{"id":4504,"date":"2014-01-17T17:33:13","date_gmt":"2014-01-17T16:33:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=4504"},"modified":"2014-01-17T17:33:13","modified_gmt":"2014-01-17T16:33:13","slug":"die-rettung-von-asanje","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-rettung-von-asanje\/","title":{"rendered":"Die Rettung von Asanje"},"content":{"rendered":"<p>Die ersten Meldungen \u00fcber ein verwaistes Elefantenbaby erhielten wir bereits f\u00fcnf Tage vor der eigentlichen Rettung von der Masai-Bev\u00f6lkerung in der N\u00e4he des Masai-Mara Naturschutzgebiets. Es wurde dort von den Hunden vertrieben. Sp\u00e4ter tauchte es auf der Gr\u00fcnfl\u00e4che des Cotters 1920er-Camp in der Masai-Mara auf, soff am Wasserloch des Camps und blieb schutzsuchend in der N\u00e4he.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><center><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/DAmNtjSOeDE\" height=\"315\" width=\"560\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/center>Wir wurden von Calvin Cotter am 8. Oktober angerufen, doch es war schon zu sp\u00e4ter Stunde, sodass wir an diesem Abend keine Rettungsaktion mehr beginnen konnten. Am folgenden Morgen, am 9. Oktober, rief der Camp-Manager erneut an und teilte uns mit, dass das Kalb noch immer vor Ort ist und dringend gerettet werden muss, da sich sein Zustand sichtlich verschlechterte. Es gab einen Hy\u00e4nenbau in der N\u00e4he und mit jedem weiteren Tag und jeder weiteren Nacht sanken ihre \u00dcberlebenschancen drastisch. Es wurden keine Elefantenherden in der N\u00e4he gesehen und Cotters Camp befindet sich nahe der Grenze nach Tansania. Das Schicksal ihrer Mutter ist ungewiss, doch wir vermuten, dass sie ein Opfer der Wilderei auf tansanischer Seite geworden war.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb wird gefangen\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014314-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb wird gefangen\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/18201431929-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Ein Antibiotikum wird vorbereitet\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014317-pic4.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb wird auf die Transportmatte gelegt\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014319-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Der Pilot hilft, das Kalb festzubinden\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014456-pic5.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Unser Rettungsteam landete am Flugfeld in der N\u00e4he des Camps und wurde von den Angestellten des Camps zum Kalb gebracht. Das Einfangen war eine gro\u00dfe Aufregung f\u00fcr das Kalb und die Retter mussten die bew\u00e4hrte Technik anwenden, bei der sie eine Decke \u00fcber das Kalb werfen und diese dann hinter den Ohren und am Nacken festbinden. Dann wurde ihr ein Beruhigungsmittel verabreicht um ihren Stress-Level zu senken. Dem Rettungsteam wurde schnell bewusst, dass sie zu gro\u00df war, um mit dem Fahrzeug der Lodge zum Flugzeug transportiert zu werden. Zum Gl\u00fcck waren viele Leute anwesend, die bei der Rettung dieses 18 Monate alten Elefantenkalbs eine gro\u00dfe Hilfe waren. Die Angestellten der Lodge besorgten einen Traktor und einen Anh\u00e4nger, mit dem das Kalb zum Flugfeld gebracht werden konnte. Sie wurde ins Flugzeug geladen, gesichert und festgebunden und kam f\u00fcr die Dauer des Flugs an eine Infusion.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb und die Retter\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014456-pic6.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb wird zum Traktor getragen\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014314-pic4.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb wird auf den Anh\u00e4nger gelegt\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014317-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb wird auf den Anh\u00e4nger gelegt\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014314-pic5.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Auf dem Weg zum Flugfeld\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/18201431623-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb kommt am Flugfeld an\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014317-pic6.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje kommt am Flugfeld an\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/18201431414-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Als das Team im Waisenhaus ankam war es bereits 20 Uhr. Sie wurde sofort abgeladen und in ein Gehege neben dem von Zongoloni und Bomani gelegt. Da wir regelm\u00e4\u00dfig neue Waisen bekommen, mussten wir die Gehegeeinteilung deutlich umstrukturieren, um alle unterzukriegen. Viele Waisen teilen sich zu zweit ein Gehege.<br \/>\nWir haben den Neuzugang Asanje genannt, was &#8222;Liebling&#8220; in der Sprache der Masai bedeutet. Sie ist ein liebevoller Elefant und hatte offenbar eine sehr einsame und furchtsame Zeit, bevor sie gerettet wurde.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb wird ins Flugzeug geladen\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014317-pic5.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb wird ins Flugzeug geladen\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014314-pic6.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Das Kalb kommt an eine Infusion\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014456-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Auf dem Weg zum Waisenhaus\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014317-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje am Tag nach ihrer Ankunft\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/17201445610-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje ist nerv\u00f6s\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014339-pic6.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje bekommt die Aufmerksamkeit der Keeper\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014353-pic4.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje in ihrem Gehege\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014339-pic5.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje begr\u00fc\u00dft einen Keeper\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014353-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Doch die Aufregung um Asanje war noch lange nicht vorbei. Im Laufe der n\u00e4chsten Wochen wurde sie st\u00e4rker und schloss sich den anderen Waisen im Busch an. Sie gew\u00f6hnte sich an den Tagesablauf und schloss neue und ganz besondere Freundschaften mit vielen Waisenhauselefanten. Doch gerade als wir dachten alles w\u00e4re gut, bekam sie eines Morgens pl\u00f6tzlich furchtbare Schwellungen an Hals und Kinn, wurde schlagartig schw\u00e4cher, drehte sich im Kreis herum und schien nichts mehr sehen zu k\u00f6nnen. Wir brauchten mehrere Keeper um sie zur\u00fcck in die Sicherheit der Stallungen zu geleiten. Edwin meldete ihren Zustand sofort an Angela, die veranlasste, dass Asanje intraven\u00f6ses Cortison bekam, das ihr das Leben rettete. Sie hatte offenbar eine erhebliche anaphylaktische Reaktion gehabt. Die genaue Ursache wissen wir bis heute nicht, doch wir vermuten, dass sie m\u00f6glicherweise von einer Kobra gebissen wurde. Sie kam an eine Infusion um wieder zu Kr\u00e4ften zu kommen und wurde tats\u00e4chlich von Tag zu Tag st\u00e4rker. Die Schwellung ging zur\u00fcck und sie begann wieder zu fressen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Ein Keeper passt auf Asanje auf\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014353-pic5.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje grast\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014339-pic4.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje im Busch\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/17201435356-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje im Busch\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/182014314-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje mit den Anderen im Busch\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014353-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Die s\u00fc\u00dfe Asanje im Gehege\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/17201442834-pic1.jpg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje im Gehege\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/172014358-pic6.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>Drei Wochen lang konnte sie nichts sehen, doch beeindruckenderweise fand sie sich noch immer zurecht und ein unwissender Besucher h\u00e4tte nicht erkannt, dass sie blind war. Doch die Blindheit war nur eines von vielen Problemen, die wir mit Asanje hatten. Von Zeit zu Zeit hatte sie neue Schwellungen zwischen den Beinen und am Kinn und ihre Haut wurde rissig und bl\u00e4tterte ab. Ihr Zustand wurde schlechter und unsere Hoffnung, dass sie die Kraft haben w\u00fcrde, diese Tortur durchzustehen, sank von Tag zu Tag. Doch wundersamerweise erhielt sie mit der Zeit allm\u00e4hlich ihr Augenlicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje geht es schlecht\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/17201455-pic2.jpg\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"Asanje ruht sich aus\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/Orphan_Files\/17201455-pic3.jpg\" border=\"0\" \/><\/center>W\u00e4hrend dieser Zeit bevorzugte Asanje es, allein mit ihren geliebten Keepern zu bleiben und gesellte sich nur w\u00e4hrend der F\u00fctterzeiten zu den anderen Elefanten. Wir sehen dieses Verhalten oft in Elefanten, denen es schlecht geht. Sie scheinen instinktiv zu wissen, dass das wilde Verhalten der anderen Waisen zuviel f\u00fcr sie ist. Sie liebt ihr Gehege und kommt mehrfach am Tag dorthin zur\u00fcck um vom bereitgestellten Gr\u00fcnfutter und zus\u00e4tzlichen Leckereien wie Luzernenheu und Kraftfutter zu fressen. Sie durfte sich so verhalten, dass sie sich so wohl f\u00fchlte wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Es ist unglaublich, doch es geht ihr inzwischen so gut, dass wir glauben, sie ist jetzt, zwei Monate nach dem Vorfall, bereit f\u00fcr das Patenschaftsprogramm. Wir sind sicher, dass sie mit der liebevollen F\u00fcrsorge ihrer zwei- und vierbeinigen Familie im Laufe der Zeit wieder vollkommen gesund wird. Dank der schnellen Reaktionen aller Beteiligten an jenem schicksalhaften Morgen konnte ihr Leben gerettet werden und wir hoffen, dass wir das schlimmste hinter uns haben und keine gr\u00f6\u00dferen Komplikationen mehr in Zusammenhang mit diesem Ereignis auftreten.<\/p>\n<p>Sie ist ein ausgesprochen mutiger und liebevoller Elefant. Durch die notwendige intensive F\u00fcrsorge hat sich eine sehr spezielle, enge Freundschaft zwischen Asanje und den Keepern entwickelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/cms\/de\/rettet-die-elefanten-afrikas-ev-waisen-patenschaft-antrag.asp?elliname=Asanje\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #ff0000;\">\u00dcbernehmen Sie jetzt eine Patenschaft f\u00fcr Asanje<\/span><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/cms\/de\/rettet-die-elefanten-afrikas-ev-waisen-patenschaft-antrag.asp?elliname=Asanje\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4548\" alt=\"Asanje_web\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/01\/Asanje_web.jpg\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/01\/Asanje_web.jpg 600w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/01\/Asanje_web-300x200.jpg 300w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/01\/Asanje_web-500x333.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-rettung-von-asanje\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten Meldungen \u00fcber ein verwaistes Elefantenbaby erhielten wir bereits f\u00fcnf Tage vor der eigentlichen Rettung von der Masai-Bev\u00f6lkerung in der N\u00e4he des Masai-Mara Naturschutzgebiets. 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