{"id":505,"date":"2009-03-14T18:15:39","date_gmt":"2009-03-14T17:15:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=505"},"modified":"2009-03-14T18:15:39","modified_gmt":"2009-03-14T17:15:39","slug":"der-umzug-von-shimba-siria-wasessa-und-mzima-nach-tsavo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/der-umzug-von-shimba-siria-wasessa-und-mzima-nach-tsavo\/","title":{"rendered":"Der Umzug von Shimba, Siria, Wasessa und Mzima nach Tsavo"},"content":{"rendered":"<p>Die unerwartete Ankunft mehrerer neuer Waisenelefanten im Februar in der Nursery machte den Umzug von vier der \u00e4lteren Waisen in unsere Rehabilitationsgruppe in Voi, im Nationalparkt Tsavo-Ost, notwendig. Zuerst dachten wir, dass Ithumba wahrscheinlich die bessere Option sei, denn dort fallen erfahrungsgem\u00e4\u00df mehr Niederschl\u00e4ge, so dass es Futter in H\u00fclle und F\u00fclle gibt. In Anbetracht unerwartet starker Regenf\u00e4lle in Voi und der schlechten Beschaffenheit der Nairobi-Mombasa-Stra\u00dfe nach Ithumba \u00e4nderten wir jedoch kurzfristig unsere Meinung. Au\u00dferdem standen die Voi-Stallungen seit der erfolgreichen Auswilderung aller 36 Bewohner vor 2 Jahren leer, und die Keeper dort warteten sehns\u00fcchtig auf neue Aufgaben als die Pflege von Antilopen oder das Beobachten von Elefanten! <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/loading-the-orphans.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"244\" alt=\"Die Elis werden aufgeladen\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/loading-the-orphans-thumb.jpg\" width=\"164\" border=\"0\"\/><\/a> <\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Joseph Sauni und seine M\u00e4nner freuten sich sehr \u00fcber die Nachricht und begannen sofort, die Stallungen f\u00fcr die Neuank\u00f6mmlinge herzurichten. F\u00fcr uns in der Nursery bedeutete dies einen sehr fr\u00fchen Start um 4 Uhr morgens am 21. Februar 2009. Es blieb zu hoffen, dass alle Elefanten ohne Probleme verladen werden konnten, um das Verkehrschaos im morgendlichen Nairobi zu umgehen, das einen heutzutage mehrere Stunden aufhalten kann und die Reise f\u00fcr Mensch und Tier zu einer nervlichen Zerrei\u00dfprobe macht! <\/p>\n<p>Es blieben nur 4 Tage Zeit zum \u00dcben des Auf- und Abgehens auf der Laderampe des Lkws, der wie jedes Mal im Gel\u00e4nde der Nursery geparkt wurde. <b>Shimba<\/b> und <b>Siria<\/b> zierten sich nicht lange, um schnell an ihre Milch zu kommen. <b>Wasessa<\/b> war schon ein skeptischer, aber auch sie stieg schlie\u00dflich ein. Und <b>Mzima<\/b> r\u00fchrte sich vorerst nicht mehr von der Stelle, denn nachdem <b>Wasessa<\/b> ihren Protest so lautstark kundgetan hatte als sie an der Reihe war, wurden die anderen nat\u00fcrlich umso vorsichtiger! <b>Wasessa<\/b> wurde zum schwersten Fall, den Robert Carr-Hartley und sein (noch weitaus mehr) erfahrener Vater Roy Carr-Hartley (der bisher bei allen Elefanten-Umz\u00fcgen dabei war) jemals zu bew\u00e4ltigen hatten &#8211; schwer in Sachen Gewicht obendrein, denn sie war ein gro\u00dfes Kalb von 2 -\u00bd Jahren mit Sto\u00dfz\u00e4hnen von mehreren Zentimetern L\u00e4nge. Trotz ihres Widerwillens und der Tatsache, dass sie ohne Weiteres alle Menschen um sich herum dem Erdboden h\u00e4tte gleich machen k\u00f6nnen, wurde sie niemandem gegen\u00fcber aggressiv und lie\u00df sich mittels gro\u00dfer Muskelkraft letzten Endes in den Truck verladen. Das zeugte wieder einmal von der sanftm\u00fctigen und toleranten Natur der Elefanten (trotz ihrer Gr\u00f6\u00dfe) gegen\u00fcber denen, die sie lieben. Die Wagent\u00fcr wurde schnell geschlossen, und einmal im Inneren des Trucks mit zwei Keepern an ihrer Seite, ergab sie ihrem Schicksal und beruhigte sich. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/mzima-sticks-close-to-her-keepers.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"244\" alt=\"Mzima \" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/mzima-sticks-close-to-her-keepers-thumb.jpg\" width=\"163\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p><b>Siria<\/b> war der N\u00e4chste, und nachdem er kurz vorher <b>Wasessas<\/b> lautstarken Einspruch geh\u00f6rt hatte, begab auch er sich nur widerwillig auf den zweiten Lkw. Allerdings war er schon wesentlich entgegenkommender. Nun war der friedfertige kleine <b>Shimba<\/b> an der Reihe, der es immer allen, denen er vertraut und die er liebt, Recht machen will. Und so bestieg er ohne Probleme die Rampe. <b>Mzima<\/b> war schlie\u00df der letzte Verbliebene drau\u00dfen im Dunkeln und entschied, dass wohin <b>Shimba<\/b> geht, dahin geht auch er, denn wie hei\u00dft es so sch\u00f6n: \u201eIn der Not erkennt man seine wahren Freunde!\u201c Zum Erstaunen aller, stieg er (zwar als Letzter, aber sonst) ohne Probleme ein.  <\/p>\n<p>Es war bereits nach 5 Uhr als alle drei Lkws das Nursery-Gel\u00e4nde verlie\u00dfen. Alle Mitarbeiter winkten zum Abschied, und wieder einmal blieben sie mit sehr gemischten Gef\u00fchlen zur\u00fcck. Alle Sch\u00fctzlinge gehen an einen sch\u00f6nen Ort, sie werden noch viele Jahr von ihren Keepern umsorgt werden m\u00fcssen, sie alle brauchen noch ihre Milch, doch jetzt bekommen sie die M\u00f6glichkeit wilde Herden kennen zu lernen. Und langsam, ganz langsam werden sie sich in die wilde Elefantengemeinschaft eingliedern. Dieser Prozess wird noch etwa 8 bis 10 Jahre dauern. Trotzdem ist es immer wieder traurig f\u00fcr uns, sie aus unserem Alltagsleben hier in der Nursery zu verabschieden &#8211; <b>Shimba<\/b> war schon als kleines Baby bei uns und reiste nun mit seinen besten Freunden in sein neues Zuhause, mit <b>Mzima<\/b>, seinem Stallgef\u00e4hrten, <b>Siria<\/b> und <b>Wasessa<\/b>. Diese Freundschaft, die sich vor allem auf dem gleichen Schicksal &#8211; n\u00e4mlich dem Verlust ihrer geliebten Familien &#8211; begr\u00fcndet, wird sie wohl ein Leben lang verbinden. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/shimba.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"164\" alt=\"Shimba\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/shimba-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Die Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse waren in der Tat eine Herausforderung, doch zumindest ein Teil war inzwischen durch die \u00f6sterreichische Firma Stabaag geteert worden und machte die Fahrt weitaus angenehmer. Gegen 13 Uhr verlie\u00dfen die Elefanten die Trucks in Richtung ihres neuen Lebensabschnittes auf dem Weg zur\u00fcck dorthin, wo sie hingeh\u00f6ren. <\/p>\n<p>Nachdem sie von den Keepern in Empfang genommen wurden, bekamen sie ihre Milch, nahmen ein Schlammbad und anschlie\u00dfend die n\u00e4here Umgebung mit ihren Keepern in Augenschein. Robert und sein Vater Roy machten sich mit Joseph Sauni auf die Suche nach <b>Emilys<\/b> Gruppe, um zu filmen, wie sich die kleine <b>Eve<\/b>, die vor 2 Monaten in der Wildnis geboren war, inzwischen entwickelt hatte. Sie fanden <b>Emily <\/b>und ihre Herde mitsamt dem Baby gleich hinter Mazinga Hill, ca. 7 Kilometer von den Stallungen entfernt. Die kleine <b>Eve <\/b>genoss immer noch die ungeteilte Aufmerksamkeit aller verwaisten \u201eAufpasser\u201c, vor allem von <b>Edie <\/b>und <b>Sweet Sally<\/b>. Sie verfolgen das Baby auf Schritt und Tritt. Die kleine <b>Eve<\/b> braucht nur ihre Ohren aufzustellen und die beiden Aufpasserinnen sind sofort zur Stelle, eine auf jeder Seite, um sie zu ihrer Mutter zur\u00fcckzutreiben. Die ist vollkommen entspannt, weil \u00fcberzeugt, dass ihr Baby wahrscheinlich der am meisten verw\u00f6hnte kleine Elefant auf der Erde ist. <b>Eve<\/b> hat eine eigene Herde an Aufpassern, von den beiden Haupt-Kinderm\u00e4dchen einmal abgesehen, so auch <b>Laikipia<\/b>, der \u00e4lteste und gr\u00f6\u00dfte Bulle in <b>Emilys<\/b> Gruppe. Auf ihn ist Verlass, dass alle potentiellen \u201eBaby-F\u00e4nger\u201c von der Gruppe ferngehalten werden. Was solch einem Kandidaten passieren kann, wurde im Januar 2009 von den Keepern dokumentiert. Die wilde Kuh aus <b>Lissas<\/b> Gruppe zog damals nicht nur den Groll von <b>Emily<\/b> auf sich, sondern auch von allen anderen Aufpassern. Schlie\u00dflich wurde sie noch von <b>Laikipia<\/b> bestiegen, um diesen Triumph zu besiegeln.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/shimba-comes-out-of-his-truck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"244\" alt=\"Shimba comes out of his truck\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/shimba-comes-out-of-his-truck-thumb.jpg\" width=\"185\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Zur\u00fcck in den Stallungen: es war Samstag Abend, die erste Nacht, die die 4 Neuank\u00f6mmlinge zusammen in ihrem neuen Zuhause verbringen sollten, dass \u00fcber die Jahre so viel Elefantengeschichte miterlebt hat. Ein L\u00f6we br\u00fcllte nicht weit entfernt und erschreckte sie. Joseph Sauni und seine Kollegen, die die Nachtschicht beim Milchf\u00fcttern \u00fcbernahmen, schliefen jedoch gleich in der N\u00e4he und waren schnell zur Stelle, um Trost zu spenden und die Nerven zu beruhigen. Wir sind uns sicher, dass es nicht lange dauern wird, dass <b>Emily<\/b> und ihre Gruppe zur\u00fcckkommen, um sich den Neuzug\u00e4ngen vorzustellen. Und <b>Wasessa<\/b> wird bald verstehen, dass sie eigentlich nach Hause zur\u00fcck gekommen ist, denn sie wurde als Waise direkt hinter Irima Hill gefunden, also nicht weit von den Voi-Stallungen entfernt. Sie hatte damals viel Gl\u00fcck, dass sie nicht den L\u00f6wen zum Opfer gefallen war, die lediglich von einem fremden Bullen in Schach gehalten wurden, dem sie sich kurzerhand angeschlossen hatte, bis das Rettungsteam eintraf. Sp\u00e4testens im Mai werden wir dann auch ihre Freunde <b>Sinya<\/b>, <b>Lempaute<\/b> und <b>Lesanju<\/b> nachholen, vorausgesetzt, dass die Nursery vorher nicht weiter \u00fcberf\u00fcllt wird.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/the-orphans-at-voi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right: 0px; border-top: 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px\" height=\"244\" alt=\"the orphans at Voi\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/03\/the-orphans-at-voi-thumb.jpg\" width=\"171\" border=\"0\"\/><\/a><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/der-umzug-von-shimba-siria-wasessa-und-mzima-nach-tsavo\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die unerwartete Ankunft mehrerer neuer Waisenelefanten im Februar in der Nursery machte den Umzug von vier der \u00e4lteren Waisen in unsere Rehabilitationsgruppe in Voi, im Nationalparkt Tsavo-Ost, notwendig. Zuerst dachten wir, dass Ithumba wahrscheinlich die bessere Option sei, denn dort fallen erfahrungsgem\u00e4\u00df mehr Niederschl\u00e4ge, so dass es Futter in H\u00fclle und F\u00fclle gibt. In Anbetracht &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/der-umzug-von-shimba-siria-wasessa-und-mzima-nach-tsavo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDer Umzug von Shimba, Siria, Wasessa und Mzima nach Tsavo\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-505","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/505","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=505"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/505\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}