{"id":4255,"date":"2014-01-30T07:06:34","date_gmt":"2014-01-30T06:06:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=4255"},"modified":"2014-01-30T07:06:34","modified_gmt":"2014-01-30T06:06:34","slug":"die-geschichte-von-shujaa-und-mshindi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-geschichte-von-shujaa-und-mshindi\/","title":{"rendered":"Die Geschichte von Shujaa und Mshindi"},"content":{"rendered":"<p>Das die traurige Geschichte von Shujaa und Mshindi, zwei Elefantenbabys, die den Zahnungprozess in unserem Waisenhaus leider nicht \u00fcberlebt haben.<\/p>\n<p>Am 25. September wurde die missliche Lage eines einsamen Babyelefanten in der N\u00e4he der Stra\u00dfe nach Mackinnon hinter dem Buchuma-Tor des Tsavo-East Nationalparks von einem Wildh\u00fcter an den David Sheldrick Wildlife Trust gemeldet. Das Kalb lief augenscheinlich die Mombasa-Autobahn entlang und suchte &#8212; zur gro\u00dfen \u00dcberraschung der erschrockenen LKW-Fahrer &#8212; Schutz im Schatten von riesigen Trucks, die an Stra\u00dfenrand parkten. Dieses winzige Kalb war zu jung um Furcht zu kennen und ging mutig zwischen den Fahrzeugen, den neugierigen Zuschauern und den Geb\u00e4uden umher und suchte verzweifelt nach irgendetwas, das sich wie Mama anf\u00fchlte. Gl\u00fccklicherweise wollten ihm die Menschen, auf die es traf, nichts B\u00f6ses.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4305\" alt=\"Shujaa\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2013\/10\/Shujaa.jpg\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2013\/10\/Shujaa.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2013\/10\/Shujaa-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2013\/10\/Shujaa-500x333.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><!--more--><\/p>\n<p><center><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/PhASOciYoyM\" height=\"315\" width=\"420\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/center><br \/>\nUnser Rettungsteam machte sich von der Auswilderungsstation in Voi auf den anderthalbst\u00fcndigen Weg dorthin, wo das Kalb gesehen wurde und kam gegen 18:30 Uhr an. Dort fanden sie den kleinen Elefantenjungen, erst wenige Wochen alt, aber in erstaunlich guter Verfassung. Er war inzwischen vom KWS zum Buchuma-Tor gebracht worden, wo er in Sicherheit war, denn mit Einbruch der Dunkelheit war er sehr gef\u00e4hrdet auf der Stra\u00dfe. Er verfolgte alles und jeden. Das pr\u00e4chtige und perfekte kleine Elefantenbaby war noch immer pink hinter den Ohren und es wurde vorsichtig eingewickelt und auf die Autofahrt zu den Stallungen vorbereitet, nachdem es Milch und Rehydrierungssalze bekommen hatte. Das Schicksal seiner Mutter konnten wir nicht herausfinden, doch wir vermuten, dass sie ein Opfer des Mensch-Wildtier-Konflikts ist, da die Tsavo-Elefanten oft in das benachbarte Farmland neben dem riesigen Tsavo-Nationalpark gehen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb und seine Retter\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1024201393032-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb wird auf die Fahrt vorbereitet\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013915-pic6.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb im Fahrzeug\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013927-pic5.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb bekommt Milch im Gehege\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013845-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Sie fuhren noch in der Nacht zur Auswilderungsstation in Voi zur\u00fcck. Nach der Ankunft verbrachte er die Nacht in dem Z\u00e4hmungsgehege abgetrennt von den \u00e4lteren Voi-Waisen, die das kleine Baby mit \u00fcberschw\u00e4nglichen Begr\u00fc\u00dfungen \u00fcberfordert h\u00e4tten. Er konnte aber die anderen Elefanten sp\u00fcren und Mudanda und Mbirikani waren seine direkten Nachbarinnen. Eine Decke wurde aufgeh\u00e4ngt, damit er sich f\u00fchlt, als sei seine Mutter da und ein Keeper der Voi-Einheit verbrachte die Nacht mit ihm im Gehege.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Im Gehege\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013930-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb Shujaa\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013927-pic6.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb kratzt sich\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013915-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"F\u00fctterungszeit\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013845-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb kuschelt mit der Decke\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013930-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Am n\u00e4chsten Morgen organisierte Angela ein Rettungsflugzeug und ein Rettungsteam aus Nairobi machte sich auf den Weg zu den Voi-Stallungen in Tsavo-East, damit das Baby sicher zum DSWT-Waisenhaus im Nairobi Nationalpark gebracht werden konnte. Dann bekamen wir unglaubliche Neuigkeiten, noch w\u00e4hrend das Flugzeug in der Luft war: Ein zweites zu rettendes Kalb! Dieses Baby war im Schlamm der undichten Mzima-Wasserpipeline direkt auf H\u00f6he der Voi-Safari-Lodge stecken geblieben. Erneut wurden unsere Voi-Keeper gerufen, um das Baby zu retten. In der N\u00e4he waren keine wilden Elefanten zu sehen, sodass es leider keine Chance gab, das Baby zu seiner Mutter zur\u00fcckzubringen. Das Baby war v\u00f6llig ersch\u00f6pft, denn es hatte schon die ganze Nacht versucht, sich aus dem Schlamm zu befreien. Gl\u00fccklicherweise kamen auch keine Raubtiere an ihn heran, da die Erde sehr matschig und rutschig war.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Milch und Fl\u00fcssigkeit f\u00fcr den Waisen\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013845-pic4.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Abfahrt aus Voi\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013915-pic4.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Beide K\u00e4lber blieben in den Voi-Gehegen, bis das Flugzeug ankam. Die Keeper aus Nairobi waren sehr \u00fcberrascht, als sie h\u00f6rten, dass nicht ein winziges Babyelefantenkalb mit ihnen zusammen nach Nairobi zur\u00fcckfliegen w\u00fcrde, sondern zwei! Gl\u00fccklicherweise waren beide winzig genug, dass sie zusammen in ein Flugzeug passten. Das Rettungsteam fuhr zuerst zu den Stallungen um die Babys zu treffen und sie auf den Flug vorzubereiten. Jedes Baby bekam seine eigenen Matratze. Am Flugfeld wurden sie dann vorsichtig Kopf an Kopf in die Cessna gelegt. Die Keeper stellten sicher, dass sie beide w\u00e4hrend des Fluges an eine Infusion gelegt wurden, damit sie nicht noch weiter dehydrierten. Nachdem sie in Erwartung eines Miniaturelefanten losgeflogen waren und nun mit zwei von der Sorte konfrontiert wurden, hatten sie alle H\u00e4nde voll zu tun.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Die Retter stehen im Schatten\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013852-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Shujaa im Fahrzeug\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013915-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Die zwei Babys im Fahrzeug\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013845-pic6.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb neben dem Flugzeug\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013915-pic5.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Kurz vor Abflug\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013845-pic5.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>W\u00e4hrend des Fluges wachten die Keeper mit wachsamen Augen \u00fcber die beiden und versuchten, es ihnen w\u00e4hrend des 80-min\u00fctigen Fluges so bequem wie m\u00f6glich zu machen. Als sie am Wilson-Flughafen in Nairobi ankamen, verursachten die zwei Minielefanten eine ganz sch\u00f6ne Aufregung &#8212; zuerst bei den Mitarbeitern des Flughafens, doch sp\u00e4ter sprach sich die Besonderheit soweit herum, dass die Leute von allen Seiten angelaufen kamen und aus allen B\u00fcrofenstern schauten um diese zwei winzigen Babyelefanten zu sehen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Die Babys im Flugzeug\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/102420138520-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Zwei R\u00fcssel tr\u00f6sten sich gegenseitig\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013852-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"W\u00e4hrend des Flugs\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013852-pic4.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Die Waisen wurden vorsichtig auf die Ladefl\u00e4che des Pickups gelegt und sicher zum Waisenhaus gebracht. Dabei zogen sie noch immer die Aufmerksamkeit von s\u00e4mtlichen Stra\u00dfenh\u00e4ndlern und Fu\u00dfg\u00e4ngern auf dem Weg auf sich, da es auf Nairobis Stra\u00dfen durch noch immer andauernden Stra\u00dfenbau nur sehr langsam vorw\u00e4rts geht. Sie fuhren durch den Haupteingang zum Nairobi-Nationalpark und von dort direkt zum Waisenhaus. Nachdem sie ausgeladen waren, wurden die beiden in verschiedene, aber benachbarte St\u00e4lle gebracht, bevor sie erneut gef\u00fcttert wurden. Trostspendende Decken wurden aufgeh\u00e4ngt, an die sie ihre kleinen R\u00fcssel lehnen konnten und die sich dabei wie der K\u00f6rper ihrer Mamas anf\u00fchlten. Dadurch beruhigten sich die beiden und fra\u00dfen gut. Es dauerte nicht lange, bis sie es sich beide auf dem weichen Heu gem\u00fctlich gemacht hatten und mit dem Kopf auf einer weichen Matratze in einen langem Schlaf geglitten waren. Sie waren beide sehr ersch\u00f6pft von ihrem jeweiligen Leidensweg.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"In den Pickup geladen\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013852-pic5.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Shujaa in seinem Stall\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1024201391557-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Im Stall\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013852-pic6.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>W\u00e4hrend der Zeit der Totenwache f\u00fcr die Opfer des Anschlags auf das Westgate Shopping-Center war in Kenia noch jeder geschockt von den Ereignissen und die Elefantenkeeper des Trust wollten diesen beiden Elefanten Namen geben, die ganz besondere Bedeutung f\u00fcr Kenianer haben. Das kleine Baby von der Autobahn wurde Shujaa genannt &#8212; Suaheli f\u00fcr &#8222;Held&#8220; &#8212; w\u00e4hrend das Schlammopfer den Namen Mshindi &#8212; Suaheli f\u00fcr &#8222;Gewinner&#8220; &#8212; bekam. Beide Babys haben auf tragische Weise ihre Familie verloren, aber haben sofort eine neue Familie hier in Nairobi gefunden, bestehend sowohl aus Zwei- als auch aus Vierbeinern. Alle waren froh, nicht l\u00e4nger ununterbrochen \u00fcber den Horror nachdenken zu m\u00fcssen, der wenige Tage zuvor passiert war. Nun mussten wir uns darauf konzentrieren, diese beiden wertvollen Lebewesen zu retten und damit etwas zu tun, was diese verr\u00fcckte Welt wieder ein wenig besser machte und Sinn ergab.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Die Babys gehen hinaus\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1024201384549-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Shujaa und Mshindi\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/1024201392223-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Shujaa\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013927-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Es dauerte nicht lange, bevor sie die kleine Kamok trafen, die das j\u00fcngste Baby des Waisenhauses ist und in den ersten Stunden v\u00f6llig uninteressiert an den Neulingen war. Shujaa ist ein kleiner Junge, der ebenfalls erst einige Wochen alt ist, liebt Kamok und seine anderen kleinen Freunde, seine Keeper und seine Kuscheldecke und ist gl\u00fccklich, wenn er in der roten Erde herumtoben kann. Da Shujaa zu jung ist, als dass er sich wirklich an seine Elefantenfamilie erinnern k\u00f6nnte, hat er sich nahtlos in sein neues Leben eingef\u00fcgt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Shujaa staubbadet\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/10242013923-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Leider haben beide Elefanten den Kampf um ihr Leben w\u00e4hrend des gef\u00e4hrlichen Zahnungsprozesses verloren. Shujaa starb am 7. November, Mshindi ging am 13. November von uns. Wir haben Blutproben genommen und beide litten an Leberversagen. Wir alle waren zutiefst betr\u00fcbt \u00fcber den Verlust dieser beiden wundervollen Elefantenbabys.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-geschichte-von-shujaa-und-mshindi\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das die traurige Geschichte von Shujaa und Mshindi, zwei Elefantenbabys, die den Zahnungprozess in unserem Waisenhaus leider nicht \u00fcberlebt haben. Am 25. September wurde die missliche Lage eines einsamen Babyelefanten in der N\u00e4he der Stra\u00dfe nach Mackinnon hinter dem Buchuma-Tor des Tsavo-East Nationalparks von einem Wildh\u00fcter an den David Sheldrick Wildlife Trust gemeldet. 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