{"id":439,"date":"2008-12-18T18:14:56","date_gmt":"2008-12-18T17:14:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=439"},"modified":"2008-12-18T18:14:56","modified_gmt":"2008-12-18T17:14:56","slug":"newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-november","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-november\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im November"},"content":{"rendered":"<\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: November 2008<\/b> <\/p>\n<p>Anders als der Oktober, verlief der November gl\u00fccklicherweise sehr ruhig und gesund f\u00fcr die verbliebenen 13 Elefantenwaisen, obwohl <b>Suguta<\/b> und <b>Kimana<\/b> uns noch einige Tage Sorgen machten, weil sie sich nicht richtig wohl zu f\u00fchlen schienen. Ein paar Tage Septrin (eine Antibiotika-Kombination) und Silber in der Milch brachten zum Gl\u00fcck wieder alles in Ordnung, was ihnen Unbehagen bereitet hatte. Bei <b>Suguta<\/b> kennen wir den Grund inzwischen: sie bekommt ihre Backenz\u00e4hne. Was <b>Kimana<\/b> fehlte, konnten wir uns nicht erkl\u00e4ren, bis wir auf einmal kleine Sto\u00dfz\u00e4hne entdeckten! Und das, obwohl er erst ein paar Monate alt ist! Das hat uns wirklich \u00fcberrascht, denn normalerweise brechen die Sto\u00dfz\u00e4hne erst durch, wenn ein Kalb um die 2 Jahre alt ist &#8211; aber nicht 2 Monate! Wie schon oft gesagt, so h\u00e4lt die Handaufzucht von Elefanten immer wieder \u00dcberraschungen bereit!<\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Dieser Monat war haupts\u00e4chlich gepr\u00e4gt vom Schlie\u00dfen und Besiegeln neuer Freundschaften. <b>Kenia<\/b> hat sich nun definitiv <b>Ndii<\/b> auserw\u00e4hlt, w\u00e4hrend <b>Mzima<\/b> und <b>Shimba<\/b> beste Freunde sind und sich ein Nachtlager teilen. Oft grasen sie zusammen ein wenig abseits der Gruppe. <b>Dida<\/b> verg\u00f6ttert immer noch Klein <b>Kimana<\/b> und h\u00e4lt sich gegen\u00fcber <b>Lesanju<\/b>, <b>Lempaute<\/b> und <b>Sinya<\/b> eher zur\u00fcck. <b>Taveta<\/b> hat unterdessen auf den Mobbing-Modus umgeschaltet. Das ist nicht ungew\u00f6hnlich f\u00fcr Waisen, die dem Hungertod nahe waren und eher ein \u00dcberlebensinstinkt. <b>Taveta<\/b> ist unglaublich gierig nach seinen Milchmahlzeiten (alle 3 Stunden) und st\u00f6\u00dft die anderen Elefanten beiseite, weil er wohl Angst um seinen Anteil hat. Er raunzt die Keeper an und schubst sie, wenn er seine 3 gro\u00dfen Flaschen ausgetrunken hat. Nur die Zeit und die Freundschaft der anderen wird dieses Verhalten wohl \u00e4ndern! <b>Suguta<\/b> weicht ihren Keepern nicht von der Seite, bewacht sie eifers\u00fcchtig und wird b\u00f6se, wenn sie den anderen zu viel Aufmerksamkeit schenken. Sobald ihre Artgenossen den Keepern zu nahe kommen, st\u00f6\u00dft sie sie weg. Sie ist unser kleines Wunder, kam damals bewusstlos bei uns an und hing danach 24 Stunden am Tropf, bevor sie wieder zu sich kam. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sie die erste Nacht \u00fcberlebt, geschweige denn, dass sie wieder richtig gesund wird! Sie war damals nur ein paar Wochen alt und hat wahrscheinlich jede Erinnerung an ihre Mutter und ihre Familie verloren. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/12\/suguta.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"164\" alt=\"Suguta\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/12\/suguta-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p><b>Wasessa<\/b> hat sich inzwischen ein bisschen an die Keeper gew\u00f6hnt. Sie war Menschen, auch den Keepern, gegen\u00fcber bisher \u00e4u\u00dferst skeptisch. Zum ersten Mal hat sie ihnen diesen Monat gestattet, ihren R\u00fcssel zu streicheln und sie \u00fcberhaupt anzufassen. Das w\u00e4re fr\u00fcher nie passiert! Die Decke lehnt sie aber weiterhin ab, doch wenigstens hat sie sich damit arrangiert, dass die anderen zum Schutz gegen die K\u00e4lte eingeh\u00fcllt sind. <\/p>\n<p><b>Kenia<\/b> scheint eine neue Mini-Leitkuh zu werden. Sie ist sehr verantwortungsbewusst und besorgt um alle Mitglieder der kleinen Nursery-Gruppe. Siewartet auf Nachz\u00fcgler und eilt <b>Ndii<\/b> zu Hilfe, wann immer diese stolpert oder von anderen geschubst wird. <b>Ndii<\/b> unterh\u00e4lt die Besucher beim t\u00e4glichen Schlammbad gerne mit ihren Sp\u00e4\u00dfchen. Sie ist immer die Erste in der Suhle und genie\u00dft die Aufmerksamkeit in vollen Z\u00fcgen, wenn sie an der Absperrung auf und ab l\u00e4uft, so dass die Besucher sie anfassen k\u00f6nnen. <b>Suguta<\/b> beginnt es ihr nachzumachen, und <b>Dida<\/b> zeigt ihr Talent beim Umgang mit dem Fu\u00dfball. Sie kickt ihn entlang des Absperrseils, und wie <b>Lempaute<\/b> \u00fcbertritt sie das Seil um die Zuschauer zu erschrecken. Das f\u00fchrt jedes Mal wieder zu Aufregung. <b>Siria<\/b> ist ein ruhiger und zufriedener kleiner Elefant, ein bisschen einzelg\u00e4ngerisch, aber immer h\u00f6flich und einfach gl\u00fccklich ein Teil der Gruppe zu sein. Er hat keinen speziellen besten Freund. <b>Lesanju<\/b> ist und bleibt die Hauptleitkuh, aber sie ist nicht zu dominant und l\u00e4sst <b>Lempaute<\/b> und <b>Sinya<\/b> auch gern einmal das Zepter \u00fcbernehmen.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/12\/dida.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"164\" alt=\"Dida\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/12\/dida-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Am Monatsanfang hatten wir einige gute Regenf\u00e4lle, die ein wenig Gr\u00fcn brachten. Doch die zweite Monatsh\u00e4lfte blieb trocken. Normalerweise dauern die Oktober-November-Regenf\u00e4lle bis Dezember und manchmal auch Januar an &#8211; leider nicht in diesem Jahr, und in Anbetracht der Prognosen zur Erderw\u00e4rmung ist das ein eher beunruhigender Trend. So soll Afrika in der Zukunft noch trockener werden. Das verhei\u00dft nichts Gutes &#8211; weder f\u00fcr die Menschen noch f\u00fcr die Tiere.  <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Ithumba-Gruppe: November&nbsp; 2008<\/b> <\/p>\n<p>In der ersten Woche des Monats verbrachten <b>Yatta<\/b> und die \u00e4lteren Waisen jeden Tag mit den J\u00fcngeren. Entweder sie warteten morgens an den Nachtquartieren, um sie abzuholen oder trafen sie sp\u00e4ter im Busch oder beim Schlammbad, um sie abends wieder an den Stallungen abzuliefern, bevor sie in die Nacht zogen. Jedes Treffen ist aufregend und mit jeder Menge enthusiastischem Kollern, Trompeten und R\u00fcsselumarmungen verbunden. Die \u00e4lteren Mitglieder aus <b>Yattas<\/b> Gruppe legen z\u00e4rtlich ihre R\u00fcssel auf die R\u00fccken der J\u00fcngeren &#8211; ein Ausdruck innigster Zuneigung unter Elefanten. Auch die j\u00fcngeren Elefanten begr\u00fc\u00dfen sich jeden Morgen \u00fcberschw\u00e4nglich, obwohl sie doch st\u00e4ndig zusammen sind! Elefanten zeigen ihre Zuneigung untereinander einfach gern.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/12\/yatta.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"164\" alt=\"yatta\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/12\/yatta-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Seit dem Anbruch der Regenzeit Anfang November, ist es \u00fcberall gr\u00fcner geworden. Die Wasserl\u00f6cher haben sich mit Regenwasser gef\u00fcllt und es gibt \u00fcberall Wasser und Gr\u00fcnfutter in H\u00fclle und F\u00fclle. In diesen Wochen sind die wilden Elefanten befreit von den Fesseln der Trockenzeit, in der sie auf der Suche nach Wasser viel weitere Strecken zur\u00fccklegen m\u00fcssen, wenn sie ihre Artgenossen um sich haben wollen. Daher sah man diesen Monat keine wilden Besucher an den Stallungen &#8211; au\u00dfer einen halbw\u00fcchsigen Bullen, der am 6. fr\u00fch morgens zum Saufen an die Tr\u00e4nke kam und danach die J\u00fcngsten begr\u00fc\u00dfte. <b>Yatta<\/b> und ihre Gruppe waren an diesem Tag nicht in der N\u00e4he. <b>Kora<\/b>, <b>Challa<\/b>, <b>Ndomot<\/b> und <b>Rapsu<\/b> sausten auf ihn zu um ihn zu begr\u00fc\u00dfen. Nach einem lauten Kollern von ihm, \u00fcberlegten es sich <b>Challa<\/b> und <b>Kora<\/b> jedoch kurzfristig noch einmal! Trotzdem, der wilde Besucher war freundlich, wenngleich auch ein wenig verunsichert wegen der Anwesenheit der Keeper. Die hielten sich abseits um diese besondere Situation nicht kaputt zu machen. Alle Elefanten machten sich schlie\u00dflich auf den Weg und lie\u00dfen die Keeper weit zur\u00fcck. Unterwegs hielten sie zum Suhlen in den Schlamml\u00f6chern neben der Stra\u00dfe an, w\u00e4hrend die Keeper das Ganze aus der Ferne beobachteten. Als der wilde Bulle wieder seinen eigenen Weg ging, gesellten sich die Keeper zur\u00fcck zur Herde, und bei ihrer R\u00fcckkehr zu den Stallungen am Abend wartete <b>Yatta<\/b> mit ihrem Trupp bereits auf die J\u00fcngsten um ihnen Hallo zu sagen. <\/p>\n<p>Am 10. nach dem Spielen mit den J\u00fcngeren entschied sich <b>Challa<\/b> (inzwischen im 5. Lebensjahr) mit \u201eden Gro\u00dfen\u201c mitzugehen. <b>Yattas<\/b> Gruppe blieb daraufhin den ganzen folgenden Tag verschwunden. Als sich die beiden Gruppen am 12. im Busch wieder fanden, blieb <b>Challa<\/b> lieber bei den J\u00fcngeren und entschied sich gegen \u201eeine Bef\u00f6rderung\u201c! <\/p>\n<p>Als sich die trockene Savanne w\u00e4hrend des Monats in einen Garten Eden verwandelte, begannen <b>Yatta<\/b> und die \u00e4lteren Elefanten mehr Zeit mit wilden Artgenossen weg vom Rest der Herde zu verbringen. Insgesamt gab es diesen Monat 13 Tage, die <b>Yatta<\/b> und ihre Gruppe nicht mit den J\u00fcngsten verbrachten. In der Regel waren sie 2 Tage lang verschwunden und belohnten die Kleinen anschlie\u00dfend mit einem ganzen Tag Aufmerksamkeit. Vom 19.-23. blieben sie f\u00fcr 4 ganze Tage verschwunden, und dieses Mal wurden sie von <b>Sunyei<\/b> angef\u00fchrt. Als sie dann ganz fr\u00fch am Morgen des 23. am Tor zu den Stallungen warten, gab es nat\u00fcrlich eine besonders freudige Begr\u00fc\u00dfung. <b>Sunyei<\/b> freute sich wahnsinnig die J\u00fcngeren wieder zu sehen, und so war es auch umgekehrt, denn <b>Sunyei<\/b> (zusammen mit <b>Galana<\/b>) war immer eine der f\u00fchrenden Junior-Leitk\u00fche, die f\u00fcr die J\u00fcngeren verantwortlich war, wenn <b>Yatta<\/b> und die anderen \u00c4lteren sich absetzten. <b>Galana<\/b> hatte in diesem Monat eine gewichtigere Rolle als Leitkuh, denn sie entschied wohin sie die J\u00fcngeren f\u00fchren sollte, wenn <b>Yatta<\/b> nicht da war. Meistens wird sie von <b>Sunyei<\/b> unterst\u00fctzt, w\u00e4hrend <b>Kamboyo<\/b> (der Takthalter) derjenige ist, der entscheidet, wann es Zeit ist den Heimweg anzutreten. <\/p>\n<p>Als <b>Yatta<\/b> die J\u00fcngeren am 17. hinausbegleitete, lie\u00dfen sich <b>Kenze<\/b>, <b>Lenana<\/b>, <b>Makena<\/b>, <b>Chyulu<\/b> und <b>Loijuk<\/b> vom Spielen im Schlamm ablenken. <b>Yatta<\/b> kehrte um, raunzte ihnen zu und dr\u00e4ngte sie in Richtung Ende der Gruppe. Auf dieses Kommando hin hielten sie sofort mit ihrem Spiel inne und folgten dem Tadel von <b>Yatta<\/b> &#8211; eine weiteres Beispiel f\u00fcr intensive Kommunikation unter den Elefanten.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/12\/makena-mulata-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"164\" alt=\"makena_mulata (1)\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2008\/12\/makena-mulata-1-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Es gab in diesem Monat nur noch ein anderes Zusammentreffen mit wilden Artgenossen, und zwar, als <b>Yattas<\/b> Gruppe in Begleitung einer gro\u00dfen wilden Kuh zu den J\u00fcngeren in den Busch zur\u00fcckkehrte. Leider ergriff sie die Flucht als sie die Keeper erblickte. Doch f\u00fcr die war es Beweis genug, dass sich die \u00e4lteren ihrer Sch\u00fctzlinge regelm\u00e4\u00dfig mit wilden Herden verbr\u00fcdern, auch wenn sich momentan keine Schlangen von wilden Elefanten an der Stalltr\u00e4nke bilden und anschlie\u00dfend die J\u00fcngeren beschnuppern.  <\/p>\n<p>Das normalerweise eher eint\u00f6nige Schlammbad hat sich in ein riesiges nat\u00fcrliches Wasserloch verwandelt, so dass die Waisen um die Wette von einer Seite zur anderen schwimmen und ausgelassen im Wasser toben k\u00f6nnen. <b>Orok<\/b> wollte darauf hin unbedingt sein K\u00f6nnen zeigen, denn er hat als wildes Baby in Amboseli schon die S\u00fcmpfe mit seiner Familie durchstreift und Wasserpflanzen gefressen. Er hat sich sogar einmal von seiner Ersatzmutter <b>Nasalot<\/b> losgel\u00f6st um vor den anderen anzugeben. <b>Nasalot<\/b> kam an diesem Tag sp\u00e4ter, weil sie offenbar mit <b>Yattas<\/b> Gruppe unterwegs war. <\/p>\n<p><b>Tomboi<\/b> kam am 18. in <b>Yattas<\/b> Gruppe zur\u00fcck und humpelte heftig, weil er zuvor auf einen scharfen Gegenstand getreten war. So blieb er einen oder zwei Tage bei den Kleinen bis sein Bein zu schmerzen aufh\u00f6rte. W\u00e4hrend er sich erholte, leistete ihm <b>Kora<\/b> &#8211; einer seiner besten Freunde &#8211; Gesellschaft und schien an seinem Ungl\u00fcck aufrichtig teilzunehmen. Nach etwa einer Woche war <b>Tombois<\/b> Verletzung verheilt, und er schloss sich wieder den \u00c4lteren an. <\/p>\n<p>Alles in allem war es ein sehr gl\u00fccklicher Monat f\u00fcr die Ithumba-Gruppe. Sie verbrachten die meiste Zeit mit Spiel und Spa\u00df und hatten jederzeit Gr\u00fcnfutter und Wasser zur Verf\u00fcgung. Der einzige Nachteil der Regenzeit sind die vielen Bremsen und Tsetsefliegen, die sowohl den Elefanten als auch ihren Keeper zeitweise ziemlich zusetzen. Trotz allem ist die Regenzeit die Festtagszeit f\u00fcr alle Tiere, und auch die Zeit, in der sich Tsavos trockenes Dickicht in den Inbegriff des tropischen Urwalds verwandelt. Blumen und bl\u00fchende B\u00fcsche soweit das Auge reicht, und sogar das f\u00fcr gew\u00f6hnlich graubraune Schlammbad der Elefantenwaisen ist mit blauen Seerosen \u00fcbers\u00e4t. Diese Transformation ist absolut fesselnd und einfach zu sch\u00f6n um wahr zu sein. Man kann das wiedererweckte Leben sp\u00fcren, denn \u00fcberall sieht man V\u00f6gel gesch\u00e4ftig ihre Nester bauen, die Bienen arbeiten unerm\u00fcdlich und tausende Insekten schillern in allen Farben und nehmen ihren Platz im Kreislauf des Lebens ein.  <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Voi-Gruppe: November 2008<\/b> <\/p>\n<p>Mit den ersten Regentropfen im s\u00fcdlichen Teil des Tsavo East Nationalparks endete endlich die lange und sehr harte Trockenperiode, die zus\u00e4tzlich noch von Buschbr\u00e4nden angeheizt wurde. Ein Gro\u00dfteil der noch \u00fcbriggebliebenen Vegetation in den Irima- und Ndara-Ebenen und um die Voi-Stockades wurde vernichtet. Alle Elefanten, unsere Waisen inbegriffen, mussten sich daraufhin andere Fresspl\u00e4tze suchen, die nat\u00fcrlich viel weiter weg lagen. Der Regen brachte auch einige Mitglieder aus <b>Emilys<\/b> Gruppe zur\u00fcck: nach langer Zeit besuchten <b>Tsavo<\/b>, <b>Mweya<\/b>, <b>Sweet<\/b> <b>Sally<\/b> und <b>Morani<\/b> wieder einmal ihre alten Stallungen. Auch <b>Edie<\/b> und <b>Lissa<\/b> mit einem Teil ihrer Familie kehrten zur\u00fcck. <b>Sweet<\/b> <b>Sally<\/b>, <b>Tsavo<\/b> und <b>Morani<\/b> wurden sp\u00e4ter nochmals in der N\u00e4he der Voi Safari-Lodge gesichtet, diesmal mit <b>Aitong<\/b>. Sp\u00e4ter sah man auch <b>Mweya<\/b>, die heftig humpelte. Ihr linkes Hinterbein war angeschwollen und offenbar sehr schmerzhaft. Die Keeper f\u00fchrten sie zur\u00fcck zu den Stallungen, wo sie von Dr. David Ndeereh aus unserer mobilen tier\u00e4rztlichen Einheit untersucht und behandelt wurde. Daraufhin blieb sie in der N\u00e4he und kam selbstst\u00e4ndig jeden Tag f\u00fcr eine Wundbehandlung. Offenbar hatte sie sich einen Stock eingetreten. Doch die Wunde verheilte vollst\u00e4ndig, und so konnte sie schlie\u00dflich zu den anderen ihrer \u201eWaisenfamilie\u201c in die Savanne zur\u00fcckkehren. Es ist in der Tat sehr ergreifend, dass sie sich von den Keepern und vom Tierarzt ohne Beruhigungsspritze helfen lie\u00df und zeugt von ihrem uneingeschr\u00e4nkten Vertrauen in ihre menschliche Familie. Es ist beruhigend zu wissen, dass die verwaisten Dickh\u00e4uter immer noch wissen, wohin sie sich wenden m\u00fcssen, wenn sie Hilfe brauchen.  <\/p>\n<p>Das renommierte Nachrichtenprogramm <i>60 minutes<\/i> aus den USA wird allabendlich von etwa 30 Millionen Zuschauer eingeschaltet. Unsere Waisen haben es vor 3 Jahren ins Programm geschafft, und jetzt, da alle Voi-Waisen unabh\u00e4ngig von ihren Keepern in der Wildnis mit ihren Artgenossen leben, haben sich die Organisatoren der Sendung entschieden, dass es an der Zeit sei \u00fcber diese Entwicklung zu berichten. Besonders <b>Emilys<\/b> Geschichte hat sie interessiert, denn sie ist die Leitkuh der Voi-Waisen und zudem der Star der ersten TV-Sendung. Das Fernsehteam verbrachte Ende des Monats mehrere Tage in Tsavo. Begleitet von Joseph Sauni und Keeper Julius, die beide alle Voi-Waisen mit blo\u00dfem Blick erkennen, haben sie den Busch nach <b>Emily<\/b> abgesucht. Dabei haben sie Elefantenwaise <b>Mpenzi<\/b> mit einem Neugeborenen gefunden! Wir haben uns wahnsinnig gefreut, und auch das Team nahm die Geschichte auf, denn <b>Mpenzi<\/b> verlor ihr Erstgeborenes vor 2 Jahren an ein Rudel L\u00f6wen als sie ohne den Schutz anderer Elefanten ihr Baby in der N\u00e4he der Voi Safari-Lodge zur Welt brachte. Nach dieser schlimmen Lektion war sie dieses Mal mit <b>Lissa<\/b> und deren dreik\u00f6pfigen Nachwuchs zusammen. Auch der 12-j\u00e4hrige <b>Uaso<\/b> und einige wilde Elefantenfreunde waren bei ihr und zeigten sich auch jetzt ausgesprochen besch\u00fctzerisch. <b>Mpenzi<\/b> war einst das \u201eKinderm\u00e4dchen\u201c von <b>Lissas<\/b> drei K\u00e4lbchen, die alle in der Wildnis geboren wurden. Diese Mal revanchierte sich <b>Lissa<\/b> und spielte wunderbar die Rolle der besch\u00fctzenden Amme. <b>Uaso<\/b> unterst\u00fctze sie mit allen Kr\u00e4ften. Er verbringt viel Zeit mit <b>Lissas<\/b> Gruppe als auch mit <b>Emilys<\/b> und\/ oder <b>Natumis<\/b> Gruppe. <i>60 minutes<\/i> erhaschte wundervolle Aufnahmen von <b>Mpenzis<\/b> Baby, das <b>Asante<\/b> (Kiswahili: dankesch\u00f6n) genannt wurde. Wir alle danken f\u00fcr dieses gl\u00fcckliche Ereignis in <b>Mpenzis<\/b> Leben &#8211; ein Waisenelefant, das mit einem Jahr gefunden und von den Voi-Waisen (damals unter <b>Eleanor<\/b>) in die Wildnis zur\u00fcckgefunden hat. <\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-november\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: November 2008 Anders als der Oktober, verlief der November gl\u00fccklicherweise sehr ruhig und gesund f\u00fcr die verbliebenen 13 Elefantenwaisen, obwohl Suguta und Kimana uns noch einige Tage Sorgen machten, weil sie sich nicht richtig wohl zu f\u00fchlen schienen. 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