{"id":2055,"date":"2011-01-18T14:40:00","date_gmt":"2011-01-18T13:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=2055"},"modified":"2017-05-01T08:19:38","modified_gmt":"2017-05-01T07:19:38","slug":"elefantenjagd-mit-kohlenstoff-isotopen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/elefantenjagd-mit-kohlenstoff-isotopen\/","title":{"rendered":"Elefantenjagd mit Kohlenstoff-Isotopen"},"content":{"rendered":"<p>Ein neues Verfahren soll Elefanten-Wilderern das Handwerk legen. Der Trick: Mithilfe einer C-14-Isotopen-Methode l\u00e4sst sich die Herkunft der Elefanten ziemlich genau bestimmen. <\/p>\n<p>VON MARC ENGELHARDT<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2011\/01\/image.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: inline; border-top: 0px; border-right: 0px\" title=\"image\" border=\"0\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2011\/01\/image_thumb.png\" width=\"450\" height=\"227\" \/><\/a>&#160;<\/p>\n<p>Elefanten im Masai Mara Nationalpark (Kenia). Foto: dpa<\/p>\n<p>Nur Stunden, bevor die Vertreter von 35 afrikanischen Staaten sich in Kenias Hauptstadt Nairobi zu einer UN-Elefantenschutz-Konferenz zusammensetzten, h\u00f6rten Wildh\u00fcter im knapp 400 Kilometer entfernten Meru-Nationalpark Sch\u00fcsse in der Savanne. &quot;Unsere Patrouille machte sich sofort auf die Suche nach dem Tatort&quot;, berichtet Samuel Tokore, der die Operation in Meru leitete. &quot;Dort stie\u00dfen wir auf eine Gruppe, die gerade dabei war, mit einer Machete die Sto\u00dfz\u00e4hne aus einem jungen Elefantenbullen zu hacken.&quot; Die Wilderer er\u00f6ffneten sofort das Feuer, im Kugelhagel wurde einer von ihnen erschossen. &quot;Wenn wir Wilderer finden, dann gehen wir kein Risiko ein&quot;, erkl\u00e4rt Tokore den Todesschuss, bei weitem nicht der einzige in diesem Jahr. <\/p>\n<p>F\u00fcr Wildh\u00fcter wie Tokore wird der Kampf gegen Wilderer immer gef\u00e4hrlicher. &quot;Der illegale Elfenbeinhandel ist mafi\u00f6s organisiert&quot;, wei\u00df Stefan Ziegler vom WWF. &quot;In einigen Regionen in Zentralafrika ziehen gut ausger\u00fcstete Banden mit Schnellfeuerwaffen und Walkie-Talkies f\u00fcr einige Tage durch die Schutzgebiete, laden die Beute auf einen Pick-up und fl\u00fcchten.&quot; Oft handelt es sich Ziegler zufolge um Auftragsarbeiten im Dienste von Kartellen, die das Elfenbein in Schiffscontainern mit doppelten B\u00f6den nach Asien schmuggeln. Die mit Abstand meisten K\u00e4ufer sitzen in Japan und China, wo Elfenbeinschnitzereien begehrt sind und Elfenbeinpulver traditionellen Medikamenten und Kosmetika beigemischt wird. Bis zu 400 Tonnen Elfenbein, die Sto\u00dfz\u00e4hne von 10.000 Elefanten, werden Sch\u00e4tzungen zufolge j\u00e4hrlich auf dem Schwarzmarkt verkauft. <\/p>\n<p>Zwar verbietet das Washingtoner Artenschutzabkommen nahezu jeden Handel mit Elfenbein, doch bislang war es kaum m\u00f6glich, Herkunft und Alter von Sto\u00dfz\u00e4hnen zu bestimmen. Oft behaupten ertappte Hehler, es handele sich um antike St\u00fccke oder um legal versteigertes Elfenbein aus S\u00fcdafrika, Namibia, Botswana oder Simbabwe. Doch damit soll bald Schluss sein. Ein neuartiges Verfahren, das von den Unis Regensburg und Mainz entwickelt und von Ziegler in Nairobi vorgestellt wurde, erm\u00f6glicht die genaue Bestimmung der Herkunft des Elfenbeins. &quot;Wir messen dazu das Vorkommen bestimmter Isotopen, also Elementen mit unterschiedlicher Masse&quot;, so Ziegler. Weil etwa Waldelefanten sich vorwiegend von Bl\u00e4ttern ern\u00e4hren, nimmt ihr K\u00f6rper weniger Kohlenstoff-14 auf als Elefanten in der Savanne, die vor allem Gras zu sich nehmen. &quot;An den Z\u00e4hnen l\u00e4sst sich das genau ablesen&quot;, erkl\u00e4rt Ziegler. Mit einem einfachen Verfahren, das in Europa auch bei Lebensmittelkontrollen benutzt wird, lassen sich die Isotopenverh\u00e4ltnisse ablesen. &quot;Wenn wir das f\u00fcr sechs Isotopen machen und die Ergebnisse mit einer Referenzdatenbank abgleichen, wissen wir sofort, aus welcher Ecke Afrikas das Elfenbein stammt.&quot; <\/p>\n<p>Genau diese Referenzdatenbank soll in den kommenden Monaten erstellt werden, indem Proben in allen Staaten gesammelt werden, wo Elefanten leben. Doch Ziegler rechnet mit Widerstand. &quot;Manche Staaten, vor allem in Zentralafrika, lassen sich nat\u00fcrlich nicht gerne gerichtsfest nachweisen, dass sie schlechten Artenschutz praktizieren &#8211; au\u00dferdem profitieren in manchen L\u00e4ndern Politiker bis ganz nach oben vom illegalen Elfenbeinhandel.&quot; Doch Ziegler hat vorgesorgt: Abkommen mit Jagdverb\u00e4nden und Museen sollen helfen, auch aus unwilligen L\u00e4ndern die n\u00f6tigen Daten zu erhalten.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/umwelt\/artikel\/1\/elefantenjagd-mit-kohlenstoff-isotopen\/\">www.taz.de\/1\/zukunft\/umwelt\/artikel\/1\/elefantenjagd-mit-kohlenstoff-isotopen\/<\/a><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/elefantenjagd-mit-kohlenstoff-isotopen\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues Verfahren soll Elefanten-Wilderern das Handwerk legen. 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