{"id":18184,"date":"2018-11-04T18:45:47","date_gmt":"2018-11-04T17:45:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=18184"},"modified":"2019-11-10T17:44:16","modified_gmt":"2019-11-10T16:44:16","slug":"die-rettung-von-dololo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-rettung-von-dololo\/","title":{"rendered":"Die Rettung von Dololo"},"content":{"rendered":"<p>Am fr\u00fchen Morgen des 9. September 2018 wurde dem Kommandeur der KWS-Einheit im Taita-Gebiet, Salim Makomba, von einem Elefantenbaby in Not berichtet. Lokale Bewohner hatten beobachtet, wie es auf privatem Land in einem kleinen See namens Mzee Kirema in der N\u00e4he der Stra\u00dfe nach Mackinnon au\u00dferhalb des Tsavo East Nationalparks in einem Wasserloch feststeckte. Die Hirten berichteten, dass sie am Abend zuvor noch an der Stelle ihr Vieh hatten saufen lassen und zu dieser Zeit zwar eine Elefantenherde in der N\u00e4he gewesen war, aber noch nichts von dem Elefantenkalb in Not zu sehen gewesen war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><center><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/xOoQ_WNXfns\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/center><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als sie am folgenden Morgen, am Sonntag, den 9. September, wieder zu der Wasserstelle kamen, entdeckten sie den kleinen Elefanten, der mitten darin trieb; er musste in der Nacht im Wasser in Not geraten sein. Niemand wusste, wie lange er dort schon um sein Leben k\u00e4mpfte, nur den R\u00fcssel \u00fcber Wasser haltend, um wenigstens atmen zu k\u00f6nnen. Der Grund des Sees war sehr sumpfig, sodass es dem kleinen Kalb nicht gelungen war, wieder auf die Beine zu kommen, und auch seine Herde ihm offenbar nicht hatte helfen k\u00f6nnen. Seine Familie erkannte die Gefahr, die in der Gegend lauerte &#8211; schlie\u00dflich waren sie in bewohntem Gebiet unterwegs &#8211; und so blieb ihnen nichts anderes \u00fcbrig, als ohne das Kalb wieder von dannen zu ziehen. Als das Baby gefunden wurde, war von ihnen nichts mehr zu sehen. Die Ranger des KWS schritten umgehend zur Tat, zogen ihre Uniformen aus und wateten ins Wasser, um das Kalb vorsichtig zum Ufer zu bugsieren, wo sie es schlie\u00dflich aus dem Wasser holen konnten. Dies gestaltete sich allerdings nicht einfach, denn es war inzwischen so ersch\u00f6pft, dass es nicht mehr stehen konnte, sondern nur noch liegen blieb. Die Ranger nahmen es auf der Ladefl\u00e4che ihres Landcruisers mit zum Camp, das nur ein paar Kilometer entfernt war, und verst\u00e4ndigten umgehend die vom DSWT finanzierte mobile Tierarzteinheit. Deren Chef Dr. Poghon war bald zur Stelle, zusammen mit einigen Keepern der Auswilderungsstation in Voi.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Das Kalb treibt hilflos im See\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018553-pic4.jpg\" alt=\"Das Kalb treibt hilflos im See\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Das Kalb wird aus dem Wasser geholt\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018550-pic2.jpg\" alt=\"Das Kalb wird aus dem Wasser geholt\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Das kleine Kalb ist wieder im Trockenen\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018553-pic3.jpg\" alt=\"Das kleine Kalb ist wieder im Trockenen\" border=\"0\" \/><\/center>Dr. Poghon und die Keeper waren sehr besorgt um das Kalb und hielten es f\u00fcr das beste, es im Waisenhaus in Nairobi weiter zu versorgen, wenn es gerettet werden k\u00f6nnte. Umgehend wurde der Helikopter des DSWT herbei gerufen. In der Zwischenzeit hatte Dr. Poghon das Kalb an eine Infusion gelegt, und es wurde stetig mit Wasser \u00fcbersch\u00fcttet, um es vom Matsch zu befreien und es zu k\u00fchlen. Inzwischen war es Mittag und sehr hei\u00df geworden, und es wurde vor allem hinter den Ohren gek\u00fchlt. Schlie\u00dflich kam der Hubschrauber mit Pilot Andy Payne vor Ort an, mit allem, was n\u00f6tig war, um das Baby sicher nach Nairobi zu transportieren. In k\u00fcrzester Zeit wurde es f\u00fcr den Flug vorbereitet, wobei darauf geachtet werden musste, dass gen\u00fcgend Fl\u00fcssigkeit f\u00fcr die Infusion f\u00fcr die Reise zur Hand war. Nachdem das Kalb sicher im Hubschrauber verstaut war, traten der Pilot und ein Keeper sofort den eineinhalbst\u00fcndigen Flug nach Nairobi an. Das Baby war gut festgezurrt und konnte w\u00e4hrend des Fluges keine unkontrollierten Bewegungen ausf\u00fchren, aber es schaute neugierig um sich und bewegte den R\u00fcssel. Keeper Kingoo war bei ihm, um es zu beruhigen und rechtzeitig die Infusion erneuern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Das Kalb kommt im Helikopter in Nairobi an\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018553-pic2.jpg\" alt=\"Das Kalb kommt im Helikopter in Nairobi an\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Das Kalb wird ausgeladen\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/109201855338-pic1.jpg\" alt=\"Das Kalb wird ausgeladen\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Das Kalb wird im Waisenhaus zu einem Stall transportiert\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018550-pic3.jpg\" alt=\"Das Kalb wird im Waisenhaus zu einem Stall transportiert\" border=\"0\" \/><\/center>Das Gro\u00dfartige am Hubschrauber ist, dass es ein gerettetes Kalb direkt zum Zielort transportieren kann, ohne dass es dem zus\u00e4tzlichen Stress am Flughafen und w\u00e4hrend einer Fahrt durch Nairobi ausgesetzt ist. So war es auch in diesem Fall, wo es auf jede Minute ankam. Als der Hubschrauber im Nairobi-Nationalpark, nahe des Waisenhauses landete, warteten die Keeper dort schon und konnten es sofort ausladen und in einen frisch vorbereiteten, kuschelig warmen Stall bringen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Das Kalb im Stall\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018550-pic4.jpg\" alt=\"Das Kalb im Stall\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Im Stall nach der Rettung\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018550-pic5.jpg\" alt=\"Im Stall nach der Rettung\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Das Kalb bekommt noch eine Infusion\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018550-pic6.jpg\" alt=\"Das Kalb bekommt noch eine Infusion\" border=\"0\" \/><\/center>Nachdem der kleine Bulle im Stall angekommen war, wurde er losgebunden und von den Decken befreit; die Keeper halfen ihm auf die Beine. Erstaunlicherweise stand er sehr sicher, nach allem, was er mitgemacht hatte, und blieb sehr ruhig, obwohl ihm alles sehr seltsam und unbekannt vorkommen musste. Offenbar sp\u00fcrte er, dass ihm geholfen wurde und war dankbar dar\u00fcber. Er trank sogar eine Flasche warmer Milch und begann, von dem frisch geschnittenen Gr\u00fcn zu fressen, das in seinem Stall aufgeh\u00e4ngt worden war. Die ganze Nacht blieb ein Keeper an seiner Seite, und er trank brav alle drei Stunden seine Milch und futterte Gr\u00fcn. Er brach nicht noch einmal zusammen oder legte sich auch nur hin! Seine Augen mussten allerdings behandelt werden, nachdem er stundenlang im schlammigen Wasser gelegen hatte. Zus\u00e4tzlich bekam er langanhaltende Antibiotika, um die Gefahr einer Lungenentz\u00fcndung zu bannen &#8211; sicherlich war einiges an Wasser in seine Lungen gelangt. Der freundliche kleine Bulle, der etwa 18 Monate alt ist, wurde Dololo genannt, nach der Gegend, in der er gerettet wurde.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Dololo am Tag nach seiner Rettung im Stall\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018553-pic5.jpg\" alt=\"Dololo am Tag nach seiner Rettung im Stall\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Der kleine Bulle hei\u00dft Dololo\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/109201868-pic3.jpg\" alt=\"Der kleine Bulle hei\u00dft Dololo\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Dololo in seinem Stall\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10920186857-pic1.jpg\" alt=\"Dololo in seinem Stall\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Dololo lugt \u00fcber die Stallt\u00fcr\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018553-pic6.jpg\" alt=\"Dololo lugt \u00fcber die Stallt\u00fcr\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Der s\u00fc\u00dfe Dololo\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/109201868-pic2.jpg\" alt=\"Der s\u00fc\u00dfe Dololo\" border=\"0\" \/><\/center>Dololo schw\u00e4chelte noch eine Weile und hatte auch mit einigen W\u00fcrmern im Verdauungssystem zu k\u00e4mpfen. M\u00f6glicherweise hatte ihn dies schon befallen, bevor er im Wasserloch in Not geraten war, denn er war in schlechter k\u00f6rperlicher Verfassung und voller Parasiten. Dies kann man leider sehr h\u00e4ufig bei Elefanten beobachten, die in Gegenden unterwegs sind, in denen auch Menschen ihr Vieh halten. Nach einigen Tagen und einer gr\u00fcndlichen Wurmkur kam er aber wieder zu Kr\u00e4ften, und nachdem er eine Woche nur am Stall umher gegangen war, konnte er sich schlie\u00dflich Luggard und einem weiteren Neuling, Merru, drau\u00dfen im Park anschlie\u00dfen. Das gem\u00fctliche Tempo der beiden war genau das richtige f\u00fcr ihn, und so konnte er langsam wieder Kr\u00e4fte aufbauen und schlie\u00dflich auch schon etwas Zeit bei den \u00e4lteren Waisen verbringen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Dololo folgt seiner Milchflasche\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/109201861215-pic1.jpg\" alt=\"Dololo folgt seiner Milchflasche\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Dololo im Wald\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/109201868-pic4.jpg\" alt=\"Dololo im Wald\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Dololo sch\u00e4kert mit einem Keeper\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018612-pic2.jpg\" alt=\"Dololo sch\u00e4kert mit einem Keeper\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Dololo genie\u00dft die Sonne\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/109201869-pic6.jpg\" alt=\"Dololo genie\u00dft die Sonne\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Dololo auf dem Weg in den Busch\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/109201869-pic5.jpg\" alt=\"Dololo auf dem Weg in den Busch\" border=\"0\" \/><\/center>Wenn man nun zur\u00fcckschaut auf alles, was Dololo durchmachen musste, kann man sehr dankbar sein, dass er rechtzeitig gerettet werden konnte, und es ist wunderbar zu sehen, wie er langsam wieder gesund wird und dabei aufbl\u00fcht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"https:\/\/www.reaev.de\/cms\/de\/rettet-die-elefanten-afrikas-ev-waisen-patenschaft-antrag.asp?elefanten_id=368&amp;elliname=Dololo\">\u00dcbernehmen auch Sie eine Patenschaft f\u00fcr DOLOLO<\/a><\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.reaev.de\/cms\/de\/rettet-die-elefanten-afrikas-ev-waisen-patenschaft-antrag.asp?elefanten_id=368&amp;elliname=Dololo\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-18202 size-full\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/11\/Dololo.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/11\/Dololo.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/11\/Dololo-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2018\/11\/Dololo-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Dololo und Merru\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018612-pic4.jpg\" alt=\"Dololo und Merru\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Dololo drau\u00dfen im Wald\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1092018612-pic3.jpg\" alt=\"Dololo drau\u00dfen im Wald\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Dololo etwa einen Monat nach seiner Rettung\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/109201855044-pic1.jpg\" alt=\"Dololo etwa einen Monat nach seiner Rettung\" border=\"0\" \/><\/center><em>(\u00fcbersetzt aus dem <a href=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/asp\/orphan_profile.asp?N=385\">englischen Original<\/a>)<\/em><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-rettung-von-dololo\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am fr\u00fchen Morgen des 9. September 2018 wurde dem Kommandeur der KWS-Einheit im Taita-Gebiet, Salim Makomba, von einem Elefantenbaby in Not berichtet. Lokale Bewohner hatten beobachtet, wie es auf privatem Land in einem kleinen See namens Mzee Kirema in der N\u00e4he der Stra\u00dfe nach Mackinnon au\u00dferhalb des Tsavo East Nationalparks in einem Wasserloch feststeckte. 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