{"id":372,"date":"2008-10-27T18:55:46","date_gmt":"2008-10-27T17:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=372"},"modified":"2008-10-27T18:55:46","modified_gmt":"2008-10-27T17:55:46","slug":"mzimas-rettung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/mzimas-rettung\/","title":{"rendered":"Mzima&acute;s Rettung"},"content":{"rendered":"<p>Wir sind alle zutiefst geschockt \u00fcber den nicht abrei\u00dfenden Strom von Elefantenwaisen in unsere Nursery. Als wir am 16. September vom Chef-Wildh\u00fcter des Tsavo West Nationalparks, Daniel Woodley, zu einem weiteren Fall gerufen wurden, konnten wir es kaum glauben. Noch nie zuvor in der Geschichte des Trust hatten wir so viele Waisen auf einmal in der Nursery. Unsere Keeper gingen bereits jetzt auf dem Zahnfleisch, weil schlaflose N\u00e4chte nunmehr an der Tagesordnung waren. St\u00e4ndig waren sie dabei sich um k\u00fcrzlich gerettete Waisen zu k\u00fcmmern. Als sie die Nachricht h\u00f6rten, stiegen die drei Keeper jedoch mit der gleichen Hingabe wie immer an Bord der Maschine um ins eine Stunde entfernte Kilaguni in Tsavo West zu fliegen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am Tag zuvor hatte die Anti-Wilderer-Einheit \u201eMtito\u201c des David Sheldrick Wildlife Trust die Nachricht \u00fcber ein weiteres Elefantenkalb in Not erhalten und war seiner F\u00e4hrte in der N\u00e4he der Kilaguni Lodge gefolgt, wo es in den letzten Tagen h\u00e4ufiger gesehen wurde, wenn es um 11 Uhr am Wasserloch trank. Die G\u00e4ste der Lodge beobachteten das K\u00e4lbchen mit gro\u00dfer Sorge, als es allein in der Wildnis Tsavos verschwand, und sie fragten sich jeden Tag, ob sie es wohl am n\u00e4chsten wiedersehen w\u00fcrden. Am dritten Tag war allen klar, dass dieser Elefant ein Waise sein musste, und er verlor so schnell an Kraft, dass er nicht einmal mehr mit der Zebraherde Schritt halten konnte. Der Kenya Wildlife Serve (KWS) entschied sich f\u00fcr eine Rettungsaktion, bevor es zu sp\u00e4t war. Als unser Anti-Wilderer-Team gegen 15 Uhr nachmittags in der Kilaguni Lodge eintraf, konnten sie es auch nach gr\u00fcndlicher Suche nirgendwo finden. <\/p>\n<p>Die Kilaguni Lodge liegt direkt an der Chyulu-Bergkette, eine Reihe runder Gipfel aus lockerer, vulkanischer Asche, die sich ca. 2000 Meter \u00fcber der trockenen Steppenlandschaft zu ihren F\u00fc\u00dfen erheben. Die j\u00fcngsten der Berge entstanden erst vor 500 Jahren. Die Gipfel fangen j\u00e4hrlich etwa 900 mm Wasser aus den Wolken auf, das sich dann schwammartig im Vulkangestein verteilt, bevor es schlie\u00dflich die unterirdischen Wasserl\u00e4ufe erreicht, die zu einer Oase in der trockenen Landschaft von Tsavo West f\u00fchren &#8211; nach Mzima Springs. Ganz in der N\u00e4he dieser Quellen wurde auch das Elefantenbaby schlie\u00dflich gegen Mittag des n\u00e4chsten Tages aufgesp\u00fcrt, nachdem unser Anti-Wilderer-Trupp die Suche wieder aufgenommen hatte. Unter der Leitung von Alex Macharia, dem einzigen in der Gruppe, der schon einmal ein Elefantenkalb eingefangen hat, stellten sie sich der gewaltigen Aufgabe einen 16 Monate alten, wilden Elefanten einzufangen. Sie haben einen fantastischen Job gemacht, denn das K\u00e4lbchen war trotz allem schwer und stark, und es gelang ihnen schlie\u00dflich auch, ihn auf den Landrover aufzuladen &#8211; wobei das eindeutig der schwierigere Teil der Aufgabe war.  <\/p>\n<p>Bei seiner Ankunft in der Nairobi Nursery, versetzte uns <b>Mzima<\/b> &#8211; so hatten wir ihn inzwischen genannt &#8211; alle in Staunen. Angekommen in seinem Stall und wieder auf Beinen, kam er nicht einmal auf die Idee die Keeper anzugreifen. Nein, stattdessen begr\u00fc\u00dfte er sie, suchte den Kontakt, und ganz offenbar liebte er das frische Gr\u00fcn, dass man ihm in seinen Stall gelegt hatte. Die Milch in der Flasche verunsicherte ihn anfangs ein wenig, und er so trank er vorerst auch nicht daraus. Aber es war einfach unglaublich, dass dieser freundliche Elefant am gleichen Morgen noch in der Wildnis gelebt haben sollte. Vermutlich wirkten die Beruhigungsmittel noch.  <\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag das gleiche Spiel: er genoss es, wenn ihm sein Kopf gekrault wurde und lernte schnell an den Fingern der Keeper zu saugen. Die N\u00e4he von <b>Shimba<\/b> und <b>Siria<\/b> im Stall nebenan hatte ihn \u00fcber Nacht offenbar beruhigt, aber er war dennoch unglaublich zahm f\u00fcr einen Elefanten, der gerade erst gerettet wurde. Es dauerte zum Gl\u00fcck nicht lange, und er begann von seiner Milch zu trinken. Er wurde schlie\u00dflich so gierig, dass er fast die Plastikflasche verschluckte, als er auch die letzten Tropfen der k\u00f6stlichen Fl\u00fcssigkeit noch herauszusaugen versuchte, die er so lange entbehren musste.  <\/p>\n<p>Den n\u00e4chsten Tag verbrachte er bereits mit der Nursery-Herde, die nunmehr 14 Mitglieder z\u00e4hlte. Bei seiner ersten Besuchsstunde am Schlammbad, stieg er ohne zu Z\u00f6gern mit den anderen in die Suhle, und war danach einer der ersten, der zur Milchflasche st\u00fcrmte &#8211; der Alltag in der Nursery hatte ihn also bereits erfasst. Nachdem er so lange ohne seine Mutter und seine Herde umherirrte, wei\u00df er die Gesellschaft von gleichaltrigen Elefantenwaisen, aber auch Menschen, umso mehr zu sch\u00e4tzen.  <\/p>\n<p>Seine Reaktion auf all das, was ihm zugesto\u00dfen war, kam erst sp\u00e4ter. Obwohl er sich schnell eingelebt hatte und ein sehr ruhiger und liebevoller kleiner Bulle ist, so umgibt ihn seit einer Weile eine gro\u00dfe Traurigkeit. Jetzt, da er sich nicht mehr nur um das reine \u00dcberleben k\u00fcmmern muss, scheint ihm das Ausma\u00df seines Verlustes erst bewusst zu werden. Leider kann nur die Zeit diese Wunden heilen. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"484\" alt=\"Mzima_2\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/10\/mzima-2.jpg\" width=\"324\" border=\"0\"\/><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/mzimas-rettung\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind alle zutiefst geschockt \u00fcber den nicht abrei\u00dfenden Strom von Elefantenwaisen in unsere Nursery. Als wir am 16. 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