{"id":3276,"date":"2012-12-10T13:55:00","date_gmt":"2012-12-10T12:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=3276"},"modified":"2012-12-10T13:56:23","modified_gmt":"2012-12-10T12:56:23","slug":"die-waisen-im-oktober-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-waisen-im-oktober-2\/","title":{"rendered":"Die Waisen im Oktober"},"content":{"rendered":"<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: Oktober 2012<\/b><\/p>\n<p>In diesem Monat erhielten wir drei Neuzug\u00e4nge: den acht Monate alten <b>Narok<\/b>, der am 4. Oktober aus Narok in der Masai Mara eingeflogen wurde. Kurze Zeit sp\u00e4ter, am 9. Oktober, kam der 3-Monate alte <b>Lemoyian<\/b> aus Amboseli an. Seine Mutter war noch am Leben, hatte ihn aber an einem Wasserloch zur\u00fcckgelassen, als sich Masai-Hirten mit ihren Rindern n\u00e4herten. Das Baby war von Anfang an sehr freundlich, gl\u00fccklich \u00fcber seine Rettung und seine neue Familie aus Elefanten und Menschen. Er war schon am n\u00e4chsten Tag mit der Nursery-Gruppe unterwegs, eingepfercht zwischen den \u00e4lteren K\u00fchen <b>Mutara<\/b>, <b>Shukuru<\/b>, <b>Tano<\/b> und <b>Kilabasi<\/b>, von denen jede ihm am allern\u00e4chsten sein wollte. Am 30. Oktober kam schlie\u00dflich die 10 bis 11 Monate alte <b>Quanza<\/b> in der Nursery an. Ihre Mutter war die ber\u00fchmte Amboseli-Leitkuh Quomcat (geboren 1969). Sie und drei weitere Herdenmitglieder waren am 28. Oktober von tansanischen Wilderern an der Grenze von Kenya und Tanzania kaltbl\u00fctig erschossen worden. <b>Qwanza<\/b> war das erste Kalb, das nach der schweren D\u00fcrre im Jahr 2009 im Amboseli Nationalpark geboren wurde &#8211; in Kiswahili bedeutet ihr Name \u201ezuerst\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/Lemoyian-IMG_1043-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-bottom: 0px; border-left: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top: 0px; border-right: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Lemoyian IMG_1043 (2)\" border=\"0\" alt=\"Lemoyian IMG_1043 (2)\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/Lemoyian-IMG_1043-2_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\" \/><\/a><\/p>\n<p><b><\/b><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><b>Mutara<\/b> war im Oktober sehr damit besch\u00e4ftigt, sich sich um all die neuen Babies (inklusive <b>Kinango<\/b>, ihren Liebling) zu k\u00fcmmern. <b>Naipoki<\/b> kam zu Hilfe und k\u00fcmmerte sich um <b>Lemoyian<\/b> und <b>Rukinga<\/b>, von denen Erstere sp\u00e4ter von <b>Shukuru<\/b> angenommen wurde.<\/p>\n<p><b>Ngasha<\/b>, der Ende September vom Farmland um Tsavo in die Nursery gebracht wurde, wurde am 2. Oktober aus dem \u201eZ\u00e4hmungsstall\u201c zu den anderen gelassen. Sobald ihn die anderen erblickten, wurde er \u00e4hnlich umringt wie <b>Lemoyian<\/b>, und die K\u00fche folgten ihm \u00fcberall hin und waren den Keepern eine gro\u00dfe Hilfe, wenn er versuchte, von der Gruppe wegzulaufen. Seitdem hat er sich eng mit <b>Kwale<\/b>, <b>Teleki<\/b> und <b>Faraja<\/b> angefreundet. Letzterer ist auch noch relativ neu in der Gruppe und versteht <b>Ngashas<\/b> Trauer nur zu gut. Die vier Mini-Bullen setzen sich gern einmal von der Herde ab, um gemeinsam und ein wenig abseits des Tumults, zu trauern &#8211; ein ganz normales Verhalten, besonders bei den Babies, die alt genug sind, um sich an ihre Familien und das Leben in der Wildnis zu erinnern. <b>Sities<\/b> war die Erste, die Neuank\u00f6mmling <b>Narok<\/b> begr\u00fc\u00dfte, gefolgt von allen anderen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/Faraja-IMG_1085-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-bottom: 0px; border-left: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top: 0px; border-right: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Faraja IMG_1085 (4)\" border=\"0\" alt=\"Faraja IMG_1085 (4)\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/Faraja-IMG_1085-4_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gemessen daran, wie sehr die Elefantpopulation in der Masai Mara unter der Anwesenheit der Menschen zu leiden hatte, war <b>Narok<\/b> zu Beginn sehr aggressiv und \u00e4ngstlich. Aber sie nahm zum Gl\u00fcck die Milch aus dem Eimer an. Bis zum 8. Oktober tolerierte sie bereits die Anwesenheit der Keeper im Stall und wenig sp\u00e4ter hatte sie sich bereits bei den anderen Nursery-Waisen abgeschaut, wie man aus einer von Menschenhand gehaltenen Flasche trinkt. Weitere zwei Tage sp\u00e4ter hatte sie sich ausreichend beruhigt und konnte zu dem Rest der Herde gelassen werden und benimmt sich seitdem unfehlbar! Inzwischen ist sie gut befreundet mit <b>Naipoki<\/b>, <b>Kainuk<\/b>, <b>Ishaq-B<\/b> und <b>Turkwel<\/b>. <b>Ishaq-B<\/b> war in letzter Zeit sehr aufdringlich gewesen, hat sich aber inzwischen offenbar ein wenig von ihrem Trauma erholt und benimmt sich wie ein normaler (weiblicher) Elefant.<\/p>\n<p><b>Sonje<\/b> war auch kein Unschuldslamm in den letzten Wochen, hat unter der Obhut der sanftm\u00fctigen <b>Murera<\/b> allerdings ihre Zuneigung f\u00fcr Klein <b>Rukinga<\/b> entdeckt! Sie verschiebt jetzt sogar ihre Milchmahlzeit, bis sie sicher ist, dass <b>Rukinga<\/b> seine ausgetrunken hat! Als dieser ein wenig l\u00e4nger brauchte, um sich zu entscheiden, wie er nun seinen R\u00fcssel am bequemsten an die Decke lehnen k\u00f6nnte, hatte sie schon die Geduld verloren, weil sie dachte, der Keeper wolle ihm seine Milch vorenthalten! Neugeborene Elefantenbabies m\u00fcssen ihren R\u00fcssel an etwas Weichem und Warmem anlehnen (normalerweise dem K\u00f6rper ihrer Mutter), bevor sie sich entspannen und s\u00e4ugen k\u00f6nnen. Unser kleines lebendiges Wunder <b>Murera<\/b> ist inzwischen selbstbewu\u00dft genug gegen\u00fcber den \u00e4lteren K\u00fchen, aber schreckt nach wie vor zusammen, wenn man sich ihr unbemerkt von hinten n\u00e4hert.<\/p>\n<p><b>Mutara<\/b>, <b>Kilabasi<\/b> und <b>Shukuru<\/b> sind inzwischen drei Jahre alt und werden demn\u00e4chst in die Auswilderungsstation nach Ithumba umziehen. Am 5. Oktober haben sie damit begonnen, das Laufen \u00fcber die Laderampe zu \u00fcben. <b>Shukuru<\/b> und <b>Kilabasi<\/b> brauchten nicht lange und freuten sich \u00fcber jede Milchflasche, die am anderen Ende auf sie wartete, w\u00e4hrend <b>Mutara<\/b> tiefes Mi\u00dftrauen hegte. Offenbar hat sie mitverfolgt, wie andere vor ihr den Lkw bestiegen und nie mehr wieder in der Nursery gesehen wurden! Der Umzug wird stattfinden, sobald es in Tsavo geregnet hat und nach der langen Trockenheit wieder ausreichend Gr\u00fcnfutter gewachsen ist. <\/p>\n<p><b>Balguda<\/b> war lange Zeit <b>Kilabasis<\/b> Liebling und hatte das seltene Privileg, an ihren Ohren zu saugen. Das \u00e4nderte sich schlagartig mit der Ankunft von <b>Ngasha<\/b>, die es ihr nachmachen wollte. Das sorgte f\u00fcr \u201cGeschwisterneid\u201c zwischen den beiden Elefantenwaisen. Wann immer <b>Shukuru<\/b> <b>Ngasha<\/b> von ihrem Ohr wegschubst beginnt <b>Ngasha<\/b> eine wilde Bellerei, w\u00e4hrend sich <b>Balguda<\/b> jedes Mal lautstark dar\u00fcber br\u00fcskiert, wenn <b>Ngasha<\/b> auch nur in die N\u00e4he von <b>Shukurus<\/b> Ohr kommt und ihn bei seiner Nuckelei st\u00f6rt! <b>Kilabasi<\/b> mu\u00dfte mehrfach einschreiten und f\u00fcr Ordnung sorgen, indem sie <b>Balguda<\/b> von <b>Ngasha<\/b> wegscheuchte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/Balguda-IMG_1450.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-bottom: 0px; border-left: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top: 0px; border-right: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Balguda IMG_1450\" border=\"0\" alt=\"Balguda IMG_1450\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/Balguda-IMG_1450_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>Neuank\u00f6mmlinge in der Nursery, die nicht gen\u00fcgend oder lange gar keine Milch bekommen haben, neigen zu extrem gierigem Fre\u00dfverhalten und werden \u00e4u\u00dferst dr\u00e4ngelig gegen\u00fcber den anderen. Zur Monatsmitte war auch <b>Narok<\/b> keine Ausnahme von dieser Regel. Sie konnte einfach nicht genug bekommen, jammerte lauthals, wenn ihre Ration ausgetrunken war und folgte den Keepern bettelnd auf Schritt und Tritt. Sie rannte sogar zum Eimer, der an ihrer Stallt\u00fcre hing, um den Keepern besser verst\u00e4ndlich zu machen, was sie von ihnen wollte. Und das alles nach 18 Litern Milch plus gekochtem Haferbrei in nur 24 Stunden!<\/p>\n<p>Junge Bullen zeigen die selben Symptome, die noch durch m\u00e4nnliche Rivalit\u00e4tsspielchen verst\u00e4rkt werden. Bevor <b>Orwa<\/b> in die Gruppe der \u00e4lteren K\u00fche aufgenommen wurde, war <b>Kanjoro<\/b> der einzige kleine Bulle in dieser Gruppe und dementsprechend verw\u00f6hnt. Das sollte sich schlagartig \u00e4ndern, als <b>Orwa<\/b> zur Gruppe hinzustie\u00df und er schubste ihn sofort auf den Boden. Der Vorfall entging aber nicht <b>Kiharis<\/b> wachsamem Auge, die ihn postwendend in eine Auszeit schickte (eine beliebte Strafe unter Elefanten). Mit dem Weggang <b>Orwas<\/b> aus der Baby-Gruppe nahm <b>Bomani<\/b> seinen Platz als Tyrann ein &#8211; so l\u00e4uft das mit den jungen Elefantenbullen. Der kleine <b>Kithaka<\/b> ist inzwischen auf andere Weise dr\u00e4ngelig: w\u00e4hrend der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde rennt er am Absperrseil auf und ab und schubst jeden Besucher, der ihn anfasst. Die Leute sind schwer beeindruckt von der Kraft des Winzlings. Ihre Ausgelassenheit spornt ihn nur zu noch mehr Prahlerei, W\u00e4lzen im Sand, Wirbeln seines R\u00fcssels, Kopfst\u00e4nden etc. an &#8211; nat\u00fcrlich nur gegen angemessenen Applaus! Die Keeper beschreiben <b>Kithaka<\/b> als gl\u00fccklichen kleinen Bullen, und wir freuen uns mit und f\u00fcr ihn!<\/p>\n<p>Gegen Monatsende wuchs die Sorge um Klein <b>Rukinga<\/b>, der sehr unter den Nebenwirkungen der Zahnung litt. Zum Gl\u00fcck bekamen wir rechtzeitig Hilfe von Dr. Clay Wilson und mittels eines Blutanalyseger\u00e4tes, das uns ein gro\u00dfz\u00fcgiger S\u00fcdafrikaner spendete. In nur wenigen Minuten und mit nur ein bis zwei Tropfen von <b>Rukingas<\/b> Blut konnte der Tierarzt verstehen, welche Organe betroffen waren &#8211; in <b>Rukingas<\/b> Fall waren es die Nieren, die nach dem langanhaltenden Durchfall mit den Folgen der Dehydratisierung zu k\u00e4mpfen hatten. Anhand der hohen Zahl wei\u00dfer Blutk\u00f6rperchen konnte ebenfalls eine sich anbahnende Magen-Darm-Infektion diagnostiziert werden. Dr Clay Wilson hat ihn daraufhin behandeln k\u00f6nnen und wir sind alle &#8211; wenngleich auch noch vorsichtig &#8211; optimistisch, dass es ihm bald besser gehen w\u00fcrde. Traurigerweise sollte es anders kommen.<\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Ithumba-Gruppe: Oktober 2012<\/b><\/p>\n<p>In den 1970ern bis in die fr\u00fchen 1990er Jahre, haben die Wakamba durch das Wildern mit Giftpfeilen im n\u00f6rdlichen Teil des Nationalpark Tsavo-Ost nahezu alle Elefanten aus dem Gebiet vertrieben. Diese Trag\u00f6die scheint sich jetzt erneut abzuzeichnen und mu\u00df schnell unter Kontrolle gebracht werden, weil der s\u00fcdliche Teil des Parks nicht gen\u00fcgend Futter f\u00fcr alle Dickh\u00e4uter produziert. Giftpfeile haben bereits jetzt unz\u00e4hlige Elefantenleben gefordert, und zwar t\u00e4glich. Wir haben es vom Flugzeug aus und per Bodenpatrouille mit eigenen Augen gesehen. Diejenigen Ex-Waisen, die hilfesuchend ins Stallgel\u00e4nde zur\u00fcckgekommen waren, weil sie von einem Giftpfeil getroffen waren, sind <b>Kora<\/b> (gleich zwei Mal), <b>Napasha<\/b> (im Gesicht getroffen) und <b>Ndara<\/b>, die von drei Pfeilen verletzt worden war. Einer hatte ihren Fu\u00df verwundet, so dass sie seit Monaten in den Voi-Stallungen ist bis sie wieder richtig laufen kann. Ex-Waise <b>Ndomot<\/b> war wie <b>Selengai<\/b> durch an den Folgen eines Giftpfeils gestorben, als er auf dem Weg zur\u00fcck zum Stallgel\u00e4nde war, und Ex-Waise <b>Ol Malo<\/b> war verschwunden und nie wieder aufgetaucht, so dass wir leider annehmen m\u00fcssen, dass auch er gestorben ist.<\/p>\n<p><b>Selengai<\/b> war am 2. Oktober das letzte Mal in <b>Yattas<\/b> Herde gesehen worden, nachdem ein seichter Schauer die Pf\u00fctzen neu gef\u00fcllt hatte. Die Ex-Waisen waren daraufhin f\u00fcr ein paar Tage verschwunden. An jenem Tag, als <b>Selengais<\/b> K\u00f6rper entdeckt wurde, war auch <b>Buchuma<\/b> nicht in <b>Yattas<\/b> Gruppe, die nicht weit vom Stallgel\u00e4nde beim Grasen gesehen wurde. Wir waren nat\u00fcrlich gleich in gro\u00dfer Sorge um ihn, aber Gott sei Dank tauchte er am n\u00e4chsten Tag wieder auf. Heutzutage ist kein Elefant mehr sicher in Afrika und ganz besonders nicht in und um Tsavo, das von Somalis infiltriert, von Rinderherden \u00fcberflutet und von den ber\u00fcchtigten Wakamba mit ihren Giftpfeilen umzingelt ist.<\/p>\n<p>Die extreme Trockenheit hat auch in diesem Monat angehalten und au\u00dfer ein paar leichten Nieselregen, die gerade mal den Staub aus der Luft waschen konnten, mussten wir unseren Waisen weiter Luzerne zuf\u00fcttern. Die jungen, laktierenden M\u00fctter bekommen au\u00dferdem Milchw\u00fcrfel, damit sie nicht aufh\u00f6ren, Milch zu geben. Es war ein schlimmer Monat f\u00fcr alle Elefanten im Tsavo Schutzgebiet. Die Ex-Waisen waren nur an sieben Tagen nicht im Stallgel\u00e4nde, wenn Luzerne gef\u00fcttert wurde. Nicht immer kamen alle zusammen, manchmal in Splittergruppen und fast immer in Begleitung wilder Elefanten oder Yattas wilden \u201eRekruten\u201c <b>Mgeni<\/b> und <b>Kijana<\/b>, die inzwischen fest zu ihrer Herde geh\u00f6ren. Am 2. Oktober waren die Ex-Waisen in Begleitung von 12 wilden Bullen; am 27. Oktober beim Schlammbad tranken mehr als 20 wilde Elefanten aus den eignes daf\u00fcr aufgestellten Wassercontainern. Die Waisen hatten also wenigstens jede Menge Kontakt zu wilden Artgenossen. <b><\/b><\/p>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/kasigau-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"kasigau (3)\" border=\"0\" alt=\"kasigau (3)\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/kasigau-3_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\" \/><\/a><\/b><\/p>\n<p><b>Kasigau<\/b> und <b>Ololoo<\/b> sind besonders k\u00fchn und dr\u00e4ngeln sich zwischen die wilden Elefanten, wenn diese saufen. <b>Ololoo<\/b> beschn\u00fcffelt sie sogar! Auch K\u00fche mit ihren K\u00e4lbern kommen jetzt h\u00e4ufig zum Saufen ins Stallgel\u00e4nde. Eine gro\u00dfe Kuh mit nur einem Sto\u00dfzahn brachte ihre beiden gro\u00dfen K\u00e4lber am 19. Oktober zum Saufen, und eine weitere Kuh mit einem sehr kleinen Kalb wurde in diesem Monat sogar mehrfach beobachtet.<\/p>\n<p>Am 29. Oktober kam eine Splittergruppe Ex-Waisen gegen 3 Uhr morgens ins Stallgel\u00e4nde und schlief dort bis zur Morgend\u00e4mmerung, als die J\u00fcngeren aus ihren St\u00e4llen gelassen wurden und sich mit den Gro\u00dfen den Haufen Luzerne teilten.<\/p>\n<p>Am 7. Oktober kam eine wilde Elefantenmutter mit ihrem Neugeborenen zum Saufen ins Stallgel\u00e4nde und hatte zu unserer \u00dcberraschung die Ex-Waisen <b>Wendi<\/b> und <b>Sidai<\/b> als Babysitter dabei! Diejenigen unter uns, die sich mit Elefanten auskennen, wissen, dass die wilde Mutter offenbar von den beiden Ex-Waisen erfahren hatte, dass die Stalltr\u00e4nke ein sicherer Ort sie, und dass die Keeper nicht wie andere Menschen waren und sie ihnen getrost vertrauen k\u00f6nnen &#8211; ein r\u00fchrender Beweis der Elefantenkommunikation.<\/p>\n<p>Die wilden Elefanten verstehen durchaus, dass wenn die Tr\u00e4nke \u00fcber Nacht geleert wurde, am n\u00e4chsten Morgen der Traktor angeworfen wird und Nachschub bringt. Vierzehn wilde Bullen warteten am 14. Oktober geduldig an der Tr\u00e4nke, w\u00e4hrend Wasser nachgef\u00fcllt wurde. Derjenige, der in diesen Momenten den Schlauch h\u00e4lt, k\u00f6nnte ohne Weiteres die wilden Elefanten anfassen, so sehr vertrauen sie ihm &#8211; es ist ein sehr ber\u00fchrender Anblick. Das Kapazit\u00e4t des Bohrloches in Ithumba wurde in dieser Trockenzeit bis zum Letzten ausgesch\u00f6pft. <\/p>\n<p>Es tat gut, den riesigen Bullen \u201cMshale\u201c wiederzusehen! Die Tier\u00e4rzte der mobilen Einheit des Trusts hatten ihn vor einigen Monaten vor dem sicheren Tod gerettet, als sie ihm einen Giftpfeil entfernten. Er wurde von den Ex-Waisen <b>Rapsu<\/b> und <b>Kamboyo<\/b> begleitet, die den stattlichen Bullen anhimmeln &#8211; ein ganz typisches Verhalten unter Jungbullen.<\/p>\n<p>Die Regenzeit in Tsavo beginnt normalerweise Mitte Oktober. In den letzten Jahren versp\u00e4tete sie sich aber zusehends und wurde st\u00e4ndig k\u00fcrzer. Wir k\u00f6nnen nur hoffen und beten, dass der angek\u00fcndigte El Ni\u00c3\u00b1o \u00fcber Tsavo hereinbricht und nicht wie so oft, Chaos durch \u00dcberschwemmungen und Schlammlawinen in besiedelten Gebieten verursacht. Der ungew\u00f6hnlichste Besucher im Stallgel\u00e4nde war in diesem Monat eine Hy\u00e4ne.<\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Voi-Gruppe: Oktober 2012<\/b><\/p>\n<p>Mit Hinblick auf die zunehmende Wilderei in und um den Tsavo Nationalpark war es eine gro\u00dfe Erleichterung, <b>Emily<\/b> und die meisten Mitglieder ihrer Herde (inklusive ihres und <b>Edies<\/b> Baby) wiederzusehen. Sie waren lange nicht mehr im Stallgel\u00e4nde gewesen. Einige der Jungbullen waren nicht dabei: <b>Burra<\/b>, <b>Solango<\/b> und <b>Siria<\/b>, aber wir gehen davon aus, dass sie sich \u00e4lteren Bullen angeschlossen haben. Wenn Elefantenk\u00fche das geb\u00e4rf\u00e4hige Alter erreichen, werden die pubertierenden Jungbullen aus der von Weibchen dominierten Herde versto\u00dfen. <b>Laikipia<\/b>, der gr\u00f6\u00dfte Bulle unter den Ex-Waisen tauchte am 12. Oktober alleine auf, w\u00e4hrend <b>Emilys<\/b> Herde nur zwei Tage sp\u00e4ter kam und mit denen in den Voi-St\u00e4llen verbliebenen Waisen ein \u00fcberschwengliches Wiedersehen zelebrierten. <b>Ndara<\/b>, die sich bis immer noch von den Verletzungen dreier Giftpfeile erholte (einer davon verletzte ihren Fu\u00df so stark, dass sie lahmte), und in ihrem fr\u00fcheren Stall schlief, damit sie den L\u00f6wen nachts nicht zum Opfer f\u00e4llt. Als <b>Emily<\/b> am 14. Oktober auftauchte, war sie leider nicht im Stallgel\u00e4nde. <\/p>\n<p>Aber als <b>Emily<\/b> mit ihrer Herde am 27. Oktober erneut kam, war sie aber da und sichtlich erfreut, ihre Herde wiederzusehen! Sie alle (inklusive <b>Laikipia<\/b>!) kollerten friedlich zur Begr\u00fc\u00dfung, ber\u00fchrten z\u00e4rtlich ihren verletzten Fu\u00df und freuten sich offenkundig, dass sie die Attacke der Wilderer \u00fcberlebt hat. Wenn man solche Ereignisse miterleben darf, kann man keinen Zweifel daran haben, wie \u00e4hnlich die Psyche der Elfanten denen der Menschen ist und wie sehr sie sich um diejenigen sorgen, die sie kennen und lieben.<\/p>\n<p><b>Ndara<\/b> hat am 29. Oktober erstmals eine Nacht au\u00dferhalb ihres Stalles verbracht. Es war der gleiche Tag, an die Waisen mit einer wilden Herde auf Mazinga Hill grasten und dar\u00fcber sogar ihre Mittagsmilch und das Schlammbad verga\u00dfen! Als die Herde abends ins Stallgel\u00e4nde zur\u00fcckkehrte, war <b>Ndara<\/b> nicht dabei und hatte sich dazu entschlossen, die Nacht bei der freundlichen wilden Herde zu verbringen, die den Waisen offenbar nicht unbekannt war. Fr\u00fch am Morgen des 30. Oktober kam sie zur\u00fcck und nahm <b>Shimba<\/b> mit zum Grasen, w\u00e4hrend der Rest des Trupps in die entgegengesetzte Richtung des Parks aufbrach. (<b>Shimba<\/b> entschied sich sp\u00e4ter allerdings lieber zur Umkehr.) Abends kam <b>Ndara<\/b> zum Stallgel\u00e4nde zur\u00fcck und schloss sich sp\u00e4ter <b>Emilys<\/b> Herde an, die sie regelrecht abholte. Endlich einmal sch\u00f6ne Neuigkeiten nach all den Trag\u00f6dien des Oktobers! Und au\u00dferdem ein weiteres Zeugnis f\u00fcr die geheimnisvolle Kommunikation unter Elefanten &#8211; sie sind halt \u201egenau wie wir Menschen, nur besser\u201c!<\/p>\n<p>F\u00fcr die Waisen war es ein schwieriger Monat. Viele sind noch auf Milch angewiesen und sie haben viel Zeit mit der Suche nach Gr\u00fcnfutter verbracht (meist auf Mazinga Hill). Doch zwischendurch blieb immer noch Zeit f\u00fcr ein Schlammbad im Stallgel\u00e4nde oder in der k\u00fcnstlichen Suhle im Park. Es gab jede Menge Interaktionen zwischen den Waisen, inklusive der \u00fcblichen Rangk\u00e4mpfe unter den Jungbullen, die f\u00fcrsorgliche Rolle der \u00e4lteren Weibchen, das opportunistische Verhalten, wann immer sich die Gelegenheit bietet etc. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/Lesanju-feeding.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-bottom: 0px; border-left: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top: 0px; border-right: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Lesanju feeding\" border=\"0\" alt=\"Lesanju feeding\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2012\/12\/Lesanju-feeding_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Panda<\/b> und <b>Emsaya<\/b> sind die kleinsten weiblichen Elefanten in der Voi-Herde, die von <b>Lesanjuh<\/b> als Leitkuh angef\u00fchrt wird. <b>Wasessa<\/b>, die j\u00fcnger aber deutlich gr\u00f6\u00dfer als <b>Lesanju<\/b> ist, ist ihre rechte Hand. <b>Lesanju<\/b> bekommt au\u00dferdem Unterst\u00fctzung von ihrer besten Freundin <b>Lempaute<\/b> und auch ein wenig Hilfe von <b>Ndii<\/b>, die vielleicht selber einmal Leitk\u00fche werden. Kennt man die einzelnen Elefanten n\u00e4her und wenn man ihren Fortschritt Tag f\u00fcr Tag seit ihren Tagen in der Nursery mitverfolgt hat, ihre Freunde und ihre Rivalen kennt, wei\u00df was sie m\u00f6gen und was nicht, erkennt man die Parallelen zu menschlichen Charakterz\u00fcgen. Unsere Waisen haben der Wissenschaft viel \u00fcber ihre Art gelehrt und es geschafft die \u201eanthromorphe Blockade\u201c zu brechen, die lange Jahre verhindert hatte, dass Wissenschaftler die Elefantenpsyche ernst nahmen und verstanden. Die besten Elefantenverhaltenforscher sind aufgeschlossene und unvoreingenommene Charaktere, die den Doktortitel ein bisschen sp\u00e4ter erhielten !<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-waisen-im-oktober-2\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: Oktober 2012 In diesem Monat erhielten wir drei Neuzug\u00e4nge: den acht Monate alten Narok, der am 4. Oktober aus Narok in der Masai Mara eingeflogen wurde. Kurze Zeit sp\u00e4ter, am 9. Oktober, kam der 3-Monate alte Lemoyian aus Amboseli an. Seine Mutter war noch am Leben, hatte ihn aber an einem &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-waisen-im-oktober-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Waisen im Oktober\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,1],"tags":[],"class_list":["post-3276","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-monatsberichte","category-news"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3276"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3276\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3277,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3276\/revisions\/3277"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}