{"id":18733,"date":"2018-12-09T11:40:13","date_gmt":"2018-12-09T10:40:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=18733"},"modified":"2018-12-09T11:40:13","modified_gmt":"2018-12-09T10:40:13","slug":"die-traurige-geschichte-von-merru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-traurige-geschichte-von-merru\/","title":{"rendered":"Die traurige Geschichte von Merru"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem kleinen Merru hatten es die Mitarbeiter des DSWT nicht leicht. Er kam nach einer furchtbaren Odyssee ins Waisenhaus in Nairobi und hatte etliche offensichtliche Wunden, aber offenbar auch ein paar schwerwiegendere innere Verletzungen. Er war am Rand des Imenti-Waldes an den H\u00e4ngen des Mount Kenya gerettet worden, wo er in einen tiefen Steinbruch gefallen war. Bevor die Wildh\u00fcter des Kenya Wildlife Service davon erfuhren und ihm zu Hilfe eilen konnten, bekam er es mit ein paar Einwohnern zu tun, die drauf und dran waren, ihn zu t\u00f6ten und zu verspeisen! Zum Gl\u00fcck gab es unter ihnen einige dem Baby freundlich gesinnte Leute, die noch rechtzeitig den KWS verst\u00e4ndigen konnten. Trotzdem sahen sich die Ranger einer aufgebrachten Menschenmenge gegen\u00fcber, die dem kleinen Bullen schon \u00fcbel mitgespielt hatte. Sie handelten schlie\u00dflich aus, dass er \u00fcber Nacht mit den F\u00fc\u00dfen an drei Baumst\u00e4mme festgebunden werden sollte, damit er nicht weglaufen konnte. Als am n\u00e4chsten Morgen der Hubschrauber mit den Keepern des DSWT angekommen war, gelang es den Wildh\u00fctern zusammen mit dem Piloten Andy Payne, die aufgeregten Bewohner von dem kleinen Bullen fernzuhalten, w\u00e4hrend die Keeper sich um ihn k\u00fcmmerten. Er jammerte wegen der vielen Wunden von den Schl\u00e4gen, denen er ausgesetzt gewesen war, bekam gleich ein Beruhigungsmittel, etwas gegen Entz\u00fcndungen und Rehydrierungsfl\u00fcssigkeit, bevor er nach Nairobi in Sicherheit gebracht wurde.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Merru im Steinbruch\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/118201875954-pic1.jpg\" alt=\"Merru im Steinbruch\" border=\"0\" \/><\/center><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Von seiner Tortur blieben offenbar schlimme Hirnverletzungen zur\u00fcck, die dazu f\u00fchrten, dass er eine Woche lang kaum schlafen konnte, sondern stattdessen nachts immer in kleinen Kreisen, immer linksherum, in seinem Stall umher lief! Ein Spezialist untersuchte seine Augen und konnte immerhin keine Verletzung daran feststellen. Mit der Zeit besserte sich sein Zustand, dank der liebevollen Pflege seiner Keeper, und alle waren guter Hoffnung, dass er sich erholen w\u00fcrde. Es blieben aber einige Symptome, die an manchen Tagen st\u00e4rker an anderen weniger schlimm zum Vorschein kamen. Auch blieb er langsam und lustlos, obwohl etliche Blutuntersuchungen nichts verd\u00e4chtiges offenbarten.<\/p>\n<p>Am Abend des 3. November kam Merru dann noch langsamer als sonst in seinen Stall zur\u00fcck und sah be\u00e4ngstigend ersch\u00f6pft aus. Obwohl die Keeper \u00fcber die n\u00e4chsten Tage alles versuchten, verschlimmerte sich sein Gesundheitszustand weiter und schlie\u00dflich starb er am Morgen des 7. November.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Sattao, Merru und Sagala\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/1182018759-pic2.jpg\" alt=\"Sattao, Merru und Sagala\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Merru und Malkia\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/1182018759-pic4.jpg\" alt=\"Merru und Malkia\" border=\"0\" \/><\/center>Dieser Gang der Ereignisse sorgte nat\u00fcrlich f\u00fcr gro\u00dfe Niedergeschlagenheit bei allen Beteiligten, nachdem es schon so aussah, als w\u00fcrde der kleine Merru sich erholen, trotz allem, was ihm widerfahren war. Es bleibt nur der Trost, dass er in seinen letzten Wochen viel Liebe und Zuneigung erfahren konnte und sich offenbar im Waisenhaus sehr wohlf\u00fchlte. Manchmal soll es eben nicht sein, trotz aller Bem\u00fchungen. Bei Merru waren es wohl die inneren Verletzungen, deren Auswirkungen manchmal erst sehr viel sp\u00e4ter zutage treten und denen unser kleiner Freund am Ende zum Opfer gefallen ist.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Der kleine Merru\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/1182018759-pic5.jpg\" alt=\"Der kleine Merru\" border=\"0\" \/><\/center>Wir sind allen Pateneltern aus nah und fern, die Merru in Herz geschlossen haben und es sich zur Aufgabe gemacht hatten, ihm alle m\u00f6gliche Hilfe zukommen zu lassen, sehr dankbar. Niemand hat damit gerechnet, dass es so enden w\u00fcrde, aber es bleibt nichts anderes \u00fcbrig, als den Lauf der Dinge zu akzeptieren. Wir werden ihn nie vergessen und weiterhin alles daransetzen, seinen Freunden im Waisenhaus eine zweite Chance auf ein erf\u00fclltes Leben zu geben. Ruhe in Frieden, kleiner Merru.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angela Sheldrick<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>(\u00fcbersetzt aus dem <a href=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/updates\/updates.asp?ID=1116\">englischen Original<\/a>)<\/em><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-traurige-geschichte-von-merru\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem kleinen Merru hatten es die Mitarbeiter des DSWT nicht leicht. Er kam nach einer furchtbaren Odyssee ins Waisenhaus in Nairobi und hatte etliche offensichtliche Wunden, aber offenbar auch ein paar schwerwiegendere innere Verletzungen. Er war am Rand des Imenti-Waldes an den H\u00e4ngen des Mount Kenya gerettet worden, wo er in einen tiefen Steinbruch &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-traurige-geschichte-von-merru\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie traurige Geschichte von Merru\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,1],"tags":[393,114],"class_list":["post-18733","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-elinews","category-news","tag-merru","tag-nursery"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18733","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18733"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18733\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18736,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18733\/revisions\/18736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18733"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18733"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18733"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}