{"id":25,"date":"2005-10-16T20:48:04","date_gmt":"2005-10-16T18:48:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=25"},"modified":"2008-04-13T22:30:25","modified_gmt":"2008-04-13T20:30:25","slug":"september-2005","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/september-2005\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im September 2005"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: Arial;\">Die Waisen in Nairobi<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong>Narripis<\/strong> Allgemeinzustand verschlechterte sich zur Monatsmitte hin, was wir auf das Durchbrechen der Z\u00e4hne zur\u00fcckf\u00fchrten, was gew\u00f6hnlich immer Fieber und Probleme im Magen-Darm-Trakt verursacht. Als Blut in seinen Ausscheidungen zu sehen war, griffen wir \u00e4ngstlich auf ein anderes Antibiotikum zur\u00fcck, denn wir wissen, wie stark Antibiotika das Immunsystem der kleinen Elefanten schw\u00e4chen, und wir wussten, dass <strong>Narripi<\/strong> ein Kanditat der gef\u00fcrchteten Lungenentz\u00fcndung war. Andererseits wurde bereits ein Opfer erfolgreich durchgebracht, und es gab Beispiele einer erfolgreichen Anwendung bei den Rindern der Massai. Diesem Weg folgend, der die Gaben von Joghurt mit einer Milch-Mixtur beinhaltete, verbesserte sich die Diarrhoe deutlich und wir hofften, den Kampf m\u00f6glicherweise gewonnen zu haben. Aber es sollte nicht sein. Narripi starb schlie\u00dflich am 4. Oktober.<!--more-->Der H\u00f6hepunkt des Monats war die Ankunft der kleinen <strong>Makena<\/strong>, ein winziges Elefantenm\u00e4dchen aus Laikipia, welches am 20. September in die Nairobi Nursery kam. Von Beginn an war sie eine Besonderheit, sehr klein f\u00fcr ihr offensichtliches Alter, alles in allem aber \u00e4u\u00dferst verspielt und aktiv, und zur Verbl\u00fcffung mit allen ersten Backenz\u00e4hnen ausgestattet, was ein Alter von wenigstens 3 bis 4 Monaten bedeutet. Das Zahnen bei Elefantenk\u00e4lbern findet gew\u00f6hnlich im Alter zwischen 1 und 4 Monaten statt.<\/p>\n<p>Zwei kleine Elefantenm\u00e4dchen besch\u00e4ftigten das Nursery-Team im September  \t\tganz besonders &#8211; <strong>Naserian<\/strong> und <strong>Lualeni<\/strong>. Immer wieder rannten sie zur\u00fcck zu den Stallungen, und auch sonst fand man die beiden nicht so weit au\u00dferhalb wie die anderen Elefanten. <strong>Buchuma<\/strong> verhielt sich gegen\u00fcber <strong>Rapsu<\/strong> besser in diesem Monat, und es ist  \t\tinteressant zu sehen, wie <strong>Kora<\/strong> kleine Rangeleien mit <strong>Buchuma<\/strong> anzettelt, die nichts mehr liebt als das! Es ist auch sehr erfreulich, \t\t<strong>Kora<\/strong> nun komplett geheilt zu sehen, mit molligen Backen und in  \t\tguter k\u00f6rperlicher Verfassung. Er teilt mit <strong>Rapsu<\/strong> ein ausgepr\u00e4gtes Zeitgef\u00fchl (sowie die Vorliebe f\u00fcr Milch), nicht selten suchen sie den \u201cMixer vom Dienst\u201c auf, wenn er auch nur ein wenig sp\u00e4ter damit fertig geworden ist!<\/p>\n<p><strong>Lualeni<\/strong> und <strong>Kora<\/strong> stehen sich sehr nahe, und <strong>Rapsu<\/strong> ist Freund mit jedem, ein sehr sanfter und lieber Charakter, weit entfernt von dem kleinen aggressiven Bullen mit einem blinden Auge, wie er vor einigen Monaten in der Nursery eintraf. Auch er ist inzwischen v\u00f6llig geheilt, mit zwei strahlenden Augen und molligen Wangen, welches bei Elefantenbabys ein Zeichen von guter k\u00f6rperlicher Verfassung ist. <strong> Naserian<\/strong> und <strong>Lualeni<\/strong> verhielten sich beide \u00e4u\u00dferst m\u00fctterlich  \t\tgegen\u00fcber <strong>Narripi<\/strong> und <strong>Makena<\/strong>, die jeden verzaubern, der die Elefanten besucht, da sie so klein sind und die Zuneigung geradezu erwecken. In diesem Monat war es <strong>Narripi<\/strong>, der st\u00e4ndiger Aufsicht bedurfte, eine aus Brunnenwasser geborgene Elefantenwaise, daher ein Kandidat f\u00fcr Atmungsprobleme, der zudem noch eine Bet\u00e4ubung f\u00fcr die Operation der R\u00fcsselspitze ertragen musste, und so viel emotionalen und physischen Stress. Die kleine <strong>Makena<\/strong> ist ein Edelstein,  \t\tverspielt, frech, enorm clever und auch schadenfroh &#8211; eine gewinnende  \t\tKombination!<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: Arial;\">Die Waisen in Voi<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Der s\u00fcdliche Teil des Tsavo Nationalpark, in dem die Voi-Gruppe beheimatet ist, war im September extrem trocken, und ohne das Angebot an frischer Pflanzenkost, wie sie im Norden zur Verf\u00fcgung steht, zeigten die \u00e4lteren Waisen, insbesondere <strong>Emily<\/strong>, <strong>Aitong<\/strong> und <strong> Sweet Sally<\/strong> sehr bald dramatische Anzeichen einer reduzierten Konstitution. Dieses ist auch bei vielen der wilden Elefanten zu beobachten, von denen einige ebenfalls beginnen, sehr mager auszusehen.<strong>Emily<\/strong> lernte schnell, dass die Nahrungserg\u00e4nzung mit Gerste, Kleie und Kokosmark, die sie bei den Stockades erhielt, eine willkommene Abwechslung war, und sie kehrte nun wieder t\u00e4glich dorthin zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wie auch immer, aus irgendeinem (eindeutig sozialem) Grund entschied  \t\tsich <strong>Aitong<\/strong> zusammen mit <strong>Sweet Sally<\/strong> \u00fcber die ersten drei Wochen des Monats den Stockades fernzubleiben. Sie bevorzugten die Gesellschaft der ehemaligen Waise <strong>Mpenzi<\/strong>, die nun erfolgreich in  \t\tdie wilde Elefantengesellschaft des Parks integriert ist und die Rolle  \t\tdes Kinderm\u00e4dchens f\u00fcr <strong>Lissa<\/strong>\u2019s zwei in der Wildnis geborene  \t\tK\u00e4lber \u00fcbernommen hat. Wir fragen uns, ob der Grund f\u00fcr <strong>Aitongs<\/strong> Verhalten darin liegt, dass sie hoch tr\u00e4chtig ist und die Zeit der Niederkunft bevorsteht? Vielleicht, und die Zeit wird uns die Antwort geben.<\/p>\n<p>Als sie und <strong>Sally<\/strong> schlie\u00dflich zur\u00fcckkehrten, erschien <strong> Aitong <\/strong>sehr abgemagert, aber gl\u00fccklicherweise hat sie es auch verstanden, dass zur D\u00fcrrezeit Extra-Rationen erh\u00e4ltlich sind, und schlie\u00dflich kehrte auch sie regelm\u00e4\u00dfig zu den Stockades zur\u00fcck. Seitdem verbesserte sich ihre Konstitution erheblich. Seltsamerweise wurde <strong> Sweet Sally<\/strong> durch die Trockenheit nicht im selben Ausma\u00df  \t\tbeeinflusst, aber <strong>Aitong<\/strong> hatte schon immer eine rund-schultrige und knochige Erscheinung, auch in den besten Zeiten, und der Gewichtsverlust w\u00e4hrend der D\u00fcrre betonte diese Charakteristik.<\/p>\n<p>Immer, wenn die j\u00fcngeren Voi-Orphans die Zeit mit <strong>Emily<\/strong> und <strong> Aitong<\/strong> verbringen, sind sie sichtlich vergn\u00fcgt. In ihrer Abwesenheit  \t\tjedenfalls \u00fcbernimmt <strong>Natumi<\/strong> die F\u00fchrung, t\u00fcchtig unterst\u00fctzt  \t\tdurch <strong>Icholta.<\/strong> In diesem Monat verbrachten die Waisen viel Zeit mit der Nahrungsaufnahme bis hinauf zum Mazinga Hill hinter den Stockades, und dieses allein machte einen Gro\u00dfteil der t\u00e4glichen Routine dieses Monats aus.<\/p>\n<p>Das Schlammbad ist f\u00fcr gew\u00f6hnlich die beste Gelegenheit f\u00fcr das Zusammentreffen mit wilden Elefanten, und die Voi-Gruppe hatte bereits zahlreiche solcher Begegnungen, au\u00dferdem Interaktionen, an denen Warzenschweine, B\u00fcffel und andere wilde Bewohner des Parks beteiligt waren. Die freundschaftlichen Bande mit einigen Individuen wilder Herden sind offensichtlich und unsere Waisen werden sehr gut toleriert durch weibliche Familiengruppen wie auch von den wilden Bullen. Jedoch, wie beim Menschen auch, gehen einige der Waisen mehr aus sich heraus als andere und schlie\u00dfen leichter soziale Kontakte, w\u00e4hrend andere eher zur\u00fcckhaltend sind.<\/p>\n<p><strong>Mweiga<\/strong> genie\u00dft noch immer ihre zwei sehr h\u00f6flichen besten  \t\tFreunde und Helfer <strong>Mweya<\/strong> und <strong>Sosian<\/strong>, und ihr Pflichtgef\u00fchl  \t\tgegen\u00fcber <strong>Mweiga<\/strong> ist wundersch\u00f6n anzusehen. Wenn die anderen an den H\u00e4ngen des Mazinga Hill hinaufkraxeln und der Aufstieg wird zu schwer f\u00fcr <strong>Mweiga<\/strong>, dann verbleiben die zwei hinter ihr und versichern ihr, dass es ungef\u00e4hrlich ist, oder verbleiben an ihrer Seite, wenn sie nicht weiter kommt, ein Verhalten, dass uns Menschen stets daran erinnert, wie mitf\u00fchlend und sorgsam Elefanten mit Familie und Freunden umzugehen pflegen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: Arial;\">Die Waisen in Ithumba<br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Unsere letzten Zug\u00e4nge in Ithumba, <strong>Sunyei<\/strong>, <strong>Madiba<\/strong>, <strong> Ndomot<\/strong> und <strong>Galana<\/strong> haben sich wirklich sehr gut eingelebt und lieben ihre neue Umgebung und Freunde. Trotz der ausgepr\u00e4gten Trockenzeit sehen sie alle \u201cso fett wie Butter\u201c aus, da sehr viel verwertbare Pflanzenkost vorhanden ist , und sie alle sind sehr gesund. Die Hitze ist ein Faktor, der in erster Linie die j\u00fcngeren Waisen belastet, zeitweise greifen sie auf die F\u00e4higkeit zur\u00fcck, Wasser aus ihren M\u00e4gen zu entnehmen, um sich hinter den Ohren K\u00fchlung zu verschaffen. Dieses ist jedoch ein \u00fcblicher Anblick unter wilden Elefanten in hei\u00dfem Klima, und es ist erstaunlich, dass unsere Youngsters instinktiv wissen, was zu tun ist.<\/p>\n<p>Sie alle werden geschickt gef\u00fchrt und wenn n\u00f6tig diszipliniert durch \t\t<strong>Yatta<\/strong>, die sich sehr schnell zu einer beeindruckenden Matriarchin entwickelt. Sie nimmt ihre Verantwortung sehr ernst, \u00fcberl\u00e4sst aber den aufkeimenden Mini-Matriarchinnen <strong>Wendi<\/strong> und <strong>Sunyei<\/strong> ihre F\u00fchrungsrollen beim Ausgang auf das Weideland oder zur\u00fcck zum Schlammbad oder den Stockades am Abend, von allen als ein spezielles Privileg betrachtet. <strong>Yatta<\/strong> erf\u00e4hrt Hilfe durch die anderen drei \u00e4lteren  \t\tElefanten, <strong>Mulika<\/strong>, <strong>Nasalot<\/strong> und <strong>Kinna<\/strong>, die ein  \t\twachsames Auge auf all die ungezogenen Jungen legen, und von denen gibt  \t\tes einige in der Ithumba-Einheit.<\/p>\n<p>Jedenfalls ist kein anderer so destruktiv und ben\u00f6tigt so regelm\u00e4\u00dfige  \t\tDisziplinierung wie <strong>Napasha<\/strong>. Er f\u00fchlt sich gr\u00f6\u00dfer als das Leben, und unkontrolliert w\u00fcrde er sehr schnell zu einem \u00c4rgernis f\u00fcr viele der anderen, aber die \u00e4lteren Waisen garantieren, dass es nicht so weit kommt. Aber es vergeht kaum ein Tag ohne Zwischenfall, in dem nicht <strong> Napasha<\/strong> verstrickt ist. <strong>Tomboi<\/strong> und <strong>Taita<\/strong> sind nun wilde kleine Bullen, und ihre M\u00e4tzchen werden gew\u00f6hnlich scharf beobachtet von zwei anderen aufkeimenden, ungezogenen kleinen Elefantenjungen, <strong>Madiba<\/strong> und <strong>Ndomot<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Olmalo<\/strong> ist noch immer <strong>Yattas<\/strong> favorisiertes Kalb, privilegiert mit bevorzugter Behandlung, aber sie ist ein edler und gutm\u00fctiger kleiner Elefant in ihrem eigenen Recht, und sie ist sehr schnell, die Neulinge zu unterst\u00fctzen, ohne dass diese allzu viel Nutzen aus ihrer privilegierten Position ziehen sollen. Interessant die vier Babys, <strong>Madiba<\/strong>, <strong>Ndomot<\/strong>, <strong>Sunyei<\/strong> und <strong>Galana<\/strong>,  \t\tdie in einer festen Einheit verbleiben und jede Anleitung und F\u00fchrung  \t\tauf <strong>Sunyei <\/strong>abw\u00e4lzen, so dass sie unter ihnen die Position einer  \t\tMini-Matriarchin einnimmt.<\/p>\n<p>Die Beziehung zwischen <strong>Ndomot<\/strong> und <strong>Wendi<\/strong> ist so stark wie zu Zeiten, als sie die Nursery zusammen teilten, und es ist anzunehmen, dass diese starke Bindung ein Elefantenleben lang bestehen bleibt. <strong>Galana<\/strong> brauchte eine Weile zur Eingew\u00f6hnung, was verst\u00e4ndlich ist, da sie keinen der \u00e4lteren Ex-Nursery-Elefanten kannte, aber sie hat den Vorteil, ein geborener Tsavo-Elefant zu sein, so dass ihr die Vegetation, die Hitze und die wilden Bewohner des Parks vertraut sind.<\/p>\n<p>An einem Tag auf der Nahrungssuche rund um Ithumba Mountain entdeckten sie eine Wasserstelle von Fallenstellern, die auf der illegalen Jagd nach \u201cBushmeat\u201c sind, verstecktes Wasser unter Felsbl\u00f6cken, tief in den Abgr\u00fcnden einiger Felsen, und bei n\u00e4herer Untersuchung fanden die Keeper Wasserbeh\u00e4lter hoch in einem Baum &#8211; alle entleert. Der Vorfall wurde selbstverst\u00e4ndlich umgehend dem KWS gemeldet, der den Fall verfolgte.<\/p>\n<p>Das mitt\u00e4gliche Schlammbad in diesen hei\u00dfen Monaten war ein Fest &#8211;  \t\tdie kleinen Wasser-Babys <strong>Olmalo<\/strong> und <strong>Selengai<\/strong> und vor allem  \t\tdas ultimative Wasser-Baby <strong>Napasha<\/strong> verlie\u00dfen das Bad widerwillig, wenn die Zeit zum Aufbruch gekommen war. Das rote Staubbad ist ein t\u00e4gliches Vergn\u00fcgen, das leichte Einpudern mit Tsavos heller roter Lateriterde kreiert eine eindrucksvolle K\u00f6rperbemalung, wobei die dunkelgraue Lehmmasse mit einer Textur aus rotem Staub obenauf einen malerischen \u00dcberzug formt.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/september-2005\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Waisen in Nairobi Narripis Allgemeinzustand verschlechterte sich zur Monatsmitte hin, was wir auf das Durchbrechen der Z\u00e4hne zur\u00fcckf\u00fchrten, was gew\u00f6hnlich immer Fieber und Probleme im Magen-Darm-Trakt verursacht. 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