{"id":1393,"date":"2010-03-15T08:36:44","date_gmt":"2010-03-15T07:36:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=1393"},"modified":"2010-03-15T08:36:44","modified_gmt":"2010-03-15T07:36:44","slug":"newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-februar-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-februar-2\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Februar"},"content":{"rendered":"<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe:<\/b> <\/p>\n<p>Am 22. Februar hatte man einen verwaisten Elefantenbullen, sp\u00e4ter \u201e<b>Chemi Chemi<\/b>\u201c genannt, von der Loisaba Ranch in Laikipia eingeflogen. Er war am Morgen zuvor ganz allein an der Grenze zum Pokot-Land gefunden worden; weit und breit war kein anderer Elefant in Sicht. Mitarbeiter auf der Ranch behielten das K\u00e4lbchen den ganzen Tag \u00fcber im Auge, denn offensichtlich war er ein weiteres Opfer von Wilderei oder dem lodernden Konflikt zwischen Menschen und Wildtieren, auch das Pokot-Land macht da keine Ausnahme. Daher behielt man ihn \u00fcber Nacht im Hauptquartier auf der Ranch und flog ihn am n\u00e4chsten Morgen in die Nursery. Er war in guter k\u00f6rperlicher Verfassung, allerdings sehr aufgeregt. Die Milch aus der Flasche nahm er aber sofort an und beruhigte sich daraufhin auch gleich. Die Nursery-Elefanten wurden zu ihm gebracht, und er wurde &#8211; wie alle anderen vor ihm &#8211; liebevoll willkommen gehei\u00dfen, was ihm sichtlich wohltat.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/chemichemi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"chemichemi\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/chemichemi_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"173\"\/><\/a> <\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p><b>Olare<\/b> schien in diesem Monat die F\u00fchrung der Gruppe mit den kleinsten Babies, also <b>Tano<\/b>, <b>Mutara<\/b> und <b>Shukuru<\/b> von <b>Suguta<\/b> \u00fcbernommen zu haben. <b>Shukuru<\/b> ist zwar ihr auserkorener Liebling, aber als <b>Chemi<\/b> <b>Chemi<\/b> eintraf, war sie kurzfristig abgelenkt und gab damit <b>Suguta<\/b> die M\u00f6glichkeit, sich <b>Shukuru<\/b> zur\u00fcckzuerobern. <b>Chemi<\/b> <b>Chemi<\/b> ist ein bemerkenswerter Elefant. Unmittelbar nach seiner Ankunft hatte er sich schon soweit beruhigt, dass er die Milch aus der Flasche annahm; er hatte keinerlei Verdauungsprobleme und sich sofort und ohne Probleme in die Gruppe der Waisen eingef\u00fcgt. Selbst vor den Besuchern am t\u00e4glichen Schlammbad schien er keine Angst zu haben &#8211; und dass, obwohl er noch vor zwei Tagen in der Wildnis lebte! Von Anfang an war er ein Sonnenschein &#8211; einer der unkompliziertesten Elefanten, die wir jemals in der Nursery aufgenommen haben und mittlerweile schon sehr beliebt bei seinen Nursery-Kameraden. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/Tano-Mutara-Shukuru.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"Tano, Mutara &amp; Shukuru\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/Tano-Mutara-Shukuru_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Schon f\u00fcnf Tage sp\u00e4ter, am Samstag, den 27. Februar, wurde vom Kenia Wildlife Servie (KWS) eine neue Rettungsaktion eingeleitet. Im Kora Nationalreservat waren aus der Luft zwei offenbar gewilderte Elefantenk\u00fche gesichtet worden. Ihre Sto\u00dfz\u00e4hne waren aus dem Kopf herausgetrennt und in der N\u00e4he irrten zwei hungrige kleine K\u00e4lbchen umher. Leider konnten wir diese beiden ungl\u00fccksseligen Elefantenbabys sp\u00e4ter vom Boden aus nicht mehr finden. Da sie zu lange ohne Muttermilch waren und jetzt keine Hilfe bekamen, standen ihre \u00dcberlebenschancen sehr schlecht. Es bricht einem das Herz, sich vorzustellen, dass sich Dramen wie dieses jeden Tag aufs Neue ereignen. Die Wilderei und der Elfenbeinpreis im Fernen Osten haben ihren H\u00f6hepunkt erreicht. Die Elefanten, die man noch rechtzeitig und meist in sehr abgelegenen Gebieten findet, sind deutlich in der Minderheit.  <\/p>\n<p>Nach dem tragischen Verlust von <b>Naimina<\/b> und <b>Enasoit<\/b> in Ithumba, wurden alle Nursery-Elefanten (mit Ausnahme der drei Kleinsten und der noch s\u00e4ugenden Waisen in Ithumba und Voi) mit zwei speziellen Medikamenten behandelt, die den besagten Magen-Darm-Parasit abt\u00f6ten. Dieser wurde von Nutztieren eingeschleppt und in einem Labor in Japan nachgewiesen. Wahrscheinlich war er verantwortlich f\u00fcr den Tod vieler unserer Sch\u00fctzlinge w\u00e4hrend der D\u00fcrre im letzten Jahr und hatte unsere Tier\u00e4rzte und pathologischen Labors vor gro\u00dfe R\u00e4tsel gestellt. Da das Jahr 2009 f\u00fcr die Elefanten (und somit auch f\u00fcr uns) ein regelrechter Albtraum war, half uns das Wissen \u00fcber die Ursache der mysteri\u00f6sen Krankheit nun wenigstens, die restlichen Elefanten gegen ein qualvolles Ende der Infektion zu sch\u00fctzen! <\/p>\n<p>Der Februar war f\u00fcr die Nursery-Elefanten ein gl\u00fccklicher Monat. Alle strotzten vor Gesundheit und au\u00dferplanm\u00e4\u00dfige, heftige Regenf\u00e4lle am Monatsende hielten die Vegetation frisch und saftig. Normalerweise sind die Monate Januar, Februar und M\u00e4rz extrem hei\u00df und trocken, so dass wir uns \u00fcber eine Extra-Portion Regen nat\u00fcrlich ganz besonders freuen. Wie immer war es sehr interessant, die Gruppendynamik in der Nursery zu beobachten: <b>Olare<\/b>, die an <b>Sugutas<\/b> Stelle trat, wollte fortan den drei j\u00fcngsten K\u00e4lbchen <b>Tano<\/b>, <b>Mutara<\/b> und <b>Shukuru<\/b> die Mutter wollte. Als Kleinster ist <b>Shukuru<\/b> der Liebling aller \u00e4lteren K\u00fche, und erst die Ankunft von <b>Chemi<\/b> <b>Chemi<\/b> hat <b>Olare<\/b> ein bisschen abgelenkt, so dass sich auch die anderen einmal an den Kleinsten versuchen konnten. <b>Ndii<\/b> war vom Neuank\u00f6mmling <b>Chemi<\/b> <b>Chemi<\/b> ebenfalls sehr angetan. <b>Kalami<\/b> und <b>Turkwel<\/b> haben offenbar noch eine Rechnung offen, denn die beiden jungen K\u00fche waren sich in den ganzen Monat \u00fcber sehr feindselig gesonnen. <b>Mawenzi<\/b> machte nach einer Behandlung gegen den Befall mit Hakenw\u00fcrmern gro\u00dfe Fortschritte, und auch <b>Kilaguni<\/b>s Zustand besserte sich. Bevor er gerettet wurde, hatte eine Hy\u00e4ne seinen Anus so \u00fcbel zugerichtet, dass er nur schwer Kot absetzen konnte. Molasse in der Milch machte seinen Stuhl weicher und so konnte sich auch die einschn\u00fcrende Narbe zur\u00fcckbilden, ohne dass noch einmal mit dem Skalpell eingegriffen werden musste. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/Nchan-in-the-lead.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"Nchan in the lead\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/Nchan-in-the-lead_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Ithumba-Gruppe: <\/b> <\/p>\n<p>Im Februar wurden wir vom pl\u00f6tzlichen Tod <b>Naiminas<\/b> und <b>Enasoits<\/b> v\u00f6llig \u00fcberrascht. Innerhalb nur eines Tages, am 5. und 6. Februar starben die beiden Elefanten, die erst am 4. November (zusammen mit <b>Meibai<\/b>) aus der Nursery nach Ithumba umgezogen waren. <b>Naimina<\/b> stammte aus der Grenzregion zwischen Amboseli und Tansania und kam mit einer Speerwunde bei uns an. <b>Enasoit<\/b> wurde auf der Enasoit Ranch im Bezirk Laikipia geboren. Als ausgemergelte, kleine, traumatisierte D\u00fcrre-Opfer, die ihre Mutter verloren hatten und auf der Suche nach Nahrung umherirrten, teilten sie sich Wasserstellen und Futterpl\u00e4tze mit Nutztieren der ortsans\u00e4ssigen Viehhirten. In der Nursery hatten sie sich schnell erholt und waren in ausgezeichneter Verfassung als sie im November letzten Jahres nach Ithumba gebracht wurden. Der Umzug war notwendig geworden, denn in der Nursery wurde es immer enger, weil fast t\u00e4glich neue Babys eintrafen. Als j\u00fcngste Mitglieder der Ithumba-Herde wurden sie von allen \u00e4lteren Waisen verw\u00f6hnt, sie wuchsen stetig und hatten sich schnell eingelebt. Die Regenf\u00e4lle im Dezember verwandelten Ithumba wieder in ein Elefantenparadies, und die Neuank\u00f6mmlinge h\u00e4tten nicht gl\u00fccklicher sein k\u00f6nnen.  <\/p>\n<p>Um Mitternacht des 4. Februars ging es <b>Naimina<\/b> noch gut, doch bereits um 6 Uhr morgens am n\u00e4chsten Tag verweigerte sie die Futteraufnahme &#8211; ein Warnsignal. Danach begann sie pl\u00f6tzlich, sich auf dem Boden zu winden, weil sie offenbar an schlimmen Bauchkr\u00e4mpfen litt. Keeper Benjamin kletterte hinter den Stallungen auf die Felsen, um ein stabiles Funksignal zu erhalten und alarmierte uns in Nairobi. Sofort wurde ein Flugzeug gechartert, und Nursery-Keeper Edwin Lusichi nach Ithumba geflogen. Er war mit Antibiotika, Entwurmungsmitteln und Buscopan (ein krampfl\u00f6sendes Medikament) bewaffnet und kam noch rechtzeitig, um die Medizin zu verabreichen. Ihr Zustand schien sich leicht zu verbessern, doch die Hilfe kam offenbar zu sp\u00e4t. <b>Naimina<\/b> starb um 11 Uhr am gleichen Vormittag, noch bevor das Flugzeug wieder in Nairobi gelandet war. Wir waren wie gel\u00e4hmt, weil sich alles so schnell und unerwartet ereignet hatte, sie als augenscheinlich topfitter 2-j\u00e4hriger Elefant pl\u00f6tzlich aus dem Leben gerissen wurde. Normalerweise sind die Elefantenk\u00e4lber in diesem Alter aus dem Gr\u00f6bsten heraus.  <\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir nicht, dass uns ein zweiter Dolchsto\u00df erwartete, denn noch in derselben Nacht, setzten bei <b>Enasoit<\/b> die gleichen Symptome ein. Wie nur wenige Stunden zuvor, benachrichtige Keeper Benjamin um 3 Uhr morgens noch einmal seinen Kollegen in der Nursery. Ab diesem Zeitpunkt machte keiner mehr ein Auge zu. Um sechs Uhr morgens am 6. Februar erlosch <b>Enasoits<\/b> Lebenslicht und nur eine Stunde vorher waren die Ex-Waisen aus dem Busch zum Stallgel\u00e4nde gekommen. Offenbar wussten sie, welche Trag\u00f6die sich um ihre neuen Sch\u00fctzlinge ereignete. Der mysteri\u00f6se und unerkl\u00e4rbare \u201e6. Sinn der Elefanten\u201c, den wir so oft beobachten und den keine menschliche Logik erkl\u00e4ren kann, hat uns wieder einmal in Staunen versetzt! Beide Gruppen, sonst angef\u00fchrt von <b>Yatta<\/b> und <b>Wendi<\/b>, waren mit den Keepern vor Enasoits Stall versammelt, als er seinen letzten Atemzug tat. Die J\u00fcngsten wurden zur Ablenkung in der Zwischenzeit zum Fressplatz gef\u00fchrt, aber all die Ex-Waisen blieben noch lange nach <b>Enasoits<\/b> Tod auf dem Stallgel\u00e4nde. Dort trafen sie sp\u00e4ter auch die Kleinen und blieben den ganzen Tag bei ihnen, um sie zu tr\u00f6sten &#8211; ganz besonders die kleine <b>Meibai<\/b>, die einzige Verbliebene aus der Gruppe der der letzten Neuzug\u00e4nge aus Nairobi. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/entire-group-with-wild-elephant-at-mud-bath.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/entire-group-with-wild-elephant-at-mud-bath_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Dieser zweite, so unerkl\u00e4rbare Tod eines augenscheinlich v\u00f6llig gesunden 2-j\u00e4hrigen Elefanten machte uns Angst, da wir nicht wussten, womit wir es zu tun hatten. Vielleicht war es ein obskures Virus, das unsere ganze Waisenherde bedrohte? Ithumba bietet ein f\u00fcr Elefanten wunderbares Habitat mit allen N\u00e4hr- und Mineralstoffen, die f\u00fcr ihre Entwicklung wichtig sind. Auch Wasser ist immer verf\u00fcgbar. Zuerst nahmen wir an, dass <b>Naimina<\/b> aus Versehen eine Giftpflanze gefressen hatte oder von einer Giftschlange gebissen wurde, die nachts unbemerkt in den Stall gekrochen war. Am n\u00e4chsten Tag, nach dem ebenso pl\u00f6tzlichen Tod von <b>Enasoit<\/b>, der die gleichen Symptome zeigte, war uns das erste Mal unheimlich! Wohlm\u00f6glich handelte es sich um den gef\u00fcrchteten Hakenwurm, der im vergangen D\u00fcrrejahr so viele Elefantenleben forderte? Wir wollten keinesfalls abwarten, bis auch <b>Meibai<\/b>, die ebenfalls in der D\u00fcrreperiode in Laikipia verwaist und zusammen mit <b>Naimina<\/b> und <b>Enasoit<\/b> nach Ithumba gekommen war, erkrankte. Sie wurde umgehend mit einem antiparasitisch wirkenden Pr\u00e4parat behandelt, das uns von den s\u00fcdafrikanischen Tier\u00e4rzten der Oderstepoort Fakult\u00e4t empfohlen worden war. Auch die anderen Waisen wurden sofort vorsorglich mit behandelt, falls <b>Enasoit<\/b> oder <b>Naimina<\/b> bereits Wurmeier ausgeschieden hatten. Diese blutsaugenden Nematoden (umgangssprachlich Fadenw\u00fcrmer) waren nun also auch verantwortlich f\u00fcr den Tod dieser beiden D\u00fcrreopfer, die vor ihrer Rettung mit Nutztieren in Kontakt gekommen waren. <\/p>\n<p>Dr. David Ndeereh, der Tierarzt unserer Mobilen Einheit, war gerade auf dem Weg um <b>Naiminas<\/b> K\u00f6rper zu obduzieren, als ihn die Nachricht \u00fcber <b>Enasoits<\/b> Tod erreichte. Robert Carr-Hartley setzte sich sofort ins Flugzeug und brachte eine K\u00fchlbox mit, um sofort Probenmaterial f\u00fcr die Labordiagnostik zu sichern. Die folgende Obduktion wurde an <b>Enasoits<\/b> K\u00f6rper durchgef\u00fchrt, der sp\u00e4ter gestorben war, und es bot sich wieder einmal das Bild eines v\u00f6llig gesunden Elefantenk\u00f6rpers ohne auff\u00e4llige Organver\u00e4nderungen. <\/p>\n<p>Robert Carr-Hartley brachte die Organproben zusammen mit Proben von Milch, Wasser, Weizen- und Kokosnuss-Supplementen, den Flaschen, den Saugern etc. zur toxischen Analyse in die Veterin\u00e4rmedizinische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t in Nairobi, um einen Tod durch Vergiftung sicher auszuschlie\u00dfen. Zum Gl\u00fcck ist seither kein Elefantenwaise (inklusive <b>Meibai<\/b>) mehr erkrankt. Organproben aus <b>Enasoits<\/b> K\u00f6rper wurden in Formalin eingelegt und nach Japan zur Untersuchung geschickt, denn nur dort war es m\u00f6glich gewesen, den Erreger des \u201eKr\u00e4fteverfalls\u201c zu identifizieren, der bei so vielen unserer D\u00fcrreopfer isoliert worden war. Wir vermuten, dass auch das Symptom \u201eFu\u00dfverdrehen\u201c in Zusammenhang mit diesen beiden Parasiten steht, die in Japan gefunden worden. <\/p>\n<p>Es ist in der Tat sehr mysteri\u00f6s, dass <b>Yatta<\/b>, <b>Wendi<\/b> und alle inzwischen \u201cwilden\u201c Ithumba-Waisen geschlossen erschienen, als <b>Enasoit<\/b> im Sterben lag. Sie versammelten sich in gro\u00dfer Sorge und mit viel Liebe um ihn, als er von uns ging. Dank ihrer Wahrnehmungsf\u00e4higkeit waren sie sich \u00fcber die Ausma\u00dfe dieses Ereignisses offenbar bewusst, wollten sich gemeinsam verabschieden und in dieser Stunde der Trauer unbedingt zusammen sein, auch mit den menschlichen Keepern und den anderen Waisen, die noch in den St\u00e4llen untergebracht waren. <b>Naimina<\/b> und <b>Enasoit<\/b> waren sehr beliebt gewesen, sowohl in ihrer Elefanten- als auch in ihrer Menschenfamilie. In den Tagen darauf haben sich die Ex-Waisen und die \u00e4lteren K\u00fche der Gruppe sehr bem\u00fcht, die Kleinsten zu tr\u00f6sten, ganz besonders aber <b>Meibai<\/b>. Sie ist jetzt also das K\u00fcken in der Herde und wird mit Elefantenliebe f\u00f6rmlich \u00fcbersch\u00fcttet. Es gab in diesem Monat nur wenige Tage, an denen sich die Ex-Waisen unter <b>Yatta<\/b> und <b>Wendi<\/b> nicht bei den Kleinen haben blicken lassen. Sie verbrachten die Tage entweder geschlossen als eine Herde oder teilten sich auf. Die \u00c4lteren warteten dann morgens auf dem Stallgel\u00e4nde, im Busch oder sp\u00e4ter am Schlammbad und brachten die Kleinen am Abend zur\u00fcck nach Hause. Auch wilde Bullen schlossen sich dem Zug manchmal an. Einmal tauchte <b>Nasalot<\/b> v\u00f6llig unerwartet auf und \u00fcbernahm die Eskorte nach Hause. Sie bem\u00fchte sich besonders um <b>Meibai<\/b>, als diese in ihr Nachtlager gebracht werden musste, und hielt sich nach Einbruch der Dunkelheit noch lange auf dem Gel\u00e4nde auf, bevor sie wieder in den Busch zog. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/galana-wendi-napasha-at-mud-bath-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/galana-wendi-napasha-at-mud-bath-5_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Ein freudiges Ereignis waren in diesem Monat die \u201eFlitterwochen\u201c von <b>Mulika<\/b>, die am 8. Februar begannen und f\u00fcr etwa 3 Tage andauerten. In dieser Zeit wurde sie von einem gro\u00dfen, attraktiven und sehr aufmerksamen wilden Bullen begleitet. Die beiden zogen allein umher und schlossen sich sp\u00e4ter den Ex-Waisen unter <b>Yatta<\/b> und\/oder <b>Wendi<\/b> an, mit denen sie auch einmal die Babys am Schlammbad besuchten. <\/p>\n<p><b>Kora<\/b> und <b>Lualeni<\/b>, die eigentlich noch die Betreuung der Keeper brauchen, schlossen sich einmal <b>Wendis<\/b> Gruppe an. Als die Babys nach dem mitt\u00e4glichen Schlammbad zum Fressen ins Kanziku-Gebiet zur\u00fcckkehrten, waren auch <b>Kora<\/b> und <b>Lualeni<\/b> wieder da. <b>Meibai<\/b> war sorgsam \u201eeingequetscht\u201c zwischen <b>Naserian<\/b> und <b>Sidai<\/b>. Nur wenige Tage sp\u00e4ter, fingen <b>Kora<\/b> und <b>Lualeni<\/b> pl\u00f6tzlich mit Kollern an und machten sich aus dem Staub &#8211; ohne Zweifel folgten sie <b>Wendis<\/b> Ruf und verbrachten eine Nacht mit ihr im Busch. Am n\u00e4chsten Tag warteten sie am Schlammbad auf die J\u00fcngsten, und schon am Monatsende blieben sie f\u00fcnf aufeinanderfolgende Tage und N\u00e4chte mit den Gro\u00dfen im Busch. Auch sie werden jetzt offensichtlich langsam Mitglieder der nunmehr \u201ewilden\u201c Gruppe der Ex-Waisen. <\/p>\n<p>Am 21. Februar war es <b>Kinna<\/b>, die die J\u00fcngsten zum Fressen abholte. Sie verbrachte den ganzen Tag in der N\u00e4he von <b>Meibai<\/b>, als ob sie ihm \u201edie Wildnis erkl\u00e4rte\u201c (so die Keeper)! Das Wetter war in Ithumba diesen Monat sehr wechselhaft; an einigen Tagen war es so hei\u00df, dass die Waisen nur im Schatten der B\u00e4ume fressen konnten (<b>Meibai<\/b> musste sogar Wasser aus seinem Magen absaugen und sich zur Abk\u00fchlung einspr\u00fchen). An anderen Tagen wiederum war es sogar zu kalt, um sich im Schlamm zu suhlen, so dass sie sich lieber au\u00dferhalb im Dreck w\u00e4lzten. <\/p>\n<p><b>Ol Malo<\/b> wollte am 14. Februar \u00fcberhaupt nicht mehr in den Stall zur\u00fcck und verlie\u00df das Gel\u00e4nde sp\u00e4ter zusammen mit den Gro\u00dfen. Seither wurde sie nicht mehr gesehen. Weil sie ein sehr gebrechlicher Elefant ist, haben sich Keeper Benjamin und der Parkw\u00e4chter per Luft auf die Suche nach ihr gemacht. <b>Ol Malo<\/b> haben sie nicht gefunden, daf\u00fcr aber viele wilde Elefantenkuhherden mit zahlreichen K\u00e4lbchen und Halbw\u00fcchsigen in <b>Ol Malos<\/b> Alter. <b>Ol Malo<\/b> hat sich inmitten der wilden Elefanten schon immer wohl und aufgehoben gef\u00fchlt und kam gut alleine oder in Begleitung wilder Bullen zurecht. Wir hoffen, dass sie sich einfach einer wilden Herde angeschlossen hat und sich dort als \u201eKinderm\u00e4dchen\u201c um die Babys k\u00fcmmert. Im besten Fall trifft sie \u201eMgeni\u201c; Yattas wilden Rekruten, der seit der Ankunft ihres gro\u00dfen Freundes nicht mehr gesehen wurde. Wir hoffen, dass sie einfach nur auf einer kleinen Spritztour unterwegs ist, jetzt da auch ihr Bruch an der Flanke verheilt war und es ihr besser ging. <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Voi-Gruppe: Februar 2010<\/b> <\/p>\n<p>Ein besonders aufregendes und herzerw\u00e4rmendes Ereignis im Februar war das Wiedersehen mit <b>Burra<\/b>, der am 13. Februar gemeinsam mit <b>Emilys<\/b> und <b>Edies<\/b> Gruppe auftauchte. Seit dem 22. Dezember 2007, als <b>Mweiga<\/b> pl\u00f6tzlich tot umfiel, war er nicht mehr im Stallgel\u00e4nde gewesen. Vor einem Jahr wurde er mit <b>Natumis<\/b> inzwischen wilder Splittergruppe gesehen, die viel Zeit au\u00dferhalb des Parks auf angrenzenden Ranches verbracht hatten. Nach so langer Zeit war es ganz normal, dass er seinen alten Freunden wie <b>Seraa<\/b> und <b>Thoma<\/b> gegen\u00fcber ein wenig zur\u00fcckhaltend war. Offenbar war er in der Zwischenzeit erwachsen geworden, und schlie\u00dflich wird er im Mai bereits 10 Jahre alt! Er war mit 8 Monaten in die Nursery gekommen, schwer verletzt durch Schlingfallen, die eines seiner Ohren nahezu zwei geteilt und ihn fast erw\u00fcrgt h\u00e4tten. Die inzwischen verheilten Wunden wurden zu seinen Markenzeichen und er wird f\u00fcr uns immer leicht erkennbar sein. Durch sein Auftauchen in der Gruppe der Ex-Waisen waren alle sehr aufgeregt, und <b>Sweet Sally<\/b> nutzte den Trubel aus,um <b>Emilys<\/b> Baby <b>Eve<\/b> von ihrer Mutter weg zu schubsen und sie zum Trinken an die St\u00e4lle zu locken. Wahrscheinlich hoffte sie, dass <b>Burra<\/b> neugierig \u00fcber den Familienzuwachs sein w\u00fcrde. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/nov2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"nov2\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/nov2_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"173\"\/><\/a>  <\/p>\n<p><b>Emily<\/b> war in diesem Monat schon am 1. und am 6. zu Besuch gewesen. Beide Male hatte sie <b>Edies<\/b> Gruppe im Schlepptau. W\u00e4hren sich <b>Nyiro<\/b> und <b>Morani<\/b> damals in Ringk\u00e4mpfe verstrickten, begr\u00fc\u00dfte <b>Icholta<\/b> den Nachwuchs in den St\u00e4llen. Der war bereits in seinen Nachtlagern untergebracht. Sie mochte die Kleinen schon immer besonders, stellte sich an den Eingang der St\u00e4lle und kollerte ihnen ein friedliches Gute Nach zu. <b>Taveta<\/b> und <b>Lempaute<\/b> erwiderten ihren Gru\u00df.  <\/p>\n<p> Sehr augenf\u00e4llig in den Aufzeichnungen vom Monat Februar war erneut die Liebe, die <b>Wasessa<\/b> dem J\u00fcngsten der Voi-Gruppe, <b>Tassia<\/b>, entgegenbringt. Eine Zuneigung, die auf Gegenseitigkeit beruht und die beiden sind unzertrennlich. <b>Wasessa<\/b> passt jede Sekunde des Tages auf <b>Tassia<\/b> auf, besch\u00fctzt ihn vor \u00fcberschw\u00e4nglichen Schwimmern im gro\u00dfen Roten Wasserloch, wo sich die Waisen mittags oft versammeln, um ihre Milchmahlzeit einzunehmen. Die nat\u00fcrliche Senke fasst enorm viel Wasser und so k\u00f6nnen sich die Elefanten an hei\u00dfen Tagen ganz untertauchen. An k\u00e4lteren Tagen bekommen sie ihre Milch im Stall, saufen danach noch ein wenig Wasser und ziehen wieder zur\u00fcck zum Grasen um Mazinga Hill, der f\u00fcr alle Voi-Waisen schon seit jeher der Lieblingsfressplatz war. Eine inoffizielle Regel bestimmt, dass immer eines der Mitglieder aus Gruppe mit den Neuzug\u00e4ngen die gleichaltrigen Waisen zum Grasen am Morgen hinaus f\u00fchrt. Dem geht meistens eine wilde Tollerei auf dem Stallgel\u00e4nde voraus. Mittags bekommen sie ihre Milch, sp\u00e4ter suhlen sie sich im Schlamm und abends geht es zur\u00fcck zu den St\u00e4llen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/Orphans-drinking-water-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/Orphans-drinking-water-5_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>F\u00fcr den jeweiligen Anf\u00fchrer ist die Aufgabe ein gro\u00dfes Privileg und wird sehr ernst genommen. <b>Shimba<\/b> und <b>Mzima<\/b> sind immer noch sehr eng befreundet, w\u00e4hrend <b>Wasessa<\/b>, <b>Siria<\/b> und <b>Taveta<\/b> gegen\u00fcber wilden Elefanten am aufgeschlossensten sind. Aber schlie\u00dflich verloren die drei Letztgenannten ihre wilden Familien erst in einem Alter, an das sie sich noch erinnern konnten. Am 8. Februar, als die Waisen gerade am Roten Wasserloch eintrafen, um ihre Milch einzunehmen, badete gerade eine gro\u00dfe wilde Herde im Wasser. <b>Siria<\/b> und <b>Wasessa<\/b> stimmten sofort in das Spiel ihrer wilden Altersgenossen ein, w\u00e4hrend <b>Lesanju<\/b> und <b>Shira<\/b> einem kleinen wilden K\u00e4lbchen auf der Spur waren. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/A-wld-boy-lft-is-followed-by-Lempaute-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/A-wld-boy-lft-is-followed-by-Lempaute-1_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a>  <\/p>\n<p><b>Lempaute<\/b>, die immer noch ein unsicher im Kontakt mit wilden Fremden ist, hielt sich im Hintergrund, im Schatten eines Baumes, und vermied jegliche Interaktion. Ein anderes Mal, am 11. Februar, als die Waisen wieder zum Wasserloch kamen, badete sich gerade ein riesiger wilder Bulle. Die kontaktfreudigen Mitglieder der Gruppe machten sich sofort auf, ihn zu beschn\u00fcffeln und zu begr\u00fc\u00dfen, noch bevor sie ihre Milch tranken. Als sie schlie\u00dflich mit ihrer Milch fertig waren, war der wilde Fremde schon wieder verschwunden. Nach einer kleinen Abk\u00fchlung, suchten sie noch eine Weile nach ihm und kehrten dann zum Fressen in den Busch zur\u00fcck, bevor sie bei Einbruch der D\u00e4mmerung wieder auf den Weg nach Hause in die St\u00e4lle machten.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/Lempaute-lft-Lesanju-scratching.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/03\/Lempaute-lft-Lesanju-scratching_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"\/><\/a> <\/p>\n<p>Ungew\u00f6hnlich f\u00fcr diese Jahreszeit, gab es in diesem Monat auch in Voi ein paar au\u00dferplanm\u00e4\u00dfige Niederschl\u00e4ge &#8211; welch freudige \u00dcberraschung! Der Regen hielt die Vegetation noch ein bisschen l\u00e4nger gr\u00fcn und nahrhaft. <b>Natumi, Illingwezi, Aitong, Mukwaju<\/b> und <b>Tsavo<\/b> sind die einzigen Ex-Waisen, die in diesem Jahr noch nicht gesehen wurden. Wahrscheinlich sind sie noch auf Wanderung im Gel\u00e4nde der Rukinga Ranch. Wir haben uns jedoch wahnsinnig gefreut, <b>Burra<\/b> wieder zu sehen, der sich einst so selbstlos um die kr\u00e4nkelnde <b>Mweiga<\/b> k\u00fcmmerte, bis sie pl\u00f6tzlich wegen ihrer Herzerkrankung verstarb.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-februar-2\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: Am 22. Februar hatte man einen verwaisten Elefantenbullen, sp\u00e4ter \u201eChemi Chemi\u201c genannt, von der Loisaba Ranch in Laikipia eingeflogen. Er war am Morgen zuvor ganz allein an der Grenze zum Pokot-Land gefunden worden; weit und breit war kein anderer Elefant in Sicht. 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