{"id":30531,"date":"2021-07-04T09:27:32","date_gmt":"2021-07-04T08:27:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=30531"},"modified":"2021-07-07T16:29:11","modified_gmt":"2021-07-07T15:29:11","slug":"ate-news-februar-und-maerz-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-februar-und-maerz-2021\/","title":{"rendered":"ATE News: Februar und M\u00e4rz 2021"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der letzten beiden Monate gab es ungew\u00f6hnlich viele Niederschl\u00e4ge in Amboseli. Normalerweise regnet es zu dieser Jahreszeit nicht sondern es herrscht Trockenzeit, doch die fiel dieses Jahr aus. Im Februar wurden 140 mm und im M\u00e4rz 36 mm Niederschlag gemessen. Speziell die Regenf\u00e4lle im Februar bewirkten, dass die Stra\u00dfen und Ebenen vollst\u00e4ndig \u00fcberflutet wurden. Viele Elefanten und andere Tiere verlie\u00dfen daraufhin den Park und zogen au\u00dferhalb auf h\u00f6herliegendes Terrain. Zwei Wochen lang waren fast keine Tiere zu sehen. Als es sp\u00e4ter wieder trockener wurde kehrten einige Elefantenfamilien zur\u00fcck, doch nicht so viele wie es im Dezember und Januar gewesen waren. Von der gro\u00dfen GB-Familie beispielsweise wurde nur Goldas Gruppe gesehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_30525\" aria-describedby=\"caption-attachment-30525\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30525\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-14-300x225.jpg\" alt=\"Elefanten in ihren Weidegr\u00fcnden\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-14-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-14-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-14-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-14.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30525\" class=\"wp-caption-text\">Elefanten in ihren Weidegr\u00fcnden<\/figcaption><\/figure>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der M\u00e4rz war besonders sch\u00f6n und bot einige spektakul\u00e4re Ansichten des Kilimandscharo. Vor allem Morgens gab es meistens einen klaren Blick auf die gesamte Bergkette, deren Gipfel mit frischgefallenem Schnee bedeckt war. Das Team des Amboseli Trust for Elephants (ATE) war priviligiert dies alles zu sehen &#8211; allein, ohne andere Menschen weit und breit. Doch h\u00e4tten sie diese Erlebnisse gern geteilt. Denn das Privileg des ATE-Teams wurde durch die Corona-Pandemie verursacht. Erneut hatte es Einschr\u00e4nkungen im Tourismus gegeben und der Park war zeitweilig geschlossen. Mit allen negativen Folgen! Es fehlten sowohl Eintrittsgelder, die dringend f\u00fcr die Finanzierung der Arbeit des Kenya Wildlife Service (KWS) ben\u00f6tigt werden, als auch Einkommen f\u00fcr die Angestellten der Lodges und vieler Menschen der lokalen Gemeinden, die sonst durch den Tourismus ihren Lebensunterhalt bestreiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Buschfleischwilderei hatte afrikaweit stark zugenommen und auch im Amboseli-\u00d6kosystem gab es vermehrt Vorf\u00e4lle, wenngleich vorwiegend au\u00dferhalb des Parks. Diese schlimme Entwicklung k\u00f6nnte am wirkungsvollsten und schnellsten durch eine Wiederbelebung des Tourismus beendet werden. Die Hoffnung ruht nun auf einer Eind\u00e4mmung der Pandemie durch eine m\u00f6glichst z\u00fcgige und fl\u00e4chendeckende Impfkampagne, damit Reisen nach Kenia wieder f\u00fcr viele Menschen m\u00f6glich werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leider zeichneten sich aber noch weitere Probleme ab. Amboseli befindet sich gerade in einer Zeit gro\u00dfer Ver\u00e4nderungen. Eine wachsende Bev\u00f6lkerung sowie \u00c4nderungen in der Landnutzung bzw. des Landbesitzes nehmen immer gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf das \u00dcberleben der Wildtiere. Noch ist die lokale Bev\u00f6lkerung zum gr\u00f6\u00dften Teil bereit auf Elefanten und andere Tiere R\u00fccksicht zu nehmen. Damit dies so bleibt ist es wichtig, dass sowohl der KWS als auch die NGO&#8217;s weiterhin eng mit den Communitys zusammenarbeiten und ein regelm\u00e4ssiger und instensiver Dialog fortgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_30529\" aria-describedby=\"caption-attachment-30529\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30529\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-18-300x225.jpg\" alt=\"Auch Flamingos kommen in Amboseli vor\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-18-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-18-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-18-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-18.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30529\" class=\"wp-caption-text\">Auch Flamingos kommen in Amboseli vor<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Elefanten waren sich all dieser Herausforderungen gl\u00fccklicherweise nicht bewusst und setzten ihr Leben so fort, wie sie es immer getan haben. Allerdings unter so angenehmen Umweltbedingungen wie selten zuvor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die AA-Familie kam wieder mehrfach am ATE-Camp vorbei, einschlie\u00dflich Angelinas mit ihren Zwillingsk\u00e4lbern. Die Zwillinge wachsen jeden Monat und sehen sehr gut aus. Und je \u00e4lter sie werden desto mehr steigen auch ihre \u00dcberlebenschancen &#8211; vor allem bei dem reichhaltigen Nahrungsangebot dieser Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind die ersten 24 Monate im Leben von Elefantenk\u00e4lbern die kritischste Phase mit einer relativ hohen Sterblichkeit von 19 Prozent. Und davon ist das erste Jahr das problematischste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_30527\" aria-describedby=\"caption-attachment-30527\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30527\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-16-300x225.jpg\" alt=\"Ein Kalb fordert von seiner Mutter Milch\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-16-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-16-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-16-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-16.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30527\" class=\"wp-caption-text\">Ein Kalb fordert von seiner Mutter Milch<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr Zwillinge ist es besonders hart, da es f\u00fcr ihre M\u00fctter auch in guten Jahren eine enorme Herausforderung darstellt genug Milch f\u00fcr beide zu produzieren. In D\u00fcrrezeiten h\u00e4tten sie so gut wie keine Chance beide zu \u00fcberleben. Doch Angelinas Zwillinge sind jetzt 14 Monate alt, haben somit die schwierigsten Monate ihrer Entwicklung hinter sich und wurden in einer Zeit geboren, w\u00e4hrend der es die ergiebigsten Regenf\u00e4lle seit zehn Jahren gab. Diese guten Bedingungen sind ein echter Segen und Angelina hatte genug Milch f\u00fcr beide K\u00e4lber. Welch ein Gl\u00fcck!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die AA-Familie hatte auch noch weiteren Zuwachs erhalten: Zuletzt durch Artemis, die am 31. M\u00e4rz ein weibliches Kalb zur Welt brachte. Das Team mussten nicht lange suchen, um dieses Neugeborene zu entdecken, da Artemis es direkt am Camp vorbei brachte! Die Geburt hatte offenbar erst ganz kurz zuvor stattgefunden, da Artemis noch Blut an ihren Beinen hatte. Elefanten geb\u00e4ren normalerweise nachts und an einem Ort, den sie f\u00fcr sicher halten. Das ATE-Team freute sich daher sehr, dass dieses Kalb so nahe am Forschungslager geboren wurde, denn dies beweist, dass sich die Elefanten hier sicher f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch Enids Gruppe von den EB&#8217;s verbrachte weiterhin Zeit im Park, allerdings wurde sie in den letzten zwei Monaten nicht sehr regelm\u00e4\u00dfig gesehen. Der Familie und insbesondere allen K\u00e4lbern, die w\u00e4hrend des Babybooms geboren wurden, ging es gut. Enids eigene K\u00e4lber sahen sehr gesund aus und es war wunderbar zu sehen, was f\u00fcr eine fantastische Gro\u00dfmutter sie f\u00fcr Elises Kalb ist. Eine Gro\u00dfmutter ist ein wichtiger Bestandteil des Familienlebens von Elefanten. Tats\u00e4chlich werden durch die Unterst\u00fctzung einer Gro\u00dfmutter nachweislich die \u00dcberlebenschancen eines Kalbes erh\u00f6ht. Enid ist eine sehr aufmerksame Mutter und Gro\u00dfmutter, die sehr an ihre eigene f\u00fcrsorgliche Mutter Echo erinnert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_30526\" aria-describedby=\"caption-attachment-30526\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30526\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-15-300x225.jpg\" alt=\"Junger Elefant aus Amboseli\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-15-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-15-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-15-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-15.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30526\" class=\"wp-caption-text\">Junger Elefant aus Amboseli<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die EB&#8217;s wandern von Zeit zu Zeit nach Tansania und vermutlich befanden sie sich dort w\u00e4hrend der \u00a0Zeiten, in der sie das ATE-Team nicht gesehen hat. Es ist leider unm\u00f6glich, den Elefanten immer zu folgen. Einige Teile des \u00d6kosystems sind mit dem Fahrzeug nicht erreichbar und das Team kann die internationale Grenze nach Tansania nicht \u00fcberqueren. Daher ist der Aufenthaltsort von Elefanten oft nur zu ermitteln, wenn sie ein GPS-Halsband tragen. Um diese Einschr\u00e4nkung zu \u00fcberwinden, besch\u00e4ftigt ATE in Kooperation mit der Big Life Foundation mittlerweile 17 Community Scouts in verschiedenen Teilen des Amboseli-\u00d6kosystems. Diese sammeln Daten \u00fcber Elefanten-Sichtungen au\u00dferhalb des Parks und berichten auch \u00fcber Probleme mit Wildtierkriminalit\u00e4t in der Region. Mithilfe von Scout-Sichtungsdaten konnten sowohl Familien wie auch einzelne Tiere identifiziert werden, welche die internationale Grenze \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die FBs wanderten zwischen Kenia und Tansania hin und her. Sie waren ebenfalls alle in guter Verfassung und hatten gleichfalls Zuwachs bekommen: Felica brachte im M\u00e4rz ein weibliches Kalb zur Welt. Sie hat bereits einen Sohn namens Fajulu, welcher jetzt neun Jahre alt ist. Au\u00dferdem hatte sie 2017 ein weibliches Kalb geboren, welches aber leider aus nat\u00fcrlichen Ursachen gestorben ist. Ihr neues Kalb hat aber nun unter den derzeitigen Bedingungen beste \u00dcberlebenschancen. Und die Aufzeichnungen ATE&#8217;s lassen erwarten, dass es nicht lange allein bleiben wird: Auch bei Flossy, Feretia, Frost, Freshet, Fizz und Fezara wird in den n\u00e4chsten Monaten Nachwuchs erwartet! Da werden in dieser Familie also alle zur Verf\u00fcgung stehenden Tanten, gro\u00dfen Geschwister und Nannys alle H\u00e4nde bzw. R\u00fcssel voll zu tun haben!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_30524\" aria-describedby=\"caption-attachment-30524\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30524\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-13-300x225.jpg\" alt=\"Eine Elefantenfamilie am Rand eines Sumpfes\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-13-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-13-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-13-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-13.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30524\" class=\"wp-caption-text\">Eine Elefantenfamilie am Rand eines Sumpfes<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die PC-Familie wurde ebenfalls mehrfach gesehen. Dabei stellte man fest, dass sich Patience&#8217;s erst neunj\u00e4hrige Tochter Pilapila im \u00d6strus befand. Man hatte bei ihr schon seit einiger Zeit damit gerechnet doch jetzt war es tats\u00e4chlich so weit. Sie wurde von einigen der bekanntesten Bullen Amboselis begleitet. Wronski, der gr\u00f6\u00dfte und st\u00e4rkste von ihnen, bewachte sie und hielt andere Bullen von ihr fern. Aber auch TeeJay und Gordon wetteiferten um ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Wronski ist 45 Jahre alt und einer der dominantesten Bullen im \u00d6kosystem. Er hat einen kraftvollen und aggressiven Charakter, der typisch f\u00fcr Elefanten aus seiner Geburtsfamilie ist. Er stammt von den VA&#8217;s, Amboselis gr\u00f6\u00dfter Familie, die \u00fcber 70 Individuen stark ist und dazu neigt andere Elefanten zu dominieren. TeeJay hingegen kommt aus der TD-Familie, wie der legend\u00e4re Big Tusker Tim, und sieht mit seinen langen Sto\u00dfz\u00e4hnen sehr beeindruckend aus. Mit 33 Jahren ist er aber viel j\u00fcnger als Wronski und w\u00fcrde es nicht wagen einen der wildesten Bullen Amboselis herauszufordern. Der aus der GB-Familie stammende, 1985 geborene, Gordon ist nur wenig \u00e4lter als TeeJay und stellte somit f\u00fcr Wronski ebenfalls keine ernstzunehmende Konkurrenz dar. Die beiden j\u00fcngeren Bullen beobachteten genau, ob Wronski irgendwann das Interesse an Pilapila verlieren w\u00fcrde, achteten dabei aber sehr darauf nicht als Konkurrenten zu wirken. Dieses Verhalten wird bei Bullen h\u00e4ufig beobachtet. Der Wettbewerb unter ihnen ist wichtig f\u00fcr eine gesunde Elefantenpopulation. Auf diese Weise geben nur die st\u00e4rksten und intelligentesten Bullen, welche die besten \u00dcberlebenschancen besitzen, ihre Gene an die n\u00e4chste Generation von Elefanten weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_30530\" aria-describedby=\"caption-attachment-30530\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30530\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-19-300x225.jpg\" alt=\"Die Amboseli-S\u00fcmpfe bedeuten Leben f\u00fcr unz\u00e4hlige Tiere\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-19-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-19-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-19-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-19.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30530\" class=\"wp-caption-text\">Die Amboseli-S\u00fcmpfe bedeuten Leben f\u00fcr unz\u00e4hlige Tiere<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die OA&#8217;s geh\u00f6rten zu jenen Familien, die im Februar den Park verlassen hatten und erst im M\u00e4rz zur\u00fcckkehrten. Es ging ihnen sehr gut, sowohl den neuen K\u00e4lber wie auch den \u00e4lteren Familienmitgliedern. Die OA&#8217;s verbringen generell viel Zeit im n\u00f6rdlichen Teil des Amboseli-\u00d6kosystems. Dieses Gebiet liegt h\u00f6her und ist bei starken Regenf\u00e4llen ein guter, \u00fcberschwemmungsfreier Aufenthaltsort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist allerdings auch ein sehr unwegsames Gebiet und schwer mit dem Auto zu erreichen. Das ATE-Team sucht es daher nur selten auf. Meistens wenn es einen Bericht \u00fcber einen verletzten Elefanten gibt oder ein Elefant Vieh get\u00f6tet hat. Letzteres kann vorkommen, wenn Hirten und ihre Herden an Wasserstellen in Konkurrenz mit Elefanten geraten. \u00a0ATE leistet dann Schadenersatz und erstattet den Viehbesitzern die Kosten f\u00fcr ein neues Tier. Wenn jemand einen derartigen Vorfall gemeldet hat, muss ATE \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Meldung korrekt ist und die Schadenersatzanspr\u00fcche berechtigt sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr derartige Probleme ist grunds\u00e4tzlich die wachsende menschlichen Bev\u00f6lkerung und ihr zunehmender Bedarf von Land. Die Elefanten verlieren dadurch immer mehr Lebensraum und das versch\u00e4rft die Konkurrenz zwischen ihnen und den Viehz\u00fcchtern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_30528\" aria-describedby=\"caption-attachment-30528\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30528\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-17-300x225.jpg\" alt=\"Nilg\u00e4nse geh\u00f6ren zu den Wasserv\u00f6geln Amboselis\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-17-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-17-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-17-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-17.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30528\" class=\"wp-caption-text\">Nilg\u00e4nse geh\u00f6ren zu den Wasserv\u00f6geln Amboselis, die besonders auf die S\u00fcmpfe angewiesen sind<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In letzter Zeit gab es auch Ver\u00e4nderungen bez\u00fcglich der Eigentumsverh\u00e4ltnisse der Gebiete au\u00dferhalb des Nationalparks. Hier leben vorwiegend Massai und diese hatten ihre L\u00e4nder in sogenannte Group Ranches zusammengefasst. Jetzt aber haben sie beschlossen die Group Ranches in private Landparzellen aufzuteilen. Um die Elefanten zu sch\u00fctzen reicht es daher k\u00fcnftig nicht mehr aus mit wenigen Vertretern der Group Ranches zu sprechen sondern man muss jetzt alle privaten Landeigent\u00fcmer \u00fcberzeugen. Das Team von ATE wird sein Bestes geben, um auch diese schwierige Aufgabe zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_30522\" aria-describedby=\"caption-attachment-30522\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30522\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/CraigwCBs_7-20L-300x176.jpg\" alt=\"Big Tusker Craig besucht eine Elefantenfamilie\" width=\"300\" height=\"176\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30522\" class=\"wp-caption-text\">Big Tusker Craig besucht eine Elefantenfamilie<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ende letzten Jahres kam es dann pl\u00f6tzlich fast wie aus dem Nichts zu einer weiteren, v\u00f6llig neuen Bedrohung f\u00fcr die Elefanten des Amboseli-\u00d6kosystems: Das r\u00fccksichtslose Vorgehen eines gro\u00dfen, landwirtschaftlichen Unternehmens. Die KiliAvo Ltd. hatte Land von einigen der neuen Landeigent\u00fcmer erworben mit der Absicht hier eine Avocado-Farm anzulegen. Diese lag direkt auf einem der letzten verbliebenen Wanderwege der Elefanten vom Amboseli-Nationalpark zum Kimana-Sanctuary, einem ihrer wichtigsten Weidegr\u00fcnde au\u00dferhalb des Parks. Viele Elefanten suchen Kimana speziell w\u00e4hrend der Trockenzeiten auf &#8211; auch legend\u00e4re Big Tusker wie der im letzten Jahr verstorbene Tim oder Craig, der heute der gr\u00f6\u00dfte Bulle in Amboseli ist. Die Avocado-Farm versperrte ihnen nun den Zugang zum Sanctuary. Das konnte verheerende Folgen f\u00fcr die Elefantenpopulation haben! Dazu kam, dass Avocados viel Wasser brauchen &#8211; die neue Farm aber lag in einem Trockengebiet! Man wollte daher das Grundwasser anzapfen. Doch das h\u00e4tte den Grundwasserspiegel gef\u00e4hrlich senken k\u00f6nnen. Eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die S\u00fcmpfe im Park, die im schlimmsten Fall austrocknen k\u00f6nnten &#8211; das Aus f\u00fcr alle Wildtiere Amboselis. Ebenso hart h\u00e4tte es die Menschen in der Nachbarschaft getroffen. Doch nun bildete sich schnell eine Koalition von lokalen Viehz\u00fcchtern, NGO&#8217;s und dem KWS, die gemeinsam gegen die Pl\u00e4ne von KiliAvo Ltd. protestierten. Dabei beriefen sie sich vor allem auch auf die f\u00fcr das Amboseli-Gebiet geltenden Landnutzungspl\u00e4ne. Diese erlauben zwar die Viehzucht im traditionellen Stil doch keinen Ackerbau in der betreffenden Region! KiliAvo Ltd. hatte es au\u00dferdem unterlassen den KWS um ein Gutachten zu bitten. Wobei der KWS niemals seine Einwilligung zu der Avocado-Farm am geplanten Standort gegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_30523\" aria-describedby=\"caption-attachment-30523\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30523\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-12-300x225.jpg\" alt=\"Ein Sattelstorch in den S\u00fcmpfen Amboselis\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-12-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-12-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-12-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2021\/07\/JB-19-20-12.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30523\" class=\"wp-caption-text\">Ein Sattelstorch in den S\u00fcmpfen Amboselis<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So kam der Fall zur Behandlung vor die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden. Die National Environmental Authority (NEMA) ordnete zun\u00e4chst einen Arbeitsstopp f\u00fcr KiliAvo Ltd. an. Das Land war zwar bereits seiner nat\u00fcrlichen Vegetation beraubt und eingez\u00e4unt worden, doch nun durften keine weiteren T\u00e4tigkeiten mehr durchgef\u00fchrt werden &#8211; auch das Bew\u00e4ssern der Avocado-Setzlinge wurde untersagt, ebenso wie die Reparatur der Z\u00e4une, die Elefanten an verschiedenen Stellen besch\u00e4digten. KiliAvo Ltd. erhob beim National Environmental Tribunal (NET) Einspruch gegen diese Entscheidung, scheiterte aber vollst\u00e4ndig! Das Arbeitsverbot blieb bestehen! Noch ist der Fall zwar nicht endg\u00fcltig entschieden, doch stehen die Chancen sehr gut, dass KiliAvo Ltd. seine Lizenz f\u00fcr die Avocado-Farm verlieren wird. Denn diese Lizenz steht nicht im Einklang mit den bestehenden Gesetzen und Verordnungen. Speziell das Ministerium f\u00fcr Tourismus und Wildtiere unterst\u00fctzt die Forderungen nach einem Verbot der Avocado-Farm auf dem Elefanten-Korridor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es scheint also, dass die Bed\u00fcrfnisse der Elefanten und anderen Wildtiere noch einmal Vorrang vor den Interessen eines gro\u00dfen Unternehmens erlangen werden. Doch wird dadurch auch deutlich welch gro\u00dfe Herausforderungen die Zukunft noch bringen mag. Hoffnung macht allerdings wie schnell sich im Fall der Avocado-Farm eine gro\u00dfe Koalition von NGO&#8217;s, dem KWS und fast allen lokalen Landbesitzern gebildet hatte, die gemeinsam gegen die KiliAvo Ltd. an einem Strang gezogen haben. ATE wird auch in Zukunft alles in seiner Macht stehende tun, um zu gew\u00e4hrleisten, dass die Elefanten auch weiterhin eine sichere Heimat in Amboseli finden.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-februar-und-maerz-2021\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der letzten beiden Monate gab es ungew\u00f6hnlich viele Niederschl\u00e4ge in Amboseli. Normalerweise regnet es zu dieser Jahreszeit nicht sondern es herrscht Trockenzeit, doch die fiel dieses Jahr aus. Im Februar wurden 140 mm und im M\u00e4rz 36 mm Niederschlag gemessen. Speziell die Regenf\u00e4lle im Februar bewirkten, dass die Stra\u00dfen und Ebenen vollst\u00e4ndig \u00fcberflutet wurden. &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-februar-und-maerz-2021\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eATE News: Februar und M\u00e4rz 2021\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":30546,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,131,23,60],"tags":[376,527,420,377,621,380,388,677,671,676,675],"class_list":["post-30531","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-elinews","category-ate","category-elefantennews","category-website","tag-amboseli-trust-for-elephants","tag-angelina","tag-artemis","tag-ate","tag-craig","tag-enid","tag-golda","tag-gordon","tag-pilapila","tag-teejay","tag-wronski"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30531"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30531\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30545,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30531\/revisions\/30545"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30546"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30531"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30531"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}