{"id":317,"date":"2008-07-13T10:50:25","date_gmt":"2008-07-13T08:50:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=317"},"modified":"2008-07-13T10:52:20","modified_gmt":"2008-07-13T08:52:20","slug":"lenana-makena-und-chyulu-ziehen-nach-ithumba-um","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/lenana-makena-und-chyulu-ziehen-nach-ithumba-um\/","title":{"rendered":"Lenana, Makena &amp; Chyulu ziehen nach Ithumba"},"content":{"rendered":"<p>Es sind immer gemischte Gef&#252;hle im Spiel, wenn die Elefantenwaisen f&#252;r immer die Nursery verlassen und zur n&#228;chsten Phase ihrer Auswilderung (weitere 8-10 Jahre) in die Elefantengemeinschaft eines gesch&#252;tzten Nationalparks &#252;bergehen, der gro&#223; genug ist um ihnen einen angemessenen Lebensraum zu bieten. Dieser Nationalpark ist Tsavo-Ost, etwa 15.000 km&#178; in seiner Ausdehnung und mit einem Gebiet von etwa 4.800 km&#178; unber&#252;hrter Wildnis im Norden. F&#252;r Touristen ist dieses Gegend nicht zug&#228;nglich, weil sie so abgeschieden und trocken ist. Elefanten jedoch bietet sie ein optimales Habitat, und sie war fr&#252;her sogar einer der Kronjuwelen Tsavos, denn es lebten dort einstmals einige der gr&#246;&#223;ten Elefanten, die man in Afrika jemals sah. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Drei gro&#223;e Lkws parkten schon 5 Tage vor dem 16.06., dem anvisierten Abreisetag, vor den Laderampen der Nairobi Nursery, damit sich die drei Waisen schon einmal an die Fahrzeuge gew&#246;hnen konnten. <b>Lenana<\/b> und <b>Chyulu<\/b> waren recht f&#252;gsam, nicht jedoch <b>Makena<\/b>, die die Lastwagen offenbar mit der pl&#246;tzlichen Abwesenheit fr&#252;herer Nursery-Freunde wie zum Beispiel <b>Naserian<\/b>, <b>Lualeni<\/b> und <b>Sian<\/b> in Verbindung brachte. Diese besagten drei waren alle Mini-Leitk&#252;he in der Nursery und hatten <b>Makena<\/b> in ihr gro&#223;es Elefantenherz geschlossen, als sie selbst noch ein kleines Baby war.<\/p>\n<p>Der 16. Juni begann sehr fr&#252;h morgens um 4.30 Uhr mit den Vorbereitungen: Milch musste f&#252;r die Reise anger&#252;hrt werden, Gr&#252;nfutter musste gehauen und in den Lkws aufgehangen werden, damit die Elefanten w&#228;hrend der Fahrt fressen konnten, und auch die pers&#246;nlichen Sachen der Keeper, die sie begleiten w&#252;rden, mussten eingeladen werden. <b>Makena<\/b> musste mit einem Schuss Stresnil&#174; (ein Beruhigungsmittel) f&#252;r die Beladung ruhig gestellt werden. <\/p>\n<p>Als es nun soweit war, bestiegen <b>Lenana<\/b> und <b>Chyulu<\/b> anstandslos die Laderampen und tranken ihre Milch im Inneren des Lastwagens, so dass die T&#252;re hinter ihnen verschlossen werden konnte. <b>Makena<\/b> hatte immer noch Zweifel, und als sie bereits zur H&#228;lfte auf dem H&#228;nger stand, &#252;berlegte sie es sich noch einmal anders und versuchte wieder umzukehren. Robert Carr-Hartley setzte den Lkw ein paar Schritte nach vorn, so dass hinter ihr und der Rampe eine L&#252;cke entstand, die sie zwang dort zu bleiben wo sie war, und um 5.15 Uhr konnte auch die T&#252;re ihres H&#228;ngers verschlossen werden. Noch bevor die Sonne den Horizont &#252;berwunden hatte, rollten die beiden riesigen Lkws mit ihrer wertvollen Fracht langsam vom Grundst&#252;ck der Nursery. Alle Mitarbeiter winkten ihren Elefanten Lebewohl &#8211; einige hatten sogar feuchte Augen, denn Abschied nehmen ist nun einmal sehr emotional!<\/p>\n<p>Die Reise fand gl&#252;cklicherweise in den k&#252;hlen Vormittagsstunden statt, doch leider gab es auf der Stra&#223;e in Richtung Mombasa furchtbar strapazi&#246;se Umleitungen, und der letzte Teil der Kanziku-Stra&#223;e Richtung Ithumba war nicht minder aufreibend. Um 13 Uhr trafen sie schlie&#223;lich an ihrem Zielort ein. Die Lastwagen wurden r&#252;ckw&#228;rts an die Laderampen gefahren, dem Platz, wo sich die Ithumba-Waisen am liebsten Kratzen bevor sie jeden Tag zum Fressen aufbrechen. <b>Lenana<\/b> und <b>Chyulu<\/b> hatten die Reise offenbar gut &#252;berstanden und kamen langsam aus dem H&#228;nger heraus um ihre Milch zu trinken. Der zweite Truck wurde gerade in die richtige Position man&#246;vriert, und sobald die Klappe entriegelt war, eilten <b>Lenana<\/b> und <b>Chyulu<\/b> zu <b>Makena<\/b>. Sie wirkte offensichtlich sehr erleichtert, dass die beiden noch bei ihr waren, als sie die Rampe hinab stieg. <\/p>\n<p>Die Anstrengungen der Reise steckten ihr jedoch noch in allen Gliedern, und sie war sichtlich verwirrt, desorientiert und &#252;berw&#228;ltigt, denn sie wollte nicht einmal ihre Milch trinken. Die Nairobi Nursery war ihr in den letzten 3 Jahren alles gewesen, denn als sie ankam, war sie gerade 3 Monate alt. Und jetzt war diese Welt komplett auf den Kopf gestellt, und das dr&#252;ckte schwer auf ihr Gem&#252;t. <b>Lenana<\/b> und <b>Chyulu<\/b> waren schon &#228;lter, als sie verwaisten, so dass sie sich wahrscheinlich noch an die andere Welt, die Wildnis, erinnern konnten, die <b>Makena<\/b> nat&#252;rlich v&#246;llig fremd war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"184\" alt=\"Lenana, Chyulu &amp; Makena\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/07\/lenana-chyulu-makena.jpg\" width=\"244\" border=\"0\" \/> <\/p>\n<p>Die 27 Ithumba-Elefanten waren nicht in der N&#228;he, als die drei eintrafen &#8211; jedoch preschten sie nur wenig sp&#228;ter an den Ort des Geschehens! Wie jedes Mal war auch dieses Wiedersehen gepr&#228;gt von lebhafter und &#252;berschw&#228;nglicher Freude, begleitet von aufgeregtem Trompeten, Urinieren und R&#252;sseltasten. Die Neuank&#246;mmlinge wurden auf das W&#228;rmste begr&#252;&#223;t und in die neue und noch viel gr&#246;&#223;ere &#8222;Familie&#8220; aufgenommen. Sofort erkannten sich diejenigen wieder, die schon einmal zusammen in der Nursery lebten. <b>Sian<\/b>, die zuletzt einen Stall mit <b>Chyulu<\/b> teilte, st&#252;rmte sofort auf sie zu und war von ihr ab sofort nicht mehr weg zu bewegen. <b>Naserian<\/b> und <b>Lualeni<\/b> tr&#246;steten <b>Makena<\/b>, w&#228;hrend <b>Loijuk<\/b> sich ganz aufgeregt um <b>Lenana<\/b> bem&#252;hte. Alle anderen sammelten sich um das kleine Gr&#252;ppchen und versuchten sich durch Schubsen an die Neuank&#246;mmlinge vorzutasten, ihre R&#252;ssel liebevoll auf deren R&#252;cken zu legen. Diejenigen, die es nicht so weit schafften, rollten sich auf dem Boden herum und h&#228;tten wahrscheinlich Kopfst&#228;nde vor Freude gemacht, wenn sie k&#246;nnten!<\/p>\n<p>Am ersten Tag nach dem Umzug sah man nun drei&#223;ig &#252;bergl&#252;ckliche junge Elefanten auf ihrem Weg zum Grasen in den Busch. Auch andere Elefanten schienen die Freude der Waisen zu sp&#252;ren, denn als sie abends zu den Stallungen zur&#252;ckkehrten, tauchten vier gro&#223;e wilde Bullen auf um nachzusehen, was hier vor sich ging. Die Waisen-Herde lief einfach an ihnen vorbei, und innerhalb nur weniger Stunden seit der Ankunft von <b>Lenana<\/b>, <b>Chyulu<\/b> und <b>Makena<\/b> war den dreien bereits verg&#246;nnt, worauf die anderen lange hatten warten m&#252;ssen &#8211; Kontakt zur wilden Elefantengemeinschaft.<\/p>\n<p>Die wilden Elefanten sind mittlerweile st&#228;ndig in der N&#228;he. Ihre Fu&#223;spuren und Kot &#252;bers&#228;en alle Stra&#223;en, und sie kommen sogar bis ins Ithumba Camp hinein um aus der Stalltr&#228;nke zu saufen. Sie benutzen nun auch das Schlammbad der Waisen, und treffen sich h&#228;ufig mit den &#228;lteren Waisen, wenn sich diese von der Herde und ihren Keepern absetzen um sich mit ihren wilden Altersgenossen zu verbr&#252;dern. Die Anwesenheit der Waisen und das Vertrauen gegen&#252;ber Menschen, das sie ihren wilden Artgenossen vermitteln konnten, die lange Zeit alles unternahmen um den Menschen aus dem Weg zu gehen, grenzt an &#220;bernat&#252;rlichkeit. Kenia ist nicht nur ein erstklassiges Touristenziel, dessen Ruf auch die Waisen in der BBC-Reihe &#8222;Tagebuch der Elefanten&#8220; oder im angesehenen 60-min&#252;tigen Beitrag der CBS aufpolierten, sondern unsere Elefanten haben auch wilde Herden wieder in Regionen gelockt, die nach den Massenmorden der sp&#228;ten 70er, 80er und fr&#252;hen 90er f&#252;r drei Jahrzehnte die Gegend verlassen hatten. Durch sie wurden weitere 4.800 km&#178; unber&#252;hrte Wildnis wieder ein Zuhause f&#252;r Elefanten in einer Region, die davon profitieren wird und wieder zu dem wird, was es einmal war &#8211; der Kronjuwel Tsavos und die Heimat von einigen der gr&#246;&#223;ten Elefanten, die Afrika jemals sah. <\/p>\n<p>Nachdem sie die Nacht in Gesellschaft von <b>Sian<\/b>, <b>Naserian<\/b> und <b>Loijuk<\/b> verbracht hatte, war <b>Makena<\/b> am n&#228;chsten Morgen wieder ganz die Alte. Bevor Robert Carr-Hartley wieder aufbrach, besuchte er noch das nahe gelegene Wasserloch und wurde mit dem pr&#228;chtigen Anblick eines riesigen m&#228;nnlichen Leoparden belohnt. Noch aufregender dagegen war die Entdeckung eines sehr gro&#223;en Elefantenbullen mit gewaltigen Sto&#223;z&#228;hnen, der dahin zur&#252;ckgekommen war, wo er hin geh&#246;rte &#8211; in den Norden des Nationalpark Tsavo-Ost, den Ort, den David Sheldrick einst als Himmel auf Erden bezeichnete. <\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/lenana-makena-und-chyulu-ziehen-nach-ithumba-um\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind immer gemischte Gef&#252;hle im Spiel, wenn die Elefantenwaisen f&#252;r immer die Nursery verlassen und zur n&#228;chsten Phase ihrer Auswilderung (weitere 8-10 Jahre) in die Elefantengemeinschaft eines gesch&#252;tzten Nationalparks &#252;bergehen, der gro&#223; genug ist um ihnen einen angemessenen Lebensraum zu bieten. 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