{"id":32859,"date":"2022-09-28T00:08:19","date_gmt":"2022-09-27T22:08:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=32859"},"modified":"2022-10-02T20:29:07","modified_gmt":"2022-10-02T18:29:07","slug":"ate-news-juni-und-juli-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-juni-und-juli-2022\/","title":{"rendered":"ATE News: Juni und Juli 2022"},"content":{"rendered":"<p>Juni und Juli sind in Amboseli normalerweise die ersten Monate der &#8222;Gro\u00dfen Trockenzeit&#8220;. Es regnet nicht mehr, doch die Tiere kommen noch gut zurecht, da sie noch immer genug Nahrung finden. Dieses Jahr aber fiel die Regenzeit der Monate April und Mai extrem d\u00fcrftig aus. Daher war das Land Anfang Juni bereits ausgetrocknet, und die Situation schien sich zu einer echten D\u00fcrre zu entwickeln.<\/p>\n<p>Wasser ist in Amboseli zwar das ganze Jahr zuverl\u00e4ssig in den S\u00fcmpfen vorhanden, doch die Nahrung wird bei anhaltender Trockenheit immer knapper. Zu den wichtigsten Ressourcen z\u00e4hlt jetzt die \u00a0Sumpfvegetation, die aber leider nicht besonders nahrhaft ist. Die Savannen sind verdorrt, und die wenigen Waldgebiete viel zu klein f\u00fcr alle Tiere des Amboseli-\u00d6kosystems.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32862\" aria-describedby=\"caption-attachment-32862\" style=\"width: 504px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-32862\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-4-Ann-fuehrt-ihre-Familie-auf-ihrer-Wanderung-300x225.jpg\" alt=\"Ann f\u00fchrt ihre Familie\" width=\"504\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-4-Ann-fuehrt-ihre-Familie-auf-ihrer-Wanderung-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-4-Ann-fuehrt-ihre-Familie-auf-ihrer-Wanderung-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-4-Ann-fuehrt-ihre-Familie-auf-ihrer-Wanderung-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-4-Ann-fuehrt-ihre-Familie-auf-ihrer-Wanderung-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-4-Ann-fuehrt-ihre-Familie-auf-ihrer-Wanderung-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-4-Ann-fuehrt-ihre-Familie-auf-ihrer-Wanderung-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 504px) 100vw, 504px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32862\" class=\"wp-caption-text\">Ann f\u00fchrt ihre Familie<\/figcaption><\/figure>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Da die D\u00fcrreperioden aufgrund des Klimawandels immer h\u00e4ufiger auftreten und in ihren Auswirkungen durch das menschliche Bev\u00f6lkerungswachstum und ver\u00e4nderte Landnutzungskonzepte noch verschlimmert werden, sind sie ein sehr ernstes Problem.<\/p>\n<p>Dieses Jahr entwickelten sich die Verh\u00e4ltnisse sogar besonders schlimm \u2013 und das ausgerechnet, weil die vorherigen Jahre besonders gute gewesen waren. Es hatte sehr viel geregnet, und daher gab es ein reiches Nahrungsangebot, welches dazu f\u00fchrte, dass die Populationen der meisten Wildtiere, vor allem Zebras, Gnus, B\u00fcffel und Elefanten, stark zunahmen. Dadurch wurde nun der Druck auf die letzten Nahrungsressourcen noch st\u00e4rker&#8230;<\/p>\n<p>In diesen schweren Zeiten h\u00e4ngt das \u00dcberleben der Familien vor allem von den Erfahrungen und Strategien ihrer Matriarchinnen ab. Diese haben ganz unterschiedliche Methoden entwickelt, um ihre Familien durch nahrungsarme Zeiten zu bringen. Das ist sehr sinnvoll, da dadurch die verbliebenen Ressourcen optimal genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32871\" aria-describedby=\"caption-attachment-32871\" style=\"width: 522px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-32871\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/DSC05517-300x225.jpg\" alt=\"Gigabyte und Georgia von den GBs\" width=\"522\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/DSC05517-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/DSC05517-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/DSC05517-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/DSC05517-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/DSC05517-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/DSC05517-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32871\" class=\"wp-caption-text\">Gigabyte und Georgia von den GBs<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele Familien, vor allem die gr\u00f6\u00dferen wie die GB,s aber auch einige kleinere wie die AAs, teilen sich in kleinere Gruppen auf, die es leichter haben, ausreichend Nahrung zu finden. Andere legen weite Strecken zur\u00fcck, um verschiedene Nahrungsquellen zu nutzen.<\/p>\n<p>Die meisten Wildtiere konzentrierten sich auf die S\u00fcmpfe und kleineren W\u00e4lder im Zentrum des Nationalparks. Bei den Elefanten waren dies zun\u00e4chst nat\u00fcrlich jene Familien, die sich ohnehin fast immer in diesem Gebiet aufhalten \u2013 die AAs, die GBs, die FBs oder die OAs. Doch mehr und mehr zeigten sich auch Familiengruppen, die sonst oft weit entfernte, au\u00dferhalb des Parks liegende Weidegr\u00fcnde nutzen \u2013 so die ZCs, die QBs oder KAs. Elefanten sind grunds\u00e4tzlich nicht besonders territorial, und oft teilen sich mehrere Familien bestimmte Gebiete. Vor allem w\u00e4hrend der Regenzeiten spielen Grenzen fast \u00fcberhaupt keine Rolle. Viele Familien und Bullen schlie\u00dfen sich dann oft zu gro\u00dfen Herden zusammen, die gemeinsam umherziehen. Bei zunehmenden Trockenzeiten oder D\u00fcrren k\u00f6nnen aber sogar die sonst so sozialen Elefanten an die Grenzen ihrer Toleranz sto\u00dfen, und sie beginnen, ihre wichtigsten Weidegr\u00fcnde gegen fremde Familien zu verteidigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32874\" aria-describedby=\"caption-attachment-32874\" style=\"width: 503px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-32874\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Ann-mit-ihrer-Familie-300x200.jpg\" alt=\"Ann mit ihrer Familie\" width=\"503\" height=\"336\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Ann-mit-ihrer-Familie-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Ann-mit-ihrer-Familie-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Ann-mit-ihrer-Familie-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Ann-mit-ihrer-Familie-600x400.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Ann-mit-ihrer-Familie-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Ann-mit-ihrer-Familie-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 503px) 100vw, 503px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32874\" class=\"wp-caption-text\">Ann mit ihrer Familie<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel hierf\u00fcr bieten die AAs und die EBs, zwei Familien, die generell beide als besonders friedfertig, sozial und umg\u00e4nglich bekannt sind. Gerade auch ihre Matriarchinnen, Astrid von den AAs und Enid von den EBs, besitzen einen sehr sanften und freundlichen Charakter.<\/p>\n<p>Viele Jahrzehnte kamen diese beiden Familien daher gut miteinander aus. Doch ver\u00e4nderte Bedingungen f\u00fchrten nun zu Problemen.<\/p>\n<p>Die EBs waren einst eine sehr standorttreue Familie, die sich meistens im s\u00fcdlichen Teil des Amboseli Nationalparks aufhielt. Man konnte sie oft bei den S\u00fcmpfen Enkong Narok und Longinye sowie den benachbarten Ebenen antreffen. Speziell w\u00e4hrend der Trockenzeiten hielten sie sich oft im nahegelegenen Oltukai Orok Forest auf, einem kleinen Wald, in dem auch das Camp des Amboseli Trust for Elephants (ATE) liegt. Sie teilten diesen R\u00fcckzugsort mit anderen Familien wie den GBs. Allerdings kamen nur die EBs direkt in das ATE-Camp, um zwischen den Zelten das Gras abzuweiden. Zu der Zeit, als die legend\u00e4re Echo die Matriarchin der EBs war, verschwanden sie gew\u00f6hnlich einmal im Jahr, meistens im August, um nach S\u00fcden bis Tansania und zum Kilimanjaro zu ziehen. Nachdem Echos Tochter Enid die F\u00fchrung der EBs \u00fcbernommen hatte, folgte sie weitgehend dem Wander-Rhythmus ihrer Mutter. Doch ihre Ausfl\u00fcge in Gebiete au\u00dferhalb des Parks wurden im Laufe der Zeit immer h\u00e4ufiger, und zuletzt war sie oft mehrere Male im Jahr f\u00fcr Wochen oder Monate verschwunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32869\" aria-describedby=\"caption-attachment-32869\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-32869\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-10-Eugenie-beim-Entrinden-eines-Akazienzweigs-300x200.jpg\" alt=\"Eugenie entrindet einen Akazienzweig\" width=\"500\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-10-Eugenie-beim-Entrinden-eines-Akazienzweigs-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-10-Eugenie-beim-Entrinden-eines-Akazienzweigs-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-10-Eugenie-beim-Entrinden-eines-Akazienzweigs-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-10-Eugenie-beim-Entrinden-eines-Akazienzweigs-600x400.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-10-Eugenie-beim-Entrinden-eines-Akazienzweigs-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-10-Eugenie-beim-Entrinden-eines-Akazienzweigs-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32869\" class=\"wp-caption-text\">Eugenie entrindet einen Akazienzweig<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Astrid \u00fcbernahm vor einigen Jahren die F\u00fchrung der AAs. Diese nutzten traditionell vor allem den Enkong Narok Sumpf sowie die Umgebung des Observation Hill. Den Park scheinen sie nie verlassen zu haben, und auch innerhalb besuchten sie kaum andere Gebiete. Das bot ihnen viel Sicherheit, und sie konnten Konflikte mit Menschen vollst\u00e4ndig vermeiden. Doch speziell die Trockenzeiten verursachten ihnen gro\u00dfe Probleme. Sie waren dann fast ausschlie\u00dflich auf die S\u00fcmpfe angewiesen. Diese boten zwar ausreichend Wasser, aber nur n\u00e4hrstoffarme Vegetation, welche es den K\u00fchen erschwerte, ausreichend Milch f\u00fcr ihre K\u00e4lber zu produzieren. Au\u00dferdem konnten die K\u00e4lber w\u00e4hrend der vielen Stunden im Wasser kaum ges\u00e4ugt werden, mussten aber gleichzeitig lange, anstrengende Wanderungen durch z\u00e4hen Schlamm zur\u00fccklegen. Dazu kommt, dass die Amboseli-S\u00fcmpfe ziemlich kaltes Wasser haben, was leicht zu Lungenentz\u00fcndungen bei den K\u00e4lbern f\u00fchrt. Die AAs haben daher im Vergleich zu anderen Familien eine besonders hohe Sterblichkeitsrate bei ihren K\u00e4lbern. Das hatte vor allem auch Astrid selbst mehrfach leidvoll erfahren m\u00fcssen. Wenn man bedenkt, wie eng Elefantenm\u00fctter und ihre K\u00e4lber verbunden sind, dann kann man leicht nachvollziehen, wie schwer f\u00fcr sie der Verlust eines Kalbes ist. Und es ist dann auch mehr als verst\u00e4ndlich, dass Astrid offensichtlich versuchte, derartige Trag\u00f6dien k\u00fcnftig m\u00f6glichst zu vermeiden, und sich entschied, mit ihrer Familie w\u00e4hrend der Trockenzeiten ebenfalls in den Oltukai Orok Forest zu ziehen.<\/p>\n<p>Als sie diesen Wald das erste Mal besuchten, waren die EBs gerade auf einem ihrer l\u00e4ngeren Ausfl\u00fcge unterwegs. Die anderen Familien hatten offenbar kein Problem mit der Ankunft der AAs, weil diese deutlich weniger Mitglieder z\u00e4hlten als die EBs, und ihr Nahrungsbedarf durch die Abwesenheit von Enids Familie mehr als ausgeglichen wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32865\" aria-describedby=\"caption-attachment-32865\" style=\"width: 535px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-32865\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-6.2-Angelina-und-ihre-Kaelber-in-Ol-Tukai-300x200.jpg\" alt=\"Angelina und ihre K\u00e4lber im Ol Tukai Forest\" width=\"535\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-6.2-Angelina-und-ihre-Kaelber-in-Ol-Tukai-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-6.2-Angelina-und-ihre-Kaelber-in-Ol-Tukai-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-6.2-Angelina-und-ihre-Kaelber-in-Ol-Tukai-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-6.2-Angelina-und-ihre-Kaelber-in-Ol-Tukai-600x400.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-6.2-Angelina-und-ihre-Kaelber-in-Ol-Tukai-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-6.2-Angelina-und-ihre-Kaelber-in-Ol-Tukai-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 535px) 100vw, 535px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32865\" class=\"wp-caption-text\">Angelina und ihre K\u00e4lber im Ol Tukai Forest<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als aber die EBs in den Park zur\u00fcckkehrten, waren sie nicht erfreut, die AAs in ihrem Trockenzeit-Revier anzutreffen. Sie versuchten, Astrid und ihre Familie durch Drohverhalten einzusch\u00fcchtern, und als dies ohne Erfolg blieb, gab es sogar eine kleinere Rangelei. Doch da letztlich beide Familien einsahen, dass es der anderen ernst war, entwickelten sie \u2013 vorerst \u2013 eine Art Kompromiss: Die AAs durften im Wald bleiben, mieden aber jenen Teil, in dem sich die EBs bevorzugt aufhielten \u2013 vor allem den Bereich des ATE-Camps.<\/p>\n<p>Im Laufe des letzten Jahres, vor allem in Zeiten, wenn die EBs wieder au\u00dferhalb des Parks unterwegs waren, dehnten die AAs ihre Streifz\u00fcge aber immer \u00f6fter bis zum Camp aus und wagten sich schlie\u00dflich sogar ebenfalls mitten zwischen die Zelte. Dies geschah zum ersten Mal, kurz nachdem das m\u00e4nnliche Zwillingskalb Angelinas gestorben war und Ann ein neues Kalb geboren hatte. Vielleicht war nun das Bed\u00fcrfnis der AAs nach hochwertiger Nahrung besonders gro\u00df. Tats\u00e4chlich kann man feststellen, dass sich sowohl Angelinas \u00fcberlebendes weibliches Zwillingskalb wie auch Anns Kalb\u00a0 seitdem sehr gut entwickeln. Wobei Angelinas Tochter nat\u00fcrlich jetzt auch die Milch ihrer Mutter nicht mehr mit ihrem Bruder teilen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32866\" aria-describedby=\"caption-attachment-32866\" style=\"width: 508px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-32866\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-7-Annan-und-ihr-Kalb-300x225.jpg\" alt=\"Annan und ihr Kalb\" width=\"508\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-7-Annan-und-ihr-Kalb-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-7-Annan-und-ihr-Kalb-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-7-Annan-und-ihr-Kalb-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-7-Annan-und-ihr-Kalb-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-7-Annan-und-ihr-Kalb-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-7-Annan-und-ihr-Kalb-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32866\" class=\"wp-caption-text\">Annan und ihr Kalb<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor allem aber Astrids Tochter Annan und ihr Kalb, die oft von Anson, dem Sohn der verstorbenen Alexandra, begleitet werden, scheinen sich hier besonders wohl zu f\u00fchlen. Sie kommen manchmal sogar allein in das Camp.<\/p>\n<p>Anfang Juli entdeckte man schlie\u00dflich einige EBs unter F\u00fchrung Edwinas am Rand des Oltukai Orok Forests in Gesellschaft eines Teils der SB-Familie mit Leitkuh Suki und einer Gruppe der AAs, die aus Angelina und ihren K\u00e4lbern bestand. Die Angeh\u00f6rigen dieser verschiedenen Familien schienen recht gut miteinander auszukommen und standen relativ nahe beinander. M\u00f6glicherweise ein Hinweis darauf, dass sich die Beziehung zwischen den AAs und EBs allm\u00e4hlich wieder entspannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32870\" aria-describedby=\"caption-attachment-32870\" style=\"width: 501px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-32870\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/IMG_8308-300x200.jpg\" alt=\"Edwina mit einem Teil der EB-Familie\" width=\"501\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/IMG_8308-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/IMG_8308-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/IMG_8308-768x512.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/IMG_8308-600x400.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/IMG_8308-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/IMG_8308-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32870\" class=\"wp-caption-text\">Edwina mit einem Teil der EB-Familie<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leider mussten die EBs aber im Juni eine besonders traumatische Erfahrung machen: Sie wurden in einen Konflikt mit Menschen verwickelt, als sie wieder einmal au\u00dferhalb des Parks unterwegs gewesen waren. Es ist nicht bekannt, wo genau der Vorfall sich ereignet hatte und um welche Menschen es sich handelte. Es kann sowohl auf tansanischer wie kenianischer Seite der Grenze geschehen sein. Was wir aber wissen ist, dass die EBs am 13. Juni nach l\u00e4ngerer Abwesenheit endlich wieder innerhalb des Parks auftauchten, wo sie vom ATE-Team entdeckt wurden. Dabei stellte das Team fest, dass vier Familienmitglieder durch Speere verletzt worden waren: Enid, ihr Sohn Ektor, ihre Schwester Esprit und der Sohn ihrer Tochter Elise. Sofort wurde eines der mobilen Tierarzt-Teams des Sheldrick Wildlife Trusts (SWT) und Kenya Wildlife Service (KWS) angefordert, \u00a0und nachdem dieses mit Dr. Limo eingetroffen war, begann ein wahrer Behandlungsmarathon. Es ist keine einfache Aufgabe, vier Elefanten ein und derselben Familie, darunter auch die Matriarchin, zu narkotisieren, die anderen, selbstverst\u00e4ndlich besorgten und aufgeregten, Familienmitglieder auf m\u00f6glichst sanfte Weise abzudr\u00e4ngen und so dem Tierarzt-Team ungehinderten Zugang zu den Patienten zu erm\u00f6glichen. Es dauerte Stunden, bis alle verletzten Elefanten tier\u00e4rztlich versorgt waren, und der letzte von ihnen konnte erst nach Einbruch der Dunkelheit im Licht von Autoscheinwerfern behandelt werden. An dieser Stelle ein ganz gro\u00dfes, herzliches Dankesch\u00f6n an alle, die an dieser nervenaufreibenden Aktion beteiligt waren, vor allem den Teams des ATE, SWT und KWS!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32867\" aria-describedby=\"caption-attachment-32867\" style=\"width: 536px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-32867\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-8-Enid-saeugt-ihr-juengstes-Kalb-300x225.jpg\" alt=\"Enid, die Matriarchin der EBs. s\u00e4ugt ihr j\u00fcngstes Kalb\" width=\"536\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-8-Enid-saeugt-ihr-juengstes-Kalb-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-8-Enid-saeugt-ihr-juengstes-Kalb-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-8-Enid-saeugt-ihr-juengstes-Kalb-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-8-Enid-saeugt-ihr-juengstes-Kalb-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-8-Enid-saeugt-ihr-juengstes-Kalb-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-8-Enid-saeugt-ihr-juengstes-Kalb-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 536px) 100vw, 536px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32867\" class=\"wp-caption-text\">Enid, die Matriarchin der EBs, s\u00e4ugt ihr j\u00fcngstes Kalb<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Immerhin konnte Dr. Limo allen vier Patienten eine gute Prognose ausstellen, wenngleich es nicht auszuschlie\u00dfen war, dass zumindest bei Elises Sohn eventuell eine Nachbehandlung notwendig werden w\u00fcrde. Das ATE-Team \u00fcbernahm es, die EBs genau im Auge zu behalten, um die Entwicklung der vier Patienten zu \u00fcberwachen und notfalls gleich wieder einen Tierarzt rufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Inzwischen machten sich allerdings die Folgen der D\u00fcrre auch innerhalb des Parks durch ein immer sp\u00e4rlicheres Nahrungsangebot und den Zuzug von immer mehr Tieren bemerkbar. Die EBs begannen daher ebenfalls, sich in kleinere Gruppen aufzuteilen, was ihre \u00dcberwachung durch das ATE-Team nicht gerade erleichterte. W\u00e4hrend sich Edwinas Gruppe im Oltukai Orok Forest aufhielt, zog sich Enids Gruppe, zu der auch die anderen drei verletzten Familienmitglieder sowie Enids Tochter Elise und ihre gute Freundin Elliot geh\u00f6rten, in einen etwas weiter westlich liegenden, kleineren Wald zur\u00fcck. Gl\u00fccklicherweise gelang es, sie dort wieder aufzusp\u00fcren, und sie machten einen den Umst\u00e4nden entsprechend einigerma\u00dfen stabilen Eindruck. Vor allem Elliots Gesellschaft half Enid sehr, Stress abzubauen, und war dadurch ihrem Genesungsprozess sehr f\u00f6rderlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32868\" aria-describedby=\"caption-attachment-32868\" style=\"width: 511px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-32868\" src=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-9-Elise-wacht-ueber-ihrem-schlafenden-Kalb-300x225.jpg\" alt=\"Elise wacht \u00fcber ihr schlafendes Kalb\" width=\"511\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-9-Elise-wacht-ueber-ihrem-schlafenden-Kalb-300x225.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-9-Elise-wacht-ueber-ihrem-schlafenden-Kalb-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-9-Elise-wacht-ueber-ihrem-schlafenden-Kalb-768x576.jpg 768w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-9-Elise-wacht-ueber-ihrem-schlafenden-Kalb-600x450.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-9-Elise-wacht-ueber-ihrem-schlafenden-Kalb-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2022\/09\/Foto-9-Elise-wacht-ueber-ihrem-schlafenden-Kalb-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 511px) 100vw, 511px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32868\" class=\"wp-caption-text\">Elise wacht \u00fcber ihr schlafendes Kalb<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Esprit verschwand allerdings pl\u00f6tzlich und lie\u00df ihr Kalb bei Enid und Elise zur\u00fcck. Ein ungew\u00f6hnliches Verhalten f\u00fcr eine Elefantenkuh, welches man aber bereits mehrfach als Folge von gro\u00dfem Stress beobachtet hat. Selbstisolation ist bei Elefanten offenbar ein typisches posttraumatisches Stresssyndrom. Gl\u00fccklicherweise kehrte Esprit aber Ende Juli zur\u00fcck und war dann auch wieder in der Lage, sich um ihr Kalb zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Nun kommt es darauf an, ob die Genesung der verletzten EBs trotz der immer h\u00e4rter werdenden D\u00fcrre weiter gut voranschreitet und ob Enid in der Lage sein wird, ihre Familie sicher durch diese schwere Zeit zu bringen. Fr\u00fchestens Ende Oktober oder Anfang November kann der Beginn der n\u00e4chsten Regenzeit erwartet werden. Das ATE-Team wird jedoch, wie immer, die Elefanten in Amboseli auch auf diesem Weg begleiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer den Amboseli Trust for Elephants in diesen schwierigen Zeiten unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann uns eine \u00dcberweisung unter dem Stichwort &#8222;ATE&#8220; auf unser Konto mit der<\/p>\n<p>IBAN: DE30 2003 0000 0621 9182 83 und der BIC: HYVEDEMM300 zukommen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oder ganz einfach per Paypal:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<form action=\"https:\/\/www.paypal.com\/cgi-bin\/webscr\" method=\"post\" target=\"_top\"><input name=\"cmd\" type=\"hidden\" value=\"_s-xclick\" \/> <input name=\"hosted_button_id\" type=\"hidden\" value=\"CW3MU7FV5DJ5Q\" \/> <input title=\"PayPal - The safer, easier way to pay online!\" alt=\"Donate with PayPal button\" name=\"submit\" src=\"https:\/\/www.paypalobjects.com\/de_DE\/DE\/i\/btn\/btn_donateCC_LG.gif\" type=\"image\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.paypal.com\/de_DE\/i\/scr\/pixel.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/form>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir danken allen Unterst\u00fctzer*innen im Namen des gesamten ATE-Teams und der Elefanten aus Amboseli ganz herzlich f\u00fcr ihre so wichtige Hilfe!<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ate-news-juni-und-juli-2022\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juni und Juli sind in Amboseli normalerweise die ersten Monate der &#8222;Gro\u00dfen Trockenzeit&#8220;. Es regnet nicht mehr, doch die Tiere kommen noch gut zurecht, da sie noch immer genug Nahrung finden. Dieses Jahr aber fiel die Regenzeit der Monate April und Mai extrem d\u00fcrftig aus. 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