{"id":5160,"date":"2014-06-02T10:22:13","date_gmt":"2014-06-02T09:22:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=5160"},"modified":"2014-06-25T09:30:51","modified_gmt":"2014-06-25T08:30:51","slug":"europa-ein-offener-markt-fuer-elfenbeinhandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/europa-ein-offener-markt-fuer-elfenbeinhandel\/","title":{"rendered":"Europa &#8211; ein offener Markt f\u00fcr Elfenbeinhandel?"},"content":{"rendered":"<p><b style=\"line-height: 1.5em;\">Artensch\u00fctzer fordern die EU auf, den Elfenbeinhandel zu verbieten<\/b><\/p>\n<p><b> EU ist der gr\u00f6\u00dfte Exporteur von antikem Elfenbein <\/b><\/p>\n<p><b>Br\u00fcssel, 2. Juni 2014. 16 Artenschutzorganisationen fordern die Regierungen in der EU auf, jeglichen Handel mit Elfenbein zu beenden und Lagerbest\u00e4nde zu zerst\u00f6ren. Im Juni und Juli treffen sich Regierungsvertreter in Br\u00fcssel und Genf, um \u00fcber das Schicksal der Elefanten zu diskutieren. Neue Daten belegen den zunehmenden Export von Elfenbein aus der Europ\u00e4ischen Union nach China und in andere L\u00e4nder. Die Artensch\u00fctzer warnen, dass Gesetzesl\u00fccken erm\u00f6glichen, gewildertes Elfenbein in den legalen Handel mit angeblich antikem Elfenbein zu schleusen und somit die Wilderei anheizen.<\/b><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Die l\u00fcckenhaften EU Gesetze zum Elfenbeinhandel gef\u00e4hrden Afrikas Elefanten und helfen Wilderern und Schmugglern, die uners\u00e4ttliche Nachfrage nach Elfenbein in Ostasien weiter anzutreiben&#8220;, sagt Daniela Freyer von Pro Wildlife. Mary Rice von der Environmental Investigation Agency (EIA) f\u00fcgt hinzu: &#8222;Wir fordern die EU L\u00e4nder auf, den Elfenbeinhandel innerhalb der EU und \u00fcber ihre Grenzen hinweg zu verbieten und den Artenschutzvollzug zu verbessern. Dazu geh\u00f6rt, dass Lagerbest\u00e4nde an Schnitzereien und Sto\u00dfz\u00e4hnen zerst\u00f6rt werden, egal woher sie stammen und wie alt sie angeblich sind. Wir k\u00f6nnen die Wilderei-Krise nur in den Griff bekommen, wenn der Handel verboten und die Nachfrage ausgetrocknet wird.&#8220;<\/p>\n<p><b>Die EU ist der gr\u00f6\u00dfte Exporteur von antikem Elfenbein <\/b><\/p>\n<p>Obwohl die EU f\u00fcr sich in Anspruch nimmt, den Elefantenschutz zu unterst\u00fctzen, zeigen aktuelle Zahlen , dass es einen aktiven und zunehmenden Elfenbeinhandel aus der EU gibt. Im Jahr 2012 stand Elfenbein in der EU an zweiter Stelle geschmuggelter Wildtierprodukte. Bei 14 Prozent aller Beschlagnahmen gesch\u00fctzter Arten handelte es sich um Elfenbein.<\/p>\n<p>Doch es steigen auch Exporte von angeblich legalem Elfenbein aus so genanntem &#8222;Vorerwerb&#8220;: Laut den von der EU ausgestellten Exportgenehmigungen soll es vor 1975 erworben worden sein, bevor der Handel mit Elefanten durch das Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommen (Englisch: CITES) international geregelt wurde.<\/p>\n<p>Eine aktuelle Analyse der Handelszahlen durch Pro Wildlife zeigt, dass die EU der gr\u00f6\u00dfte Exporteur von angeblich antikem Elfenbein ist und damit die steigende Nachfrage bedient. Mehr als 20.000 Schnitzereien und 564 Sto\u00dfz\u00e4hne wurden mit offiziellen Dokumenten von 2003 bis 2012 aus der EU exportiert. Gro\u00dfbritannien ist der gr\u00f6\u00dfte Exporteur von Schnitzereien und Frankreich der gr\u00f6\u00dfte Exporteur von Sto\u00dfz\u00e4hnen , gefolgt von Italien, \u00c3\u2013sterreich und Deutschland. 56 Prozent der Sto\u00dfz\u00e4hne und fast 25 Prozent der Schnitzereien gingen nach China und Hongkong, die wichtigsten Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr legales und illegales Elfenbein. Vergleicht man die Handelsdaten f\u00e4llt auf, dass die von China gemeldeten Importe wesentlich niedriger sind als die Exportzahlen der EU. Dies l\u00e4sst daran zweifeln, dass der Elfenbeinhandel angemessen \u00fcberwacht wird.<\/p>\n<p><b>Warum der Elfenbeinhandel verboten werden sollte<\/b><\/p>\n<p>Sally Case, von der David Shepherd Wildlife Foundation sagt: &#8222;Der legale und illegale Elfenbeinhandel gehen Hand in Hand. Frische Elfenbeinschnitzereien sind von antiken praktisch nicht zu unterscheiden, so dass es leicht ist, gewildertes Elfenbein mit Hilfe von Gesetzesl\u00fccken in den legalen Handel zu schleusen. Wir sind schockiert, dass sich Gro\u00dfbritannien als der gr\u00f6\u00dfte Exporteur von Elfenbeinschnitzereien aus Europa entpuppt. Dieser Handel muss aufh\u00f6ren &#8220;<\/p>\n<p>Es ist unklar, wie die EU- Beh\u00f6rden bescheinigen k\u00f6nnen, dass es sich bei dem Elfenbein um antikes Elfenbein handelt. Au\u00dferdem k\u00f6nnten H\u00e4ndler in Importl\u00e4ndern solche Dokumente wieder verwenden, um frisch gewildertes Elfenbein in den Handel zu bringen. &#8222;Auch die USA waren bisher einer der wichtigsten Exporteure und Importeure von angeblich antikem Elfenbein. Um diesen Handel zu stoppen haben sie Gesetzesl\u00fccken geschlossen und die staatlichen Elfenbeinbest\u00e4nde zerst\u00f6rt. Es ist h\u00f6chste Zeit, dass auch die EU eine F\u00fchrungsrolle einnimmt&#8220;, so DJ Schubert vom Animal Welfare Institut. &#8222;Alle wichtigen Elfenbein-M\u00e4rkte m\u00fcssen geschlossen werden , um die T\u00f6tung von Zehntausenden von Elefanten jedes Jahr zu beenden. Die EU sollte mit gutem Beispiel voran gehen&#8220;, sagt Andrea Crosta von der Elephant Action League.<\/p>\n<p><b>Rekordpreise bei Elfenbeinversteigerung in Frankreich<br \/>\n<\/b>&#8222;Obwohl Frankreich eines der drei L\u00e4nder in Europa ist, das in den letzten Monaten seine Lagerbest\u00e4nde an beschlagnahmtem Elfenbein zerst\u00f6rt hat, ist das Land eine Drehscheibe f\u00fcr den Handel mit Sto\u00dfz\u00e4hnen &#8222;, sagt Charlotte Nithart von Robin des Bois. Die franz\u00f6sischen CITES- Beh\u00f6rden haben Genehmigungen f\u00fcr die Versteigerung von 1,4 Tonnen Elfenbein bei Auktionen im M\u00e4rz und Mai 2014 ausgestellt. Es wurden Rekordpreise von bis zu 1000 Euro pro Kilo erzielt. Unter den K\u00e4ufern waren auch Chinesen, auch wenn China angeblich keine Einfuhren von rohem Vorerwerbs -Elfenbein genehmigt. Zudem best\u00e4tigte zur gleichen Zeit die EU, dass F\u00e4lschungen von franz\u00f6sischen CITES- Zertifikaten im Umlauf sind.<\/p>\n<p><b>Online Handelsh\u00e4user exportieren Elfenbein aus der EU<\/b><\/p>\n<p>Auch andere EU-L\u00e4nder beobachten ein Revival des Handels mit Elfenbein. Unternehmen mit Sitz in Deutschland und den Niederlanden werben offen damit, antikes Elfenbein auf zu kaufen und zu exportieren &#8211; &#8222;mit legalen Genehmigungen&#8220;. Hauptimporteur ist erneut China. Ein d\u00e4nisches Auktionshaus wurde k\u00fcrzlich zu einer Geldstrafe verurteilt, weil es im Januar 2014 illegal Elefantensto\u00dfz\u00e4hne zum Verkauf angeboten hatte.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es in der EU einen regen Internet-Handel mit Elfenbein. 2013 fand eine Studie von INTERPOL und IFAW auf 61 Auktionsseiten binnen zwei Wochen 660 Anzeigen f\u00fcr Elfenbein, insgesamt wurden etwa 4,5 Tonnen Elfenbein angeboten zu einem gesch\u00e4tzten Marktwert von etwa 1.450.000 Euro. Der Gro\u00dfteil war f\u00fcr Ostasien bestimmt. Der Bericht stellte fest, dass die Tschechische Republik als einziges EU-Land Gesetze zum E -Commerce mit CITES gesch\u00fctzten Arten hat. Die Artensch\u00fctzer fordern, dass auch die anderen EU-L\u00e4nder den Handel strenger regeln, wenn sichj ihre Vertreter am 11. Juni in Br\u00fcssel treffen.<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Kontakte:<\/span><\/b><\/p>\n<p>Daniela Freyer, Pro Wildlife:, 49 89 81299 507<\/p>\n<p>Paul Newman, Environmental Investigation Agency, 44 (0)20 7354 7960<\/p>\n<p>Charlotte Nithart, Robin des Bois, 33 1 48 04 09 36<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Herausgeber<\/span><\/b>: Amboseli Trust for Elephants, Animal Welfare Institute (AWI), Ateneo de Manila University School of Government, Conservation Justice, David Shepherd Wildlife Foundation (DSWF), EAGLE (Eco Activists for Governance and Law Enforcement), Elephant Action League, ElephantVoices, Environmental Investigation Agency (EIA), Franz Weber Foundation, Hong Kong for Elephants, LAGA, Pro Wildlife, Rettet die Elefanten Afrikas, Robin des Bois, Wild Africa<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5162\" alt=\"elfenbeinhandeleuropa\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/06\/elfenbeinhandeleuropa.jpg\" width=\"453\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/06\/elfenbeinhandeleuropa.jpg 453w, https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2014\/06\/elfenbeinhandeleuropa-300x117.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 453px) 100vw, 453px\" \/><\/p>\n<p><b><br clear=\"all\" \/> <\/b><\/p>\n<p><b>&#8211;\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>Hintergrundinformationen:<\/b><\/p>\n<p><b>Konferenz-Termine in der EU und international<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr den 3. Juni hat die EU-Kommission Vertreter von Naturschutz -und Handelsorganisationen zu einem Treffen in Br\u00fcssel eingeladen, um die EU-Position f\u00fcr die Sitzung des St\u00e4ndigen Ausschusses von CITES (Genf, 7.-11. Juli) zu bestimmen. Am 11. Juni werden Vertreter von CITES- Beh\u00f6rden der EU- Mitgliedstaaten zusammentreffen . Unter anderem werden sie \u00fcber den Elfenbeinhandel innerhalb und aus der EU und \u00fcber Positionen f\u00fcr den St\u00e4ndigen Ausschuss von CITES diskutieren. Chad und Die Phillippinen haben f\u00fcr dieses Treffen Dokumente vorgelegt, die die Vertragsstaaten auffordern, ihre Elfenbein-Lagerbest\u00e4nde zu zerst\u00f6ren und Gesetzesl\u00fccken im Elfenbein zu schlie\u00dfen, um die Wilderei-Krise zu beenden.<\/p>\n<p><b>Das Elfenbeinhandelsverbot und der legale Handel nach China<\/b><br \/>\nDer internationale Handel mit Elfenbein wurde durch das Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommen (CITES) im Jahr 1989 verboten. Doch seitdem hat CITES zwei Abverk\u00e4ufe von Elfenbein-Lagerbest\u00e4nden aus dem s\u00fcdlichen Afrika im Jahr 1999 und 2008 genehmigt. W\u00e4hrend der erste Verkauf nur nach Japan ging, erlaubte CITES im Jahr 2008 China das erste Mal 68 Tonnen Elfenbein zu importieren. Die Begr\u00fcndung: Legaler Handel w\u00fcrde den illegalen Markt austrocknen und Elefanten in freier Wildbahn sch\u00fctzen. Aktuelle Daten \u00fcber Elfenbeinhandel und Wilderei zeigen jedoch, dass das Gegenteil eingetreten ist: Afrikanische Elefanten werden in einem Ausma\u00df f\u00fcr Elfenbein geschlachtet wie seit den 1980er Jahren nicht mehr. Weltweit beschlagnahmten Beh\u00f6rden im Jahr 2013 mehr als 44 Tonnen Elfenbein &#8211; der h\u00f6chste Wert seit 25 Jahren. Bis zu 50.000 Elefanten werden von Wilderern jedes Jahr get\u00f6tet. Die menschliche Gier nach Elfenbein bedroht das \u00dcberleben der afrikanischen Elefanten. China ist heute der weltweit gr\u00f6\u00dfte Verbraucher von legalem wie illegalem Elfenbein.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/europa-ein-offener-markt-fuer-elfenbeinhandel\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artensch\u00fctzer fordern die EU auf, den Elfenbeinhandel zu verbieten EU ist der gr\u00f6\u00dfte Exporteur von antikem Elfenbein Br\u00fcssel, 2. Juni 2014. 16 Artenschutzorganisationen fordern die Regierungen in der EU auf, jeglichen Handel mit Elfenbein zu beenden und Lagerbest\u00e4nde zu zerst\u00f6ren. 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