{"id":4758,"date":"2014-02-20T17:33:31","date_gmt":"2014-02-20T16:33:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=4758"},"modified":"2014-02-24T16:37:39","modified_gmt":"2014-02-24T15:37:39","slug":"eine-ikone-aus-dem-norden-ueberlebt-erneut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/eine-ikone-aus-dem-norden-ueberlebt-erneut\/","title":{"rendered":"Eine Ikone aus dem Norden \u00fcberlebt erneut"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"line-height: 1.5em;\">&#8211;\u00a0<\/span>Am Montag, den 03. Februar 2014, vormittags, erschien einer der ber\u00fchmten Bullen des n\u00f6rdlichen Tsavo-Gebiets beim Schlammbad, wo sich die Waisen und Ex-Waisen jeden Morgen versammeln. Die Pfleger des David Sheldrick Wildlife Trust haben diesen besonderen Bullen, namens Mshale, seit Oktober 2013, als die Regenzeit den Norden gr\u00fcn werden lie\u00df, nicht mehr gesehen. Eine Gruppe gro\u00dfer wilder Bullen wurde Teil der Stammteilnehmer des morgendlichen Schlammbades, jeder von ihnen war den Pflegern wohlbekannt. Infolge der Regenzeit von Oktober bis Dezember \u00fcberwinden diese gro\u00dfen Bullen gewaltige Entfernungen, 100 km sind ein Spaziergang f\u00fcr einen Elefanten. Leider sind sie dadurch auch Gefahren ausgesetzt, die Bedrohung wegen ihres Elfenbeins gejagt zu werden, steigt deutlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ikone_1\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_1.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Die Wunde wird untersucht<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ikone_2\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_2.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Die Wunde wird gereinigt<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ikone_3\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_3.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Die Wunde wird behandelt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die schweren Wunden auf Mshales Hals und R\u00fccken erz\u00e4hlten an jenem Morgen eine Geschichte. Er war d\u00fcnn und schwach zur\u00fcckgekehrt, wurde brutal von Speeren durchbohrt &#8211; seinem Zustand und den Wunden nach zu urteilen wurden ihm diese Wunden wahrscheinlich schon vor Wochen und wahrscheinlich weit entfernt von Ithumba zugef\u00fcgt. Sein Besuch war kein Zufall. Er ist vertraut mit den Ithumba-Waisen und unserem Pfleger-Team, aber leider auch mit Dr. Poghon, der erst vor weniger als drei Wochen verhinderte, dass Mshale an Pfeilwunden starb. Dieser ber\u00fchmte Bulle mit seinen knapp 100 Pfund schweren Sto\u00dfz\u00e4hnen ist &#8211; da besteht kein Zweifel &#8211; auch unter den Wilderern wohlbekannt, die es auf ihn abgesehen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der leise Killer der Tsavo-Elefanten ist der Wilderer, der Giftpfeile oder Speere bevorzugt. Ger\u00e4uschlos und unentwegt haben die Wilderer auf der Suche nach Elfenbein die Elefanten im Visier, gerade jetzt, da die Nachfrage da ist. F\u00fcr Giganten wie Mshale ist das Leben sehr nervenaufreibend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da er vorher schon dreimal behandelt wurde und er wei\u00df, wo es Hilfe gibt, glauben wir, dass Mshale trotz seiner schlechten k\u00f6rperlichen Verfassung zur\u00fcckkam, so dass er noch einmal behandelt und gerettet werden konnte. Sofort als die Pfleger sich seine Wunden angeschaut hatten, riefen sie Angela an und baten um tier\u00e4rztliche Unterst\u00fctzung. Der Tierarzt des Kenya Wildlife Trust, Dr. Poghon, unterst\u00fctzt von der mobilen Veterin\u00e4reinheit des David Sheldrick Wildlife Trust, die von \u201cVier Pfoten\u201c finanziert wird, wurde alarmiert und bereitete seine Ausr\u00fcstung und Medikamente vor. Er fuhr sofort von Voi nach Mtito Andei, wo ihn die Cessna 185 des Trusts abholte. In Begleitung eines Wildh\u00fcters des Kenya Wildlife Trust und mit entsprechenden Vorr\u00e4ten ausgestattet, wurden sie in 20 min \u00fcber das Yatta Plateau nach Ithumba geflogen, um unn\u00f6tige Verz\u00f6gerungen zu vermeiden. Der gro\u00dfe Bulle wurde direkt aus der Luft gesichtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ikone_4\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_4.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Die Wunde nach der Behandlung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ikone_5\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_5.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Auf die Wunde wird gr\u00fcner Lehm aufgetragen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ikone_7\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_7.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\nMshale steht noch unter dem Einfluss des Bet\u00e4ubungspfeils<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mshale war leicht mit dem Bet\u00e4ubungspfeil zu treffen und fiel in der N\u00e4he einer Stra\u00dfe auf seine linke Seite, was es einfacher machte, da seine beiden Wunden auf der rechten Seite waren. Mit Unterst\u00fctzung des Anti-Wilderer Teams des David Sheldrick Wildlife Trust und der Pfleger machten sich die Tier\u00e4rzte an die Arbeit. Zwei gro\u00dfe Speerwunden mussten ges\u00e4ubert werden. Eine verlief rechts durch sein Ohr und tief in seinen Hals hinein, die andere in seinen R\u00fccken. Eine Stunde sp\u00e4ter war die Arbeit getan und es war an der Zeit, ihn aufzuwecken. Die letzten beiden Male, als wir ihn behandelten, hatte er Schwierigkeiten, aufzustehen. Dieses Mal auch. Der Trust-eigene Traktor mit Allradantrieb wurde zur Hilfe gerufen. Mit einem Strick um seine Sto\u00dfz\u00e4hne wurde der Koloss von einem Elefanten hochgezogen. Langsam erhob sich sein riesiger Kopf und die Sto\u00dfz\u00e4hne vom Boden und er stand wieder. Er wartete und lie\u00df es zu, dass das Seil von seinen Sto\u00dfz\u00e4hnen entfernt wurde, bevor er sich langsam in den dichten Busch fortbewegte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ikone_6\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_6.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Mshale erwacht<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ikone_8\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_8.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Mshale ist fast wieder auf den Beinen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ikone_9\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_9.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Mshale erhebt sich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aufgrund dieser tiefen Wunden sind wir sehr vorsichtig, was seine \u00dcberlebenschancen angeht. Wir hatten gehofft, dass er in der N\u00e4he bleibt, damit er in den folgenden Tagen von den Wildh\u00fcter-Teams \u00fcberwacht werden kann, aber er verschwand so \u00fcberraschend, wie er gekommen war und kehrte nicht zur\u00fcck. Die Bodentruppen patrouillierten st\u00e4ndig und unsere Luftunterst\u00fctzung f\u00fcr den Kenya Wildlife Service \u00fcberflog fl\u00e4chendeckend das Gebiet, um ihn zu \u00fcberwachen. Gott sei Dank fanden wir nicht seinen Kadaver, allerdings haben wir ihn seit der Operation auch nicht mehr gesichtet. Er ist ein \u00dcberlebensk\u00fcnstler und zu sehen, wie er sich zum vierten Mal vom Boden erhebt, beweist seine St\u00e4rke und sein Durchhalteverm\u00f6gen und nat\u00fcrlich beten wir alle f\u00fcr einen positiven Ausgang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4762\" style=\"line-height: 1.5em;\" alt=\"ikone_10\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/02\/ikone_10.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\nMshale geht nach der Behandlung davon<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir kennen diese Elefanten so gut wie uns selbst, teilen mit ihnen im Laufe der Jahre au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfahrungen, beobachten ihre unglaublichen Freundschaften mit unseren Ex-Waisen, wie sie zum Beispiel langsam ihre Weisheit und ihr Wissen an die J\u00fcngeren weitergeben, vor allen Dingen aber haben wir ihr Vertrauen und Verst\u00e4ndnis. Das macht uns nur noch entschlossener etwas zu bewegen und alles menschenm\u00f6gliche zu unternehmen, um diesen Wahnsinn zu stoppen. Alle Menschen auf der ganzen Welt m\u00fcssen beim Kampf, die Elefanten zu retten, mitmachen, denn leider sterben solche gro\u00dfartigen Ikonen wie Mshale t\u00e4glich, und das nur wegen eines Schmuckst\u00fccks aus Elfenbein. Das darf und kann nicht so weitergehen.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/eine-ikone-aus-dem-norden-ueberlebt-erneut\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211;\u00a0Am Montag, den 03. Februar 2014, vormittags, erschien einer der ber\u00fchmten Bullen des n\u00f6rdlichen Tsavo-Gebiets beim Schlammbad, wo sich die Waisen und Ex-Waisen jeden Morgen versammeln. Die Pfleger des David Sheldrick Wildlife Trust haben diesen besonderen Bullen, namens Mshale, seit Oktober 2013, als die Regenzeit den Norden gr\u00fcn werden lie\u00df, nicht mehr gesehen. 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