{"id":27126,"date":"2020-08-30T09:16:19","date_gmt":"2020-08-30T08:16:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=27126"},"modified":"2020-08-30T09:16:19","modified_gmt":"2020-08-30T08:16:19","slug":"ate-news-april-und-mai-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-april-und-mai-2020\/","title":{"rendered":"ATE News: April und Mai 2020"},"content":{"rendered":"<p>News vom Amboseli-Trust-for-Elephants &#8211; die Monate April und Mai 2020:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem es Mitte M\u00e4rz wegen der COVID-19-Pandemie auch in Kenia zu einem Ende des Tourismus gekommen war pr\u00e4sentierte sich der Amboseli-Nationalpark im April und Mai fast v\u00f6llig frei von Besuchern. F\u00fcr das Team des Amboseli Trust for Elephants, welches weiterhin in seinem Camp arbeitete, war dies zwar einerseits eine wunderbare Situation, ein echtes Privileg, die gro\u00dfartige Natur Amboselis exklusiv genie\u00dfen zu d\u00fcrfen ohne irgend ein anderes Fahrzeug zu sehen. Doch gleichzeitig l\u00f6ste diese Entwicklung gro\u00dfe Sorgen aus, denn ohne Besucher fehlten sowohl dem Park wie der benachbarten Bev\u00f6lkerung wichtige Einnahmen. Der Kenya Wildlife Service bestreitet mit diesen unter anderem seine Unterhaltskosten und die Geh\u00e4lter seiner Mitarbeiter. Somit bilden sie eine Grundvoraussetzung f\u00fcr den Schutz der Nationalparks und Reservate. Speziell Amboseli ist einer der meistbesuchten Parks in Kenia und deshalb eine Haupteinnahmequelle f\u00fcr den KWS. Die Einnahmen aus Amboseli tragen dazu bei auch andere, weniger besuchte Nationalparks des Landes zu erhalten und zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27128\" aria-describedby=\"caption-attachment-27128\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27128\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01742K-300x225.jpg\" alt=\"Elefantenkuh in Amboseli\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01742K-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01742K-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01742K-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01742K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27128\" class=\"wp-caption-text\">Elefantenkuh in Amboseli<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Schutz der Elefanten und anderen Wildtiere im Amboseli-\u00d6kosystem h\u00e4ngt auch stark von den benachbarten Menschen ab, vor allem den Massai. Diese leben Seite an Seite mit den Wildtieren und zeigten ihnen gegen\u00fcber bisher gro\u00dfe Toleranz. Was einerseits an ihren Traditionen lag, welche die Jagd weitgehend ablehnten, andererseits aber auch an den positiven Auswirkungen des Fototourismus, der Jobs und Einnahmen durch den Verkauf von Kunsthandwerk usw. generierte. Als nun diese wichtigen Einnahmen so pl\u00f6tzlich ausblieben, gerieten viele Familien in ernste finanzielle Notlagen. Das k\u00f6nnte die Einstellung der Menschen gegen\u00fcber den Wildtieren sehr negativ ver\u00e4ndern. Die Coronavirus-Pandemie wird f\u00fcr den Artenschutz weltweit zu einer gro\u00dfen Belastung. Doch gerade Gebiete wie Amboseli, die sich bisher weitgehend durch den Tourismus finanziert hatten, sind besonders gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die kenianische Regierung hat insgesamt sehr gut auf das Virus reagiert und ihr Bestes getan, um die Not der Bev\u00f6lkerung zu lindern. Auch die Naturschutz-Aktivit\u00e4ten wurden bis jetzt aufrecht erhalten. Doch trotzdem war im ganzen Land ein Anstieg der Buschfleisch-Wilderei festzustellen. Finanzielle Not brachte immer mehr Menschen dazu Wilderei zu riskieren, um ihre Familien zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Man kann derzeit nur hoffen, dass die Pandemie bald endet und sicheres Reisen wieder m\u00f6glich wird, damit der Tourismus wieder f\u00fcr Einnahmen sorgt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27137\" aria-describedby=\"caption-attachment-27137\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27137\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1777K-300x200.jpg\" alt=\"Elefantenfamilie in den S\u00fcmpfen\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1777K-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1777K-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1777K-600x400.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1777K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27137\" class=\"wp-caption-text\">Elefantenfamilie in den S\u00fcmpfen<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Amboseli selbst bot in diesen Monaten einen spektakul\u00e4ren Anblick! Im April wurden 80mm Niederschlag gemessen und einige Gebiete waren erneut \u00fcberflutet. Im Mai gingen die Regenf\u00e4lle dann etwas zur\u00fcck und es wurden nur noch 16 mm verzeichnet. Dadurch hatte das Land nun Zeit, um die enormen Niederschl\u00e4ge des letzten Monats aufzunehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch der Babyboom bei Amboselis Elefanten setzte sich fort! Bis April wurden \u00fcber 100 neugeborene K\u00e4lber registriert! Ein wunderbarer Beweis f\u00fcr die Kraft des Lebens, nach den schlimmen D\u00fcrrejahren 2016 und 2017.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27135\" aria-describedby=\"caption-attachment-27135\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27135\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1707K-300x200.jpg\" alt=\"Elefanten beim Grasen in der Savanne.\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1707K-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1707K-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1707K-600x400.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1707K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27135\" class=\"wp-caption-text\">Elefanten beim Grasen in der Savanne.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angelina&#8217;s Zwillingen ging es ebenfalls sehr gut. Sie verbrachten mit ihrer Mutter und ihrer Familie, den AA&#8217;s, die meiste Zeit innerhalb des Parks. Das weibliche Kalb war etwas kleiner als das m\u00e4nnliche, aber das ist normal, da Bullenk\u00e4lber generell schneller wachsen als Kuhk\u00e4lber. Daf\u00fcr ben\u00f6tigen sie allerdings auch mehr Kalorien &#8211; ein Risiko in schlechten Jahren.<\/p>\n<p>Ende April erhielt die AA-Familie noch weiteren Zuwachs, als Andrea ein weibliches Kalb zur Welt brachte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27129\" aria-describedby=\"caption-attachment-27129\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27129\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01745K-300x225.jpg\" alt=\"Schlafendes Elefantenkalb\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01745K-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01745K-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01745K-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01745K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27129\" class=\"wp-caption-text\">Dieses Elefantenkalb schl\u00e4ft im Stehen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leider erlitten die AAs in diesem Monat aber auch einen schrecklichen Verlust: Alexandra starb am 21. April. Bereits am 17. April war dem ATE-Team ein krank aussehender Elefant gemeldet worden und Katito machte sich sofort auf die Suche nach ihm, fand ihn aber erst vier Tage sp\u00e4ter. Elefanten k\u00f6nnen erstaunlich schwer zu finden sein, wenn sie unentdeckt bleiben wollen. Sie scheinen dann wie vom Erdboden zu verschwinden und manchmal dauert es Tage oder sogar Wochen, sie aufzusp\u00fcren. Als Katito den Elefanten endlich fand, erkannte sie sofort, dass es Alexandra war und diese sich in einem sehr schlechten Zustand befand. Katito alarmierte umgehend den Tierarzt, doch leider konnte dieser nicht mehr helfen. Bei der hochschwangeren Alexandra hatten die Wehen eingesetzt, aber es gab Komplikationen. Ihr Kalb war m\u00e4nnlich und ungew\u00f6hnlich gro\u00df, so dass Alexandra es einfach nicht geb\u00e4ren konnte. Es war entsetzlich, dies mitansehen zu m\u00fcssen ohne helfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Geburtskomplikationen kommen bei Elefanten nicht h\u00e4ufig vor aber ATE hat im Laufe der Jahre doch mehrere F\u00e4lle registriert. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr k\u00f6nnen Stress oder ein Problem mit dem F\u00f6tus selbst sein. In Alexandras Fall fiel auf, dass das Kalb f\u00fcr ein Neugeborenes wirklich gro\u00df war &#8211; zu gro\u00df. Es gab nichts, was der Tierarzt h\u00e4tte tun k\u00f6nnen, um ihr zu helfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Katito und der Tierarzt bei Alexandra waren befanden sich die AAs gerade nicht in ihrer N\u00e4he. Doch gab es Anzeichen daf\u00fcr, dass sie vorher bei ihr gewesen waren. Und nat\u00fcrlich werden sie ihren Tod realisieren, um sie trauern und von Zeit zu Zeit zur\u00fcckkehren, um ihre sterblichen \u00dcberreste als Teil ihres Trauerprozesses zu besuchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch im Leben der Elefanten liegen Freude und Leid oft nah beieinander. Die Geburt von Angelina&#8217;s Zwillinge war eines er wundervollsten Ereignisse seit langem &#8211; und Alexandra&#8217;s Tod eines der furchtbarsten. Und so wird das Leben weitergehen &#8211; mit allen H\u00f6hen und Tiefen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27136\" aria-describedby=\"caption-attachment-27136\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27136\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1709K-300x200.jpg\" alt=\"Ein schon gro\u00dfes Kalb mit seiner Mutter.\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1709K-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1709K-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1709K-600x400.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1709K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27136\" class=\"wp-caption-text\">Ein schon gro\u00dfes Kalb mit seiner Mutter.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So kam es im April zu einigen weiteren wichtigen Ereignissen bei den AA&#8217;s: Ann und Acholi waren im \u00d6strus. Acholi ist Alisons Tochter und erst acht Jahre alt. Sie befand sich das erste Mal im \u00d6strus. Ihre Mutter war viele Jahre, bis zu ihrem Tod, die Matriarchin der AAs und jetzt hat ihre \u00e4ltere Tochter Astrid diese Aufgabe \u00fcbernommen. Es ist sch\u00f6n, dass Alison&#8217;s Linie durch ihre T\u00f6chter weitergef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Der erste \u00d6strus kann f\u00fcr eine Kuh eine anstrengende Zeit sein, da sie nicht genau wei\u00df, was passiert und wie sie es am besten vermeiden kann, st\u00e4ndig von Bullen verfolgt zu werden. Da ist es sehr hilfreich, wenn sie durch ihre Mutter oder andere \u00e4ltere Familienmitglieder unterst\u00fctzt wird, die ihr helfen die richtigen Entscheidungen zu treffen.<\/p>\n<p>Ann ist eine erfahrene Kuh und hatte mehrere Bewerber, die ihr folgten. Einer war Pascal, der sich in\u00a0 Musth befand und sie bewachte. Das ATE-Team hat zwar nicht gesehen, wie sie sich paarten, aber es ist trotzdem m\u00f6glich, dass es dazu kam, weil das Team nicht immer vor Ort bleiben konnte. Pascal ist ein gro\u00dfer Bulle mit einem Alter von 40 Jahren, der Sohn Patricia&#8217;s aus der PC-Familie. Andere Bullen, die auf eine Chance zur Paarung hofften, waren Gilgil, Goldas 33 j\u00e4hriger Sohn aus der GB-Familie, und Meshach, Milly&#8217;s 26 j\u00e4hriger Sohn aus der MB-Familie. Beide sind viel j\u00fcnger als Pascal und stellten keine ernsthafte Konkurrenz f\u00fcr ihn dar. So empfand er ihre Anwesenheit nicht als sonderlich st\u00f6rend. Junge Bullen folgen oft \u00e4lteren Musth-Bullen und beobachten ihr Paarungsverhalten, um dadurch wichtige F\u00e4higkeiten f\u00fcr die Zukunft zu erlernen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27132\" aria-describedby=\"caption-attachment-27132\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27132\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01977K-300x225.jpg\" alt=\"Junger Elefantenbulle\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01977K-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01977K-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01977K-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01977K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27132\" class=\"wp-caption-text\">Junger Elefantenbulle<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einige Familien, die sich normalerweise fast immer innerhalb der Parkgrenzen aufhalten, wurden im April und Mai nicht gesehen. Darunter die EB&#8217;s, die man auch schon w\u00e4hrend der \u00a0Vormonate nicht entdeckt hatte. Etwas ungew\u00f6hnlich, doch genaugenommen war es ja in vielerlei Hinsicht ein sehr ungew\u00f6hnliche Zeit. Mit den \u00e4u\u00dferst reichhaltigen Regenf\u00e4llen \u00e4nderten viele Elefanten ihre Wanderungen und die EBs haben bereits im letzten Jahr ein zunehmendes Interesse an Gebieten au\u00dferhalb des Parks gezeigt. Das ATE-Team geht aber davon aus, dass sie mit Enid eine ebenso erfahrene wie vorsichtige Matriarchin haben, die sie sicher durch das Amboseli-\u00d6kosystem f\u00fchren wird. Doch nat\u00fcrlich hoffen alle die EB&#8217;s bald wiederzusehen und sind gespannt ob es auch bei ihnen Nachwuchs gab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andere Familien blieben hingegen weiterhin im Park und wurden regelm\u00e4ssig beobachtet. So beispielsweise die PC&#8217;s, vor allem auch Petula&#8217;s und Placida&#8217;s Gruppen. Sie kamen oft direkt in das ATE-Camp und es war sch\u00f6n und interessant zu beobachten, wie ihre kleinen K\u00e4lber langsam immer verspielter und neugieriger wurden. Man konnte gut sehen, wie sie anfingen ihre Umwelt zu erkunden &#8211; die physische Umgebung ebenso wie ihr soziales Umfeld. Au\u00dferdem \u00fcbten sie auch praktische F\u00e4higkeiten, wie die effektive Benutzung ihres R\u00fcssels.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27134\" aria-describedby=\"caption-attachment-27134\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27134\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1547K-300x200.jpg\" alt=\"Ein bereits gr\u00f6\u00dferes Kalb\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1547K-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1547K-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1547K-600x400.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1547K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27134\" class=\"wp-caption-text\">Ein bereits gr\u00f6\u00dferes Kalb in den Amboseli-S\u00fcmpfen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die FB&#8217;s und GB&#8217;s konnten zumindest gelegentlich beobachtet werden. Bei den FB&#8217;s brachte Fadila im April ein m\u00e4nnliches Kalb zur Welt, nachdem Farida bereits im Februar ein weibliches Kalb bekommen hatte. Und bei den GB&#8217;s wurden im April zwei Neugeborene entdeckt: Genesis hatte einen Jungen und G-Mail eine Tochter. Allen diesen Familien, speziell auch den M\u00fcttern und ihren K\u00e4lbern, ging es sehr gut!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leider gab es aber neben den AA&#8217;s weitere Familien, die trotz der allgemein guten Bedingungen schlimme Erfahrungen machen mussten. Dazu geh\u00f6rten die OA&#8217;s. Das ATE-Team hatte diese Familie lange Zeit nicht mehr gesehen. Umso trauriger war es, dass das erste Familienmitglied, dem man schlie\u00dflich wieder begegnete, sich in keinem guten Zustand befand. Am 7. April fanden ATE-Mitarbeiter Okanja. Sie lag am Boden und war offensichtlich in sehr schlechter Verfassung. \u00a0Ihr 2-j\u00e4hriger Sohn wirkte verzweifelt und versuchte sie zu anzuheben &#8211; erfolglos. Offensichtlich musste Okanja bereits seit einiger Zeit krank sein, weil sie sehr d\u00fcnn und schwach war. Der Tierarzt wurde sofort informiert, doch noch bevor er ankam starb Okanja. Sie war erst 16 Jahre alt.<\/p>\n<p>Und es ist nicht einmal klar an woran sie litt. Der Tierarzt untersuchte sie, konnte aber nur feststellen, dass sie abgemagert war. Es gab keine Wunden oder andere offensichtliche Anzeichen daf\u00fcr, was das Problem gewesen sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27133\" aria-describedby=\"caption-attachment-27133\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27133\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1532K-300x200.jpg\" alt=\"Elefantenkuh mit abgebrochenem Sto\u00dfzahn\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1532K-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1532K-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1532K-600x400.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/IMG_1532K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27133\" class=\"wp-caption-text\">Elefantenkuh mit abgebrochenem Sto\u00dfzahn<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Okanja&#8217;s Sohn blieb bei ihr. Da er bereits \u00fcber zwei Jahre alt ist und seine Familie sich um ihn k\u00fcmmern und gegen Gefahren besch\u00fctzen wird, hat er gute Chancen, in der Wildnis zu \u00fcberleben. Wahrscheinlich wird ihn haupts\u00e4chlich eine seiner Tanten, vielleicht Ololua oder Orora, betreuen. W\u00e4re er auf sich allein gestellt so h\u00e4tte er noch kaum \u00dcberlebenschancen. In diesem Fall w\u00fcrde ATE den Sheldrick Wildlife Trust informieren, der bereits jahrzehntelange Erfahrung in der Rettung, Aufzucht und sp\u00e4teren Auswilderung von verwaisten Elefantenk\u00e4lbern besitzt. Doch nat\u00fcrlich ist es immer die bessere Alternative wenn ein verwaistes Kalb, sobald es nicht mehr milchabh\u00e4ngig ist, bei seiner nat\u00fcrlichen Familie bleiben kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei manchen Elefantenfamilien, wie den AA&#8217;s, sind meistens alle Mitglieder in einer Gruppe zusammen. Bei anderen hingegen findet h\u00e4ufig eine Aufteilung in Untergruppen statt. Dazu geh\u00f6ren auch die OA&#8217;s, die nach dem Tod ihrer ehemaligen Leitkuh Orabel jetzt oft in kleinen und kleinsten Splittergruppen angetroffen werden. So wurde beispielsweise Open mit Okota und Odo aber ohne Onyx &amp; Omo River gesehen. Sie alle sind Orabels T\u00f6chter und bei ATE hatte man erwartet, dass sie zusammen bleiben w\u00fcrden, so wie sie es getan hatten, als Orabel noch lebte. Doch nun sieht es so aus, als h\u00e4tte der Verlust von Orabel den Zusammenhalt der OA&#8217;s sehr geschw\u00e4cht. Offenbar gelingt es der neuen Anf\u00fchrerin Olympia nicht alle zusammenzuhalten. Open befand sich einmal sogar bei der PA-Familie. Sie kennt diese Familie gut, da sie zu den sogenannten &#8222;Bond-Familien&#8220; der OA&#8217;s geh\u00f6rt, also zu den besonders engen Freunden.<\/p>\n<p>Elefanten beschr\u00e4nken ihre sozialen Beziehungen nicht auf ihre eigene Familie. Ihre Gesellschaft ist komplex und vielschichtig und erstreckt sich von der Familie \u00fcber Bindungsgruppen\/Bond-Groups bis hin zu Clans, Subpopulationen und der Gesamtpopulation. Elefantenfamilien verbinden sich auf all diesen Ebenen. In Amboseli pflegen einige Familien das ganze Jahr \u00fcber enge freundschaftliche Bindungen. Es ist erwiesen, dass einige sich bei der Wahl ihrer Zusammenschl\u00fcsse tats\u00e4chlich eher von diesen freundschaftlichen Beziehungen als von &#8222;praktischen&#8220; Gesichtspunkten, wie Entfernungen oder \u00f6kologischen Bedingungen, beeinflussen lassen. Die so gebildeten Bond-Groups scheinen somit auf Verwandtschaft, bestimmten gemeinsamen Erfahrungen und &#8211; vor allem &#8211; der Freundschaft zwischen Matriarchinnen zu beruhen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27130\" aria-describedby=\"caption-attachment-27130\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27130\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01766K-300x225.jpg\" alt=\"Junge Elefantenkuh aus Amboseli\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01766K-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01766K-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01766K-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01766K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27130\" class=\"wp-caption-text\">Junge Elefantenkuh aus Amboseli<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kontakte zwischen Familien h\u00e4ngen stark davon ab ob sie Teil derselben Bond-Group sind. Allerdings spielen auch noch weitere Faktoren eine Rolle, vor allem sozialer Art. Kleinere Familien k\u00f6nnen sich beispielsweise befristet oder auch dauerhaft zusammenschlie\u00dfen um sicherzustellen, dass stets ausreichend Kinderm\u00e4dchen vorhanden sind, welche die M\u00fctter bei ihren Aufgaben unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Auch das Alter und der Status der Matriarchin k\u00f6nnen sich entsprechend auswirken. \u00c4ltere Matriarchinnen ziehen Familien mit j\u00fcngeren Leitk\u00fchen an. Ihre gesammelten Erfahrungen und ihre Weisheit dienen als Quelle des Wissens f\u00fcr Familien, Bound-Groups und sogar die gesamte Population.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So war es also durchaus nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich, dass Open sich den PA&#8217;s angeschlossen hatte. Doch gleichzeitig scheint dies zu belegen, dass es Olympia nicht gelingt die OA&#8217;s zusammenzuhalten. \u00a0Olympia war immer sehr eigensinnig und ziemlich stur. Aus diesem Grund hatte sie sich auch einst von Orabels Gruppe getrennt. Doch Orabel war es offenbar gelungen die OA&#8217;s als eine Familieneinheit zusammenzuhalten. Sogar Olympia schien sie letztlich zu respektieren. Nun, da Orabel fehlt, erweisen sich die OA&#8217;s allerdings als sehr instabil. Dies muss aber nicht so bleiben. Manche Familien beginnen erst Monate oder Jahre nach dem Tod ihrer Matriarchin st\u00e4rker zusammen zu wachsen. Erst die Zukunft wird also zeigen ob die OA&#8217;s wieder zu einer stabilen Einheit zusammenfinden oder ob sie sich dauerhaft aufsplittern bzw. eventuell auch anderen Familien anschlie\u00dfen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27131\" aria-describedby=\"caption-attachment-27131\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27131\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01769K-300x225.jpg\" alt=\"Elefantenkuh mit Kuhreihern\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01769K-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01769K-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01769K-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2020\/08\/DSC01769K.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27131\" class=\"wp-caption-text\">Elefantenkuh mit Kuhreihern, den h\u00e4ufigen Begleitern der Grauen Riesen in Amboseli.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>ATE wird ihre Entwicklung und die aller anderen Elefanten in Amboseli weiter verfolgen und gleichzeitig weiterhin f\u00fcr ihren Schutz k\u00e4mpfen. Angesichts der aktuellen Situation sind wir besonders dankbar f\u00fcr jede Spende, die wir f\u00fcr das Projekt des Amboseli Trusts erhalten.<\/p>\n<p>Wer diese wichtige Organisation und ihre Arbeit f\u00fcr die Elefanten in Amboseli unterst\u00fctzen m\u00f6chte kann uns eine \u00dcberweisung unter dem Stichwort &#8222;ATE&#8220; auf unser Konto mit der<\/p>\n<p>IBAN: DE30 2003 0000 0621 9182 83 und der BIC: HYVEDEMM300 zukommen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oder ganz einfach per Paypal:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<form action=\"https:\/\/www.paypal.com\/cgi-bin\/webscr\" method=\"post\" target=\"_top\"><input name=\"cmd\" type=\"hidden\" value=\"_s-xclick\" \/> <input name=\"hosted_button_id\" type=\"hidden\" value=\"CW3MU7FV5DJ5Q\" \/> <input title=\"PayPal - The safer, easier way to pay online!\" alt=\"Donate with PayPal button\" name=\"submit\" src=\"https:\/\/www.paypalobjects.com\/de_DE\/DE\/i\/btn\/btn_donateCC_LG.gif\" type=\"image\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.paypal.com\/de_DE\/i\/scr\/pixel.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/form>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir danken allen Unterst\u00fctzern im Namen des gesamten ATE-Teams und der Elefanten herzlich daf\u00fcr!<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-april-und-mai-2020\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>News vom Amboseli-Trust-for-Elephants &#8211; die Monate April und Mai 2020: &nbsp; Nachdem es Mitte M\u00e4rz wegen der COVID-19-Pandemie auch in Kenia zu einem Ende des Tourismus gekommen war pr\u00e4sentierte sich der Amboseli-Nationalpark im April und Mai fast v\u00f6llig frei von Besuchern. 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