekunde gefunden wurde.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Mapia auf dem Landcruiser am Tropf\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018234-pic3.jpg\" alt=\"Mapia auf dem Landcruiser am Tropf\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Mapia wird f\u00fcr die Reise mit dem Helikopter vorbereitet\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018234-pic2.jpg\" alt=\"Mapia wird f\u00fcr die Reise mit dem Helikopter vorbereitet\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Mapia wird im Helikopter festgebunden\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/222201823447-pic1.jpg\" alt=\"Mapia wird im Helikopter festgebunden\" border=\"0\" \/><\/center>Nach seiner Ankunft im Waisenhaus wurde Mapia erst einmal in ein Gehege gebracht. Da sich allerdings Wolken auft\u00fcrmten, die baldigen heftigen Regen ank\u00fcndigten, beschloss Angela, dass er in einen Stall umziehen sollte. Er w\u00fcrde einige Tage intensive Pflege brauchen, und f\u00fcr ein so schwaches Baby k\u00f6nnte starker Regen durchaus gef\u00e4hrlich werden.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Mapia kommt in Nairobi an\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/22220182224-pic1.jpg\" alt=\"Mapia kommt in Nairobi an\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Mapia nach der Landung im Hubschrauber\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/222201822-pic2.jpg\" alt=\"Mapia nach der Landung im Hubschrauber\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Mapia wird losgebunden\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/222201822-pic3.jpg\" alt=\"Mapia wird losgebunden\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Mapia wird ausgeladen\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/222201822-pic4.jpg\" alt=\"Mapia wird ausgeladen\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Mapia h\u00e4ngt immer noch am Tropf\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/222201822-pic5.jpg\" alt=\"Mapia h\u00e4ngt immer noch am Tropf\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Das Kalb wird in ein Gehege gebracht\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/222201822-pic6.jpg\" alt=\"Das Kalb wird in ein Gehege gebracht\" border=\"0\" \/><\/center>Ambo war im Stall nebenan und konnte dem Neuank\u00f6mmling w\u00e4hrend der ersten Nacht gut zureden und ihn beruhigen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Lebenserhaltende Fl\u00fcssigkeit\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018243-pic6.jpg\" alt=\"Lebenserhaltende Fl\u00fcssigkeit\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Ambo im Stall nebenan\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/222201824624-pic1.jpg\" alt=\"Ambo im Stall nebenan\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Auch Ambo will dem kleinen Mapia helfen\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018246-pic2.jpg\" alt=\"Auch Ambo will dem kleinen Mapia helfen\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Der kleine Mapia eingewickelt in Decken\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018246-pic3.jpg\" alt=\"Der kleine Mapia eingewickelt in Decken\" border=\"0\" \/><\/center>In den n\u00e4chsten Tagen stand sein Leben auf Messers Schneide, er brach immer wieder zusammen, und nicht nur einmal war schnelle erste Hilfe n\u00f6tig. Aber mit der Zeit begann er, Milch zu trinken und auch von dem frisch geschnittenen Gr\u00fcn, das Tag und Nacht in seinem Stall bereit lag, zu fressen. So erholte sich dieser wunderbare kleine Elefant langsam wieder. Er sah noch lange Zeit recht mitgenommen aus, hatte eingefallene Ohren und faltige, rissige Haut, die erahnen lie\u00dfen, was er mitmachen musste. Doch nach ein paar Wochen war er wieder zu Kr\u00e4ften gekommen, sodass er sich schlie\u00dflich den Anderen drau\u00dfen im Wald anschlie\u00dfen konnte.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Mapia mit faltigen Ohren\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018243-pic3.jpg\" alt=\"Mapia mit faltigen Ohren\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Mapia staubt sich ein\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018243-pic5.jpg\" alt=\"Mapia staubt sich ein\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Mapia kuschelt mit Malkia\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/222201824356-pic1.jpg\" alt=\"Mapia kuschelt mit Malkia\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Mapia an seinem ersten Tag im Wald\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018243-pic2.jpg\" alt=\"Mapia an seinem ersten Tag im Wald\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Mapia bekommt Milch\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018243-pic4.jpg\" alt=\"Mapia bekommt Milch\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Mapia und Ndotto\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/222201825029-pic1.jpg\" alt=\"Mapia und Ndotto\" border=\"0\" \/><\/center>Seitdem hat er sich vollst\u00e4ndig erholt und ist wieder ein kleiner, gesunder Elefant geworden. Sein tragisches Schicksal hat ihn seiner Familie beraubt, aber in ein paar Jahren wird er wieder in der Wildnis Tsavos leben und vielleicht sogar irgendwann seine Familie wiedertreffen. Ohne seine Rettung und die monatelange Pflege w\u00e4re er heute nicht mehr am Leben &#8211; er hatte das Gl\u00fcck, einer der wenigen Opfer der D\u00fcrre des Jahres 2017 zu sein, die noch gerettet werden konnten. \u00dcber 350 der insgesamt 12500 Elefanten, die im Tsavo-Nationalpark leben, hatten weniger Gl\u00fcck, und sie starben unter den schwierigen klimatischen Bedingungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.reaev.de\/cms\/de\/rettet-die-elefanten-afrikas-ev-waisen-patenschaft-antrag.asp?elefanten_id=365&amp;elliname=Mapia\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>\u00dcbernehmen Sie jetzt eine Patenschaft f\u00fcr Mapia<\/strong><\/span><\/a><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.reaev.de\/cms\/de\/rettet-die-elefanten-afrikas-ev-waisen-patenschaft-antrag.asp?elefanten_id=365&amp;elliname=Mapia\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14200\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/03\/Mapia_web.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/03\/Mapia_web.jpg 966w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/03\/Mapia_web-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/03\/Mapia_web-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/03\/Mapia_web-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Mapia geht es wieder gut\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/2222018250-pic2.jpg\" alt=\"Mapia geht es wieder gut\" border=\"0\" \/><\/center><em>(\u00fcbersetzt aus dem <a href=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/asp\/orphan_profile.asp?N=382\">englischen Original<\/a>)<\/em><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-rettung-von-mapia\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. 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