{"id":203,"date":"2007-09-23T14:00:49","date_gmt":"2007-09-23T12:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=203"},"modified":"2008-04-13T21:29:31","modified_gmt":"2008-04-13T19:29:31","slug":"newsletter-aus-keniadie-eli-waisen-im-juli-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-keniadie-eli-waisen-im-juli-2007\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia\/die Eli-Waisen im Juli 2007"},"content":{"rendered":"<h2>Die Nursery-Waisen<\/h2>\n<p><strong>Lenana<\/strong> hat sich als Hauptleitkuh in der Nairobi Nursery etabliert. Sie kommandierte Klein <strong>Shimba<\/strong> herum, der ihr buchst\u00e4blich an den Fersen klebt, wann immer die drei winzigen Nursery-Babies mit der \u00e4lteren Gruppe zusammen sind. <!--more--><strong>Makena<\/strong> und vor allem <strong>Chyulu<\/strong> sind davon gar nicht begeistert. Nach einigen verbissenen K\u00e4mpfen um <strong>Shimba<\/strong>, scheint ein Kompromiss gefunden worden zu sein: <strong>Chyulu<\/strong> darf <strong>Shimba <\/strong>mit<strong> Lenana<\/strong> teilen, indem sie mit den beiden mitl\u00e4uft. Sie darf <strong>Shimba<\/strong> allerdings nicht mitnehmen. <strong>Shimba<\/strong> genie\u00dft die ganze Aufmerksamkeit von beiden K\u00fchen sichtlich und saugt immer wieder freudig an <strong>Lenanas<\/strong> Mini-Zitzen! In den K\u00e4mpfen um <strong>Shimba<\/strong> verb\u00fcndeten sich <strong>Makena <\/strong>und<strong> Chyulu<\/strong> gegen <strong>Lenana <\/strong>und versuchten,<strong> Shimba<\/strong> zu kidnappen! Auch <strong>Kamboyo <\/strong>und<strong> Zurura<\/strong> lieferten sich zwischenzeitlich immer wieder Rangk\u00e4mpfe. Die beiden Bullen sind zwar gleich gro\u00df, jedoch ist <strong>Kamboyo<\/strong> leicht im Vorteil, weil seine Sto\u00dfz\u00e4hne schon ein St\u00fcckchen l\u00e4nger sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2007\/09\/kamb_zuru.jpg\" alt=\"Kamboyo &amp; Zurura\" \/><\/p>\n<p>Trotzdem gibt sich <strong>Zurura<\/strong> nicht geschlagen, so dass die t\u00e4glichen Raufereien, die meist als kleines Kr\u00e4ftemessen beginnen, oft in richtige K\u00e4mpfe ausarten, die selbst <strong>Lenana<\/strong> nicht schlichten kann. Obwohl sie immer wieder einzugreifen versucht &#8211; die beiden Bullen sind genauso gro\u00df wie sie selbst und wahrscheinlich auch ein bisschen st\u00e4rker&#8230; Schlie\u00dflich \u00fcberl\u00e4sst sie das Problem den Keepern. <strong>Lenana<\/strong> ist zu einem sehr liebevollen und freundlichen Mitglied der Nursery-Gruppe herangewachsen, und auch <strong>Chyulu<\/strong> hat einen sehr m\u00fctterlichen Charakter, so dass sie wahrscheinlich die Rolle der Leitkuh \u00fcbernehmen wird, sobald <strong>Lenana<\/strong> nach Ithumba zieht.<\/p>\n<p><strong>Lesanju <\/strong>und<strong> Lempaute<\/strong> haben sich auch weiterhin erfolgreich dagegen gewehrt, von den \u00e4lteren K\u00fchen \u201ezu Tode geliebt&#8220; zu werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2007\/09\/lem_les.jpg\" alt=\"Lempaute &amp; Lesanju\" \/><\/p>\n<p><strong>Makena <\/strong>und<strong> Chyulu<\/strong> waren sehr frustriert, doch <strong>Chyulu<\/strong> gelingt es langsam, das Eis zu brechen, indem sie sich auf den Boden legt und <strong>Lesanju<\/strong> zu einem Staubbad &#8218;\u00fcberredet&#8216;! <strong>Lesanju<\/strong> sieht sich selbst als Baby-Elefanten-Leitkuh und weigert sich vehement gegen zu viel Mutterliebe, um diesen Rang nicht zu gef\u00e4hrden. <strong>Lempaute<\/strong> ist frech wie immer, und man kann sich immer darauf verlassen, dass sie die Besucher am Schlammbad mit ihren Sp\u00e4\u00dfchen unterh\u00e4lt. Sie st\u00fcrzt in Richtung Abgrenzung, so dass alle Kinder in wildes Geschrei ausbrechen und davonlaufen. Dann geht sie auf den Boden, um zu zeigen, dass sie einfach nur spielen m\u00f6chte! W\u00e4hrend einem ihrer Streiche rutschte ihr zum ersten Mal ein \u201erichtig erwachsenes&#8220; Trompeten heraus! Das ist ein H\u00f6hepunkt im Leben eines heranwachsenden Elefanten, und meistens passiert es nicht vor dem 6. Lebensmonat. Die Elefanten m\u00fcssen richtig aufgeregt sein, und dann passiert es meist sogar unfreiwillig!<\/p>\n<p><strong>Monatsbericht f\u00fcr die Ithumba-Gruppe: Juli 2007<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Ithumba-Elefanten war es ein sehr aufregender Monat. Sie hatten viele n\u00e4chtliche Besuche von wilden Elefanten, Bullen und Familiengruppen gleicherma\u00dfen, die sich an der Stalltr\u00e4nke bedienten und zu den Waisen &#8218;kollerten&#8216; [eine Art der Kommunikation, ein tiefes Grummeln]. Die vier Big Girls, Yatta, Nasalot, Kinna und Mulika bettelten darum mit der Gruppe hinaus gehen zu d\u00fcrfen,und folgten am Morgen neugierig den Spuren der wilden Herde. Leider ist es ihnen nicht gelungen sie wieder zu finden. Eine wilde Gruppe kam in der Nacht des 27. Juni; 2 wilde Bullen am 11. und noch einmal am 12. Juli. Einer von ihnen ber\u00fchrte versehentlich den Elektrozaun um die Stallung mit seinem R\u00fcssel und erhielt prompt einen Schlag, so dass er sich schnell wieder zur\u00fcckzog! Am 18. kam eine wilde Herde und verbrachte lange Zeit bei den Stallungen, kommunizierte mit unseren Waisen, denen sie am Vortag im Busch begegnet waren. Die wilden Elefanten kam noch einmal am 20.; und am n\u00e4chsten Tag schaute ein weiterer wilder Bulle vorbei, verbrachte eine lange Zeit an der Stalltr\u00e4nke und besch\u00e4digte eine der Akazien. Auch am 23. kamen wilde Artgenossen, und am 25. kehrten die beiden wilden Bullen noch einmal zur\u00fcck, so dass der Rekord an n\u00e4chtlichen Besuchen in den Ithumba-Stallungen gebrochen wurde. Das freut uns nat\u00fcrlich au\u00dferordentlich. Wenn die vier Big Girls nachts hinaus d\u00fcrften um sich mit ihren wilden Besuchern zu treffen, w\u00fcrden sie mit der wilden Gruppe mitgehen und wahrscheinlich auch einige der Kleinen mitnehmen, die f\u00fcr die Tsavo L\u00f6wen leichte Beute w\u00e4ren, dessen sind sich die Keeper sicher.<\/p>\n<p>Ein einzelner Tsavo-L\u00f6we erschreckte die Gruppe eines Nachts, als er br\u00fcllend an den Stallungen vorbeilief. Auch 2 Schakale st\u00f6rten einmal den Frieden am Schlammbad. Wie \u00fcblich wurden Dikdiks gejagt (und Kenze musste von Nasalot beruhigt werden), und auf ihrem Weg zum Schlammbad begegneten sie einer Herde Zebras. Die Besuche der wilden Elefanten dominieren jedoch die Aufzeichnungen diesen Monats.<\/p>\n<p>Das Wetter war im gesamten Land f\u00fcr diese Jahreszeit ungew\u00f6hnlich wechselhaft. Eigentlich haben wir jetzt &#8218;Tropenwinter&#8216;, von Juni bis August sollte es eigentlich sehr kalt sein. Doch in diesem Jahr war das Wetter unvorhersehbar, mit sowohl kalten als auch sehr hei\u00dfen Tagen, wie die Keeper bemerkten.<\/p>\n<p>Ein interessanter Zwischenfall ereignete sich eines Tages als Sian, Loijuk und Naserian an der Spitze der Gruppe die falsche Richtung einschlugen. Nasalot bemerkte es sofort und eilte nach vorn um die Gruppe anzuhalten. Allerdings konnte sie nicht mithalten mit der Geschwindigkeit, die die drei Anf\u00fchrerinnen vorlegten um nicht \u00fcberholt zu werden. Nasalot ri\u00df dann absichtlich einen Ast von einem Baum und machte so viel Krach, dass die drei J\u00fcngsten sofort die Flucht ergriffen! Nasalot wartete auf ihre R\u00fcckkehr, denn sie wu\u00dfte, dass die Kleinen ihren Schutz suchen w\u00fcrden. Und als sie wieder zusammen waren, dr\u00e4ngte sie sie wieder in die richtige Richtung. Dies zeigte wieder einmal wie intelligent Elefanten sind, und wie vorausschauend sie handeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kenze, das kleinste Mitglied der Ithumba-Gruppe, \u00fcberraschte alle, als er am Morgen des 28. auf einmal die F\u00fchrung der Gruppe \u00fcbernahm und alle zum Kalovoto-Wasserlauf zum Fressen f\u00fchrte. Es war das erste Mal, dass Kenze sich die Anf\u00fchrer-Rolle zutrute, und die anderen bewunderten ihn f\u00fcr dieses gro\u00dfe Privileg. Er und Orok sind nach wie vor Nasalot&#8217;s &#8218;Babies&#8216;, w\u00e4hrend Yatta hingebungsvoll an Olmalo h\u00e4ngt und Mulika weiterhin Selengai verg\u00f6ttert.<\/p>\n<p>Wendi, Sunyei, Naserian und Sian, alle drei ehemalige Nursery-Leitk\u00fche haben diesen Status immernoch gegen\u00fcber den j\u00fcngeren, doch Yatta ist unangefochten die Leitkuh der Gruppe, und \u00fcberdies eine sehr verantwortungsbewusste. Obwohl sie kleiner als Mulika ist, so bleibt sie die \u00c4ltere, und das Alter bestimmt den Rang unter Bullen wie K\u00fchen. Viele unserer Bullen sind jedoch im gleichen Alter, so dass Ringk\u00e4mpfe hier vor allem die Hierarchie entscheiden.<\/p>\n<p><strong>Die<\/strong> <strong>Voi-Waisen<\/strong><\/p>\n<p>Jedes Weibchen trachtet nach der Position der Leitkuh in einer Herde, und unsere Waisen bilden dabei keine Ausnahme. Jedoch werden die Dinge etwas kompliziert mit Ex-Leitk\u00fchen, die jetzt mit wilden Jungtieren ihre eigene Gruppe bilden (<strong>Emily<\/strong>), ihren Nachfolgerinnen (<strong>Natumi<\/strong>), die inzwischen auch von unabh\u00e4ngig von den Keepern sind und einige der Halbw\u00fcchsigen mitnehmen, um ihre eigene Gruppe zusammenzustellen, jedoch immer noch an den Kleinsten (<strong>Thoma<\/strong>) h\u00e4ngen, die nachts noch in den sicheren Stallungen bleiben m\u00fcssen. <strong>Emilys<\/strong> Gruppe kehrte nach einem Monat Abwesenheit zur\u00fcck und verbrachte viel Zeit mit <strong>Natumi<\/strong> und ihrer Gruppe. Damit bem\u00e4chtigte sie sich nat\u00fcrlich <strong>Natumis<\/strong> Rolle als Leitkuh. <strong>Edie<\/strong>, die einst zu <strong>Natumis<\/strong> Gruppe geh\u00f6rte, kehrte zur\u00fcck, um sich um die zur\u00fcckgebliebenen J\u00fcngsten zu k\u00fcmmern. Deren Anf\u00fchrerin ist aber eigentlich <strong>Thoma<\/strong>. All diese Verwicklungen sorgten f\u00fcr viel Wiedersehensfreude bei jedem Treffen, allerdings auch viel Unmut zwischen den verschiedenen Leitk\u00fchen. Alle freuen sich \u00fcberschw\u00e4nglich, wenn sie sich wieder sehen, doch <strong>Natumi<\/strong> weigert sich ihre Position abzugeben, immer wenn <strong>Emily<\/strong> mit von der Partie ist. Genauso wenig mag <strong>Edie<\/strong>, wenn <strong>Natumi<\/strong> pl\u00f6tzlich auftaucht, um die J\u00fcngeren anzuf\u00fchren, und <strong>Thoma<\/strong> gibt ihre Anf\u00fchrerrolle auch nur ungern an <strong>Edie<\/strong> ab!<\/p>\n<p><strong>Natumi<\/strong> war h\u00e4ufig mit den <strong>J\u00fcngsten<\/strong> in Kontakt. Allerdings gab es diesen Monat so viel Interaktion zwischen den einzelnen Gruppen, so dass einige Waisen, die vorher in <strong>Natumis<\/strong> Gruppe waren, sich nun <strong>Emilys<\/strong> Gruppe angeschlossen haben. <strong>Natumi<\/strong> bleiben jetzt nur noch drei Bullen, <strong>Lolokwe, Mukwaju <\/strong>und<strong> Irima. Laikipia<\/strong> wurde von <strong>Uaso <\/strong>zu<strong> Emilys<\/strong> Gruppe gef\u00fchrt. Er scheint sich gut mit <strong>Mukwaju <\/strong>und <strong>Lolokwe<\/strong> zu verstehen, oft kommt er mit einem von beiden zum mitt\u00e4glichen Schlammbad, um mit den Kleinen zu spielen.<\/p>\n<p><strong>Emilys<\/strong> Gruppe und die von <strong>Natumi<\/strong> verbrachten einen Tag zusammen, kamen abends an den Stallungen vorbei und gr\u00fc\u00dften die Kleinen, die bereits eingeschlossen waren. Sie ber\u00fchrten sich durch die Holzw\u00e4nde und kollerten fr\u00f6hlich-leise vor sich hin. An einem anderen Tag verbrachte <strong>Lolokwe<\/strong> das Schlammbad mit den Kleinsten und zog dann mit <strong>Uaso<\/strong> davon. Schon am n\u00e4chsten Tag kamen die beiden Bullen an die Stallungen, um zu saufen, und gingen schlie\u00dflich wieder gemeinsam. <strong>Emilys <\/strong>und <strong>Natumis<\/strong> Gruppe haben die Tage gemeinsam verbracht, trennten sich gelegentlich, um sich dann mit <strong>Thomas<\/strong> Gruppe am Schlammloch wieder zu treffen. Dorthin begab sich manchmal auch Catherine und ihre Familie, die zuvor mit <strong>Emily<\/strong> unterwegs waren. Wenn eine der wilden Leitk\u00fche auftaucht (so wie Catherine oder Naomi), gibt es keine Widerrede. Sowohl <strong>Emily <\/strong>als auch<strong> Natumi<\/strong> geben ihren Matriarchinnen-Status ab.<\/p>\n<p>Die J\u00fcngeren (<strong>Thomas<\/strong> Gruppe) verbrachten mehr Zeit mit <strong>Natumis<\/strong> Gruppe als mit <strong>Emilys<\/strong> Gruppe, die schon l\u00e4nger unabh\u00e4ngig ist und lieber weiter in den Park hinausgeht. Einmal kam <strong>Natumi<\/strong> zusammen mit <strong>Lolokwe <\/strong>und<strong> Mukwaju,<\/strong> um die Babies hinauszuf\u00fchren (und Mukwaju war sehr versucht, bei ihnen zu bleiben). Kurz darauf kamen sie erneut zu den Stallungen zusammen mit <strong>Emilys<\/strong> Gruppe. Sp\u00e4ter sah man sie ohne <strong>Emily<\/strong>. <strong>Edie<\/strong> beschloss, als Leitkuh bei den Kleinen zu bleiben, ging sp\u00e4ter jedoch mit <strong>Natumis<\/strong> Gruppe.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-keniadie-eli-waisen-im-juli-2007\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nursery-Waisen Lenana hat sich als Hauptleitkuh in der Nairobi Nursery etabliert. 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