{"id":322,"date":"2008-07-16T21:13:41","date_gmt":"2008-07-16T19:13:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=322"},"modified":"2008-12-07T08:55:41","modified_gmt":"2008-12-07T07:55:41","slug":"newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-juni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-juni\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Juni"},"content":{"rendered":"<h3>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: Juni 2008<\/h3>\n<p>Komischerweise passiert es immer sonntags, wenn es am schwierigsten ist alle Kr\u00e4fte f\u00fcr eine Rettungsaktion inklusive Transport per Luftweg zu mobilisieren! Am Sonntag, den 8. Juni hatten wir jedoch gleich zwei solcher Aktionen in Laikipia.<\/p>\n<p>Laikipia liegt in Kenias Norden, umfasst ein Gebiet von etwa 8.700 km-\u00b2 mit kleinen Feldern, gro\u00dfen Farmen und L\u00e4ndereien in privater und staatlicher Hand. Das Klima ist \u00fcberwiegend trocken und die Heimat von Kenias zweitgr\u00f6\u00dfter Elefantenpopulation. Man sch\u00e4tzt etwa 5.000 Tiere, die sich in verschieden Gruppen auf die \u00fcbrig gebliebenen W\u00e4lder und kleineren elefantenfreundlichen Schutzgebiete verteilen, wo sie sicher sind. Sobald sie jedoch einen Fu\u00df \u00fcber die Grenzen dieser R\u00fcckzugsorte setzen um sich mit Artgenossen zu treffen, die sich in der Ferne aufhalten, sto\u00dfen sie auf ihrem Weg unweigerlich auf von Menschen angebautes Gr\u00fcnfutter und riskieren \u00c4rger mit der sich ausbreitenden Bev\u00f6lkerung. Die einstigen J\u00e4ger und Sammler haben sich in der Vergangenheit hier niedergelassen und kultivieren nun die B\u00f6den auf den fr\u00fcheren Wanderwegen der Elefanten. Die nomadische Lebensweise der Elefanten verlangt viel Raum, und genau dieser wird ihnen nun vorenthalten. Laikipia ist eines der Gebiete, wo die Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren am meisten zu sp\u00fcren sind, denn Bauern und Elefanten versuchen hier beide zu \u00fcberleben. Es ist au\u00dferdem ein Gebiet, wo die Gefahr der Wilderei aufgrund der N\u00e4he zum chaotischen Somalia und der langen D\u00fcrreperioden am gr\u00f6\u00dften ist. Die \u00dcberlebenschancen f\u00fcr Elefanten stehen hier sichtbar schlecht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Traurigerweise hat es nur eines der beiden Waisen, die am Sonntag gerettet werden sollten, in unsere Nairobi-Nursery geschafft. Das andere konnte von den Wildh\u00fctern des KWS nicht mehr aufgefunden werden, nachdem es seine toten Mutter verlie\u00df und in den Busch davon rannte. Das 9 Monate alte K\u00e4lbchen, dass es bis zur Nursery schaffte, war offenbar schon zu lange von seiner Mutter getrennt gewesen als dass wir es noch h\u00e4tten retten k\u00f6nnen. Sie starb 2 N\u00e4chte sp\u00e4ter, wenigstens in einer sicheren Umgebung, wo sie von all den anderen Waisen liebkost und getr\u00f6stet wurde. Sie hinterlie\u00df eine Stimmung voller Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Liebe unter den Elefanten und Menschen. Wir hatten sie bereits \u201e<strong>Namolok<\/strong>\u201c genannt, was im Samburu-Dialekt soviel hei\u00dft wie \u201eS\u00fc\u00dfe\u201c. Denn das war sie wirklich, und sie w\u00e4re mit Sicherheit eine sanftm\u00fctige und wundervolle Leitkuh geworden. Aber es hat nicht sollen sein.<\/p>\n<p>Am 16. Juni sollten nun <strong>Makena<\/strong>, <strong>Lenana<\/strong> und <strong>Chyulu<\/strong> nach Ithumba gebracht werden, wo die n\u00e4chste Phase ihrer Auswilderung in die Elefantengemeinschaft in den Norden des Nationalparks Tsavo-Ost beginnen sollte. Alle drei Nursery-Waisen sind nunmehr \u00e4lter als 2 Jahre, und es ist an der Zeit f\u00fcr sie f\u00fcr den n\u00e4chsten Schritt zur\u00fcck in die Wildnis von Tsavo. Nach 5 Tagen Gew\u00f6hnung an die Lastwagen, die an den Laderampen parkten, und wo man sie mit Milch zum Einstieg lockte, waren <strong>Lenana<\/strong> und <strong>Chyulu<\/strong> f\u00fcr die Fahrt bereit. <strong>Makena<\/strong> weigerte sich jedoch beharrlich. Als der Morgen der Abreise anbrach, wurde ihr ein Beruhigungsmittel verabreicht, so dass sie zumindest ruhig genug war um zumindest physisch den Anh\u00e4nger zu besteigen. Das Fahrzeug wurde dann einige Meter vorgesetzt, so dass ihr der R\u00fcckweg abgeschnitten war. Um 5.15 Uhr, in den k\u00fchlen Morgenstunden des 16. Juni, traten die Lkws schlie\u00dflich langsam mit ihrer wertvollen Fracht die Reise nach Ithumba an &#8211; mit der Hoffnung auf wenig Stau auf der Hauptstra\u00dfe von Nairobi nach Mobasa, auf der es einige sehr staubige und zerr\u00fcttete Umleitungen gibt. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/07\/wasessa.jpg\" border=\"0\" alt=\"Wasessa\" width=\"324\" height=\"484\" align=\"left\" \/><\/p>\n<p>Gegen 12.30 Uhr mittags erreichten sie ihr Ziel, wo sie kurz darauf von ihren Altersgenossen freudig begr\u00fc\u00dft wurden &#8211; besonders von denjenigen, die sie bereits aus der Nursery kannten, als sie selber noch ganz klein waren.<\/p>\n<p>Am 22. Juni erreichte ein 20 Monate altes, verwaistes Elefantenbaby die Nairobi-Nursery. Es wurde von unserer Tsavo-Veterin\u00e4reinheit allein in der Irima-Ebene hinter der Voi Safari Lodge entdeckt. Das K\u00e4lbchen wurde schon l\u00e4nger beobachtet und hatte versucht sich einem vorbeilaufenden Bullen anzuschlie\u00dfen, der sie immer wieder freundlich aber bestimmt weg schubste. Der gl\u00fcckliche Zufall jedoch wollte, dass er genau in dem Moment auftauchte, als ein Rudel L\u00f6wen bereits ein hungriges Auge auf sie geworfen hatte. Seine Anwesenheit rettete ihr vermutlich das Leben. Als die Nacht hereinbrach, wurde der Entschluss gefasst sie einzufangen und \u00fcber Nacht in den Voi-Stallungen unterzubringen, denn schlie\u00dflich musste sie mit 20 Monaten auch noch Milch trinken. Von Voi aus sollte sie am n\u00e4chsten Tag mit dem Flugzeug in die Nairobi-Nursery gebracht werden.<\/p>\n<p>Nachdem sie schon zwei Mal \u00fcberw\u00e4ltigt werden musste &#8211; einmal in der Irima-Ebene und ein zweites mal zum Flugzeugtransport in Voi &#8211; war es sehr schwierig sie zu beruhigen. So au\u00dferordentlich misstrauisch und voller Hass gegen\u00fcber den Menschen war es offensichtlich, dass sie Zeuge eines tragischen Zwischenfalls wurde, in den ihre Mutter und ihre Familie verwickelt gewesen sein mussten. Dar\u00fcber hinaus musste sie sich zwei Mal einfangen lassen, was dieses Misstrauen nur noch sch\u00fcrte. Leider kann solch ein junger Elefant f\u00fcr einen Flugzeugtransport nicht medikament\u00f6s ruhig gestellt werden. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass die Medikamente in Verbindung mit den ver\u00e4nderten Druckverh\u00e4ltnissen w\u00e4hrend des Fluges solch einen Druck auf die lebenswichtigen Organe aus\u00fcben k\u00f6nnen, dass dies zum Tod f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Wir nannten die junge Elefantenkuh \u201e<strong>Wasessa<\/strong>\u201c, nach dem Namen des Berges auf dem sich die Voi Safari Lodge befindet. Nach einer Nacht im \u201eZ\u00e4hmungsstall\u201c der Nursery trank sie wenigstens die Milch, die man ihr in einem Eimer in den Stall stellte. Es vergingen noch einige Tage bis sie die Milch schlie\u00dflich auch aus der Flasche annahm, allerdings nur durch die Gitterst\u00e4be hindurch. Noch bis zum Monatsende war sie den Keepern gegen\u00fcber extrem misstrauisch und viel zu \u201ewild\u201c und unberechenbar um mit den anderen Elefantenwaisen hinaus zu gehen. Obwohl <strong>Wasessa<\/strong> nur sehr schwer zu b\u00e4ndigen ist, so wissen wir doch aus Erfahrung, dass viel Liebe und Geduld am Ende meist dazu f\u00fchrt, dass sie wie andere vor ihr lernt ihre neue \u201eMenschenfamilie\u201c zu lieben, weil sie erkennt, dass sie ihr das Leben gerettet haben. Wir erinnern uns in diesen Tagen oft an andere Nursery-Waisen, die einen \u00e4hnlich problematischen Start bei uns hatten &#8211; wie <strong>Rapsu<\/strong>, <strong>Kenze<\/strong> und <strong>Challa<\/strong>, um nur einige zu nennen &#8211; und aus denen trotzdem freundliche und vertrauensselige Elefanten wurden, die inzwischen in Ithumba leben.<\/p>\n<p>Nach der Abreise von <strong>Lenana<\/strong>, <strong>Chyulu<\/strong> und <strong>Makena<\/strong> und mit der Ankunft von <strong>Wasessa<\/strong> ging es wieder einmal daran die St\u00e4lle neu zu verteilen. <strong>Lesanju<\/strong> und <strong>Lempaute<\/strong>, die beiden Unzertrennlichen, teilen sich nun <strong>Makenas<\/strong> und <strong>Chyulus<\/strong> fr\u00fcheren Stall. <strong>Siria<\/strong> zog in <strong>Lenanas<\/strong> ehemalige Behausung, und <strong>Sinya<\/strong> wurde mit <strong>Dida<\/strong> zusammen gelegt. <strong>Sinya<\/strong> machte jedoch deutlich, dass ihr die Verteilung \u00fcberhaupt nicht zusagte, und so bekam sie <strong>Sirias<\/strong> Platz in <strong>Lenanas<\/strong> Stall, und <strong>Dida<\/strong> erhielt Gesellschaft von <strong>Shimba<\/strong>! <strong>Kenia<\/strong> schl\u00e4ft weiterhin friedlich bei ihrem Keeper und scheint \u00fcberhaupt nicht ungl\u00fccklich dar\u00fcber, dass <strong>Shimba<\/strong> zu <strong>Dida<\/strong> verlegt wurde. So weit, so gut!<\/p>\n<h3>Monatsbericht f\u00fcr die Ithumba-Gruppe: Juni 2008<\/h3>\n<p>Die Ankunft von <strong>Makena<\/strong>, <strong>Chyulu<\/strong> und <strong>Lenana<\/strong> war mit Sicherheit der H\u00f6hepunkt des Monats in Ithumba, besonders f\u00fcr diejenigen Elefanten, die die drei bereits in der Nursery \u201ebemutterten\u201c als sie noch sehr jung waren. Die Rede ist von <strong>Naserian<\/strong>, <strong>Lualeni<\/strong>, <strong>Loijuk<\/strong> und auch <strong>Sian<\/strong>, die sich mit <strong>Chyulu<\/strong> den Stall teilte, nachdem <strong>Lualeni<\/strong> nach Ithumba gebracht wurde. Die Elefanten erkannten sich sofort wieder, und die Freude der \u00c4lteren war deutlich sp\u00fcrbar. <strong>Sian<\/strong> nahm <strong>Chyulu<\/strong> umgehend in ihre Obhut, w\u00e4hrend <strong>Makena<\/strong> mit <strong>Naserian<\/strong> und <strong>Lualeni<\/strong> besch\u00e4ftigt war, von denen sie bereits in den Nursery-Zeiten verg\u00f6ttert wurde. <strong>Lenana<\/strong>, die schon etwas \u00e4lter war, als sie in der Nursery ankam, und durch den Milchentzug halb tot war, verbrachte die erste Zeit in der Nursery haupts\u00e4chlich damit sich zu erholen und wurde schlie\u00dflich die Hauptleitkuh der Nursery-Gruppe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/07\/naserian-relaxing.jpg\" border=\"0\" alt=\"Naserian \" width=\"231\" height=\"174\" \/><\/p>\n<p>Nachdem sich die drei Neuank\u00f6mmlinge in Ithumba eingew\u00f6hnt hatten, unternahmen sie bereits am Nachmittag ihren ersten Ausflug in den Busch. Am Abend, auf dem R\u00fcckweg, trafen die Waisen auf vier gro\u00dfe Bullen, die sich in der N\u00e4he der Stallungen aufhielten und nachts des \u00c3\u2013fteren aus der Stalltr\u00e4nke saufen und mit den Waisen kommunizieren. Nach 30-j\u00e4hriger Abwesenheit (aufgrund der Massenwildererei der sp\u00e4ten 70er, 80er und fr\u00fchen 90er) sind die wilden Elefanten in gro\u00dfer Zahl in den Norden zur\u00fcckgekehrt. Die Herden mit den K\u00fchen und Jungtieren wurden von den Bullen zur\u00fcckgelockt, die unsere Waisen in den vergangenen 6 Jahren unter dem Mantel der Dunkelheit beobachtet haben, und die in der letzten Zeit auch tags\u00fcber mehr und mehr den Kontakt zu den Waisen suchten. Besonders dann, wenn sich die \u00e4lteren Waisen von der Gruppe abseilten um in entlegene Gebiete zu wandern, ohne die Begleitung der menschlichen Keeper. Seit der Ankunft der Neuzug\u00e4nge am 16. Juni, blieben die \u00e4lteren Elefanten bei der Gruppe um sich um die drei J\u00fcngsten zu k\u00fcmmern. Besonders <strong>Loijuk<\/strong> nahm sie untere ihre Fittiche, wich seit der Ankunft nicht mehr von ihrer Seite und folgte ihnen \u00fcberall hin. Gegen Ende des Monats best\u00e4tigte die Tatsache, dass die drei in Begleitung von <strong>Loijuk<\/strong> die Gruppe am Morgen zum Weiden f\u00fchrte, dass sie sich in Ithumba inzwischen sehr wohl f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Am Anfang war es ihnen oft zu hei\u00df, so dass sie sich das Wasser aus ihren M\u00e4gen hinter die Ohren spritzten um sich abzuk\u00fchlen, oder dass sie unbedingt ein Schlammbad nehmen wollten, w\u00e4hrend es den anderen daf\u00fcr noch viel zu k\u00fchl war.<\/p>\n<p>Es ist sehr aufregend, dass die wilden Elefanten in gro\u00dfen Zahlen wieder in den Norden zur\u00fcckgekehrt sind und mittlerweile sogar tags\u00fcber den Kontakt zu den Waisen suchen, obwohl deren Keeper in der N\u00e4he sind. Am 2. kam ein gro\u00dfer wilder Bulle mit riesigen Sto\u00dfz\u00e4hnen zum Schlammbad, als die Waisen nebenan gerade ein Staubbad nahmen und unbeirrt von der Anwesenheit der Keeper, die im Schatten eines Baumes Mittag a\u00dfen. <strong>Rapsu<\/strong> war mutig genug sich dem Fremden anzun\u00e4hern. Als sich der riesige Bulle jedoch umdrehte um den Winzling etwas zu betrachten, verlor er die Nerven! Am 11. kamen <strong>Yatta<\/strong> und die \u00e4lteren Elefanten mit einem befreundeten wilden Bullen zu den Stallungen, der an der Stalltr\u00e4nke mit <strong>Buchuma<\/strong> seinen Durst stillte, w\u00e4hrend <strong>Napasha<\/strong>, <strong>Yatta<\/strong>, <strong>Mulika<\/strong> und <strong>Kinna<\/strong> ein wenig abseits blieben. Nach etwa 10 Minuten machte sich der Bulle wieder auf den Weg, und mit ihm gingen die \u00e4lteren Elefantenwaisen, die sp\u00e4ter jedoch ohne ihn zum Schlafen in die Stallungen zur\u00fcckkehrten. Am 13. passierte ein anderer wilder Bulle die Stelle, an der die Waisen fra\u00dfen, trank gen\u00fcsslich aus den Wasserf\u00e4ssern beim Schlammloch und machte sich sp\u00e4ter auf den Weg in Richtung Imenti-Wasserloch. Einen Tag sp\u00e4ter, am 14., tauchten gegen 19.30 Uhr 2 ausgewachsene Bullen im Camp auf um zu saufen. Sie kollerten mit den Waisen, die bereits in ihren St\u00e4llen waren, und entspannten f\u00fcr mehrere Stunden auf dem Stallgel\u00e4nde im Licht des Vollmondes. Am 19. kam ein weiterer einzelner Bulle zum Saufen und verbrachte ebenfalls viel Zeit damit sich mit den Waisen zu \u201eunterhalten\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/07\/kora-soil-dusting.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kora\" width=\"231\" height=\"174\" \/><\/p>\n<p>Wie glauben, es liegt an der Anwesenheit unserer verwaisten Elefanten im Norden Tsavos, die das riesige Gebiet des Parkes zu neuem Leben erweckt hat. F\u00fcr 30 Jahre befand sich die Region in einem schlaf\u00e4hnlichen Zustand, da die wilden Elefanten verschwunden waren. Die nat\u00fcrlichen Wasserl\u00f6cher hatten sich w\u00e4hrend der langen Trockenperioden in einem ohnehin sehr d\u00fcrren Gebiet verschlossen; es wurden keine L\u00f6cher mehr in den sandigen Flussl\u00e4ufen gegraben, die auch anderen Tierarten das unterirdische Wasser verf\u00fcgbar machten. Niemand ebnete den kleinen Tieren mehr Pfade durch den dichten Busch und \u00f6ffnete die dichte Decke der unergiebigen Commiphora-Vegetation, so dass ganzj\u00e4hrig Gr\u00e4ser, B\u00fcsche oder Kr\u00e4uter wachsen k\u00f6nnen, wie es im S\u00fcden des Parks der Fall ist, der sich von einer ehemals unproduktiven Region zu einer der Haupteinnahmequellen Kenias entwickelte.<\/p>\n<p><strong>Kora<\/strong> dominiert wie immer die t\u00e4glichen Aufzeichnungen. Er ist es, der offenbar die meisten Ringk\u00e4mpfe initiiert, obwohl dicht gefolgt von <strong>Kamboyo<\/strong> und <strong>Zurura<\/strong>, seinen alten Nursery-Rivalen. <strong>Kora<\/strong> handelte sich am 9. ordentlich \u00c4rger ein und wurde von <strong>Yatta<\/strong> und <strong>Mulika<\/strong> in eine \u201eAuszeit\u201c geschickt, weil er versuchte <strong>Loijuk<\/strong> zu besteigen. Als er sp\u00e4ter versuchte sich den schattigen Platz eines der Neuank\u00f6mmlinge zu erobern und sie zum Br\u00fcllen brachte, machte er sich einmal mehr unbeliebt. Dieses Mal wurde er von <strong>Nasalot<\/strong> mit einer \u201eAuszeit\u201c bestraft! Als <strong>Zurura<\/strong> aufschrie, weil <strong>Challa<\/strong> ihm w\u00e4hrend eines kleinen Gemenges versehentlich auf den R\u00fcssel trat, eilten die vier Big Girls <strong>Yatta<\/strong>, <strong>Nasalot<\/strong>, <strong>Mulika<\/strong> und <strong>Kinna<\/strong> sofort herbei um ihn zu tr\u00f6sten, indem sie sein Maul mit ihren R\u00fcsseln liebkosten. <strong>Challa<\/strong> wurde daf\u00fcr allerdings nicht bestraft, weil offenbar klar war, dass er es nicht mit Absicht getan hatte.<\/p>\n<h3>Monatsbericht f\u00fcr die Voi-Gruppe: Juni 2008<\/h3>\n<p>Ende Juni kann man in Tsavo sicher sein, dass es bis Oktober oder gar November keinen Regen mehr geben wird. Die lange Trockenperiode hat begonnen, und so werden unsere Waisen genauso wie ihre wilden Artgenossen weitere Wege zur\u00fccklegen m\u00fcssen um Futter zu finden. Die beiden Gruppen (eine unter <strong>Emily<\/strong> und die andere unter <strong>Natumi<\/strong>) haben sich inzwischen zusammengeschlossen und wurden am 11. Juni gesichtet, als sie in der N\u00e4he eines kleinen H\u00fcgels auf der S\u00fcdseite von Mazinga-Hill grasten. Am 17. und 19. sah man sie beim Saufen an der Mombasa-Wasserleitung, und in ihrer Gesellschaft befand sich ein wilder Bulle im Teenageralter etwa in <strong>Emilys<\/strong> Gr\u00f6\u00dfe. Die Waisen sind den ganzen Monat nicht in die Voi-Stallungen zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/07\/2nd-wld-boy-with-emily-3.jpg\" border=\"0\" alt=\"Emily\" width=\"231\" height=\"174\" \/><\/p>\n<p>Am 10. wurde ein verwaistes Elefantenkalb in der N\u00e4he des Jipe-Sees von Touristen gemeldet. Am n\u00e4chsten Tag wurde die Suche aufgenommen, und wir fanden das K\u00e4lbchen, dessen hinteres K\u00f6rperende vermutlich von Hy\u00e4nen angefressen war. Das Kalb wurde von unserer Tsavo-Veterin\u00e4reinheit sediert um das Ausma\u00df der Wunden festzustellen. Diese waren offensichtlich zu schwerwiegend &#8211; die Harnr\u00f6hre war soweit weggebissen, dass der Urin in die Bauchh\u00f6hle floss, so dass man sie noch an Ort und Stelle einschl\u00e4ferte.<\/p>\n<p>Der mittlerweile 12-j\u00e4hrige <strong>Uaso<\/strong> wurde am 15. Juni in Begleitung eines wilden, nur wenig \u00e4lteren Bullen gesehen. Beide wanderten zum Saufen an das Wasserloch.<\/p>\n<p>Am 22. wurde ein 2-j\u00e4hriges verwaistes K\u00e4lbchen in der N\u00e4he von Ikanga, einem Ort in der N\u00e4he von Irima Hill gerettet. Das K\u00e4lbchen hatte versucht sich einem vorbeilaufenden Bullen anzuschlie\u00dfen, der es vehement weg schubste. Die beiden wurden aufmerksam von einem Rudel L\u00f6wen aus der N\u00e4he beobachtet, und da das Kalb nachts allein Gefahr lief von den L\u00f6wen angegriffen zu werden, wurde es noch am selben Abend gerettet und in die Voi-Stallungen gebracht. Sie war au\u00dfergew\u00f6hnlich wild. Am n\u00e4chsten Morgen kam das Rettungsflugzeug um das mittlerweile \u201e<strong>Wasessa<\/strong>\u201c genannte K\u00e4lbchen in die Nairobi-Nursery zu bringen.<\/p>\n<p>Eine wilde Elefantenkuh, von der wir glauben, dass sie Zwillinge hat, wurde inmitten einer wilden Herde gesichtet. Diese war jedoch zu aggressiv als dass man sich die Sache h\u00e4tte n\u00e4her anschauen k\u00f6nnen. Die beiden winzigen Babys liefen jedoch beide mit ihr.<\/p>\n<p>Die Wassertr\u00f6ge aller drei Windr\u00e4der des Trusts in Tsavo wurden repariert, wobei die Reparatur in Aruba besonders aufwendig war, weil die Gr\u00e4ben aufgef\u00fcllt werden mussten, die die Elefanten hinterlassen hatten.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-juni\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: Juni 2008 Komischerweise passiert es immer sonntags, wenn es am schwierigsten ist alle Kr\u00e4fte f\u00fcr eine Rettungsaktion inklusive Transport per Luftweg zu mobilisieren! Am Sonntag, den 8. Juni hatten wir jedoch gleich zwei solcher Aktionen in Laikipia. Laikipia liegt in Kenias Norden, umfasst ein Gebiet von etwa 8.700 km-\u00b2 mit kleinen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-juni\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eNewsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Juni\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-322","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-monatsberichte"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=322"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":423,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322\/revisions\/423"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}