{"id":49,"date":"2004-01-17T19:36:53","date_gmt":"2004-01-17T17:36:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=49"},"modified":"2008-04-13T22:45:12","modified_gmt":"2008-04-13T20:45:12","slug":"dezember-2003","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/dezember-2003\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Dezember 2003"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><strong>Nairobi Nursery:<\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Seit auf der CITES Konferenz im Jahre 2002 die  \tEntscheidung zur Lockerung des internationalen Handelsverbots f\u00fcr Elfenbein  \tgefallen war, hat es einen eindeutigen Aufschwung in der Wilderei gegeben,  \tbesonders in Nord-Kenia, und unser Nursery-Z\u00f6gling, der kleine, etwa neun  \tMonate alte <strong>&#8222;Napasha&#8220;<\/strong>, ist offensichtlich eines der Opfer. Nach  \tseiner Ankunft wurde er von <strong>Wendi<\/strong> und <strong>Tomboi<\/strong> argw\u00f6hnisch  \tbe\u00e4ugt, denn er ist genauso gro\u00df wie sie, wenn nicht noch etwas gr\u00f6\u00dfer. Aber  \tdie winzige <strong>Sunyei<\/strong>, die der verspielteste kleine Eli von allen ist,  \traste sofort auf ihn zu und schloss Freundschaft mit ihm. Und <strong>Olmalo<\/strong>,  \tder <strong>Sunyei<\/strong> verg\u00f6ttert, schloss sich gleich an. Schon bald entschied  \tauch <strong>Tomboi<\/strong>, dass es eine gute Sache sein musste, noch einen Jungen  \tin der Herde zu haben, auch wenn er etwas gr\u00f6\u00dfer war. Und sobald <strong>Wendi<\/strong> gemerkt hatte, dass er f\u00fcr ihre Position als Mini-Matriarchin der  \tNursery-Gruppe keine Gefahr war, begr\u00fc\u00dfte auch sie ihn freundlich in der  \tHerde. <strong>Selengai<\/strong>, ein sehr unabh\u00e4ngiges Elefantenm\u00e4dchen, die macht,  \twas sie will, und die nur an der Milchflasche interessiert ist, tat so, als  \tw\u00fcrde sie den Neuank\u00f6mmling gar nicht sehen, und dachte wohl nur an die  \tn\u00e4chste F\u00fctterung! Sie ist sehr gewachsen und strotzt vor Gesundheit, ein  \tpausb\u00e4ckiger Wonneproppen.<!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Wie die meisten Elefanten, die ihre Mutter und ihre  \tFamilie verloren haben, hatte <strong>Napasha<\/strong> in den ersten N\u00e4chten  \tSchlafprobleme und schrie sehr viel w\u00e4hrend der Nacht. Nach etwa vier Tagen  \tjedoch wurde er ruhiger, und nun wird er jeden Tag ein bi\u00dfchen gl\u00fccklicher  \tund h\u00e4ngt, wie <strong>Selengai<\/strong>, sehr an seiner Milchflasche. Er hat  \terstaunlicherweise gegen\u00fcber Menschen nie Aggressionen gezeigt, obwohl man  \tdas in seinem Alter erwarten w\u00fcrde. Er ist wie <strong>Morani<\/strong> ein sehr  \tsanfter und freundlicher kleiner Kerl, und wenn erst seine psychischen  \tWunden verheilt sind und die schrecklichen Erlebnisse, die er zweifellos  \thatte, verblassen, dann wird er bei den anderen Elis und bei seinen  \tmenschlichen Fans ein hei\u00dfer Favorit sein.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><strong>Wendi<\/strong> hat sich zu einer verantwortungsbewussten  \tkleinen Matriarchin gemausert und ist bei weitem nicht mehr so grob wie  \tfr\u00fcher. <strong>Tomboi<\/strong> &#8211; zu deutsch &#8222;Wildfang&#8220; &#8211; macht seinem Namen alle  \tEhre. Er ist st\u00fcrmisch, verspielt und ziemlich boshaft, w\u00e4hrend <strong>Olmalo<\/strong> und <strong>Selengai<\/strong> zur\u00fcckhaltender sind und sich allein vergn\u00fcgen. Die  \tkleine <strong>Sunyei<\/strong> ist entz\u00fcckend, denn sie spielt und spielt und spielt  \tden ganzen Tag lang, und weil sie so klein ist, verzaubert sie jeden, der  \tdas Gl\u00fcck hat, ihr zu begegnen. Insgesamt gesehen war es f\u00fcr die  \tNursery-Elis ein guter Monat, und alle sind gr\u00f6\u00dfer geworden und haben  \tzugenommen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\"><strong>Die Tsavo-Waisen:<\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Besonders freut es uns, wenn wir sehen, wie gut unsere  \tNeuank\u00f6mmlinge mit den wilden Elefanten zurechtkommen. <strong>Mpala<\/strong> z.B. ist  \tschnurstracks auf eine wilde Kuh zugegangen und durfte sogar in deren Ohr  \tnuckeln, und alle unsere Kleinen vergn\u00fcgten sich zwischen den wilden Herden  \tin der Schlammsuhle. Einmal kletterten <strong>Burra<\/strong>, <strong>Thoma<\/strong>, <strong>Morani<\/strong> und <strong>Seraa<\/strong> auf eine 18-j\u00e4hrige wilde Kuh, die sich extra im Schlammbad  \thingelegt hatte, um es ihnen zu erleichtern.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Allerdings konnte man auch beobachten, dass sie alle  \tetwas eingesch\u00fcchtert waren durch eine Kuh mit besonders langen Sto\u00dfz\u00e4hnen,  \tund durch einen sehr gro\u00dfen einsamen Bullen, der sich gern mit den Waisen  \tangefreundet h\u00e4tte, wenn sie nicht schutzsuchend zu den Keepern gelaufen  \tw\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\">Es ist immer wieder verbl\u00fcffend zu sehen, wie  \tschlechtes Benehmen bestraft wird. Als zum Beispiel <strong>Nyiro Burra<\/strong> im  \tSchlammbad umschubste und dann noch auf ihn hinaufkletterte, wurde er von <strong> Thoma<\/strong> und <strong>Sosian<\/strong>, die sich zusammenschlossen, um ihn zu  \tdisziplinieren, aus dem Schlammbad vertrieben. <strong>Aitong<\/strong> schreitet oft  \tein, um streitende Elis zu trennen, genau wie <strong>Emily<\/strong>, und als <strong> Mukwaju<\/strong> einen umgefallenen Baum attackierte und <strong>Emily<\/strong> und <strong> Mweiga<\/strong> ihm in einer vermeintlichen Gefahr zu Hilfe eilten, gab <strong>Mweiga  \tMukwaju<\/strong> irritiert einen Schubs, als sie erkannte, dass sie nur wegen  \teines umgefallenen Baumes zu Hilfe gerufen worden waren!<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Die j\u00fcngeren K\u00fche in <strong>Natumis<\/strong> Altersgruppe d\u00fcrfen  \tin den wilden Herden f\u00fcr gew\u00f6hnlich die wilden Babys ber\u00fchren, aber die  \twilden Matriarchinnen erlauben dies nicht den \u00e4lteren, wie <strong>Aitong<\/strong> und \t<strong>Emily<\/strong>, denn sie trauen ihnen nicht. Es hat sich n\u00e4mlich  \therausgestellt, dass Waisen, die keine nat\u00fcrliche Familie haben, dazu  \tneigen, Babys zu \u201eentf\u00fchren\u201c, um ihre eigene Herde zu vergr\u00f6\u00dfern, und aus  \tdiesem Grunde werden die \u00e4lteren K\u00fche nicht in der N\u00e4he der wilden Babys  \tgeduldet.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Bei Begegnungen mit anderen Tierarten, gab es wieder  \tdie \u00fcblichen Vorf\u00e4lle mit B\u00fcffeln. Ein alter schwanzloser Bulle verschreckte \t<strong>Seraa, Mweya, Mvita, Tsavo<\/strong> und <strong>Mpala<\/strong>, wurde dann aber von <strong> Aitong, Salama<\/strong> und <strong>Mukwaju<\/strong> weggescheucht. Ein &#8222;freundliches&#8220;  \tWarzenschwein versuchte, sich im Schlammbad zu den Waisen zu gesellen. Es  \twurde aber eingekreist, so dass ihm nur die Flucht zwischen <strong>Nyiros<\/strong> Beinen hindurch blieb! Vorbeigaloppierende Zebras \u00e4ngstigten die Babys,  \tebenso ein Waran, den man aber, wie alle sp\u00e4ter herausfanden, prima jagen  \tkonnte. <strong>Natumi<\/strong>, die normalerweise ziemlich zimperlich ist,  \tverscheuchte eine Gruppe von Impalas, was ihr offensichtlich gro\u00dfen Spa\u00df  \tmachte!<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><strong>Icholta<\/strong> ist ein sehr f\u00fcrsorgliches  \tMini-Kinderm\u00e4dchen. Der Chef-Keeper Mishak meint, dass sie eines Tages eine  \twundervolle Matriarchin abgeben wird, denn sie ist stets eine der ersten,  \tdie Streithammel trennt. <strong>Nasalot<\/strong> und <strong>Mulika<\/strong> sind immer noch  \tdicke Freunde und gl\u00fccklich, wenn sie nur zusammen sein k\u00f6nnen. Auch diese  \tbeiden sind sehr zuverl\u00e4ssige Kinderm\u00e4dchen. Die mittelgro\u00dfen Jungs, <strong> Salama, Lolokwe<\/strong> und <strong>Laikipia<\/strong> lieben es, beim Spielen ihre Kr\u00e4fte  \tzu messen, und es scheint, als w\u00fcrden auch <strong>Nyiro<\/strong> und <strong>Mukwaju<\/strong> gern zu dieser Gruppe geh\u00f6ren. <strong>Sosian<\/strong> h\u00e4lt sich an die gr\u00f6\u00dferen  \tJungs, aber er scheint sich in diesem Monat besser zu betragen, da er  \toffensichtlich von den anderen zurechtgestutzt wurde. Das Tagebuch zeigt,  \tdass diejenigen, die schon in der Nursery Freunde waren, auch hier eng  \tverbunden bleiben und in der gr\u00f6\u00dferen Gruppe der Waisen aufeinander Acht  \tgeben. \u00dcber alle j\u00fcngeren wachen sorgf\u00e4ltig <strong>Emily<\/strong>, die Matriarchin  \tunserer Gruppe, <strong>Aitong<\/strong>, das &#8222;Ober-Kinderm\u00e4dchen&#8220;, und <strong>Loisaba<\/strong> und <strong>Icholta<\/strong> sowie die anderen jungen K\u00fche von <strong>Natumis<\/strong> Gruppe,  \tdie &#8222;Hilfs-Kinderm\u00e4dchen&#8220;. Es f\u00e4llt auf, dass es stets die weiblichen Tiere  \tsind, die als erste Streith\u00e4hne auseinanderbringen, wobei sie oftmals von  \tden gr\u00f6\u00dferen Jungs Verst\u00e4rkung erhalten.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/dezember-2003\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nairobi Nursery: Seit auf der CITES Konferenz im Jahre 2002 die Entscheidung zur Lockerung des internationalen Handelsverbots f\u00fcr Elfenbein gefallen war, hat es einen eindeutigen Aufschwung in der Wilderei gegeben, besonders in Nord-Kenia, und unser Nursery-Z\u00f6gling, der kleine, etwa neun Monate alte &#8222;Napasha&#8220;, ist offensichtlich eines der Opfer. 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