{"id":4988,"date":"2014-04-26T07:58:15","date_gmt":"2014-04-26T06:58:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=4988"},"modified":"2014-04-26T07:58:15","modified_gmt":"2014-04-26T06:58:15","slug":"die-behandlung-und-der-tragische-verlust-eines-elefanten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-behandlung-und-der-tragische-verlust-eines-elefanten\/","title":{"rendered":"Die Behandlung und der tragische Verlust eines Elefanten"},"content":{"rendered":"<p>Am fr\u00fchen Samstagmorgen, den 19. April, wurde Angela Sheldrick von Benjamin kontaktiert, dem Chef-Pfleger in Ithumba. Er hatte einen verletzten Elefanten gesehen, als er auf dem Weg war, eine Besorgung zu machen. Der Elefant schien in einem kritischen Zustand zu sein, sein R\u00fccken war gekr\u00fcmmt und ein Vorderbein war stark geschwollen. Es wurde auch eine Nachricht an das Anti-Wilderei-Team vom DSWT in Ithumba geschickt, das sich sofort zu der Stelle des verwundeten Elefanten aufmachte, um seinen Zustand zu \u00fcberwachen und um dabei zu helfen, die tier\u00e4rztliche Behandlung zu koordinieren.-\u00a0&#8211;\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/7zbfQfOiD6w\" height=\"390\" width=\"640\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><br \/>\nEs wurde sofort der Tierarzt vom Kenya Wildlife Service (KWS), Dr. Poghon, angerufen, der vor Ort in Voi ist und der die Mobile Tsavo Veterin\u00e4reinheit (gesponsert durch die Organisation \u201eVier Pfoten\u201c) leitet. Dr. Poghon wurde dar\u00fcber informiert, sich so bald wie m\u00f6glich f\u00fcr einen Flug nach Ithumba bereit zumachen, um dort einen Elefanten zu behandeln. Nick Trent, der die Feldaktivit\u00e4ten des Trusts durchf\u00fchrt, flog sofort mit der Trusteigenen Cessna 185 vom DSWT Hauptquartier los, das sich in Kaluku im Tsavo Nationalpark befindet, um Dr. Poghon und seinen Assistenten mit ihrem medinzinischen Material abzuholen. Mit Unterst\u00fctzung der Einheit zu Luft\u00fcberwachung konnte das Veterin\u00e4rteam so eine langsame 200 km lange Fahrt in den Norden von Tsavo Ost vermeiden, um wertvolle Zeit zu sparen, da aufgrund des Kommunikationsaustausches klar war, dass dieser Fall dringend war. Inzwischen bereitete das DSWT Team in Ithumba alles vor, was f\u00fcr die Behandlung n\u00f6tig war, lud gen\u00fcgend Wasser auf den Land Rover und stellte den Traktor bereit, falls dieser ben\u00f6tigt wurde f\u00fcr den Fall, dass der Bulle nach der Bet\u00e4ubung in eine schlechte Position fiel. Auch die KWS Ranger wurden von ihren Sicherheitsau\u00dfenposten geholt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_01\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_01.jpg\" width=\"212\" height=\"270\" \/><br \/>\nDer Elefant hatte f\u00fcnf Pfeilwunden auf der einen Seite<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_02\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_02.jpg\" width=\"212\" height=\"270\" \/><br \/>\n<\/a>Das Team bei der Arbeit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der Ankunft in Ithumba bereitete Dr. Poghon den Bet\u00e4ubungspfeil vor und ging in den dichten Busch, um nah genug f\u00fcr das Abschie\u00dfen des Bet\u00e4ubungspfeils zu kommen. Der Bulle wurde bald in der N\u00e4he gesichtet, er stand im Schatten einiger Dornenb\u00e4ume. Obwohl er unter gro\u00dfe Schmerzen litt, hatte der Elefant noch die Energie, einen Scheinangriff auf das sich n\u00e4hernde Team zu starten, allerdings hatte er nicht genug Energie, zu fliehen. Der Bet\u00e4ubungspfeil traf das Mark und der Elefant humpelt noch 50 Meter, bevor er still stand, da das Bet\u00e4ubungsmittel Wirkung zeigte und bald darauf legte er sich auf seine linke Seite.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_03\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_03.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Aufstehen nach der Behandlung<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_04\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_04.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Der Elefant nach der Bet\u00e4ubung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Normalerweise ist das Entfernen von Giftpfeilen, die diesem Elefanten diese Schmerzen bereiteten, eine recht einfache Operation und dauert ungef\u00e4hr 15 Minuten. Diesmal war es jedoch anders, denn als man sich dem schlafenden Elefanten n\u00e4herte, war bald offensichtlich, dass er f\u00fcnf Pfeilwunden auf dieser Seite hatte und ein stark geschwollenes Bein auf der anderen Seite. Der Tierarzt stand ungl\u00e4ubig da, \u00fcberlegte die M\u00f6glichkeiten und wog die Entscheidungen, die er treffen musste, ab. Au\u00dferdem bemerkte Dr. Poghon frische Narben im Gesicht des Elefanten, ein Indiz daf\u00fcr, dass er schon einmal gest\u00fcrzt war und eine betr\u00e4chtliche Zeit gebraucht und energisch gek\u00e4mpft hat, um aufzustehen. Irgendwie hat er es geschafft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_05\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_05.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Immer mehr Giftpfeile werden entfernt<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_06\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_06.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Das Team bei der Arbeit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man begann damit, die Pfeile zu entfernen und die Wunden zu reinigen. Die ersten beiden Wunden waren frisch, das Gift noch schwarz. Die anderen Wunden waren \u00e4lter. Es dauerte eine halbe Stunde, die Wunden auf der einen Seite zu s\u00e4ubern. Danach wurde der Elefant umgedreht, um die andere Seite zu behandeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_07.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_07\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_07.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Entfernen eines vergifteten Pfeils<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_08.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_08\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_08.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Dr. Poghon und sein Team entfernen die Giftpfeile<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es wurden zwei weitere Pfeile aus der anderen Seite entfernt und das stark geschwollene Bein wurde behandelt. Der Tierarzt lie\u00df den Eiter abflie\u00dfen und reinigte rundherum die Wunde, das dauerte eine weitere halbe Stunde. Zum Gl\u00fcck war es ein k\u00fchler Tag und es regnete ein bisschen w\u00e4hrend der Operation. Dr. Poghon gab dem Elefanten eine 50%ige \u00dcberlebenschance, als er diesem pr\u00e4chtigen Tier die Wiederaufwachspritze verabreichte. Kurz danach wachte der Bulle auf, aber bewegte sich nicht, er lag nur ruhig da. Er war hellwach, atmete und lauschte, aber scheinbar ohne Lebenskraft, um aufzustehen. Das ganze Team fragte sich, ob er aufgegeben hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Team sprang schnell ein und schlang ein Seil um seinen Sto\u00dfzahn, w\u00e4hrend er bei Bewusstsein war, und positionierte den Traktor. Langsam erhob sich der Kopf des jungen Bullen, als der Traktor sich langsam vorw\u00e4rts bewegte. In dem Moment, als sein Kopf begann, sich zu erheben, strengte sich der Elefant und mit all seinem restlichen Mut an und nutzte das Seil um sich selbst hochzuziehen. Der Bulle hielt ein paar Sekunden inne bevor er seinen gro\u00dfen K\u00f6rper erhob, er k\u00e4mpfte gegen den Schmerz, als er sein geschwollenes Bein belastete. Er verlagerte sein Gewicht auf das gesunde Bein, schaukelte seinen K\u00f6rper hin und her, streckte langsam seine Standbeine gerade und stand. Als der Elefant sein Gleichgewicht hielt, schob er das Seil vorsichtig mit seinem R\u00fcssel von dem Sto\u00dfzahn.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_09.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_09\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_09.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Dem Elefanten wird auf die Beine geholfen<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"eli_vet_verlust_10\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/04\/eli_vet_verlust_10.jpg\" width=\"289\" height=\"203\" \/><br \/>\n<\/a>Der Elefant strengt sich an, nach der Behandlung aufzustehen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Moment! Was f\u00fcr ein Mut! Was f\u00fcr ein K\u00e4mpfer! Er stand eine Weile und &#8211;\u00a0schaute das Team, das ihm geholfen hatte, um sich herum an. Der Bulle zeigte keine Aggression, denn er verstand, das ihm geholfen worden war. Wir wussten, wie viel Leiden dieser Elefant durch die Hand von Menschen erfahren hatte, weil Wilderer ihn so barbarisch mit Giftpfeilen traktierten &#8211; dennoch trotzte er dem Tod. Und es war offensichtlich, dass er das verstand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Bulle humpelte ein paar Meter weiter in den Schatten, wo er sich ausruhte, um seine Kraft wiederzuerlangen. Die Teammitglieder, die diesem bedauerlichen Bullen geholfen haben, waren \u00fcbergl\u00fccklich und jeder der Anwesenden f\u00fchlte, dass sie an diesem Tag etwas wirklich Besonderes vollbracht hatten. Sie haben einem alten Freund geholfen, indem sie seine entsetzlichen Schmerzen linderten &#8211; das gab ihnen das Gef\u00fchl, gute Arbeit geleistet zu haben &#8211; und es k\u00f6nnte eine Chance geben, dass er rechtzeitig genug gefunden wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Anti-Wilderei-Team aus Ithumba pr\u00fcfte t\u00e4glich, wie es ihm geht. Das Team berichtete, dass er jeden Tag kr\u00e4ftiger zu werden scheint, sein Humpeln lie\u00df deutlich nach. Dieser mutige Bulle hat sich entschieden in der N\u00e4he von Ithumba und dem dortigen Team zu bleiben, er trinkt Wasser aus einem nahegelegenen Wasserloch und ist zufrieden, so dass er sich langsam erholt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Update vom 25. April 2014<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schweren Herzens m\u00fcssen wir mitteilen, dass dieser tapfere junge Elefantenbulle seinen Verletzungen am 25. April erlegen ist &#8211; Kenia wurde erneut einer weiteren Kostbarkeit beraubt. Ein junger Elefantenbulle wurde aus der Bl\u00fcte seines Lebens gerissen, er durfte nicht das lange Leben f\u00fchren, das er verdiente, und das alles nur wegen ein bisschen Elfenbein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem KWS wurden die Anti-Wilderei Eins\u00e4tze verst\u00e4rkt. Die M\u00e4nner waren gepr\u00e4gt von dem, was sie an dem Tag, als der Elefantenbulle operiert wurde, miterlebten. Wir sind zufrieden, mitteilen zu k\u00f6nnen, dass innerhalb von drei Tagen f\u00fcnf Wilderer verhaftet wurden &#8211; wir sind \u00fcberzeugt, dass sie f\u00fcr die Qualen des jungen Bullen verantwortlich sind. Wir k\u00f6nnen nur hoffen, dass das Rechtssystem dazu beitr\u00e4gt, dass dieses Verbrechen entsprechend bestraft wird!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bitte unterst\u00fctzen Sie die Mobile Veterin\u00e4reinheit mit einer Spende!<\/strong><\/p>\n<p>Spenden unter dem Stichwort &#8222;DSWT-VETS&#8220; auf das Spendenkonto-\u00a0von Rettet die Elefanten Afrikas e.V. bei der<\/p>\n<h3>Hypo Vereinsbank<\/h3>\n<h3>IBAN: DE30 2003 0000 0621 9182 83<br \/>\nSWIFT: HYVEDEMM300<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Originalartikel erschienen auf der website des David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT), \u00fcbersetzt aus dem Englischen-\u00a0<\/em><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/die-behandlung-und-der-tragische-verlust-eines-elefanten\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am fr\u00fchen Samstagmorgen, den 19. 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