{"id":1704,"date":"2010-06-29T15:48:40","date_gmt":"2010-06-29T14:48:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=1704"},"modified":"2010-06-29T15:48:40","modified_gmt":"2010-06-29T14:48:40","slug":"sian-ist-gestorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/sian-ist-gestorben\/","title":{"rendered":"Sian ist gestorben"},"content":{"rendered":"<p><b><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/06\/sianrip.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; border-top: 0px; border-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"sianrip\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2010\/06\/sianrip_thumb.jpg\" width=\"304\" height=\"249\"\/><\/a> <\/b> <\/p>\n<p><b>Sian<\/b>, verwaist im Alter von nur 9 Monaten, war das Baby einer Elefantenkuh namens \u201eSoila\u201c aus der ber\u00fchmten s\u00fcdafrikanischen Elefantenfamilie im Amboseli Nationalpark. Sie sind nach ihrer Wanderung \u00fcber die kenianische Grenze nach Tansania lange nicht zur\u00fcckgekehrt. Diese Route wird neben den Elefanten auch regelm\u00e4\u00dfig von J\u00e4gern genutzt, die einen der f\u00fcr Amboseli ber\u00fchmten gro\u00dfen Tusker erlegen wollen. <b>Sians<\/b> Mutter war nicht bei ihrer Herde, als diese am 13. Januar 2006 nach Kenia heimkehrte. Stattdessen blieb sie bei ihrer Tante, doch ohne gen\u00fcgend Milch gab es f\u00fcr ihr K\u00e4lbchen kaum eine \u00dcberlebenschance.<\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p><b>Sian<\/b> wurde am 17. Januar 2006 in die Nursery in Nairobi gebracht. Man fand sie an diesem besagten Tag inmitten einer Bullenherde, die das winzige Waisenbaby nach Kr\u00e4ften verteidigten. F\u00fcr das Rettungsteam war es eine gro\u00dfe Herausforderung sie von den Bullen zu trennen, doch dank der Expertise vom Leiter der Rettungseinheit, Robert Carr-Hartley, und mit Unterst\u00fctzung von Cynthia Moss haben sie es letztlich geschafft. <b>Sian<\/b> wurde \u00fcberw\u00e4ltigt und ihre Beine zusammengeschn\u00fcrt. So lag sie nun auf der Fahrzeugplane auf dem Pick up Truck, der sie zum Flugplatz brachte, von dem aus sie nach Nairobi geflogen wurde. <\/p>\n<p><b>Sian<\/b> wuchs und gedieh in der Nursery, sobald sie wieder Milch bekam und sich ein wenig von den Strapazen erholt hatte. Sie schien kerngesund und es gab keinen Hinweis auf Mangelerscheinungen. Am 24. Mai 2007 wurde sie zusammen mit den Elefantenwaisen <b>Kenze<\/b> und <b>Loijuk<\/b> ins Auswilderungszentrum nach Ithumba verlegt und auch dort ging es ihr gut, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie zu kr\u00e4nkeln begann und an Kondition verlor. Es wurde ein Defekt der Zahnsubstanz festgestellt und ihre Zehenn\u00e4gel verkalkten, was sie in ihrer Bewegung einschr\u00e4nkte und vom Grasen abhielt. Erg\u00e4nzungsfutter wurde organisiert, und nachdem das verkalkte Gew\u00e4chs von ihrem Zehennagel abfiel und der Zahnwechsel einsetzte, schien es mit ihr wieder bergauf zu gehen. Schlie\u00dflich verlor sie wieder an Kraft und wir waren \u00fcber Monate hinweg ratlos dar\u00fcber, was ihr Problem war. Der Tierarzt unserer Mobilen Einheit behandelte sie mit Calcium, Vitaminen und einem Trypanozid, ein Medikament gegen einzellige Blutparasiten, die durch die Tsetsefliege \u00fcbertragen werden und besonders bei geschw\u00e4chtem Allgemeinbefinden eine Krankheit ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Die Therapie schien anzuschlagen, denn es ging ihr vor\u00fcbergehend besser &#8211; bis zum 26. Juni 2010, als sie pl\u00f6tzlich zusammenbrach und binnen k\u00fcrzester Zeit verstarb, umgeben von ihren geschockten Keepern, die das Ungl\u00fcck noch immer nicht verstehen k\u00f6nnen.  <\/p>\n<p>Dr. Poghon, der Tierarzt der Trust-eigenen Mobilen Einheit machte sich sofort auf den Weg nach Ithumba und obduzierte <b>Sians<\/b> K\u00f6rper, um aufzukl\u00e4ren, warum sie so fr\u00fch von uns gehen musste. Er fand heraus, dass sie nur eine Lunge hatte, die andere hatte sich nie entwickelt. Es handelte sich also offenbar um einen angeborenen Defekt. Als sie \u00e4lter wurde, konnte die eine Lunge schlichtweg den Sauerstoffaustauch mit dem nicht Blut gew\u00e4hrleisten, um lebenswichtige Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Dies wurde vor allem an den gesch\u00e4digten Nieren sichtbar. <\/p>\n<p>Wir sind dankbar f\u00fcr die kurze, aber intensive Zeit, die wir mit <b>Sian<\/b> hatten. Sie hat die Herzen ihrer menschlichen Familie erobert und war bei allen anderen Waisen sehr beliebt, sowohl bei den Babys in der Nursery als auch bei den \u00c4lteren in Ithumba. Dort hat sie die Gruppe oft angef\u00fchrt und stand unter dem Schutz von <b>Loijuk<\/b> (mittlerweile die Leitkuh der j\u00fcngeren Ithumba-Gruppe) und <b>Zurura<\/b>, der nie von ihrer Seite wich und ihr bis zum Schluss Gesellschaft leistete. Sie starb in den Armen ihrer Keeper, in einem Meer von Menschen- und Elefantentr\u00e4nen. Wir werden sie nie vergessen und immer vermissen. Einziges Trostpflaster ist, dass wir nun wissen, woran sie erkrankt war und dass es nichts gab, das wir h\u00e4tten f\u00fcr sie tun k\u00f6nnen. Stattdessen haben wir alles versucht, um ihr Leben bei und mit uns so gl\u00fccklich wie m\u00f6glich zu gestalten. Das ist uns hoffentlich gelungen, denn ohne die Betreuung durch die Keeper, w\u00e4re sie als vermutlich schon junge Waise gestorben. So hatte sie zumindest bis zum Ausbruch ihrer Krankheit noch eine gl\u00fcckliche Zeit in Ithumba. Sie spielte oft und gerne in Regenpf\u00fctzen und im Schlammbad und hatte alles, was ein junger Elefant zum Gl\u00fccklichsein brauchte &#8211; eine liebevolle \u201eFamilie\u201c mit Elefanten und Menschen, eine riesige Auswahl an Elefantenfutter zur st\u00e4ndigen Verf\u00fcgung und das Leben in einer unber\u00fchrten Natur, wo sie sogar wilde Elefantenfreunde machte. <\/p>\n<p><b>Sian<\/b> hatte hunderte Pateneltern, die ebenso traurig \u00fcber diese Nachricht sein werden wie wir. Auch die Forscher aus Amboseli, deren Herzen sie eroberte, als sie zu atmen begann, werden schockiert sein. Ruhe in Frieden, kleine, wundervolle <b>Sian<\/b>. Als Elefantenengel im Himmel bleibt dir all das Leiden der Elefanten auf Erden, verursacht durch die menschliche Gier nach Elfenbein, erspart.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/sian-ist-gestorben\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sian, verwaist im Alter von nur 9 Monaten, war das Baby einer Elefantenkuh namens \u201eSoila\u201c aus der ber\u00fchmten s\u00fcdafrikanischen Elefantenfamilie im Amboseli Nationalpark. Sie sind nach ihrer Wanderung \u00fcber die kenianische Grenze nach Tansania lange nicht zur\u00fcckgekehrt. 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