{"id":213,"date":"2007-11-11T11:28:36","date_gmt":"2007-11-11T10:28:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=213"},"modified":"2008-04-13T21:27:19","modified_gmt":"2008-04-13T19:27:19","slug":"newsletter-aus-keniadie-eli-waisen-im-august-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-keniadie-eli-waisen-im-august-2007\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia\/die Eli-Waisen im August 2007"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Nursery-Waisen<\/strong><\/p>\n<p>In der Nursery herrschte gro\u00dfe Aufregung, als am Abend des 4. August ein Elefantenwaise aus der Mount-Elgon-Population zu uns gebracht wurde. Die Mount-Elgon-Elefantenpopulation ist einzigartig, weil sie sich in einem erloschenen Vulkankrater H\u00f6hlen und Tunnel gegraben hat! Und diese Population ist in der Tat auch die einzige in Kenia, von der wir bisher keine Waise in unserer keinen Herde hatten. <!--more--><\/p>\n<p>Das Elefantenbaby litt vermutlich unter einer Lungenentz\u00fcndung, musste sie doch in str\u00f6mendem Regen eine sehr qualvolle Nacht auf dem kalten Boden einer ca. 8,5 Meter tiefen Grube verbringen, gefolgt von einer vierst\u00fcndigen Odyssee auf der Ladefl\u00e4che eines Gel\u00e4ndewagens und dem Flug nach Nairobi. Kaum angekommen, wurde sie von den anderen Waisen freudig empfangen. <strong>Lempaute<\/strong> begr\u00fc\u00dfte sie zuerst, doch schon bald schloss besonders <strong>Lesanju<\/strong> den Neuank\u00f6mmling ins Herz. Trotz zweier l\u00e4ngerer Behandlungen mit Antibiotika, begann die kleine Elgon bald schwer zu atmen, und in den fr\u00fchen Morgenstunden des 21. August fiel sie ins Koma und starb nur wenig sp\u00e4ter. Todesursache war eine b\u00f6sartige Lungenentz\u00fcndung, verursacht durch einen Bakterienstamm, der allen Antibiotika &#8211; au\u00dfer einem, n\u00e4mlich Ciprofloxazin &#8211; gegen\u00fcber resistent ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2007\/11\/chyulu-shimba-makena-and-kamboyo.jpg\" alt=\"Chyulu, Shimba, Makena und Kamboyo\" \/><\/p>\n<p>Klein &#8222;Elgon&#8220; wurde von allen schmerzlich vermisst, besonders jedoch von <strong>Lesanju<\/strong>, die noch tagelang nach ihr suchte. Aber auch alle anderen weiblichen Nursery-Elefanten waren f\u00fcr mehrere Tage sehr niedergeschlagen.. Wir sind alle sehr traurig \u00fcber den schmerzhaften Verlust dieses wunderbaren, liebensw\u00fcrdigen und sehr freundlichen kleinen Elefanten, der \u00fcberdies eine einzigartige Population vertrat.<\/p>\n<p><strong>Zurura<\/strong> hatte seinen Stall f\u00fcr Elgan r\u00e4umen m\u00fcssen und wurde vorerst nebenan bei seinem Freund <strong>Kamboyo<\/strong> untergebracht. Einmal hatten die beiden eine Auseinandersetzung und rangelten die ganze Nacht! Da <strong>Kamboyo<\/strong> die l\u00e4ngeren Sto\u00dfz\u00e4hne hat, ist er im Vorteil und verl\u00e4sst meist als Sieger das Feld. Auch <strong>Lenana<\/strong>, die Mini-Leitkuh, wurde ein paar Mal von ihm herumgeschubst &#8211; ein Anzeichen daf\u00fcr, dass es Zeit wird ihn mit \u00e4lteren Bullen zusammenzubringen, die ihn zur Raison rufen k\u00f6nnen! <strong>Kamboyo, Lenana <\/strong>und<strong> Zurura<\/strong> werden nach Ithumba umgesiedelt, sobald der n\u00e4chste Regen f\u00e4llt, hoffentlich bis zum Jahresende. <strong>Makena <\/strong>und<strong> Chyulu<\/strong> werden zur\u00fcckbleiben und sich um die verbleibenden &#8222;Kleinsten&#8220; k\u00fcmmern. <strong>Lesanju <\/strong>und<strong> Lempaute<\/strong> sind unzertrennlich und wehren sich immer noch dagegen, von den \u00c4lteren &#8222;in Besitz genommen&#8220; zu werden, w\u00e4hrend <strong>Shimba<\/strong> <strong>Lenanas<\/strong> Zuneigung unendlich genie\u00dft..<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2007\/11\/lesanju-lempaute-sinya-shimba-and-dida.jpg\" alt=\"Lesanju, Lempaute, Sinya, Shimba und Dida\" \/><\/p>\n<p><strong>Lempaute<\/strong> unterh\u00e4lt auch weiterhin die Besucher beim t\u00e4glichen Schlammbad. Sie hat es immer auf die Kinder abgesehen, rennt auf sie zu und unterl\u00e4uft sogar manchmal die Absperrung. Dann legt sie sich auf den Boden um zu zeigen, dass sie nur spielen m\u00f6chte. <strong>Makena <\/strong>und<strong> Chyulu<\/strong> sind unzertrennlich. Sie teilen sich ein Nachtquartier und sind auch tags\u00fcber nie weit voneinander entfernt.<\/p>\n<p><strong>Die Ithumba-Waisen <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Ithumba-Gruppe war es ein ganz besonderer Monat &#8211; zum ersten Mal konnten sie sich tags\u00fcber mit wilden Elefanten verbr\u00fcdern. Der erste Kontakt war noch unbemerkt von den Keepern, die ein wenig entfernt unter einem Baum sa\u00dfen und die Elefanten auf eigene Faust durch den Busch st\u00f6bern lie\u00dfen. Als es Zeit war, den Heimweg anzutreten, riefen die Keeper ihre Elefanten, doch nur die J\u00fcngsten erschienen. Also machten sich die Keeper auf die Suche nach den anderen und waren \u00fcberrascht, als sie <strong>Yattas<\/strong> Gruppe umringt von drei wilden Elefanten vorfanden. Diese jedoch fl\u00fcchteten, sobald sie die Menschen witterten und lie\u00dfen die Waisen v\u00f6llig verbl\u00fcfft zur\u00fcck!<\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter, als die Waisen gerade ins Nachtlager zur\u00fcckkehrten, war <strong>Yattas<\/strong> Gruppe mit den \u00e4lteren Waisen in Begleitung von vier wilden Bullen. Die Keeper beeilten sich, um weit vor der Gruppe zu laufen, damit die wilden Elefanten ohne Bedenken Kontakt mit den Waisen aufnehmen konnten. Sie hofften, dass sie mit den Waisen zu den Stallungen kommen w\u00fcrden. Diese tauchten wenig sp\u00e4ter allerdings allein wieder auf. Ende des Moants. kamen drei wilde K\u00fche und ein Kalb an die Tr\u00e4nke im Nachtlager und blieben f\u00fcr drei Stunden, als die Waisen bereits in ihren St\u00e4llen waren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2007\/11\/buchuma-rapsu.jpg\" alt=\"Buchuma &amp; Rapsu\" \/><\/p>\n<p><strong>Yatta<\/strong>, deren Lieblingsbaby schon von Anfang an <strong>Ol Malo<\/strong> war, steht dieser sehr nahe und war schnell zur Stelle, als sie <strong>Ol Malo<\/strong> schreien h\u00f6rte. <strong>Sidai<\/strong> hatte sie heftig gegen einen Baum geschubst. <strong>Ol Malo<\/strong> entlarvte <strong>Sidai<\/strong> vor den anderen als Misset\u00e4terin, indem sie mit ihrem R\u00fcssel auf sie zeigte! Diese wurde sofort aus der Gruppe gejagt und von <strong>Kinna<\/strong> fast noch in den Schwanz gebissen. <strong>Sidai<\/strong> musste dann einige Zeit allein verbringen; das ist gew\u00f6hnlich die Strafe f\u00fcr einen \u00dcbelt\u00e4ter in der Elefantengruppe.<\/p>\n<p><strong>Sunyei<\/strong> trieb wie immer ihre Streiche, bei denen sie so tut, als habe sie etwas ganz Furchtbares entdeckt. Sie rennt wie wild geworden an ihrer Gruppe vorbei, trompetet aufgeregt und versteckt sich bei den Keepern. Das verursachte auch diesmal wieder einiges Durcheinander, denn alle folgten ihr schreiend zu den Keepern. Dabei hatte <strong>Sunyei<\/strong> lediglich ein harmloses Dikdik gesehen. Die Keeper waren gar nicht mehr \u00fcberrascht, denn sie kennen diese Spielchen mittlerweile nur zu gut. Es gab es noch ein anderes Mal Chaos in der Gruppe, als <strong>Yatta <\/strong>und<strong> Napasha<\/strong> ein paar Warzenschweine vom Schlammbad vertrieben. Diese rannten quer durch die Gruppe Elefanten, die wiederum das Weite suchten. Als die Warzenschweine noch schneller wurden, weil sie vor den Elefanten fl\u00fcchteten, dachten diese, sie w\u00fcrden angegriffen, und rannten ebenfalls immer schneller. Die Keeper brauchten einige Zeit, um alle wieder zusammenzubringen und die Ordnung wieder herzustellen!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2007\/11\/olmallo-yatta-napasha-entwines-their-trunks.jpg\" alt=\"Ol Mallo, Yatta &amp; Napasha\" \/><\/p>\n<p>Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die wilden Elefanten ein Herz fasten und bei Tageslicht den Kontakt zu unseren Waisen aufnahmen. Vorher wurden sie nur von Bullen im Schutze der Nacht besucht, doch schlie\u00dflich erschienen auch \u00e4ltere K\u00fche mit ihren K\u00e4lbern an den Gehegen der Waisen. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden die wilden Elefanten verstehen, dass die Menschen, die mit den Waisen zusammenleben, freundlich sind. Wir k\u00f6nnen uns also auf regelm\u00e4\u00dfige Interaktionen einstellen, sobald die wilden Elefanten ihre Scheu verloren haben. Elefanten haben bekanntlich ein sehr gutes Ged\u00e4chtnis, so dass das dunkle Kapitel des massenhaftes Gemetzels durch Wilderer in den 70er, 80er und 90er Jahren, das alle Elefanten im Norden des Parks betraf, in den Gedanken der Tsavo-Elefanten offenbar immer noch sehr pr\u00e4sent ist.<\/p>\n<h2>Die Voi-Waisen<\/h2>\n<p>Ein Gro\u00dfteil von <strong>Natumis <\/strong>Gruppe,<strong> Sosian, Loisaba, Laikipia, Nyiro, Icholta <\/strong>und <strong>Lolokwe, <\/strong>hat sich mit <strong>Emilys <\/strong>und<strong> Aitongs <\/strong>Gruppe<strong>, <\/strong>also<strong> Sweet Sally, Ndara, Tsavo <\/strong>und<strong> Illingwezi<\/strong> zusammengeschlossen und wurde in diesem Monat gar nicht gesehen. <strong>Natumi<\/strong> hatte vergeblich versucht, sie zur\u00fcckzugewinnen, damit sie sich ihrer kleinen Gruppe mit <strong>Mukwaju <\/strong>und <strong>Edie<\/strong> anschlie\u00dfen. Trotz aller R\u00fcckschl\u00e4ge kommt sie gut voran beim Versuch, <strong>Thoma-\u00b4s<\/strong> Gruppe an sich zu binden, die sie alle respektieren und bewundern. Also hat sie sich in diesem Monat darauf konzentriert, dass sie und ihre Gruppe viel Zeit mit den Kleinsten verbringen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2007\/11\/burra-at-the-lead.jpg\" alt=\"Burra f\u00fchrt die Gruppe an\" \/><\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Ereignis f\u00fcr die Voi-Waisen war in diesem Monat die Ankunft eines weiteren verwaisten K\u00e4lbchens, das das J\u00fcngste unter ihnen war. <strong>Masinga<\/strong>, wie das Baby genannt wurde, hatten die Waisen selbst gerettet, nachdem eine verzweifelte Aktion am Vortag abgebrochen werden musste, weil Keeper Julius beim Versuch, sie zu fangen, fast schwer verletzt wurde. Tags darauf wurde sie allein auf der \u00f6stlichen Ebene, am Fu\u00dfe von Masinga Hill, gesehen. Inmitten unserer Waisen kam sie am ersten Tag mit bis zu den Stallungen. Hinein wollte sie allerdings auf keine Fall. Also wurde sie an Ort und Stelle vom Tierarzt des David Sheldrick Wildlife Trust, Dr. Ndeereh, bet\u00e4ubt und f\u00fcr die erste Nacht mit <strong>Mweiga<\/strong> zusammen in einem Stall untergebracht. In den folgenden acht N\u00e4chten schlief sie immer bei einem anderen Waisen, bis sie sich bei allen Keepern wohl f\u00fchlte. Man sch\u00e4tzt sie auf drei Jahre, und inzwischen geh\u00f6rt sie der Gruppe der J\u00fcngsten an, die von <strong>Thoma<\/strong> angef\u00fchrt wird, wenn <strong>Natumi<\/strong> fort ist. <strong>Masinga<\/strong> wird von allen nach Strich und Faden verw\u00f6hnt. Sie kommt in den Stall um t\u00e4glich ihre frisch geschnittenen Grewia-Zweige zu fressen und verbringt die Nacht mit den anderen. Es ist wunderbar mit anzusehen, wie gl\u00fccklich sie mit ihrer neuen Familie ist, und wie aufmerksam ihr die Waisen jeden Wunsch erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2007\/11\/idie-msinga-thomma.jpg\" alt=\"Edie, Msinga &amp; Thoma\" \/><\/p>\n<p>Obwohl <strong>Mweiga<\/strong> nach wie vor sehr schwach auf den Beinen ist, geht es ihr gut, und es ist besonders beeindruckend, wie die anderen sich t\u00e4glich in ihren \u201e<strong>Mweiga<\/strong>-Pflichten&#8220; abwechseln. Nur sehr selten ist sie allein, immer k\u00fcmmert sich mindestens einer aus der Gruppe um sie. Sollte es doch einmal vorkommen, dass sie ganz allein bei den Keepern bleiben muss, dann steht sie offenbar die ganze Zeit mit ihrer Gruppe in Verbindung, denn sie kollert die ganze Zeit, um sie zu versichern, dass es ihr gut geht.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-keniadie-eli-waisen-im-august-2007\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nursery-Waisen In der Nursery herrschte gro\u00dfe Aufregung, als am Abend des 4. August ein Elefantenwaise aus der Mount-Elgon-Population zu uns gebracht wurde. Die Mount-Elgon-Elefantenpopulation ist einzigartig, weil sie sich in einem erloschenen Vulkankrater H\u00f6hlen und Tunnel gegraben hat! 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