{"id":373,"date":"2008-11-01T12:23:50","date_gmt":"2008-11-01T11:23:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=373"},"modified":"2017-05-01T08:28:47","modified_gmt":"2017-05-01T07:28:47","slug":"und-die-elefanten-zahlen-den-preis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/und-die-elefanten-zahlen-den-preis\/","title":{"rendered":"Und die Elefanten zahlen den Preis"},"content":{"rendered":"<p>Kommentar des David Sheldrick Wildlife Trust ( Oktober 2008 )<\/p>\n<p>Als das CITES Sekretariat<a name=\"_ftnref1_2217\" href=\"#_ftn1_2217\">[1]<\/a>am Jahresanfang China den legalen Kauf der Afrikanischen Elfenbeinvorr\u00e4te genehmigte, sagte Dr. Dame Daphne Scheldrick bereits voraus, dass die Elefanten den Preis daf\u00fcr zahlen w\u00fcrden. Wie schnell sich die Auswirkungen zeigen w\u00fcrden, hat uns allerdings alle \u00fcberrascht. Kenia verzeichnet einen deutlichen Anstieg in der Elefantenwilderei, und wir vom David Sheldrick Wildlife Trust k\u00f6nnen dies anhand der vielen Weisen, die dieses Jahr bereits gerettet wurden, nur best\u00e4tigen. 14 Neuzug\u00e4nge gab es in der Nursery, und viele davon sind Opfer der Wilderei.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Chinesische Arbeiter in Kenia als m\u00f6gliche Ursache f\u00fcr den steigenden Elfenbeinhandel<\/p>\n<p>Mike Pflanz, The Telegraph, 3. Oktober 2008<\/p>\n<p>Es wird bef\u00fcrchtet, dass chinesische Arbeiter, die im n\u00f6rdlichen Kenia Stra\u00dfen erneuern, der Grund f\u00fcr die stark ansteigende Elefantenwilderei sind, die in diesem Jahr bereits zur Abschlachtung von mehreren Dutzend Tieren f\u00fchrte.<\/p>\n<p>In den ersten acht Monaten des Jahres 2008 wurden in ganz Kenia 57 Elefantenkadaver gefunden, denen die Sto\u00dfz\u00e4hne heraus gebrochen wurden. Das sind 15 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2007 und der dritte j\u00e4hrliche Anstieg in Folge.<\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der Elefanten wurde in Gebieten get\u00f6tet, wo chinesische Bauarbeiter unl\u00e4ngst an der Asphaltierung von hunderten Kilometern der unbefestigten Schotterpisten arbeiten.<\/p>\n<p>Der Kenia Wildlife Service (KWS) glaubt, dass es zwischen der Ankunft der Arbeiter und dem Anstieg der Wilderei eventuell einen Zusammenhang geben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u201cMehr als 50 Prozent der toten Elefanten haben wir in den besagten n\u00f6rdlichen Regionen gefunden, wo auch die Chinesen an den Stra\u00dfen arbeiten\u201c, so Moses Litoroh, der Koordinator des KWS-Elefantenprogrammes.<\/p>\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen wohl annehmen, dass sie ihre H\u00e4nde im Spiel haben. Vielleicht nicht alle von ihnen, aber dieser Zufall bereitet uns gro\u00dfe Sorgen.\u201c<\/p>\n<p>Gleichzeitig best\u00e4tigen offizielle Angaben des Wildlife Service, dass der Anteil der verhafteten Elfenbeinschmuggler am Internationalen Flughafen Jomo Kenyatta in Nairobi haupts\u00e4chlich chinesischer Staatsangeh\u00f6rigkeit sind. Einige trugen bis zu 110 kg Rohelfenbein oder Elfenbeinschnitzereien bei sich.<\/p>\n<p>Die Wilderei ist in Kenia, besonders in den entlegenen Regionen des Nordens, seit Langem ein Problem.<\/p>\n<p>Die Wanderrouten der Elefanten f\u00fchren durch dieses Gebiet und verbinden Wasserl\u00f6cher und frisches Gr\u00fcnfutter miteinander. Sie werden seit jeher von Wilderern belagert, die oft von somalischen Waffenschmugglern mit Gewehren ausger\u00fcstet werden. Nach jahrelangen Streifg\u00e4ngen, dem Handelsverbot f\u00fcr Elfenbein und verbesserten politischen Rahmenbedingungen, hatten die Natursch\u00fctzer gehofft, die Schlachterei weitgehend im Griff zu haben.<\/p>\n<p>Doch die chinesischen Neuank\u00f6mmlinge k\u00f6nnten den lokalen Markt f\u00fcr gewildertes Elfenbein m\u00f6glicherweise neu beleben. In der N\u00e4he von Archer\u2019s Post, einer desolaten Wellblechdachsiedlung etwa 300 km n\u00f6rdlich von Nairobi, stieg eine Staubwolke aus einer oberfl\u00e4chlich gelegenen Miene auf, wo ein chinesischer Ingenieur mit breitkrempigem Strohhut gerade Sprengstoff detoniert hatte.<\/p>\n<p>\u00dcber den versengten Boden des Tales erhallte ein entferntes Klirren von schweren Maschinen aus dem chinesischen Arbeitslager, wo Steine zerkleinert werden, die die Explosion herausgesprengt hatte. Damit wird die neue Stra\u00dfe zur \u00e4thiopischen Grenze gebaut.<\/p>\n<p>Etwa 50 km weiter \u00f6stlich, jenseits des Shaba Nationalreservates, liegen die verwesenden K\u00f6rper von 18 Elefanten, die im Juni von Wilderern ermordet wurden.<\/p>\n<p>\u201cEs ist das schlimmste Jahr in der Elefantenwilderei, das ich je miterlebt habe\u201c, sagte einer der dienst\u00e4ltesten Wildh\u00fcter, der seit 21 Jahren in und um Archer\u2019s Post arbeitet. Seinen Namen wollte er aus Angst vor Vergeltung der Wilderer nicht nennen.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt immer noch so viel Korruption. Jeder, die Chinesen, die Somalis und selbst die Kenianer k\u00f6nnen leicht Leute finden, die ihnen Sto\u00dfz\u00e4hne verkaufen.\u201c<\/p>\n<p>Einige der Sto\u00dfz\u00e4hne werden an Schmuggler weiter geleitet, die sie aus Nairobi ausfliegen. Doch der Gro\u00dfteil wird auf Lastwagen nach \u00c4thiopien versteckt. Dort sind die Kontrollen lockerer und es gibt regelm\u00e4\u00dfig Passagier- und Frachtflugzeuge, die nach Fernost fliegen.<\/p>\n<p>Die kenianischen Beh\u00f6rden machen haupts\u00e4chlich das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) f\u00fcr diese Welle der Wilderei verantwortlich. Diese hatte Botswana, S\u00fcdafrika und Namibia im Juli den Verkauf von 108 Tonnen Elfenbein nach China und Japan genehmigt.<\/p>\n<p>Das hat einen Markt wieder belebt, nach einem 19-j\u00e4hrigen Komplettverbot auf den Verkauf von Elfenbein, der nur 1999 gebrochen wurde f\u00fcr den einmaligen Verkauf von 50 Tonnen nach Japan.<\/p>\n<p>\u201eDie Wilderer im Busch haben die Entscheidung [der CITES] falsch verstanden\u201c, sagt Robert Muasya, der stellvertretende Sicherheitsbeauftragte der KWS, der die Verhaftungsteams am Flughafen leitet. Mindestens acht Chinesen wurden in den vergangenen 12 Monaten verhaftet und wegen Elfenbeinschmuggel angeklagt.<\/p>\n<p>\u201eSie glauben, dass es jetzt einen offiziellen Markt gibt und errichten immer mehr Fallen. China selbst verf\u00fcgt nicht \u00fcber die geeigneten Strukturen um legal gekauftes Elfenbein von illegalem zu unterscheiden, so dass es einen Abnehmermarkt gibt, den die Wilderer zu ihrem Vorteil nutzen.\u201c<\/p>\n<hr size=\"1\" \/>\n<p><a name=\"_ftn1_2217\" href=\"#_ftnref1_2217\">[1]<\/a> CITES: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (dt. Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommen)<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/und-die-elefanten-zahlen-den-preis\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommentar des David Sheldrick Wildlife Trust ( Oktober 2008 ) Als das CITES Sekretariat[1]am Jahresanfang China den legalen Kauf der Afrikanischen Elfenbeinvorr\u00e4te genehmigte, sagte Dr. Dame Daphne Scheldrick bereits voraus, dass die Elefanten den Preis daf\u00fcr zahlen w\u00fcrden. Wie schnell sich die Auswirkungen zeigen w\u00fcrden, hat uns allerdings alle \u00fcberrascht. 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