{"id":411,"date":"2008-11-17T10:55:26","date_gmt":"2008-11-17T09:55:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=411"},"modified":"2008-11-17T11:03:53","modified_gmt":"2008-11-17T10:03:53","slug":"newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-oktober","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-oktober\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Oktober"},"content":{"rendered":"<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe<\/b> <\/p>\n<p>Der Monat Oktober 2008 wird der Menschheit wohl lange in Erinnerung bleiben &#8211; in unserem Fall nicht so sehr wegen der weltweiten Finanzkrise, sondern weil wir innerhalb nur eines Monats den Tod von 3 Elefantenbabies in der Nursery und 4 weiteren Waisen, die direkt nach Voi gebracht wurden, zu beklagen hatten. Nach dem Tod jedes einzelnen Elefanten haben wir lange gegr\u00fcbelt, was m\u00f6glicherweise doch noch getan h\u00e4tte werden k\u00f6nnen um dieses eine K\u00e4lbchen retten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Am 13. Oktober, als wir gerade in Tsavo waren, starb der kleine <b>Kungu<\/b> an einer Magen-Darm-Infektion, die mit Ciprofloxacin [einem Breitbandantibiotikum] behandelt wurde. (Wom\u00f6glich war noch er zu schwach f\u00fcr dieses Medikament.) Diesem Verlust folgte der Tod des winzigen Neuank\u00f6mmlings \u201e<b>Wanjala<\/b>\u201c (alias \u201eBeetle\u201c, zu deutsch K\u00e4fer, weil sie so winzig klein war). Sie kam am 14. Oktober bei uns an, nachdem sie sich in eine Mine an der Grenze des Tsavo-West Nationalparks verirrt hatte. Sie starb am 19. an der Folge von Bl\u00e4hungen, die durch die F\u00fctterung mit Kuhmilch durch ihre Retter in der Mine verursacht wurden. Nur 2 Tage sp\u00e4ter, am 21. Oktober, verloren wir unseren kleinen <b>Barseloi<\/b> durch eine Lungenentz\u00fcndung. Die Krankheit ist sehr gef\u00fcrchtet bei kleinen Elefanten und kostete schon vielen unserer Wasseropfer das Leben, weil Elefanten naturgem\u00e4\u00df nicht in der Lage sind zu husten und das eingeatmete Wasser mitsamt allen Keimen die Lunge somit nicht mehr verlassen kann. Wir mussten am eigenen Leibe erfahren, dass wir dagegen nicht viel tun k\u00f6nnen. Nicht einmal der Knoblauchextrakt (ein starkes nat\u00fcrliches Antibiotikum) konnte das Ungl\u00fcck abwenden. Es ist m\u00f6glich, dass es f\u00fcr Klein \u201eBeetle\u201c anders gekommen w\u00e4re, wenn sie eher kleinere, daf\u00fcr aber h\u00e4ufigere Mahlzeiten bekommen h\u00e4tte. Und vielleicht spielt es auch eine Rolle, dass die winzigen Nursery-Babies nicht genug Bewegung hatten um ihren Stoffwechsel ordentlich anzukurbeln. Man lernt niemals aus, nicht einmal mit Daphnes 50-j\u00e4hrigem Erfahrungsschatz.  <\/p>\n<p>So ersch\u00fctterten uns diesen Monat die vielen Todesf\u00e4lle, jeder dicht gefolgt vom n\u00e4chsten. Weitere Elefantenwaisen starben in Voi, K\u00e4lbchen, die bereits 2 Jahre \u00e4lter als unsere Babies und daher zu gro\u00df f\u00fcr den Transport auf dem Luftweg waren. Mehr dar\u00fcber erfahren Sie in den News aus Voi.  <\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist, dass es den anderen Nursery-Elefanten (13 an der Zahl) soweit gut geht, wobei man sich nie zu sicher sein darf, bis ein Elefant nicht seinen 3. Geburtstag erlebt hat! Wir hoffen, dass die Ungl\u00fcckskette jetzt ein Ende hat und wir in den n\u00e4chsten Monaten keine Tr\u00e4nen mehr \u00fcber den Verlust eines Elefantenbabys vergie\u00dfen m\u00fcssen.  <\/p>\n<p>Abgesehen von der kleinen <b>Wanjala<\/b>, wurde am 10. Oktober noch eine andere Elefantenwaise in die Nairoby-Nursery gebracht. Sie wurde aus einem Schacht der Mombasa-Pipeline in der N\u00e4he der Gleisanlage von Ndii gerettet, was ihr den Name \u201e<b>Ndii<\/b>\u201c einbrachte. Das Hieven aus dem Schacht erwies sich als gro\u00dfe Tortur und f\u00fcgte ihr viele Bluterg\u00fcsse zu. Wir hatten daraufhin mit viel Gewebeverlust gerechnet. Allerdings macht sie einen sehr robusten Eindruck. Anhand ihres Gebisses (die ersten Schneidez\u00e4hne brechen zwischen 6 Wochen und 4 Monaten durch) wurde ihr Alter auf 6-8 Wochen gesch\u00e4tzt, und daf\u00fcr ist sie sehr gro\u00df. Am Ende des Monats begann sie dann auch zu zahnen, was oft mit Durchfall einhergeht. Wir werden sie also im Auge behalten.  <\/p>\n<p>So viele neue Waisen in der Nursery erforderten nochmals ein Umsortieren der Schlafpl\u00e4tze. <b>Lesanju<\/b>, <b>Sinya<\/b> und <b>Lempaute<\/b> teilen sich nun den neuen Stall. <b>Sinya<\/b> h\u00e4ngt sehr an <b>Lesanju<\/b> und m\u00f6chte am liebsten gar nicht von ihrer Seite weichen. <b>Lempaute<\/b> wurde daraufhin ziemlich eifers\u00fcchtig, weil sie ihr Vorrecht bedroht sieht. Die arme <b>Sinya<\/b> hatte einiges auszustehen, denn <b>Lempaute<\/b> kann sehr anstrengend sein!  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/11\/lempaute.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"164\" alt=\"Lempaute\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/11\/lempaute-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Nach dem Tod von <b>Wanjala<\/b> kam uns der Gedanke, dass die Kleinsten der Gruppe vielleicht nicht genug Bewegung hatten um ihren Stoffwechsel ordentlich anzukurbeln. Die Keeper erhielten die Anweisung, dass sie k\u00fcnftig einmal t\u00e4glich mit den \u00c4lteren der Gruppe auf eine lange Wanderung gehen sollen.  <\/p>\n<p><b>Mzima<\/b> ist verr\u00fcckt nach seiner Milch, w\u00e4hrend <b>Taveta<\/b> ein kleiner Freigeist ist und des \u00c3\u2013fteren seine eigenen Wege zum Fressen geht. Es ist interessant, dass <b>Lesanju<\/b> am 7. sofort die Keeper verst\u00e4ndigte, als er wieder sich wieder einmal davon machte &#8211; dieses Mal war er jedoch schon auf dem Weg sich seine Milch zu holen. <b>Lesanju<\/b> rannte zuerst zu den Keepern und danach zur\u00fcck zu der Stelle, woher die Gruppe kam. Sie hob ihren R\u00fcssel um den Keepern ein Zeichen zu geben, die daraufhin herausfinden wollten, was sie ihnen zu sagen versuchte. Dabei lief ihnen <b>Taveta<\/b> \u00fcber den Weg, der sich viel zu fr\u00fch auf den Weg zum Milchtrinken gemacht hatte! <b>Lesanju<\/b> bewies dieses Mal ihre praktischen F\u00e4higkeiten als Mini-Leitkuh &#8211; zu anderen Gelegenheiten, vor allem wenn sie <b>Lempaute<\/b> eigentlich bestrafen sollte, h\u00e4lt sie sich jedoch eher zur\u00fcck! <b>Suguta<\/b> h\u00e4ngt wie eine Klette an den Keepern anstatt sich unter ihresgleichen zu mischen. Den Monatsaufzeichnungen zufolge, ging ihr der Tod von <b>Kungu<\/b> und <b>Barseloi<\/b> besonders nah, weil sie mit beiden eng befreundet war. Das zeigt deutlich, dass die Gef\u00fchle eines Babyelefanten weit mehr entwickelt zu sein scheinen als die eines menschlichen Babys im selben Alter.  <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Voi-Gruppe<\/b> <\/p>\n<p>Auch in der Voi-Gruppe war der Oktober ein Monat voller Trag\u00f6dien und Trauer. Der Tod vieler Neuank\u00f6mmlinge wurde begleitet von extremer Hitze und Trockenheit, so dass gro\u00dfe Teile des Parks abbrannten. Die meisten Tiere fl\u00fcchteten aus der Gegend um Mazinga Hill und die Voi-Stallungen um weiter entfernt (auch auf angrenzenden Feldern) Futter zu finden.  <\/p>\n<p>Wilderer haben die Situation ausgenutzt und entlang der Grenze Schlingfallen ausgelegt. Eine Elenantilope tappte hinein, wie uns vom Personal der Voi Safari Lodge berichtet wurde. Die mobile tier\u00e4rztliche Einheit und die Keeper reagierten sofort, bet\u00e4ubten die Antilope und entfernten die Falle, die sie andernfalls erw\u00fcrgt h\u00e4tte. Befreit von der Schlinge um ihren Hals lief die Antilope gl\u00fccklich zur\u00fcck in die Wildnis.  <\/p>\n<p>Alle Waisen, die in diesem Monat gerettet wurden, starben kurz darauf an den Folgen der Verletzungen oder weil die Rettung f\u00fcr sie einfach zu sp\u00e4t kam. Der erste war ein 2-j\u00e4hriger Bulle mit Schussverletzungen in den Beinen, dem der Name \u201e<b>Askari<\/b>\u201c (zu deutsch: Soldat) gegeben wurde.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/11\/askari.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"164\" alt=\"Askari\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/11\/askari-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Ihm folgte ein anderes 2-j\u00e4hriges Kalb, das von einem vergifteten Pfeil getroffen wurde. Man hatte es \u201e<b>Mashale<\/b>\u201c (das Swahili-Wort f\u00fcr Pfeil) genannt. Nur einen Tag sp\u00e4ter starb es. Ein weiteres Elefantenwaise starb durch die Klauen von L\u00f6wen in Satao Camp, kurz bevor das Rettungsteam am Ort eintraf. Und weitere 2 Tage sp\u00e4ter brach ein K\u00e4lbchen am Satao Wasserloch zusammen und verstarb noch vor Eintreffen in den Stallungen. \u201e<b>Askari<\/b>\u201c starb am 27. nach Intensivpflege durch unsere tier\u00e4rztliche Einheit &#8211; der Schmerz und eine Blutvergiftung waren einfach zu viel f\u00fcr ihn. Und noch ein weitere 2-j\u00e4hriger Elefant wurde aus der Region Ziwani gerettet und starb auf der Fahrt nach Voi unter der Sedation.  <\/p>\n<p><b>Lissa<\/b> und ihre beiden j\u00fcngsten K\u00e4lbchen waren in diesem Monat die einzigen Besucher aus den Reihen unserer ehemaligen Waisen. Am 2. Oktober tauchten sie an den St\u00e4llen auf um an der Tr\u00e4nke zu saufen. <b>Lissas<\/b> \u00e4ltestes Kalb blieb w\u00e4hrenddessen bei der wilden Gruppe, der sie sich sp\u00e4ter wieder anschloss.  <\/p>\n<p><b>Emily<\/b> und <b>Natumi<\/b> und all die anderen sind immer noch mit den wilden Herden um Ngutuni Ranch unterwegs und kamen in diesem Monat nicht zur\u00fcck. Aufgrund all der anderen dramatischen Vorkommnisse konnten im Oktober auch keine Beobachtungsg\u00e4nge durchgef\u00fchrt werden um zu sehen, wie es der Gruppe ergangen ist.  <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Ithumba-Gruppe<\/b> <\/p>\n<p>Es war sehr interessant zu beobachten wie sich die \u00e4lteren Elefanten (bekannt als \u201c<b>Yattas<\/b> Gruppe\u201c) um die Spr\u00f6sslinge k\u00fcmmern, die der Milch wegen noch bei den Keepern bleiben. Sie werden von den \u00e4lteren Elefanten, die mittlerweile kommen und gehen wann immer ihnen beliebt, nach wie vor wie \u201eenge Verwandte\u201c behandelt. Es bekr\u00e4ftigt, was in der Voi-Gruppe passierte, nachdem <b>Emilys<\/b> und sp\u00e4ter auch <b>Natumis<\/b> und <b>Thomas<\/b> Gruppe die Stallungen in Richtung Wildnis verlie\u00dfen.  <\/p>\n<p>Im Oktober verging nicht ein einziger Tag, an dem <b>Yatta<\/b> und die \u00e4ltere Gruppe nicht mindestens einmal den Kontakt zu den J\u00fcngeren aufgenommen h\u00e4tten. 9 Mal warteten sie morgens schon drau\u00dfen vor den Stallungen, so dass <b>Ol Malo<\/b> und <b>Orok<\/b> (ihre beiden milchbed\u00fcrftigen Sch\u00fctzlinge) mit den anderen gemeinsam ihre Milch abholen konnten. An 12 anderen Tagen trafen sie sich im Busch, entweder auf dem Weg dahin, beim mitt\u00e4glichen Suhlen (als es wieder Milch gab) oder abends zur\u00fcck an den Stallungen zur letzten Milchmahlzeit des Tages.  <\/p>\n<p>Am 7. Oktober tauchte <b>Yattas<\/b> Gruppe auf einmal ohne <b>Ol Malo<\/b> auf, was unsere Keeper sehr beunruhigte. Ihre Sorge stieg, als <b>Yatta<\/b> auch am Abend ohne <b>Ol Malo<\/b> die Stallungen besuchte. Am fr\u00fchen Morgen des 8. schlie\u00dflich, zu unser aller \u00dcberraschung, tauchte <b>Ol Malo<\/b> pl\u00f6tzlich auf. Allerdings nicht in Begleitung von <b>Yatta<\/b> oder einem anderen Mitglied der Gruppe, sondern mit einem wilden Elefantenbulle, der sie den Keepern und der j\u00fcngeren Gruppe \u201e\u00fcbergab\u201c. Er stillte seinen Durst an der Stalltr\u00e4nke und machte sich anschlie\u00dfend wieder auf den Weg in den Busch. Am n\u00e4chsten Morgen ging <b>Ol Malo<\/b> mit der jungen Gruppe &#8211; angef\u00fchrt von Junior-Leitkuh <b>Sunyei<\/b> &#8211; in Richtung Fressplatz. Allerdings war sie unruhig, kollerte und rief die ganze Zeit nach jemandem. Offenbar vermisste sie <b>Yatta<\/b> und ihre Gruppe. Sie verlie\u00df die J\u00fcngsten und machte sich auf die Suche nach ihrer Ersatzmutter (<b>Yatta<\/b>). Offenbar hatte sie keinen Erfolg, denn am Abend kam sie allein in die Stallungen zur\u00fcck. <b>Yatta<\/b> und ihre Gef\u00e4hrten kamen allerdings nur wenig sp\u00e4ter hinzu und die \u00fcbliche Wiedersehenszeremonie wurde abgehalten.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/11\/ithumba.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"164\" alt=\"Ithumba\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/11\/ithumba-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Eine andere interessante Entwicklung, die aus den Monatsaufzeichnungen hervorgeht, ist, dass <b>Wendi<\/b> und <b>Tomboi<\/b> sowohl am 5. als auch am 26. <b>Yattas<\/b> Gruppe verlassen haben um Zeit mit den j\u00fcngeren Elefanten zu verbringen. Umgekehrt wurde <b>Yattas<\/b> Gruppe nach dem Schlammbad erstmals von <b>Sunyei<\/b> und <b>Challa<\/b> begleitet, w\u00e4hrend <b>Ol Malo<\/b> und <b>Wendi<\/b> beim Rest der Gruppe blieben.  <\/p>\n<p>Wir haben viel dar\u00fcber nachgedacht, was wohl der Grund daf\u00fcr sein mag, dass <b>Ol Malo<\/b> pl\u00f6tzlich so unabh\u00e4ngig von <b>Yatta<\/b> ist. Vielleicht hat sie jetzt einen wilden Freund, mit dem sie gern zusammen ist &#8211; vielleicht auch einen Freund in einer anderen wilden Herde. Als der wilde Bulle sie zur\u00fcckbrachte, hat sie ihm dann verst\u00e4ndlich gemacht, dass sie wegen der Milch in die Stallungen muss?  <\/p>\n<p>Wir wissen bereits, dass Elefanten auf hohem Niveau kommunizieren, doch dieses Beispiel verbl\u00fcffte uns ganz besonders! Es gab noch ein anderes Mal, als <b>Ol Malo<\/b> den Rest der Waisenherde auf den Weg zum Schlammbad verlie\u00df (obwohl ihre Milch dort auf sie wartete), und erst viel sp\u00e4ter auftauchte, als die anderen schon l\u00e4ngst fertig mit Suhlen und auf dem Heimweg waren. Die Keeper hatten sich darauf eingestellt und warteten auf sie um sie zum Rest der Gruppe zur\u00fcckzuf\u00fchren.  <\/p>\n<p><b>Yattas<\/b> Herde verbrachte in diesem Monat nur etwa 4 Tage mit der Gruppe der J\u00fcngeren, die sich jedes Mal \u00fcberschw\u00e4nglich dar\u00fcber freuen. Wann immer sich die \u00e4lteren dann wieder absetzen, \u00fcbernehmen die Nachwuchs-Leitk\u00fche wie selbstverst\u00e4ndlich die F\u00fchrung der Gruppe, als ob sie dazu aufgefordert wurden. Die Hauptrolle der Nachwuchs-Leitkuh teilen sich <b>Sunyei<\/b> und <b>Galana<\/b>, die beiden inzwischen 5 Jahre alt sind. <b>Wendi<\/b> und <b>Tomboi<\/b> aus <b>Yattas<\/b> Gruppe blieben eines Tages lieber bei den J\u00fcngeren als mit den gleichaltrigen Herdenmitgliedern auf Wanderung zu gehen.  <\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass die Ithumba-Waisen diesen Monat fast t\u00e4glich Kontakt zu wilden Elefanten hatten. Haupts\u00e4chlich waren es Bullen, die abends an den Stallungen auftauchten um zu saufen und geduldig auf <b>Yattas<\/b> Gruppe warteten bis diese das Kopra aus ihren fr\u00fcheren St\u00e4llen gefressen hatten. Danach zogen sie alle gemeinsam in die Nacht.  <\/p>\n<ul>\n<li>am 3. wurde <b>Yatta<\/b> von 4 Bullen begleitet.  <\/li>\n<li>am 8. brachte der wilde Bulle <b>Ol Malo<\/b> zur\u00fcck, und abends gesellten sich 3 wilde Bullen beim n\u00e4chtlichen Aufbruch zu <b>Yattas<\/b> Gruppe.  <\/li>\n<li>am 9. wurde <b>Yatta<\/b> von 2 wilden Elefanten begleitet und verteidigt als sie auf dem Weg zur Tr\u00e4nke von den Keepern bemerkt wurden.  <\/li>\n<li>am 10. kam ein wilder Elefant bereits am Morgen und begleitete die J\u00fcngsten (und ihre Keeper) in Richtung Kanziku, wo er sich schlie\u00dflich von der Gruppe absetzte. Am gleichen Abend tauchten zuerst 3, sp\u00e4ter dann nochmal 7 andere wilde Bullen an den Stallungen auf, so dass die \u00e4lteren Waisen schlie\u00dflich von 10 Bullen auf ihre Nachtwanderung begleitet wurden.  <\/li>\n<li>am 12. warteten 4 wilde Bullen vor den St\u00e4llen um <b>Yattas<\/b> Gruppe auf ihrem abendlichen Streifzug zu begleiten.  <\/li>\n<li>am 13. kehrte <b>Yatta<\/b> mit 2 wilden Bullen im Schlepptau zur\u00fcck und gegen 20 Uhr kamen 12 weitere hinzu, tranken im Stallgel\u00e4nde und folgten schlie\u00dflich <b>Yattas<\/b> F\u00e4hrte.  <\/li>\n<li>am 19. kamen 2 wilde Bullen zum Saufen. Am Abend des gleichen Tages tauchte der von uns \u201eRafiki\u201c genannte wilde Bullen mit \u201evielen\u201c Freunden auf um <b>Yatta<\/b> nach drau\u00dfen zu begleiten.  <\/li>\n<li>am Morgen des 21. wurden 2 wilde Bullen an der Stalltr\u00e4nke gesehen.  <\/li>\n<li>am 24. kamen \u201eRafiki\u201c und seine Kumpanen gegen 17 Uhr und hielten sich mehrere Stunden auf dem Stallgel\u00e4nde auf. Die Freunde begleiteten sp\u00e4ter <b>Yattas<\/b> Gruppe, w\u00e4hrend Rafiki zur\u00fcckblieb und die J\u00fcngsten in den St\u00e4llen begr\u00fc\u00dfte.  <\/li>\n<li>am 28. wurde <b>Yattas<\/b> Gruppe von 4 wilden Bullen begleitet.  <\/li>\n<li>am 30. warteten 2 Bullen an der Tr\u00e4nke darauf, das die Keeper das Tor entriegelten. Die Tr\u00e4nke ist in der Nacht offenbar von anderen geleert worden. Diese beiden Bullen begleiteten die J\u00fcngeren und ihre Keeper nach Kanziku (die Stelle, wo sich die jungen und \u00e4lteren Waisen oft treffen) und gingen dann wieder ihre eigenen Wege. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist interessant, dass die J\u00fcngeren inzwischen keine Angst mehr haben sich unter die wilden Bullen zu mischen, die regelm\u00e4\u00dfig an den Stallungen vorbeischauen. Zusammengefasst: Die meisten Tage dieses Monats haben die Waisen gemeinsam mit wilden Artgenossen verbracht. Es gab Tage, da waren die wilden Elefanten schon fr\u00fch morgens a der Stalltr\u00e4nke, sogar als die Waisen ihre Milch bekamen. Oder sie warten darauf, dass das Tor aufgeschlossen wird, weil die Tr\u00e4nke in der Nacht ausgesoffen wurde. Regelm\u00e4\u00dfig begleiteten sie die Waisen und ihre Keeper in den Bush in Richtung Kanziku, wo <b>Yatta<\/b> fr\u00fcher oder sp\u00e4ter hinzustie\u00df.  <\/p>\n<p>Die Tatsache, dass die wilden Elefanten aus Nord-Tsavo unsere Waisen nun seit 6 Jahren nachts beobachtet haben, bis sie schlie\u00dflich Vertrauen gefasst haben und nunmehr in Scharen \u201ezu Besuch\u201c kommen, macht uns sehr gl\u00fccklich. Besonders, da wir wissen wie schwer es f\u00fcr <b>Yatta<\/b> als Leitkuh gewesen sein muss, die unsichtbare Schranke aus Misstrauen zu durchbrechen, die die Waisen von ihren wilden Artgenossen trennte, weil diese schlichtweg Angst vor den Menschen hatten. <b>Yatta<\/b> musste ihre Elefantenfamilie den Keepern und Nachwuchs-Leitk\u00fchen anvertrauen um sich auf den Weg zu machen und fernab von den Menschen den Kontakt zur wilden Elefantengemeinschaft zu kn\u00fcpfen und sie davon zu \u00fcberzeugen, dass nicht alle Menschen b\u00f6se sind! Wie schon so oft betont, lehren uns die Waisen so viel \u00fcber ihre Art und ihre wilden Ebenbilder, \u00fcber ihr Pflichtgef\u00fchl und ihr f\u00fcrsorgliches Wesen, \u00fcber ihre hochentwickelte Kommunikation, ihre feste Familienbande und all die anderen (auch menschlichen) Charaktereigenschaften. \u00dcberdies haben wir durch sie gelernt, wie man Elefanten aus Handaufzucht durch Menschen wieder in die Wildnis eingliedern kann.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-oktober\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe Der Monat Oktober 2008 wird der Menschheit wohl lange in Erinnerung bleiben &#8211; in unserem Fall nicht so sehr wegen der weltweiten Finanzkrise, sondern weil wir innerhalb nur eines Monats den Tod von 3 Elefantenbabies in der Nursery und 4 weiteren Waisen, die direkt nach Voi gebracht wurden, zu beklagen hatten. &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-oktober\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eNewsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Oktober\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-411","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=411"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/411\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":412,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/411\/revisions\/412"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=411"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=411"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}