{"id":280,"date":"2008-03-05T21:49:11","date_gmt":"2008-03-05T20:49:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=280"},"modified":"2008-04-13T20:59:05","modified_gmt":"2008-04-13T18:59:05","slug":"culling-plaene-in-suedafrika-graue-riesen-wieder-im-visier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/culling-plaene-in-suedafrika-graue-riesen-wieder-im-visier\/","title":{"rendered":"Culling-Pl\u00e4ne in S\u00fcdafrika: GRAUE RIESEN WIEDER IM VISIER?"},"content":{"rendered":"<p>Emp\u00f6rt haben Elefantenfreund\/innen in aller Welt den Rahmenplan S\u00fcdafrikas kommentiert, Elefanten ab 1. Mai m\u00f6glicherweise wieder zum Abschuss freizugeben. Wegen einer angeblichen \u00dcberpopulation. \u00dcberrascht waren zumindest nicht diejenigen, die die Wildlife-Politik im s\u00fcdlichen Teil Afrikas seit l\u00e4ngerem verfolgen. 1994 wurde das Culling &#8211; der Abschuss ganzer Elefantenherden zur Regulation der Best\u00e4nde &#8211; in S\u00fcdafrika verboten. Versuche, die Elefanten erneut ins Visier zu nehmen, sind in der Vergangenheit immer wieder gescheitert. Ist es nun doch so weit? <!--more--><\/p>\n<p>S\u00fcdafrikas Umweltminister Marthinus van Schalkwyk wiegelt ab: Es g\u00e4be keine Pl\u00e4ne, Elefanten \u201eumfassend&#8220; abzuschlachten. Das Culling sei lediglich vorgesehen, wenn Alternativen wie das Umsiedeln in andere Parks oder Verh\u00fctungsmittel keine Erfolge zeigten.-\u00a0 Zugleich betont das Ministerium, das Elfenbein get\u00f6teter Elefanten k\u00f6nne man aufgrund der Artenschutz-Bestimmungen (CITES) gar nicht verkaufen, sondern nur einlagern.<\/p>\n<p>Mag ja im Moment so sein. Aber die Begehrlichkeiten von potenziellen Abnehmer-L\u00e4ndern sind nicht von der Hand zu weisen, meint Dr. Dame Daphne Sheldrick, die uns dazu Folgendes schrieb:<\/p>\n<p><em>In China gibt es eine uners\u00e4ttliche Nachfrage nach Elfenbein &#8211; bei stetig wachsendem Wohlstand in der Bev\u00f6lkerung, bei der das Produkt sehr begehrt ist. Und da w\u00e4ren noch Japan, und, seltsamerweise, die Vereinigten Staaten, die ebenfalls gro\u00dfe Vorr\u00e4te an illegalem Elfenbein horten, wie sich erst k\u00fcrzlich in einer Studie herausstellte. So lange die Nachfrage nach Elfenbein weiter besteht, werden die L\u00e4nder des s\u00fcdlichen Afrikas, die vorgeben, \u201ezu viele&#8220; Elefanten zu haben, nicht nur versuchen, alle Vorr\u00e4te an Elfenbein aus fr\u00fcheren Culling-Aktionen (die mittlerweile ersch\u00f6pft sein d\u00fcrften) zu vermarkten, sondern dar\u00fcber hinaus noch weitere anzuh\u00e4ufen.<\/em><\/p>\n<p>Auch mit den angeblichen Alternativen scheint es nicht allzu weit her zu sein. Eine nachhaltige Verh\u00fctung bei Elefantenk\u00fchen (z.B. durch Implantate nach dem Prinzip von Drei-Monats-Spritzen) gilt f\u00fcr Experten als unrealistisch, weil kaum fl\u00e4chendeckend zu realisieren. Und die Umsiedlungspl\u00e4ne kommentiert Daphne Sheldrick so:<\/p>\n<p><em>Die gepriesenen grenz\u00fcberschreitenden Peace Parks sollte den Elefanten Gelegenheit bieten, sich in die die angrenzenden &#8222;sicheren Zufluchtsorte&#8220; Simbabwe und Mozambique zur\u00fcckzuziehen, die einst als Festung f\u00fcr Elefanten galten. Diese &#8222;sicheren Zufluchtsorte&#8220; wurden jedoch bald mit Menschen \u00fcberv\u00f6lkert, die Schlingfallen aufh\u00e4ngten, jagten und die W\u00e4lder f\u00fcr Holzkohle rodeten. Kein vern\u00fcnftiger Elefant w\u00fcrde hier noch einen Fu\u00df hineinsetzen.<\/em><\/p>\n<p>Also \u201eElefanten-Alarm&#8220; in S\u00fcdafrika, z.B. im Kr\u00fcger-Nationalpark, wo heute sch\u00e4tzungsweise 14.000 Elefanten leben? Zu viele Graue Riesen, von denen sich jeder pro Tag etwa 150 Kilo Gr\u00fcnzeug reinzieht &#8211; und damit irgendwann selbst die Nahrungsgrundlage zerst\u00f6rt? Daphne Sheldrick fragt dagegen zu Recht:<\/p>\n<p><em>Wer entscheidet eigentlich dar\u00fcber, dass es zu viele sind? Nur die Natur kann dies. Sind die Futterressourcen ersch\u00f6pft, greift die Natur auf ihre Weise ein, wenn die Zeit da ist &#8211; n\u00e4mlich durch Fehl- oder Mangelern\u00e4hrung (die schmerzlos erfolgt und nicht mit \u201eVerhungern&#8220; zu verwechseln ist). Dies betrifft vor allem diejenigen Weibchen einer Population, die anf\u00e4lliger sind. Somit werden die Kranken, Schwachen und Versehrten einer Gruppe aussortiert. Diesen Vorgang nennt man \u201enat\u00fcrliche Selektion&#8220;, und das ist das m\u00e4chtigste Werkzeug der Natur. Diese nat\u00fcrliche Dezimierung des Elefantenbestandes geschieht nur etwa einmal in hundert Jahren. Menschen sollten nicht Gott spielen, denn man kann auf halber Strecke nicht absch\u00e4tzen, welche Auswirkungen dies haben wird&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Wir haben ein Beispiel daf\u00fcr wie es ausgehen kann, wenn Mutter Natur die Sache in ihre Hand nimmt: den Tsavo Nationalpark in Kenia, der 45.000 Elefanten in seinem 42.000 km-\u00b2 gro\u00dfen \u00c3\u2013kosystem beheimatete. Die Natur entfernte etwa 10.000 von ihnen w\u00e4hrend der gro\u00dfen D\u00fcrre Anfang der 70-er Jahre &#8211; so viele Tiere sollen laut Experten auch in S\u00fcdafrika durch Menschenhand sterben. Mit dem Unterschied, dass es die Natur auf Mutterk\u00fche und ihre Jungtiere abgesehen hatte. Dies f\u00fchrte zu einer raschen Bestandsabnahme, und somit konnte die Pflanzenwelt zu neuen Kr\u00e4ften kommen.<\/em><\/p>\n<p><em>Danach dezimierten Korruption und Wilderei die Population auf 6.000, bis dieses Problem schlie\u00dflich Anfang der 90er unter Kontrolle gebracht wurde. Das Verh\u00e4ltnis steht nun bei 12.000 Elefanten in einem 42.000 km-\u00b2 gro\u00dfen Lebensraum (doppelt so gro\u00df wie der Park), und es gibt noch Platz f\u00fcr mehr in Tsavo selbst, das genau so gro\u00df ist wie der Kr\u00fcger Nationalpark &#8211; 21.000 km-\u00b2.<\/em><\/p>\n<p><em>Spricht man \u00fcber Elefanten, so muss man die gesamtafrikanische Population in Betracht ziehen, die immer noch absinkt, und die einst 2,5 Millionen betrug. Heute gibt es weniger als 400.000, und in den meisten Gebieten n\u00f6rdlich des Sambesi ist der Elefant in seiner Existenz ernsthaft bedroht.<\/em><\/p>\n<p>Unser Verein bekommt h\u00e4ufig Anfragen, was es denn mit den vielen Meldungen auf sich h\u00e4tte, es g\u00e4be zu viele Elefanten in Afrika. Warum sollte man da einen Verein unterst\u00fctzen, der sich die Rettung der Afrikanischen Elefanten zur Aufgabe gemacht hat? Darauf k\u00f6nnen wir nur immer wieder antworten:<\/p>\n<p><em>Die Gefahr, dass sich Elefanten in relativ begrenzten Reservaten die eigene Nahrungsgrundlage vernichten, ist unbestritten. Und die Konsequenz? Elefanten m\u00fcssen sterben. Oft in gro\u00dfen Zahlen. So regelt die Natur ihre Probleme. Soll man das aber mit ansehen? W\u00e4re dann ein schmerzloser Abschuss nicht humaner? Vielleicht. Aber Humanit\u00e4t ist in der Natur als Regulativ ebenso wenig geeignet wie ein ausschlie\u00dflich an Soll- und Ist-Zahlen orientiertes Wildlife-Management.<\/em><\/p>\n<p><em>Zum einen steht z. B. in Botswana, Simbabwe und Sambia keineswegs eindeutig fest, wie es um die \u201e\u00dcberpopulation&#8220; von Elefanten wirklich bestellt ist. In diesem L\u00e4nderdreieck wandern die Tiere, je nach Jahreszeit, immer wieder \u00fcber die Grenzen hinweg. Dabei ist es nicht nur m\u00f6glich, sondern wahrscheinlich, dass Elefantenpopulationen doppelt oder mehrfach gez\u00e4hlt werden jeweils in dem Land, in dem sie sich zum Zeitpunkt der Z\u00e4hlung gerade aufhalten. Andere \u201eoffizielle&#8220; Zahlen beruhen sowieso nur auf Sch\u00e4tzungen oder Hochrechnungen &#8211; und stets werden lediglich \u201eSt\u00fcckzahlen&#8220; angegeben, ohne die \u00fcberaus wichtigen Hinweise auf Geschlecht und Alter der Elefanten.<\/em><\/p>\n<p><em>(Ausz\u00fcge aus: Afrikas Elefanten, eine Informationsschrift des Vereins \u201eRettet die Elefanten Afrikas e.V&#8220; &#8211; online zu beziehen \u00fcber <\/em><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/shop\"><em>www.reaev.de\/shop<\/em><\/a><em> &#8211; oder Sie schicken eine Bestellung per Post an \u201eRettet die Elefanten Afrikas e.V&#8220;,-\u00a0 Bodelschwinghstr. 30, 50170 Kerpen.)<\/em><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/culling-plaene-in-suedafrika-graue-riesen-wieder-im-visier\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Emp\u00f6rt haben Elefantenfreund\/innen in aller Welt den Rahmenplan S\u00fcdafrikas kommentiert, Elefanten ab 1. 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