{"id":3097,"date":"2012-08-26T20:29:00","date_gmt":"2012-08-26T19:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=3097"},"modified":"2012-08-26T20:52:49","modified_gmt":"2012-08-26T19:52:49","slug":"die-waisen-im-juli-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-waisen-im-juli-2\/","title":{"rendered":"Die Waisen im Juli"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Juli war ein sehr anstrengender Monat in der Nairobi-Nursery: drei Neuank\u00f6mmlinge, deren Familien h\u00f6chstwahrscheinlich gewildert wurden, und der Verlust von zwei weiteren Neuzug\u00e4ngen, f\u00fcr die jede Hilfe bei ihrer Ankunft schon zu sp\u00e4t kam.<\/p>\n<p>Am 11. Juli morgens, wurde einem der beiden &#8211; Lorian &#8211; in seinem Stall eine Infusion gelegt, w\u00e4hrend die Keeper ihn in Decken wickelten und Trost zusprachen. Gegen 7 Uhr dann die traurige Nachricht, dass Lorian von uns gegangen war. Nur zwei Tage sp\u00e4ter wurde ein kleines K\u00e4lbchen namens Talio aus dem Nationalpark Tsavo-Ost in die Nursery geflogen. Nach einigen Tagen war sie \u00fcber dem Berg und wurde dem Rest der Gruppe vorgestellt &#8211; und wie \u00fcblich &#8211; mit offenen Armen empfangen. Am 15. Juli gegen 14 Uhr brach sie dann pl\u00f6tzlich zusammen und starb innerhalb von nur einer Stunde. Wahrscheinlich mussten beide zu lange ohne Milch auskommen. Das, der Verlust ihrer Famlien und der zus\u00e4tzliche Stress einer Rettungsaktion durch ihre nat\u00fcrlichen \u201eErzfeinde\u201c, die Menschen, waren wohl einfach zu viel.<\/p>\n<p>Am 21. Juli wurde ein weiteres einsames Elefantenk\u00e4lbchen im Nationalpark Tsavo-Ost gesichtet &#8211; das zweite Waisenbaby innerhalb weniger Tage. Bei dieser Rettungsaktion wurde das Nursery-Rettungsteam von einer NBC-Filmcrew begleitet, die gerade auf Besuch war. Das K\u00e4lbchen namens <strong>Bomani<\/strong> wurde sicher in die Nursery gebracht und die Filmcrew nahm alles hautnah auf. <strong>Bomani<\/strong> ist ein einj\u00e4hriger Bulle, dem es bisher zum Gl\u00fcck gut geht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/BomaniIMG_9707.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"Bomani IMG_9707\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/BomaniIMG_9707_thumb.jpg\" alt=\"Bomani IMG_9707\" width=\"164\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Neuzugang kam von der ber\u00fcchtigten Taita Ranch am Rande von Tsavo-Ost &#8211; eine Hochburg f\u00fcr Wilderer. Die Gegend ist besiedelt von Somali-Viehhirten, deren Rinder illegal im Nationalpark grasen, und die als Nebeneinkommen Elfenbein verkaufen. Drei der Nairobi-Keeper halfen den Keepern in Voi bei der Bergung von einem weiteren einj\u00e4hrigen Bullen, der sp\u00e4ter \u201e<strong>Nyika<\/strong>\u201c genannt wurde. Nyika ist der Name eines Busches, charakteristisch f\u00fcr das aride \u00c3\u2013kosystem von <a>Tsavo<\/a><a name=\"_msoanchor_1\" href=\"#_msocom_1\"><\/a>[k1] .<\/p>\n<p><strong>Bomani<\/strong> und <strong>Nyika<\/strong> haben sich inzwischen gut in ihrem neuen Zuhause eingelebt, trinken ohne Probleme ihre Milch und nehmen t\u00e4glich zu &#8211; immer den Argusaugen ihrer Keeper und einer Schar von potentiellen kleinen Leitk\u00fchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/BalgudawithNyikaandTanoontheRMakiretiLIMG_9913.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"Balguda with Nyika, and Tano on the R, Makireti L IMG_9913\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/BalgudawithNyikaandTanoontheRMakiretiLIMG_9913_thumb.jpg\" alt=\"Balguda with Nyika, and Tano on the R, Makireti L IMG_9913\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Aufzucht von Elefanten gleicht einer Gef\u00fchlsachterbahn &#8211; immer zwischen zu Tode betr\u00fcbt und unb\u00e4ndigem Stolz und Gl\u00fcck. Trotz aller Tragik \u00fcber den Verlust eines Elefantenbabies ist Aufh\u00f6ren f\u00fcr uns schlichtweg keine Option, denn es bleiben immer noch zu viele, die Hilfe brauchen. Aber wenn es einem der \u00e4lteren Nursery-Elefanten schlecht geht, werden alle besonders nerv\u00f6s &#8211; denn Elefanten sind in den ersten drei bis f\u00fcnf Lebensjahren extrem anf\u00e4llig. In diesem Monat ging es uns so mit <strong>Shukuru<\/strong>. Die Keeper beschreiben die ersten Anzeichen einer Krankheit mit \u201eabgestumpftem Verhalten\u201c. Ein Bluttest deutete auf eine Infektion hin, da die Zahl der weissen Blutk\u00f6rperchen stark angestiegen war. Der Tierarzt verabreichte ein Wurmmittel, kombiniert mit einem Langzeit-Penicillin und Vitamin B. Jetzt m\u00fcssen wir einfach die Daumen dr\u00fccken, dass es ihr bald wieder besser geht und keines ihrer Organe Schaden davon tr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>Murera<\/strong> geht es in der Zwischenzeit immer besser, und auch unser kleiner \u201cBonsai\u201c <strong>Kithaka<\/strong> ist ein bisschen gewachsen. Er ist ein toller Entertainer w\u00e4hrend der t\u00e4glichen Besuchsstunde und belohnt uns nach vielen sorgenreichen Monaten mit seinen Fortschritten.<\/p>\n<p>Die L\u00f6wen im Nairobi Nationalpark haben diesen Monat wieder einmal ordentlich f\u00fcr Aufregung gesorgt &#8211; nicht nur, weil eine der L\u00f6winnen wahrscheinlich im Stallgel\u00e4nde geworfen hat. Eines Tages, wahrend der Nachmittagsf\u00fctterung, schossen zwei L\u00f6winnen aus dem Geb\u00fcsch und verfolgten ein Warzenschwein, dass schutzsuchend in Richtung der Elefanten rannte. Die Waisen gingen sofort in Defensivstellung, die \u00c4lteren umringten die Kleinen, w\u00e4hrend J\u00e4ger und Gejagter an ihnen vorbei fetzten. Das Warzenschwein entkam dieses Mal unbeschadet&#8230; Die Warzenschweine sind alte Familienfreunde, wurden doch die meisten von ihnen in der unmittelbaren Nachbarschaft der Nursery geboren und gross gezogen. Hier haben sie h\u00e4ufig von den Menschen als \u201cnat\u00fcrliches Abwehrmittel\u201c profitiert. Die L\u00f6wen sind allerdings nicht dumm und werden immer dreister in ihrer Taktik &#8211; Es wird nie langweilig in der Nairobi-Nursery!<\/p>\n<p>Die Waisen hatten in diesem Monat wieder einmal Besuch von der CNN Filmcrew, die sich f\u00fcr ihren Beitrag als Hauptdarstellerinnen dieses Mal die kleinen Mini-Leitk\u00fche <strong>Sities<\/strong> und <strong>Mutara<\/strong> ausgesucht hat. Ausserdem filmten sie eine der <a>Rettungsaktionen<\/a><a name=\"_msoanchor_2\" href=\"#_msocom_2\"><\/a>[k2] . Die Crew hatte sichtlich Freude daran, ein paar Tage Teil des Nursery-Alltags zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/BarsilingawithSitiesIMG_96802.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"Barsilinga with Sities IMG_9680 (2)\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/BarsilingawithSitiesIMG_96802_thumb.jpg\" alt=\"Barsilinga with Sities IMG_9680 (2)\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Monatsbericht f\u00fcr die Ithumba-Gruppe: <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den Ithumba-Stallungen herrschte im letzten Monat reges Treiben, da es in ganz Tsavo sehr trocken ist, nachdem die Regenf\u00e4lle im April\/May ausgeblieben sind. Die Keeper mussten sich nicht nur um ihre \u00fcblichen Sch\u00fctzlinge k\u00fcmmern, sondern haben auch die Ex-Waisen und wilden Besucher, die zum Saufen kamen, mit Luzerne versorgt. F\u00fcr die wilden Elefanten ist die Tr\u00e4nke zur wichtigsten Wasserquelle geworden. Es kommen haupts\u00e4chlich Bullen, aber auch ein paar Kuhherden mit Jungtieren. Die Stalltr\u00e4nke muss mehrfach pro Tag wieder aufgef\u00fcllt werden, um den Durst aller zu stillen. Das Wasser vom Bohrloch zu holen, dauert zu lange f\u00fcr diese Zahl durstigen Elefanten. Daher war der Tankwagen des Trusts unerm\u00fcdlich im Einsatz und holte zus\u00e4tzlich Wasser aus den Wasserl\u00f6chern im Tiva-Fluss.<\/p>\n<p>Die Waisen lassen den \u00c4lteren den Vortritt, egal ob Ex-Waisen oder wilde Fremde. Sie werden damit eingef\u00fchrt in die Elefanten-Knigge und lernen wichtige Lektionen \u00fcber Rang und Status, die sie f\u00fcr ihr sp\u00e4teres Leben in der Wildnis unbedingt brauchen.<\/p>\n<p>Am 3. Juli abends kam die gesamte Herde Ex-Waisen mit zehn wilden Freunden im Schlepptau zur Tr\u00e4nke. Fast alle waren schon am n\u00e4chsten Morgen wieder, kurz nachdem die Waisen zu ihrer Tageswanderung aufgebrochen waren. Am 11. Juli brach das Stallgel\u00e4nde fast aus allen N\u00e4hten, weil die Ex-Waisen und wilde Elefanten auf die Ankunft des Tanklasters warteten, der Nachschub f\u00fcr die Tr\u00e4nke brachte. Die wilden Elefanten haben ganz genau verstanden, worum es geht. Sie warten geduldig, und wenn der Tanklaster endlich ankommt, dauert es manchmal mehrere Stunden, bis alle getrunken haben. Offensichtlich kommen sie von weit her. Eine Woche sp\u00e4ter, fr\u00fch morgens, kam eine andere Herde wilder Elefanten zum Saufen als ein Rudel Wildhunde aus dem Dickicht auftauchte. Einer der Elefanten entschied sich zum Gegenangriff, aber die drei Hunde waren hartn\u00e4ckig und wichen ihm aus, bis er schlie\u00dflich aufgab. Bis zum 18. Juli nahm die Zahl wilder Elefanten an der Tr\u00e4nke stetig zu &#8211; morgens bis zu 24 und am Abend gar bis 40!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/mshalerelaxing2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"mshale relaxing (2)\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/mshalerelaxing2_thumb.jpg\" alt=\"mshale relaxing (2)\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 13. Juli gegen 18 Uhr, kam ein wilder Bulle, der sp\u00e4ter \u201eMshale\u201c gerufen wurde, mit zwei wilden K\u00fchen zum Saufen. Einer seiner Oberschenkel eiterte heftig aus einer gro\u00dfen Schwellung &#8211; offenbar eine Pfeilwunde. Angela Sheldrick war zuf\u00e4llig gerade vor Ort und rief die Veterin\u00e4re der mobilen Einheit in Tsavo an, dass ein stattlicher Bulle mit gro\u00dfen Sto\u00dfz\u00e4hnen dringend lebensrettende Hilfe br\u00e4uchte. Diese mobile Einheit wird vom Trust finanziert und der ihr angegliederte Tierarzt des Kenya Wildlife Service (KWS) kamen umgehend nach Ithumba und warteten darauf, das Mshale wieder auftauchte, so dass sie ihn behandeln konnten. Gl\u00fccklicherweise dauerte es nicht lange, bis er mit seinen beiden wilden Kompagnons zur\u00fcck kam. Mshale wurde sediert, die Pfeilspitze entfernt und die Wunde gr\u00fcndlich von allem Eiter und abgestorbenen Gewebe gereinigt. Danach bekam er noch eine Spritze mit einem Langzeitantibiotikum, bevor er mit einem Antidot wieder aufgeweckt wurde. Schon am n\u00e4chsten Tag kam er zur\u00fcck, und es schien im viel besser zu gehen &#8211; er humpelte auch kaum noch. Wir sind zuversichtlich, dass er sich schnell und vollst\u00e4ndig erholt. Es ist ein grosses Privileg, einen so stattlichen Bullen zu retten, dem andernfalls ein langer und schmerzvoller Tod bevorgestanden h\u00e4tte. Und das nur, damit die krankhafte Nachfrage nach Elfenbein in China und dem Fernen Osten gestillt werden kann.<\/p>\n<p>Am Abend des 17. Juli, tauchte der wilde Vater der Babies Mwende und Yetu gemeinsam mit ein paar wilden Begleitern im Stallgel\u00e4nde auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/babymwendeyetu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"baby mwende &amp; yetu\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/babymwendeyetu_thumb.jpg\" alt=\"baby mwende &amp; yetu\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Keeper, die die Begattung von <strong>Mulika<\/strong> und <strong>Yatta<\/strong> vor mehr als zwei Jahren <em>live<\/em> miterelebt haben, erkannten ihn sofort. Sein Nachwuchs, Mwende und Yetu, spielten fr\u00f6hlich neben ihrem riesigen Vater und rollten sich in roter Erde. Die Keeper waren ausser sich vor Freude, die Familie(n) wieder vereint zu sehen und somit Zeugen des ganzen Kreislaufs geworden zu sein!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/mwende.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"mwende\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/mwende_thumb.jpg\" alt=\"mwende\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a>&#8211;\u00a0&#8211;\u00a0&#8211;\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/yeti.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"yeti\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/yeti_thumb.jpg\" alt=\"yeti\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 19. Juli kamen die Ex-Waisen alle zum Schlammbad und wurden dieses Mal von <strong>Yattas<\/strong> wilden Sch\u00fctzlingen <strong>Kijana<\/strong> und <strong>Mgeni<\/strong> als auch einem weiteren wilden Bullen begleitet. Obwohl es ein ziemlich k\u00fchler Tag war, gesellten sich einige der Ex-Waisen (inklusive Mwende) zu den J\u00fcngsten ins Schlammbad, und alle hatten eine gute Zeit.<\/p>\n<p>Als die Waisen am 26. Juli gerade ihre t\u00e4gliche Ration Luzerne vernaschten und die wilden Elefanten an der Tr\u00e4nke zugange waren, tauchten pl\u00f6tzlich zwei Schakale auf. Einer der wilden Elefanten blockierte ihnen jeglichen Zugang, so dass sie den R\u00fcckzug antreten mussten. Sie trauten sich erst zur\u00fcck, als die wilden Elefanten wieder verschwunden waren. Als sie nun endlich ihren Durst stillen konnten, gesellten sich noch ein paar Wildhunde hinzu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Monatsbericht f\u00fcr die Voi-Gruppe: <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Voi war der Monat nicht minder aufregend: die Besatzung war bei den vier Rettungsaktionen von Elefantenbabies dabei, die anschliessend in die Nursery gebracht worden und hat selbst einen Neuzugang zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Das erste K\u00e4lbchen, \u201eTalio\u201c wurde am 11. Juli von den Voi-Keepern eingefangen und nach Nairobi geflogen, wo es sp\u00e4ter leider verstarb. Das zweite und dritte Elefantenbaby wurden beide am 20. Juli auf der Mgeno Ranch gerettet, das erste war zwei Jahre alt und sehr schwach. Nur kurz nachdem dieses K\u00e4lbchen in ihren Stall gebracht wurde, kam schon der n\u00e4chste Anruf: ein Elefanten-Waise war ganz allein in Bomani, nahe des Zomeni-Berges, gesehen worden. Das zweite Team brauchte nicht lange, bis es das erst sechst Monate alte K\u00e4lbchen geborgen und zur\u00fcck zum Stallgel\u00e4nde gebracht hatte. F\u00fcr die Keeper war es ein sehr langer und harter Tag, aber beide Elefantenbabies waren in Sicherheit und umsorgt.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen mussten die Keeper erst einmal das ganze Tagesprogramm umstellen. Das j\u00fcngste Baby, <strong>Bomani<\/strong>, wurde nach Nairobi geflogen, w\u00e4hren das andere, genannt <strong>Panda<\/strong>, in Voi blieb, da sie bereits zwei Jahre alt war. Die Familien beider Babies sind mutmasslich Opfer von verstimmten Somali-Viehh\u00fctern geworden, deren Vieh nicht mehr in den Park darf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die vierte und letzte Rettungsaktion im Juli war ein sechs Monate altes K\u00e4lbchen, dass auf der Taita-Ranch gesichtet wurde. Taita ist eine der Gemeinschaftsfarmen am Rande von Tsavo-Ost. Das Voi-Rettungsteam war schnell zur Stelle und hatte das K\u00e4lbchen bald aufgesp\u00fcrt. Er wurde in den Stall nach Voi gebracht, bekam das Lager neben Panda und nahm schon bald den Milchersatz an. Einige Stunden sp\u00e4ter traf ein Flugzeug aus Nairobi ein und brachte ihn in die Nursery.<\/p>\n<p>Trotz allem Stress und der Sorge um die vier neuen Waisen, waren Joseph Sauni und sein Keeper-Team unerm\u00fcdlich f\u00fcr die anderen Waisen und Ex-Waisen im Einsatz. <strong>Ndara<\/strong>, die schon einige Tage nicht mehr gesehen worden war, kam gegen Monatsende vorbei und wurde von allen herzlichst begr\u00fcsst. Sie war gut in Form und humpelte nur noch wenig. Alle ihre Pfeilwunden, inklusive der problematischen in einem ihrer Gelenke im Bein, scheinen gut verheilt und die Keeper meinen, dass sie auf <strong>Emilys<\/strong> Herde wartet, um mit ihnen zusammen endlich wieder zur\u00fcck in den Busch zu kehren.<\/p>\n<p>Im Laufe des Monats haben einige wilde Elefantenherden das Stallgel\u00e4nde aufgesucht &#8211; vornehmlich um zu Saufen &#8211; und begleiteten die Waisen regelm\u00e4ssig auf ihrem Weg zum Grasen. <strong>Taveta<\/strong> und <strong>Tassia<\/strong> sind immer versessen auf Kr\u00e4ftemessen mit gleichaltrigen wilden Bullen. Die wiederum wissen genau, wo sie die mit frischem Wasser aufgef\u00fcllten Tonnen am Schlammbad finden, und verstecken sich manchmal im Geb\u00fcsch bis der Traktor sie fertig aufgef\u00fcllt hat. Danach trinken sie den ganzen Vorrat aus, so dass die Waisen auf die n\u00e4chste Traktor-Ladung warten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/TvtlftTasiawrestling.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"Tvt lft &amp; Tasia wrestling\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/08\/TvtlftTasiawrestling_thumb.jpg\" alt=\"Tvt lft &amp; Tasia wrestling\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eines Nachmittags, schaute Mkuki (der verwaiste Kudu-Bulle) vorbei, um den Keepern \u201e<em>JAMBO<\/em>\u201c zu sagen (Kiswahili f\u00fcr \u201eHallo!\u201c). Die waren v\u00f6llig \u00fcberrascht, nachdem sie ihn so viele Monde lang nicht gesehen hatten.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis der Waisen untereinander ist, wie in Menschenkindern, recht wechselhaft. Manchmal herrscht grosse Anspannung w\u00e4hrend der F\u00fctterung, besonders unter denen, die bei ihrer Rettung v\u00f6llig ausgehungert waren. Die kleine <strong>Kivuko<\/strong> hatte einen besonders schweren Monat: <strong>Dabassa<\/strong>, der \u00e4usserst gierig und r\u00fccksichtslos ist, wenn es um die Milchflasche geht, versuchte oft, auch noch <strong>Kivukos<\/strong> Flasche an sich zu reissen. Obwohl die Keeper einschreiten, ist das nicht immer ganz einfach &#8211; schliesslich sind die Waisen in Voi keine Miniatur-Elefanten mehr! <strong>Rombo<\/strong> und <strong>Shimba<\/strong> dagegen stehen sich sehr nahe, besteigen oft zusammen Mazinga Hill, wo es saftiges Gr\u00fcnfutter gibt. <strong>Rombos<\/strong> Zuneigung f\u00fcr <strong>Shimba<\/strong> gleicht allerdings eher in einer \u201eHelden-Verehrung\u201c, da <strong>Shimba<\/strong> um Einiges \u00e4lter ist. Aber das ist ganz nat\u00fcrlich unter Elefantenbullen.<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<p><a name=\"_msocom_1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_msoanchor_1\">[k1]<\/a>P.S. es gibt auch ein Nyika-Plateau in Malawi<\/p>\n<p><a name=\"_msocom_2\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_msoanchor_2\">[k2]<\/a>Oben steht NBC<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-waisen-im-juli-2\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: &nbsp; Der Juli war ein sehr anstrengender Monat in der Nairobi-Nursery: drei Neuank\u00f6mmlinge, deren Familien h\u00f6chstwahrscheinlich gewildert wurden, und der Verlust von zwei weiteren Neuzug\u00e4ngen, f\u00fcr die jede Hilfe bei ihrer Ankunft schon zu sp\u00e4t kam. 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