{"id":3157,"date":"2012-10-14T14:00:00","date_gmt":"2012-10-14T13:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=3157"},"modified":"2012-10-14T14:00:31","modified_gmt":"2012-10-14T13:00:31","slug":"trauer-um-selengai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/trauer-um-selengai\/","title":{"rendered":"Trauer um Selengai"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/10\/Selengai_08.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-bottom: 0px; border-left: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Selengai_08\" border=\"0\" alt=\"Selengai_08\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/10\/Selengai_08_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jeder Elefant, der durch die Hand eines Wilderers wegen seiner Sto\u00dfz\u00e4hne sterben muss, um die uners\u00e4ttliche Nachfrage im Fernen Osten und die Gier beteiligter H\u00e4ndler zu befriedigen, l\u00e4sst alle mitf\u00fchlenden Wesen schier verzweifeln. Es schmerzt uns so sehr, Elefantenleben zu z\u00e4hlen, die Wilderer ausgel\u00f6scht haben, und sie zum Teil einer traurigen Statistik zu machen. Noch viel schlimmer ist es jedoch, wenn es einen unserer Sch\u00fctzlinge trifft, wie jetzt unsere Ex-Waise <b>Selengai<\/b>. Im Alter von nur einer Woche wurde sie in die Nursery gebracht und dort mit der Flasche aufgezogen. Sp\u00e4ter kam sie nach Tsavo, wo sie heranwuchs und dank ihrer ebenfalls verwaisten Artgenossen den Weg zur\u00fcck in die Wildnis fand. Tsavo soll ein R\u00fcckzugsort f\u00fcr Elefanten sein, und diejenigen, die <b>Selengai<\/b> aufgezogen, Tag und Nacht betreut und bei ihrer Auswilderung begleitet haben, k\u00f6nnen einfach nicht begreifen, was passiert ist. <b>Selengai<\/b> ist einen qualvollen Tod gestorben, nachdem sie von Wilderern mit einem vergifteten Speer tief in den R\u00fccken getroffen wurde. Der Hochsitz, von dem aus der Wilderer attackierte wurde kurze Zeit sp\u00e4ter von unsererm Wildh\u00fcterteam entdeckt und zerst\u00f6rt. <b>Selengai<\/b> war zuletzt am 2. Oktober mit anderen Ex-Waisen im Stallgel\u00e4nde in Ithumba gesehen worden. Ihren leblosen K\u00f6rper fand man am 4. Oktober unweit der Stallungen, und wir vermuten, dass sie (wie viele andere Ex-Waisen vor ihr) noch versucht hat, bei ihrer Menschenfamilie Hilfe zu bekommen. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><b>Selengai<\/b> war ein wichtiges Mitglied in Yattas Herde Ex-Waisen; eine der Kinderm\u00e4dchen f\u00fcr <b>Yattas<\/b> Baby Yetu und <b>Mulikas<\/b> K\u00e4lbchen Muwende. Sie war eine liebevolle und f\u00fcrsorgliche 9-j\u00e4hrige Elefantenkuh, die ihre eigene Mutter und Familie auf der Sosian Ranch in Laikipia verloren hatte. Nachdem sie die ersten beiden Lebensjahre in der Nairobi-Nursery \u00fcberstanden hatte, wurde sie nach Ithumba im n\u00f6rdlichen Teil des Nationalparks Tsavo-Ost verlegt, wo sie aufwuchst und sich in <b>Yattas<\/b> Herde einlebte.<\/p>\n<p>Die Wilderei von Elefanten in Tsavo &#8211; eigentlich \u00fcberall in Afrika &#8211; ist ein Skandal unvorhergesehenen Ausmasses. Es ist eine gro\u00dfe Trag\u00f6die, deren Ursache ausschlie\u00dflich im Elfenbeinhandel liegt. Scharen von Elefanten sterben t\u00e4glich in Afrika, einige durch bis an die Z\u00e4hne bewaffnete Somalis, die Kenia infiltriert haben; wieder andere verenden qualvoll durch Giftpfeile, in Fallgruben und Schlingfallen, ausgebracht von ortsans\u00e4ssigen Stammesangeh\u00f6rigen. Wieder andere feuern Pfeile von einem Hochsitz oder tauchen Speerspitzen in Gift und lassen den Speer anschlie\u00dfend vom Hochsitz auf einen vorbeilaufenden Elefanten fallen, so wie es jetzt auch <b>Selengai<\/b> erging. Wenn es ganz frisch ist, kann das Gift so gef\u00e4hrlich wie eine Gewehrkugel sein und den Herzrhythmus au\u00dfer Kraft setzen. Die Wilderer in Ithumba sind Wakambas, die die Gegend n\u00f6rdlich des Parks bev\u00f6lkern.<\/p>\n<p><b>Selengais<\/b> K\u00f6rper wurde am 4. Oktober gefunden, in einem Zustand der inneren Verwesung. Das ist ebenfalls dem Gift zuzuschreiben und wird noch beschleunigt, wenn die Speerspitze zus\u00e4tzlich in Schwefels\u00e4ure getaucht wurde. Sie starb vermutlich noch am 2. Oktober, dem Tag, an dem sie zuletzt mit <b>Yattas<\/b> Herde zum Luzerne-Naschen ins Stallgel\u00e4nde gekommen war. Als die Herde das n\u00e4chste Mal gesehen wurde, waren sowohl <b>Selengai<\/b> als auch <b>Buchuma<\/b> nicht dabei. <b>Buchuma<\/b> tauchte gl\u00fccklicherweise zwei Tage sp\u00e4ter wieder auf, w\u00e4hrend wir <b>Selengai<\/b> nie mehr lebend wieder sehen sollten. Sie hat sich in endlose Liste der Opfer der Wilderei-Pandemie eingereiht, die die Vernichtung der Afrikanischen Elefanten und Nash\u00f6rner nach sich ziehen wird &#8211; alles nur f\u00fcr die bev\u00f6lkerungsreichen L\u00e4nder im Fernen Osten, besonders China, Thailand und Vietnam.<\/p>\n<p>Es ist furchtbar frustrierend, dass das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) den Verkauf so genannter legaler Elfenbeinbest\u00e4nde S\u00fcdafrikas gestattet. Darunter befinden sich die Sto\u00dfz\u00e4hne unz\u00e4hliger gewilderter Elefanten und obendrein ist dieses ganze Prozedere hochgradig korrupt. Indem CITES den Verkauf erlaubt, wird illegales Elfenbein in dieses \u201elegale\u201c System geschleust, bereichert sowohl Wilderer als auch Zwischenh\u00e4ndler (unter ihnen viele Chinesen), die den Kilopreis von vormals 300 Kenianischen Schillingen (ca. 2,50 Euro) auf kolossale 25.000 Kenianische Schillinge (ca. 220,00 Euro) trieben. Diese gierigen Zwischenh\u00e4ndler und die H\u00e4ndler am anderen Ende im Fernen Osten haben alle Blut an ihren H\u00e4nden &#8211; und nicht minder die Beh\u00f6rden, die ihre Augen verschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die afrikanischen Regierungen sind der Situation l\u00e4ngst nicht mehr Herr und nicht in der Lage, noch irgendetwas zu bewirken. Daher liegt das Schicksal der Elefanten in den H\u00e4nden der internationalen Gemeinschaft, die nicht nur egoistisch an Profit denken sollte, sondern daran, dass der Planet auch von anderen Lebewesen bewohnt wird, die genauso ein Anrecht auf Leben auf der Erde haben wie wir Menschen. Viele dieser Lebewesen, so auch die Elefanten, sind lebensnotwendig f\u00fcr wilde \u00c3\u2013kosysteme und seine Bewohner, weil sie in trockenen Gebieten Wasser bereitstellen, indem sie durch ihr Trampeln nat\u00fcrliche Senken versiegeln, die dann wiederum l\u00e4nger Wasser halten. Indem sie hochwachsendes Ge\u00e4st herunterrei\u00dfen, versorgen sie kleinere Tiere mit Futter; sie schlie\u00dfen Wachstumskreisl\u00e4ufe zwischen Grasland und Buschland, ohne das viele andere Wildtiere ebenfalls nicht \u00fcberleben k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Der Trust kann den Verlust von <b>Selengai<\/b> nicht einfach so hinnehmen. Wir werden unser Bestes geben, um Tsavo noch besser zu sch\u00fctzen: mehr \u00dcberwachung aus der Luft durch ein zweites Observationsflugzeug, das auch dem Kenya Wildlife Service (KWS) zug\u00e4nglich gemacht werden soll; mehr Wildh\u00fcter auf dem Boden; die Erlaubnis, diese zu bewaffnen, damit sie nicht auf die KWS-Ranger angewiesen sind, um auf Streife zu gehen, so wie es jetzt der Fall ist. Die Ranger des KWS sind \u00fcber das ganze Land verteilt und oft in den Grenzgebieten der Nationalparks eingesetzt. Wir werden alles Menschenm\u00f6gliche versuchen, um unsere Waisen und ihre wilden Freunde zu besch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen, der Leben retten und Lebensr\u00e4ume sch\u00fctzen wird: <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/templates\/standard\/de\/rettet-die-elefanten-afrikas-ev-waisen-spenden-online-lastschrift.asp\">http:\/\/www.reaev.de\/templates\/standard\/de\/rettet-die-elefanten-afrikas-ev-waisen-spenden-online-lastschrift.asp#<\/a><\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen sich auch an der iWorry-Kampagne des David Sheldrick Wildlife Trusts beteiligen (in Englisch), die vor zwei Wochen gestartet wurde. Diese Kampagne ruft zum Stopp des internationalen Handels mit Elfenbein auf &#8211; besuchen Sie <a href=\"http:\/\/www.iworry.org\/\">http:\/\/www.iworry.org<\/a> und unterzeichnen Sie die Petition, die anschlie\u00dfend im Namen der Elefanten der CITES vorgelegt wird (\u00fcber die jeweiligen L\u00e4nderrepr\u00e4sentanten). <\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2013 wird CITES in Thailand tagen und unter anderem auch den Elfenbeinhandel diskutieren. Just in dieser Woche hat Tansania einen Antrag gestellt auf den einmaligen Verkauf von 101 Tonnen Elfenbein und den Schutz der tansanischen Elefanten zu reduzieren. Dieser Antrag ist unerh\u00f6rt, v.a. zu einer Zeit, in so viele Elefanten wie nie zuvor geschlachtet werden &#8211; BITTE HELFEN SIE, SO LANGE WIR NOCH K\u00c3\u2013NNEN!<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/trauer-um-selengai\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder Elefant, der durch die Hand eines Wilderers wegen seiner Sto\u00dfz\u00e4hne sterben muss, um die uners\u00e4ttliche Nachfrage im Fernen Osten und die Gier beteiligter H\u00e4ndler zu befriedigen, l\u00e4sst alle mitf\u00fchlenden Wesen schier verzweifeln. Es schmerzt uns so sehr, Elefantenleben zu z\u00e4hlen, die Wilderer ausgel\u00f6scht haben, und sie zum Teil einer traurigen Statistik zu machen. 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