{"id":3560,"date":"2010-07-12T19:05:00","date_gmt":"2010-07-12T18:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=3560"},"modified":"2013-03-26T19:06:41","modified_gmt":"2013-03-26T18:06:41","slug":"ist-der-letzte-elefant-schon-geboren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ist-der-letzte-elefant-schon-geboren\/","title":{"rendered":"IST DER LETZTE ELEFANT SCHON GEBOREN?"},"content":{"rendered":"<p><strong>   <\/p>\n<p><\/p>\n<p> Mit dieser provozierenden Frage r\u00fcttelten Wissenschaftler Ende der achtziger Jahre die Welt\u00f6ffentlichkeit auf. In nur zehn Jahren von 1979 bis 1989 wurden auf dem afrikanischen Kontinent die H\u00e4lfte aller Elefanten von Elfenbein-Wilderern niedergemetzelt:<\/strong>  <\/p>\n<p>Von 1,3 Millionen Grauen Riesen \u00fcberlebten nur 625.000 Tiere; dabei fehlten in vielen Herden die erfahrenen Leitk\u00fche, die wegen ihrer gro\u00dfen Sto\u00dfz\u00e4hne als erstes von den Wilderern aufs Korn genommen wurden. Mindestens 25 Jahre d\u00fcrfte es dauern, so prognostizierte damals der renommierte Elefantenforscher Iain Douglas-Hamilton, bis sich Afrikas Elefantenpopulation von diesem Gemetzel erholt haben wird. Noch nicht einmal diese vorsichtige Rechnung ist aufgegangen! Nach neueren Sch\u00e4tzungen leben bereits heute in Afrika nur noch 450.000 Elefanten &#8211; und in der j\u00fcngeren Vergangenheit sind jedes Jahr wieder an die 20.000 Tiere zum Opfer der Wilderer geworden. Der US-Biologe Samuel Wasser von der University of Washington bef\u00fcrchtet deshalb, dass bis zum Jahr 2020 gr\u00f6\u00dfere wildlebende Elefantengruppen aus dem afrikanischen Busch verschwunden sein werden. Wenn die Entwicklung anhalte, sagt Samuel Wasser in der Fachzeitschrift &quot;Conservation Biology&quot; voraus, werde es Elefanten dann nur noch in umz\u00e4unten Gebieten geben, die mit betr\u00e4chtlichem Aufwand gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Neben dem gef\u00e4hrlichen Konflikt um den Lebensraum von Menschen und Elefanten ist und bleibt die Jagd auf das &quot;wei\u00dfe Gold&quot; der wichtigste Grund f\u00fcr diese alarmierenden Zahlen. Und f\u00fcr das Aufleben der Wilderei machen Elefanten-Experten vor allem das gelockerte Handelsverbot f\u00fcr Elfenbein verantwortlich. Im vergangenen Jahr genehmigte die Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommens (CITES) den vier s\u00fcdafrikanischen L\u00e4ndern Botswana, Simbabwe, Namibia und S\u00fcdafrika ihre Lagervorr\u00e4te aus legal gewonnenem Elfenbein (Culling-Absch\u00fcsse oder Sto\u00dfz\u00e4hne von Tieren, die eines nat\u00fcrlichen Todes gestorben sind) an China und Japan zu verkaufen. Das ist jetzt geschehen: F\u00fcr fast 15 Millionen US-Dollar ersteigerten H\u00e4ndler mehr als 100 Tonnen vom &quot;wei\u00dfen Gold&quot;. F\u00fcr Kenner der Szene nur ein Bruchteil dessen, was auf dem Schwarzmarkt in Asien f\u00fcr Rohelfenbein bezahlt wird. Nach Angaben des Internationalen Tierschutzfonds IFAW sind es dort etwa 1000 Dollar und mehr &#8211; ein b\u00f6ses Omen, denn hohe Schwarzmarkt-Preise haben der Wilderei seit jeher Vorschub geleistet.    <br \/>Unser Verein &quot;Rettet die Elefanten Afrikas e.V.&quot; hat immer wieder auf die Gefahren durch einen begrenzten Elfenbein-Handel hingewiesen. <\/p>\n<p>Bereits im November 2002 schrieb Hans-Helmut R\u00f6hring, Vereinsgr\u00fcnder und bis zu seinem Tod im Februar 2004 1. Vorsitzender, auf unserer Website: &quot;Die Erfahrung der Vergangenheit hat gelehrt, dass selbst partielle Handelsgenehmigungen f\u00fcr Elfenbein stets zum Wiederaufleben der Wilderei f\u00fchrten.&quot; Die Entwicklung in den afrikanischen Elefantenl\u00e4ndern gab ihm recht: Allein im Jahr 2006 wurden 22.000 Kilogramm geschmuggeltes Elfenbein sichergestellt. Und die Dunkelziffer, so mutma\u00dften wir damals, d\u00fcrfte um ein Vielfaches h\u00f6her sein.<\/p>\n<p>Wissenschaftler wie Samuel Wasser warnen inzwischen mit Nachdruck: &quot;Die Situation ist schlimmer denn je&quot;, aber die breite \u00c3\u2013ffentlichkeit sei sich dar\u00fcber nicht im Klaren. Immer wieder gaukeln Meldungen in der Presse vor, es gebe in Afrika zu viele Elefanten &#8211; was jedoch nachwie vor nur f\u00fcr einige wenige Regionen in s\u00fcdafrikanischen L\u00e4ndern gilt. In Kenia beispielsweise, das in den 80er Jahren 85 Prozent seiner Elefanten verlor, ist die Lage wieder \u00e4u\u00dferst bedrohlich. Darauf hat auch Dame Dr. Daphne Sheldrick hingewiesen, deren Arbeit unser Verein mit den Beitr\u00e4gen seiner Mitglieder und Pateneltern seit 1990 unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Neben seinem Waisen-Projekt, f\u00fcr das wir Patenschaften vergeben, hilft der David Sheldrick Wildlife Trust mit diesen Geldern unter anderem auch dem Kenya Wildlife Service (KWS) bei der lebenswichtigen Arbeit in den Nationalparks. Denn regelm\u00e4\u00dfige Patrouillen, das hat z.B. eine Studie der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) gezeigt, sind ein entscheidender Beitrag, um die Wilderei einzud\u00e4mmen. Dazu braucht es jedoch gut ausger\u00fcstete und vern\u00fcnftige bezahlte Ranger &#8211; und staatlichen Stellen fehlt es dazu oft an Geld. Deshalb begr\u00fc\u00dft der Verein &quot;Rettet die Elefanten Afrikas e.V.&quot; die Unterst\u00fctzung des KWS, deshalb sind wir auch in Malawi aktiv, wo wir u.a. Scouts bezahlen, die dort regelm\u00e4\u00dfig und mit gro\u00dfem Erfolg auf Anti-Wilderer-Patrouille gehen.<\/p>\n<p>Aber wir alle k\u00f6nnen auch in Deutschland helfen &#8211; mit kompetenten Informationen \u00fcber die Elefanten und mit dem Appell aller Elefanten-Sch\u00fctzer: <strong>Only Elephants Should Wear Ivory <\/strong>&#8211; nur Elefanten d\u00fcrfen Elfenbein tragen! Kauft kein Elfenbein, tragt keines, stellt keins aus, und verschenkt auch keins. Nur wenn es gelingt, die Nachfrage nach Elfenbein nachhaltig einzud\u00e4mmen, werden auch die Wildererbanden keinen Anreiz mehr haben, Elefanten zu t\u00f6ten.Wer sich ausf\u00fchrlich \u00fcber die Arbeit des Vereins &quot;Rettet die Elefanten Afrikas e.V.&quot; informieren m\u00f6chte, findet auf unserer Website alle Rundbriefe der vergangenen Jahre sowie regelm\u00e4\u00dfige Monatsberichte der Keeper, die die R\u00fcssel-Waisen des REA e.V.-Projekts &quot;Mein Patenkind hei\u00dft Jumbo&quot; betreuen.     <\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/ist-der-letzte-elefant-schon-geboren\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dieser provozierenden Frage r\u00fcttelten Wissenschaftler Ende der achtziger Jahre die Welt\u00f6ffentlichkeit auf. 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