{"id":2871,"date":"2012-03-19T16:52:00","date_gmt":"2012-03-19T15:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=2871"},"modified":"2017-05-01T07:56:36","modified_gmt":"2017-05-01T06:56:36","slug":"die-frau-die-in-kenia-elefanten-aufzieht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-frau-die-in-kenia-elefanten-aufzieht\/","title":{"rendered":"Die Frau, die in Kenia Elefanten aufzieht"},"content":{"rendered":"<p>Seit mehr als einem halben Jahrhundert rettet Dame Daphne Sheldrick in Kenia verwaiste Elefanten und andere Wildtiere<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/03\/Dame-Daphne-Sheldrick-and-Dida.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; padding-top: 0px; border: 0px;\" title=\"Dame Daphne Sheldrick and Dida\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/03\/Dame-Daphne-Sheldrick-and-Dida_thumb.jpg\" alt=\"Dame Daphne Sheldrick and Dida\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Daphne Sheldricks Waisenstation f\u00fcr Elefanten liegt im \u00e4u\u00dferen Zipfel des Nairobi Nationalparks. Besucher aus aller Welt haben jeden Vormittag die M\u00f6glichkeit, den bis zu drei Jahre alten Waisen f\u00fcr eine Stunde beim Spielen im Schlamm und F\u00fcttern durch ihre Pfleger zuzusehen. Heute leben hier 16 Baby-Elefanten, die ihre M\u00fctter meistens durch Wilderer verloren haben. Einige sind jedoch auch in Wasserl\u00f6cher oder Fallgruben gest\u00fcrzt, aber alle haben eines gemein: sie haben ihre Familien durch menschliche Aktivit\u00e4ten verloren. Elefanten brauchen Milch, bis sie etwa drei Jahre alt sind, und wenn sie keine Hilfe bek\u00e4men, w\u00fcrden sie in der Wildnis sterben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Manche von ihnen wurden unter dramatischen Umst\u00e4nden gerettet und viele sind traumatisiert vom Verlust ihrer Herde. Hier in der Waisenstation fassen sie Vertrauen zu den Pflegern, die rund um die Uhr bei ihnen sind. Jeder Elefant hat seinen eigenen Stall zum Schlafen &#8211; wie kleine Menschenkinder m\u00fcssen sie getrennt untergebracht werden, damit sie sich nicht die ganze Nacht wach halten. Ein Pfleger bleibt die ganze Nacht bei ihnen, aber es ist immer ein anderer, damit sich die Elefanten nicht zu sehr an eine bestimmt Person gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Die Waisenstation ist kein Zoo, sondern eher eine Auffang- und Zwischenstation, von wo aus die Tiere eines Tages in die Wildnis zur\u00fcck kehren. Je nachdem wann sie dazu bereit sind, ziehen die Elefanten zuerst von der Nursery (der Kinderkrippe) in eine der Auswilderungsstationen im Tsavo Nationalpark, etwa 300 km s\u00fcd\u00f6stlich von Nairobi. Das Leben dort k\u00f6nnte man als Betreutes Wohnen bezeichnen: die Waisen haben Kontakt zu Artgenossen in der Wildnis, \u00fcbernachten aber noch in einem umz\u00e4unten Gehege. Wenn sie in der Auswilderungsstation ankommen, sind sie immer noch auf ihre Pfleger (und die Zuf\u00fctterung von Milch) angewiesen. Es kann einige Jahre dauern, bis sie wieder ganz in die Wildnis integriert sind. Elefanten haben eine sehr ausgefeilte, fast telepathische Art der Kommunikation, und so kommt es \u00f6fter vor, dass die Elefanten in der Station regelrecht zu warten scheinen, wenn aus der Nursery neue Waisen unterwegs nach Tsavo sind. Und auch die Elefanten, die in die Wildnis zur\u00fcckgekehrt sind, kommen dann und wann zur\u00fcck zur Station, z.B. wenn sie verletzt sind oder krank oder wenn sie ihren Pflegern ihre in der Wildnis geborenen Babys zeigen wollen.<\/p>\n<p>Das Waisenprojekt ist nur ein Teil der Arbeit des David Sheldrick Wildlife Trust, der von Daphne im Andenken an ihren verstorbenen Ehemann gegr\u00fcndet wurde. David Sheldrick war Parkvorsteher und ein Vorreiter in der Bek\u00e4mpfung der Wilderei. Die Stiftung unterh\u00e4lt au\u00dferdem ein Nashorn-Projekt, Anti-Wilderer-Einheiten in Tsavo, eine mobile tier\u00e4rztliche Einheit, Teams die Drahtschlingen einsammeln, Waldschutzprojekte und Aufkl\u00e4rungsprogramme in Dorfgemeinden. Inzwischen 77 Jahre alt, steht Daphne Sheldrick der Stiftung immer noch vor, lebt und arbeitet in dem Holzhaus im Nairobi Nationalpark, in das sie nach dem Tod ihres Mannes 1977 eingezogen war. Das Haus ist gro\u00dfm\u00fctterlich-gem\u00fctlich eingerichtet und umgeben von Akazien mit Blick auf das Schlammbad der Waisenelefanten.<\/p>\n<p>Edwin, der oberste Pfleger, f\u00fchrt mich zu den Elefanten. Er hatte anfangs nur \u00fcbergangsweise in der Waisenstation gearbeitet und war eigentlich gerade dabei, sich beim Priesterseminar anzumelden. Aber hier fand er seine wahre Berufung &#8211; die Elefanten statt Gott. Wir spazieren ein klein wenig in den Busch, bis wir sie finden: beim Grasen, Schubsen und Pupsen. Vom W\u00e4lzen im Schlamm sind sie dunkelrot und die Pfleger haben die Ohrr\u00e4nder der J\u00fcngsten mit Sonnencreme eingeschmiert. In der Wildnis laufen sie immer im Schatten ihrer M\u00fctter und Tanten, so dass sie sich hier leicht einen Sonnenbrand zuziehen k\u00f6nnen. Der Kleinste, Kithaka, ist von einigen Weibchen umringt.<\/p>\n<p>Es ist ein ganz besonderes Gef\u00fchl inmitten der kleinen Elefanten zu stehen. Einige kommen neugierig n\u00e4her, beschn\u00fcffeln mich mit ihren R\u00fcsseln und schmiegen sich vorsichtig an mich, als ich ihre behaarten K\u00f6pfe streichle. Ihre Haut ist rau, aber empfindlich und die R\u00fcckseite der Ohren ist samtweich. Sie m\u00f6gen es, ihren R\u00fcssel um deinen Arm zu schlingen und an deinen H\u00e4nden zu saugen. Sie schauen dich durch ihre unglaublich langen, in der Sonne schimmernden Wimpern an, als w\u00fcrden sie gr\u00fcne Mascara tragen. Man f\u00fchlt sich sehr besonders inmitten der Babys.<\/p>\n<p>Ein bisschen abseits der anderen liegt Lemek, die erst vor kurzem in die Nursery gebracht wurde, unter einer Decke bei einem Pfleger und einem anderen kleinen Elefant: Orwa. Lemek ist erst vor zwei Tagen her gekommen, sie hat ihre Familie an Wilderer in der Massai Mara verloren. Sie kr\u00e4nkelt, frisst nicht und vermisst offenbar ihre Mutter. Orwa trauert mit ihr (bei seelischem Stress weinen sie richtige Tr\u00e4nen!) und ist so mitf\u00fchlend, dass die Pfleger sie nicht trennen wollten.<\/p>\n<p>Sheldrick ist in ihrem B\u00fcro und fasst die monatlichen Aufzeichnungen der Pfleger zusammen, die sp\u00e4ter per E-Mail an die ca. 20.000 \u201eElefantenpaten\u201c versendet wird. Patenschaften generieren den L\u00f6wenanteil der Stiftungseinnahmen. Die Geschichte jedes einzelnen Elefanten wurde auf der Website eingestellt, mit Einzelheiten zu ihrer Herkunft, Fotos der Rettung und ihren Fortschritten. Das Patenprogramm wurde von Shelricks 47-j\u00e4hriger Tochter Angela ins Leben gerufen, die mit ihrem Mann Robert und den zwei S\u00f6hnen im Nachbarhaus wohnt.<\/p>\n<p>Die Stiftung besch\u00e4ftigt 55 Pfleger aus vielen verschiedenen kenianischen St\u00e4mmen. \u201eDie Elefanten suchen sich ihre Pfleger aus, wir bringen ihnen nur bei, was sie bei der Haltung beachten m\u00fcssen\u201c, so Sheldrick. \u201eSie lernen, wie die Milch zubereitet wird, wie man mit Elefanten umgeht und was sonst noch zu tun ist &#8211; danach schaut man einfach, wie die Elefanten auf den Pfleger reagieren. Sie m\u00fcssen sich in die Elefantenherde integrieren, und das kommt aus dem Herzen. Wenn einer der Jungs das richtige Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen f\u00fcr Elefanten hat, merken sie das sofort und f\u00fchlen sich zu ihm hingezogen.\u201c<\/p>\n<p>Etwa 140 Elefantenbabys haben die Nursery durchlebt, und Sheldrick sagt, die meisten liebten einen Pfleger am allermeisten: Mishak. \u201eEr ist ein einfacher Mann, spricht nicht viel Englisch, aber er hat diese tiefe Zuneigung f\u00fcr die Elefanten, die ungew\u00f6hnlich ist, weil er aus einer Region kommt, wo viel gejagt und gewildert wird. Er bringt einen Elefanten zum Weiterleben, wenn dieser einfach nur sterben will. Also \u00fcbernimmt er immer die schwierigen F\u00e4lle.\u201c<\/p>\n<p>Neue Elefantenbabys werden normalerweise \u00fcber den Kenya Wildlife Service (KWS, die staatliche Naturschutzbeh\u00f6rde) in die Waisenstation gebracht. Nach dem Schock \u00fcber den Verlust der Familie und den Stress der Rettungsaktion sind sie oftmals sehr traurig und traumatisiert. \u201eEinige derer, die schon gr\u00f6\u00dfer sind, wollen aus Rache einfach einen Menschen umbringen. Dieses Gef\u00fchl kann nur mit viel Liebe und F\u00fcrsorge gelindert werden. Die Waisen m\u00fcssen \u00fcberzeugt werden, die Milchflasche anzunehmen und werden mit den anderen Elefanten zusammengef\u00fchrt, damit sie voneinander lernen k\u00f6nnen. Die Elefanten kommunizieren st\u00e4ndig in einer eigenen Sprache &#8211; sie kollern. Dieses Ger\u00e4usch \u00e4hnelt einem tiefen Brummen. Wir k\u00f6nnen einen zweij\u00e4hrigen Waisen \u00fcber Nacht beruhigen und am n\u00e4chsten Morgen kann er oder sie meistens schon zu den anderen. Aber dann beginnt die Trauerphase, die bis zu mehreren Monaten anhalten kann.\u201c<\/p>\n<p>Die Elefanten, so Sheldrick, sind wie wir. \u201eNur besser. Sie sind nicht so verdorben. Ihr Familiensinn ist so stark ausgepr\u00e4gt wie der unsere. Ihr Erinnerungsverm\u00f6gen ist ganz erstaunlich, ihr kognitives Denken denen der Menschen sehr \u00e4hnlich.\u201c Alle Weibchen haben einen ausgepr\u00e4gten Mutterinstinkt &#8211; sogar die ganz jungen. \u201eDie Hingabe, mit der sie sich umeinander k\u00fcmmern, ist bei Elefanten viel ausgepr\u00e4gter als bei Menschen. Loyalit\u00e4t und Freundschaft sind ihr Kredo.\u201c<\/p>\n<p>Ganz wie wir Menschen, sind Elefanten auch gierig nach Nahrung. \u201eSie bekommen bei uns weder Abf\u00e4lle noch \u00c4pfel oder Bananen, und unsere Elefanten werden nie von Hand gef\u00fcttert. Wir wollen nicht, dass wie sp\u00e4ter wohlm\u00f6glich in menschlichen Siedlungen nach Futter suchen &#8211; das w\u00e4re ihr Todesurteil.\u201c In der Nursery bekommen sie nur Milchersatz und nat\u00fcrliches Blattwerk und Zweige. Es dauerte Jahre, bis Daphne Shedrick die richtige Zusammensetzung f\u00fcr die Ersatzmilch gefunden hatte. Der Verdauungsapparat der Elefantenbabys ist sehr sensibel und vertr\u00e4gt keine Kuhmilch bzw. das Fett darin. Heute wird in der Waisenstation <em>SMA Gold Cap<\/em> Babymilch mit Pflanzenfett und Kokos\u00f6l gef\u00fcttert, das Pulver erh\u00e4lt die Stiftung von den Herstellern in Form von besch\u00e4digten und damit unverk\u00e4uflichen Dosen.<\/p>\n<p>Elefanten sind m\u00e4chtige Tiere. Im Jahr 1994 waren Daphne Sheldrick und ein Freund auf der Suche nach Eleanor, ein besonderer Waisenelefant, der nun schon einige Zeit mit einer wilden Herde zusammen lebte. Sie sah eine Elefantenkuh, von der sie dachte, es sei Eleanor, und als diese auf ihr Rufen reagierte wollte sie ein Foto mit ihr machen. Aber es war eine wilde Kuh. \u201eT\u00f6richterweise stand ich genau zwischen ihr und ihren K\u00e4lbchen. Sie wollte mich aus dem Weg schaffen und streifte mich mit einem ihrer Sto\u00dfz\u00e4hne.\u201c Sheldrick landete ungeschickt auf einem Steinhaufen und brach sich das Bein. Die Elefantenkuh kam zu ihr und bef\u00fchlte ihren K\u00f6rper mit den F\u00fc\u00dfen und dem R\u00fcssel und versuchte sie hochzuheben. \u201eIch f\u00fchlte ihre Sto\u00dfz\u00e4hne unter mir und wie sie versuchte, mich hochzuheben. Da wusste ich, dass sie mich nicht t\u00f6ten will. Wenn ein Elefant t\u00f6ten will, kniet er sich herunter und zerdr\u00fcckt dich mit seinem Kopf.\u201c Die <em>Flying Doctors<\/em> wurden gerufen und brachten sie in ein Krankenhaus in Nairobi. Es dauerte 15 Monate, bis sie wieder ganz normal laufen konnte.<\/p>\n<p>Inzwischen war Angela zu uns gesto\u00dfen, die nebenan in einem sehr eleganten, selbstgebauten Haus lebt. Sie f\u00fchrt die Stiftung heute und wird von ihrer Mutter unterst\u00fctzt. Ihr Ehemann, Robert Carr-Hartley, ist Safari-Anbieter. Angela besuchte die Universit\u00e4t in Kapstadt und arbeite anschlie\u00dfend in der Filmindustrie. Nach einiger Zeit war sie v\u00f6llig ern\u00fcchtert und wollte etwas anderes tun. \u201eIch hatte begriffen, dass das Leben <em>hier<\/em> zehnmal so bedeutsam ist.\u201c Inzwischen hat sie zwei S\u00f6hne, 11 und 13 Jahre alt, die in Kenia zur Schule gehen. \u201eF\u00fcr die Zukunft der Stiftung ist gesorgt &#8211; sie sagen uns jetzt schon, wie wir sie f\u00fchren sollten. Mein \u00e4ltester, Taru, hat Daphnes Talent, und Roan hat die Beobachtungsgabe wie kein anderer.\u201c Sheldricks \u00e4lteste Tochter Jill ist ebenfalls aktiv in der Stiftung, lebt jedoch mittlerweile mit Ehemann Fran\u00c3\u00a7ois und den beiden gemeinsamen T\u00f6chtern in Frankreich.<\/p>\n<p>Angela erz\u00e4hlt mir von der mobilen tier\u00e4rztlichen Einheit und den acht Anti-Wilderer-Einheiten der Stiftung, die eng mit dem KWS zusammen arbeiten. Die Stiftung unterh\u00e4lt auch ein Flugzeug, mit dem das ganze Schutzgebiet in Tsavo abgeflogen wird. \u201cWir sind bekannt daf\u00fcr, Elefantenwaisen aufzuziehen, aber die Stiftung ist noch so viel mehr,\u201c sagt sie. \u201eDie Arbeit w\u00e4re sinnlos, wenn wir uns nicht auch um das gro\u00dfe Ganze k\u00fcmmerten.\u201c<\/p>\n<p>Trotz aller Anstrengungen, grassiert die Wilderei in Kenia wie in allen L\u00e4ndern Afrikas. Die Elefantenzahlen auf dem gesamten Kontinent sind seit 1990 noch einmal von 700.000 auf heute 360.000 gefallen. Die Population in Kenia z\u00e4hlt noch etwa 35.000 Tiere. Die Nachfrage nach Elfenbein steigt seit Kurzem wieder dramatisch und wird noch beg\u00fcnstigt durch Korruption und den Zustrom an Chinesen in Afrika. Im letzten Jahr wurden allein am internationalen Flughafen in Nairobi 100 kg Elfenbein beschlagnahmt. \u201eDie Nachfrage in China ist das gro\u00dfe Problem,\u201c sagt Sheldrick. \u201eWas auf dem Weg in den Fernen Osten konfisziert wird, ist vermutlich nur ein Zehntel davon, was tats\u00e4chlich geschmuggelt wird.\u201c<\/p>\n<p>Das namensgebende Horn der Nash\u00f6rner ist in der Zwischenzeit mehr wert als Gold. \u201eIch bef\u00fcrchte, dass die Nash\u00f6rner noch zu meinen Lebzeiten aussterben,\u201c so Sheldrick. Sie ist erstaunt \u00fcber die Haltungen, denen sie begegnet. \u201eEin Chinese erz\u00e4hlte mir einst, dass jedes Lebewesen, dessen R\u00fccken zum Himmel zeigt, essbar ist.\u201c Sie f\u00fcgt hinzu, dass viele Chinesen der Meinung sind, dass die Sto\u00dfz\u00e4hne der Elefanten einfach ausfallen wie Milchz\u00e4hne. Sie haben keine Ahnung, dass Elefanten daf\u00fcr get\u00f6tet werden. Sie freut sich, dass ihr neues Buch <em>An African Love Story<\/em> auch in China ver\u00f6ffentlicht wird.<\/p>\n<p>Sheldrick versteht durchaus, was die Wilderer motiviert: die Preise f\u00fcr Elfenbein sind in den letzten f\u00fcnf Jahren um das 50-Fache gestiegen, von 300 kenianischen Schillingen pro Kilo (umgerechnet etwa 2,70 Euro) auf 15.000 KSh pro Kilo (ca. 134 Euro). \u201eIn diesem Land gibt es keine Sozialhilfe, aber Massenarbeitslosigkeit. Es herrscht eine tiefe Kluft zwischen arm und reich, und diese Preisentwicklung bietet genug Anreize, einen Giftpfeil abzuschie\u00dfen. Der Sto\u00dfzahn eines Elefanten oder das Horn eines Rhinos bringt eine Familie ein ganzes Jahr durch.\u201c<\/p>\n<p>Die Sheldrick-Familie glaubt, dass man die Wilderei nicht hier an der Basis stoppen kann. \u201eWir haben einfach nicht die Mittel daf\u00fcr. Tsavo ist so gro\u00df wie Wales und heutzutage sind die Wilderer mit automatischen Waffen ausgestattet, die Somalis mit AK-47, oder Giftpfeilen, f\u00fcr die es kein Antidot gibt. Auch die Bestrafung von Wilderern ist willk\u00fcrlich und inkonsequent. Sind Richter und Wilderer vom gleichen Stamm, wird er wahrscheinlich schon am n\u00e4chsten Tag wieder frei gelassen.\u201c<\/p>\n<p>Ich fragt die Sheldricks, was sie denn tun w\u00fcrden, um die Wilderei zu beenden. \u201eZu allererst muss die Korruption aufh\u00f6ren. Sie ist allgegenw\u00e4rtig in Afrika. Als n\u00e4chstes muss jeglicher Elfenbeinhandel verboten werden &#8211; sowohl der Handel mit legalen Lagerbest\u00e4nden als auch der mit gewildertem Elfenbein. Dieses Verbot muss weltweit und sehr streng umgesetzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Trotz des hohen Ansehens der Nationalparks in Kenia, glaubt Sheldrick, dass der Naturschutz auf der Regierungsagenda ganz unten steht. \u201ePolitische Reibereien und die n\u00e4chsten Wahlen haben Priorit\u00e4t.\u201c Allerdings, so meint sie, wenn man wieder einmal v\u00f6llig niedergeschlagen ist, dann sollte man \u201enach S\u00fcdafrika schauen. Dort hat man \u00fcberhaupt kein Mitgef\u00fchl; die Wildtiere sind nur Ware. Und auch in Tansania ist die Wilderei noch schlimmer als hier. Die Lage ist hier in Kenia also l\u00e4ngst nicht so aussichtslos wie in anderen L\u00e4ndern Afrikas, besonders dank der jungen Generation. Viele von ihnen haben Universit\u00e4tsabschl\u00fcsse und machen sich Sorgen. Aber sie sind noch nicht an der Macht &#8211; sondern immer noch die alte Garde. Unsere Rolle sehe ich als eine Art \u00dcbergangsbewegung: wir versuchen, so viel Lebensraum wie m\u00f6glich zu sch\u00fctzen. Es gibt nur noch wenige Teile des Landes, die nicht erschlossen wurden und wo es noch so viele Wildtiere gibt wie damals, als mein Vater noch hier lebte.\u201c<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfonkel der Sheldricks, Will, folgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer Einladung des Gouverneurs der aufstrebenden Britischen Kolonie nach Kenia, wo dieser 20 Familien ansiedeln wollte. Wills Familie stammte urspr\u00fcnglich aus Schottland und war zwischenzeitlich nach S\u00fcdafrika gezogen. Die Urgro\u00dfeltern der Sheldricks reisten damals mit ihren acht Kindern vom Ostkap in S\u00fcdafrika nach Kenia. Die \u00e4lteste Tochter war verwitwet und hatte zwei S\u00f6hne, von denen der 7-j\u00e4hrige Bryan einmal eine Tochter namens Daphne haben sollte. \u201eMein Vater konnte sich gut an die Reise erinnern\u201c, schreibt sie in ihrem Buch. \u201eIch wurde niemals m\u00fcde, ihm zuzuh\u00f6ren, wie er erz\u00e4hlte, dass Herden von Wildtieren damals am Wegesrand standen und den Karavan passieren lie\u00dfen, um sich danach wie ein lebendiger Vorhang wieder zu schlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>Es war eine gro\u00dfe Herausforderung, und f\u00fcr die Familie v\u00f6lliges Neuland. Die Reise per Zug und Ochsenwagen dauerte mehrere Monate, denn es gab keine Stra\u00dfen. Sie nahmen ein paar Zuchttiere und Farmzubeh\u00f6r, Werkzeug, M\u00f6bel und sonstigen Hausrat mit, den man f\u00fcr das neue Heim brauchen w\u00fcrde. Als Bryan erwachsen war, kaufte er 300 Hektar Farmland in der N\u00e4he von Gilgil im Rift Valley, baute ein Haus aus Steinen und Zedernholz und heiratete Marjorie Webb. Daphne wurde 1934 als drittes von vier Kindern geboren. Sie verlebte eine idyllische Kindheit, umgeben von Tieren. \u201eIch dachte, es sei v\u00f6llig normal, dass wenn man im Wald spazieren geht, immer ein Gefolge von Menschen und Tieren dabei ist\u201c, schreibt sie. \u201eMeine Mutter, mein Vater, die Br\u00fcder und Schwestern und ich waren immer unterwegs mit unseren Hunden, Impala <em>Bob<\/em>, Wasserbock <em>Daisy<\/em> und <em>Ricky-Ticky-Tavey<\/em>, der kleinen braunen Zwergmanguste.\u201c<\/p>\n<p>Sheldricks Buch lebt von den vielen Erinnerungen an ihre Jugend &#8211; die Panik vor einer Heuschreckenplage (die der G\u00e4rtner zu ihrer Begeisterung heute in Butter br\u00e4t und verspeist), Eiscreme hergestellt aus Hagelk\u00f6rnern (sie hatten keinen K\u00fchlschrank), Ferien im H\u00e4uschen der Gro\u00dfeltern in Malindi am Indischen Ozean, die Spazierg\u00e4nge in den W\u00e4ldern und die immer neuen V\u00f6gel und Haustiere. Bis sich ihr Leben auf einmal \u00e4ndern sollte &#8211; mit der Ankunft eines verwaisten Buschbock-K\u00e4lbchens. <em>Bushy<\/em> war das erste von mehreren hundert Tierwaisen, die Sheldrick im Laufe ihres Lebens aufgezogen hat und die Vorstufe ihrer Lebensphilosophie &#8211; ziehe niemals ein Tierbaby auf, wenn du nicht hundert Prozent sicher bist, dass es danach in der Wildnis v\u00f6llig unabh\u00e4ngig weiter- und \u00fcberleben kann.<\/p>\n<p>Im Alter von sechs Jahren kam sie zu ihren Geschwistern ins Internat. Die Ferien verbrachte sie meistens im Safaricamp ihres Vaters in Selengai. Als sie es zum ersten Mal sah, dachte sie \u201eSo m\u00f6chte ich gerne leben, mit den Tieren unter freiem Himmel.\u201c Sie lag mit ihrer Schwester Sheila im Zelt, lauschte den Ger\u00e4uschen der L\u00f6wen beim Lecken der Zeltplane, in der vorher Salz transportiert wurde. Selbst das n\u00e4chtliche Sammeln der Zecken fand sie faszinierend. \u201e\u00dcberall warenZecken, und obwohl sie uns wie verr\u00fcckt juckten, war ich angetan von dieser Vielfalt: gestreifte Beine, gepunktete Beine, rote Beine, gelbe Beine, gepunktete Beine mit gr\u00fcnen Streifen\u00e2\u20ac\u00a6\u201c<\/p>\n<p>In den 1950ern ver\u00e4nderte sich pl\u00f6tzlich ihr ganzes Leben. <em>Mau Mau<\/em>, eine Bewegung des <em>Kikuyu<\/em>-Stammes, wollte die Unabh\u00e4ngigkeit Kenias von der Britischen Kolonialmacht und den europ\u00e4ischen Siedlern. Barbarische \u00dcbergriffe bedrohten von nun an das Leben der Siedlerfamilien. Die Gro\u00dfeltern der Sheldricks wurden ausgeraubt und zusammengeschlagen. Einer ihrer Angestellten, Kinanda, sollte die ganze Sheldrick-Familie umbringen. Er weigerte sich und bezahlte mit seinem eigenen Leben.<\/p>\n<p>1953 heiratete Daphne Bill Woodley, der als Parkvorsteher im Nairobi Nationalpark arbeitete, und wurde im Alter von 19 Jahren schwanger mit Jill. Mitte der 1950er Jahre beruhigten sich die b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlichen Zust\u00e4nde durch die <em>Mau Mau<\/em> Bewegung und Woodley begann, mit David Sheldrick zusammen zu arbeiten. David Sheldrick hatte im zweiten Weltkrieg als Major f\u00fcr die <em>King\u2019s African Rifles<\/em> gedient [ein in Ostafrika unter britischer Kolonialherrschaft gebildetes Infanterieregiment, Anm. d. \u00dc.]. Die beiden M\u00e4nner erschlossen Tsavo, einen neuen Nationalpark, aus dem erbarmungslosen Buschland der Taru-W\u00fcste. Tsavo erstreckte sich \u00fcber ca. 13.000 km-\u00b2 und war das einzige St\u00fcck gro\u00dfes und brauchbares Land, das die Regierung sich leisten konnte, zum Schutz ihrer Natur beiseite zu legen. Schon damals sank die Zahl der Wildtiere durch Wilderei.<\/p>\n<p>Daphne nahm zwei Elefantenwaisen auf, die Sheldrick gerettet hatte, Samson und Fatuma, und wurde in ihren Bann gezogen. Sie teilte ihre Zeit auf zwischen der B\u00fcroarbeit zur Erstellung von Akten aller Wilderer und ihre Tochter Jill, die gl\u00fccklich mit den Elefanten spielte. Ihre Ehe br\u00f6ckelte allm\u00e4hlich und Daphne f\u00fchlte sich mehr und mehr zu Sheldrick hingezogen. Sie trennte sich von Woodley und zog Ende 1958 nach Nairobi, kehrte aber schlie\u00dflich nach Tsavo und zu Sheldrick zur\u00fcck, und die beiden heirateten im Oktober 1960.<\/p>\n<p>Die folgenden 17 Jahre ihres Lebens waren gepr\u00e4gt von einem nicht enden wollenden Strom an Tierwaisen: eine verdreckte Manguste namens <em>Higgetly<\/em>, eine Zibetkatze genannt <em>Old Spice<\/em>, die von Davids Aftershave derma\u00dfen besessen war, dass sie t\u00e4glich damit eingerieben werden musste. Da war <em>Gregory Peck<\/em>, ein kleiner B\u00fcffelweber, der auf ihrer Schulter sa\u00df, ein Nashorn mit Namen <em>Rufus<\/em> und <em>Huppety<\/em>, ein Zebrafohlen. Daphnes und Davids Tochter Angela wurde im Juli 1963 geboren, und nach wenigen Jahren ritt sie bereits auf <em>Rufus<\/em>.<\/p>\n<p>Es scheint schwer, sich von dieser Idylle nicht in seinen Bann ziehen zu lassen &#8211; aber es gab auch eine dunkle Seite. Der Krieg der Wilderei tobte bereits: in einem Teil des Parks hatten sie 1.280 tote Elefantenk\u00f6rper entdeckt, unter ihnen etwa 200 Elefantenbabys, die neben ihren geschlachteten M\u00fcttern lagen. Langsam aber sicher, besonders durch die Anstrengungen von Sheldrick, konnte dieser Zustand unter Kontrolle gebracht werden. Die Elefanten begannen zu verstehen, dass Tsavo ein Schutzgebiet war, sie f\u00fchlten sich wieder sicher und vermehrten sich.<\/p>\n<p>Dank Samson, Fatuma und viele andere lernten die Sheldricks unglaublich viel \u00fcber die Sprache der Elefanten. Am meisten lernte Daphne von Eleanor, die im Alter von zwei Jahren als Waise im Samburu-Nationalreservat gefunden wurde &#8211; neben dem leblosen K\u00f6rper ihrer Mutter, aus deren Kopf die Sto\u00dfz\u00e4hne entfernt worden waren. Daphne gelang es, die Beh\u00f6rden zu \u00fcberzeugen, Eleanor mit nach Tsavo zu nehmen, wo sie 1965 mit ihr ankam. Ganz zur Freude von Samson, und in den n\u00e4chsten 30 Jahren k\u00fcmmerte sie sich um viele der Waisen, die ihr noch folgen sollten.<\/p>\n<p>Samson gelang schlie\u00dflich der Weg zur\u00fcck in die Wildnis, doch sein Tod ist eines der traurigsten Kapitel in Daphnes Buch. David hatte ihn als Waise gerettet und aufgezogen. Zwanzig Jahre sp\u00e4ter hatte er ihn allein am Galana-Fluss entdeckt: furchtbar abgemagert und schwer verletzt. Eines seiner Beine war durch einen Giftpfeil auf das Dreifache angeschwollen, und David blieb nichts weiter \u00fcbrig, als ihn zu erschie\u00dfen.<\/p>\n<p>Manche Stellen aus dem Buch lesen sich wie ein Disneyfilm. Einmal f\u00fchrte Ali, ein Elefantenpfleger, seine Sch\u00fctzlinge in den Busch, wo sie auf zwei Wilderer sto\u00dfen, die gerade die Sto\u00dfz\u00e4hne aus einem toten Elefanten hackten. Eleanor, schreibt Sheldrick, beschn\u00fcffelte den K\u00f6rper, legte ihren Fu\u00df auf den Kopf des Elefanten, brach die Sto\u00dfz\u00e4hne an der Bruchstelle aus dem Oberkiefer und schleuderte sie mit ihrem R\u00fcssel ins Geb\u00fcsch. \u201eEs war, als ob sie trotz ihres wohlbeh\u00fcteten Lebens verstand, warum sie hier war.\u201c Die Wilderer hatten furchtbare Angst und ergaben sich.<\/p>\n<p>Die Wilderei verschlimmerte sich, als der Preis f\u00fcr Elfenbein in den 1970er Jahren anstieg. Zwischen 1970 und 1977 verlor Kenia die H\u00e4lfte seiner Elefanten. 1976 wurden die Nationalparks in Kenia verstaatlicht (vorher wurden sie von unabh\u00e4ngigen Initiativen gef\u00fchrt). \u201eEs war der Anfang einer tragischen, furchtbaren, schwarzen Periode der stolzen Geschichte der kenianischen Nationalparks\u201c, schreibt Sheldrick. \u201eF\u00fcr ihre wilden Bewohner, besonders Nash\u00f6rner und Elefanten, war dies der Todessto\u00df.\u201c<\/p>\n<p>David wurde Oberaufseher f\u00fcr alle Nationalparks und Schutzgebiete. Es bedeutete, sie mussten Tsavo verlassen, und Sheldrick war todungl\u00fccklich. David musste 30 Jahre Arbeit zur\u00fccklassen und Daphne ihre Waisen, \u201ein dem Wissen, dass einer der Regierungsbeamten ihren Platz einnehmen w\u00fcrde, von denen die meisten eingefleischte J\u00e4ger waren.\u201c Sie war am Boden zerst\u00f6rt, als sie Eleanor, die Elefanten und ihren wundersch\u00f6nen Garten zur\u00fcck lassen musste.<\/p>\n<p>Im Dezember 1976 nahmen sie die Arbeit im Nairobi Nationalpark auf; und im Sommer darauf starb David an einem Herzinfarkt. Er hatte bis dahin so viel erreicht, mit seinem Wissen \u00fcber die Natur, seiner Elefantenforschung und dem Aufbau von Tsavo. \u201eEs gab nur eine Handvoll M\u00e4nner, die sich nach dem Krieg, w\u00e4hrend der Kolonialzeit, <em>Mau Mau<\/em>, der Unabh\u00e4ngigkeit und dar\u00fcber hinaus f\u00fcr den Naturschutz eisetzten,\u201c so Natursch\u00fctzer Tony Fitzjohn, \u201eund David war einer der Besten.\u201c<\/p>\n<p>Sheldrick h\u00e4tte ihr Buch auch gern mit Davids Tod enden lassen, aber es sollten noch Seiten f\u00fcr 30 weitere Jahre vollgeschrieben werden. Sie musste weitermachen. Das hatte sie, sagt sie heute, von den Elefanten gelernt. Nachdem sie ihren Mann beerdigt hatte, erhielt sie die Erlaubnis der Regierung, im Nairobi Nationalpark ein Haus zu bauen. Sie hatte gerade begonnen, Artikel \u00fcber Wildtiere zu schreiben, als sie einen Anruf des Leiters der Parkbeh\u00f6rde bekam, der sie bat, ihm mit zwei Elefantenwaisen zu helfen, die gerade am Hauptquartier des Parks eingetroffen waren. Mit Geduld und Hingabe nahm Sheldrick diese Aufnahme wahr und fuhr mehrmals t\u00e4glich in die Auffangstation am Hauptquartier, wo sie die Babys mit Milch f\u00fctterte. Es dauerte ein Jahr, und dann bekam sie die Erlaubnis, dass sie in Tsavo in die Obhut von Eleanor gelassen werden durften.<\/p>\n<p>Von da an ging es vorw\u00e4rts. Ein Freund der Sheldricks tauchte mit einem Elefantenbaby auf, das er in einem Gully gefunden hatte &#8211; \u201eum sie aufzuheitern\u201c. Sie und Jill versorgten die Wunden des Babys und Jill musste ihm sein Kinderzimmer \u00fcberlassen, weil sie nicht wussten, wo sie ihn sonst unterbringen sollten. Das war ein Wendepunkt &#8211; sie entschieden, dass wenn weitere Waisen gerettet w\u00fcrden, sie Unterbringung, Ausr\u00fcstung, Spenden und Unterst\u00fctzung brauchten. Der David Sheldrick Wildlife Trust wurde 1977 ins Leben gerufen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag komme ich noch einmal zur Nairobi-Nursery, wo Angelas S\u00f6hne ein Warzenschwein mit gebrochenem Bein hinter sich herziehen. Abdi, der stellvertretende Chef-Pfleger, f\u00fchrt mich zu Lemek. Sie liegt auf einer Matte unter einem Baum und ist mit einer Decke zugedeckt. Mishak h\u00e4lt einen Regenschirm, damit sie nicht in der prallen Sonne liegen muss. Ein winziger Fu\u00df und eine kleine R\u00fcsselspitze lugen unter der Decke hervor, ab und zu werden sie von Mishak gestreichelt. Mishak arbeitet seit 20 Jahren f\u00fcr die Elefanten. \u201eIch wei\u00df nicht, ob sie durchkommt\u201c, sagt er resigniert.<\/p>\n<p>Lemek hat es nicht geschafft. Sie wollte keine Milch annehmen. Sie wurde an eine Infusion gelegt und bekam Antibiotika, weil vermutet wurde, sie h\u00e4tte eine Magen-Darm-Infektion. Es ist nicht \u00fcblich, dass Elefanten so ganz und gar nichts fressen. Die Autopsie ergab, dass sie verhungerte. Man kann einen Elefanten nicht zum Fressen zwingen. Sie wollte einfach nicht mehr leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erschienen in <em>The Telegraph<\/em> am 24. Februar 2012 http:\/\/www.telegraph.co.uk\/news\/9100415\/The-woman-who-fosters-elephants-in-Kenya.html<\/p>\n<p>von Jessamy Culkin, \u00fcbersetzt von Kristina R\u00f6sel (REAeV)<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-frau-die-in-kenia-elefanten-aufzieht\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als einem halben Jahrhundert rettet Dame Daphne Sheldrick in Kenia verwaiste Elefanten und andere Wildtiere Daphne Sheldricks Waisenstation f\u00fcr Elefanten liegt im \u00e4u\u00dferen Zipfel des Nairobi Nationalparks. Besucher aus aller Welt haben jeden Vormittag die M\u00f6glichkeit, den bis zu drei Jahre alten Waisen f\u00fcr eine Stunde beim Spielen im Schlamm und F\u00fcttern durch &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-frau-die-in-kenia-elefanten-aufzieht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Frau, die in Kenia Elefanten aufzieht\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46],"tags":[],"class_list":["post-2871","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dswt"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2871","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2871"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2871\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8850,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2871\/revisions\/8850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2871"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2871"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2871"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}