{"id":555,"date":"2009-04-12T08:36:41","date_gmt":"2009-04-12T07:36:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=555"},"modified":"2009-04-12T08:43:16","modified_gmt":"2009-04-12T07:43:16","slug":"newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-mrz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-mrz\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im M&auml;rz"},"content":{"rendered":"<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe:<\/b>  <\/p>\n<p>Die Serie an Ungl\u00fccksf\u00e4llen in der Nairobi-Nursery setzte sich leider auch im M\u00e4rz fort. Der 2 Monate alte <b>Kirisia<\/b> wurde, ganz allein unterwegs, in der N\u00e4he des Kirisia-Waldes in Maralal, Nordkenia, gefunden und kam schon v\u00f6llig ausgezehrt bei uns an. Ohne eine lebensrettende Infusion h\u00e4tte er wohl nicht einmal den Flug nach Nairobi \u00fcberlebt. Am 1. M\u00e4rz, nur eine Woche nach seiner Rettung, ist er schlie\u00dflich gestorben. Nur einen Tag sp\u00e4ter folgte ihm <b>Soit<\/b>, der eine Woche vorher extrem abgemagert aus der Massai Mara bei uns eintraf und schon zu lange ohne Milch auskommen musste. Durch den Tod dieser beiden Waisen stieg die Zahl der in den letzten 2 Wochen verstorbenen Elefantenbabies in der Nursery auf 5, denn ein weiteres starb an einer Lungenentz\u00fcndung und zwei andere an den Folgen einer Darminfektion durch Rotaviren. Es ist wichtig zu erw\u00e4hnen, dass all diese tragischen F\u00e4lle auf Weideland aufgelesen wurden, wo sie sich Wasserstellen mit ebenso abgemagerten und von Krankheiten befallenen Viehherden teilen m\u00fcssen, da die Wasserquellen aufgrund der Trockenheit knapp werden. Im Dunkeln bleibt die Zahl all der wilden Elefantenbabies, die den Folgen dieser au\u00dfergew\u00f6hnlichen D\u00fcrre durch ihr noch nicht voll ausgebildetes Immunsystem erliegen. Staub, verschmutzt durch den Kot der domestizierten Tiere, gelangen \u00fcber die oberen Luftwege in den Atemtrakt der Elefanten, und besonders Rotaviren scheinen f\u00fcr Jungtiere sehr gef\u00e4hrlich zu sein. Viehherden trifft man in allen Nationalparks mittlerweile \u00fcberall an (in Tsavo sollen es mehr als 80.000 Nutztiere sein), und die Regierung scheint unf\u00e4hig, diesem Problem zu begegnen. Und dass, obwohl dieses Problem nach Klimawandel und Wilderei nach Elfenbein und Wildfleisch eine weitere ernsthafte Gefahr f\u00fcr Kenias unbezahlbares Wildtiererbe darstellt. Wir sind schockiert dar\u00fcber, dass die Regierung sogar ernsthaft erw\u00e4gt, die Sportjagd zu erlauben und den Abschuss von \u201e\u00fcberz\u00e4hligen\u201c Wildtieren <i>(Culling bzw. Keulung) <\/i>in einem neuen Gesetz zu verankern. Wenn man \u00fcberlegt, dass die Wildtierpopulationen ohnehin schon unter Druck stehen und immer weiter abnehmen, lie\u00df sich der Gesetzgeber hier schlichtweg falsch beraten. Man fragt sich, wann und falls \u00fcberhaupt, dieser politische Wahnsinn, die Gier und Korruption in diesem einst wundersch\u00f6nen Land endlich ein Ende finden!<\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Im M\u00e4rz trafen drei weitere Baby-Elefanten in der Nursery ein, und somit stieg die Zahl der Waisen wieder auf 15 an. Eine einj\u00e4hrige kleine Elefantenkuh aus der Amboseli-Population wurde am 14. M\u00e4rz eingeflogen und war bereits das 4. Opfer des Brunnens am Fu\u00dfe des Mt. Kilimandscharo, der auch <b>Sinya<\/b>, <b>Mawenzi<\/b> und <b>Kibo<\/b> als Waisen zur\u00fccklie\u00df. Wir nannten das K\u00e4lbchen \u201e<b>Shira<\/b>\u201c, nach einem weiteren gro\u00dfen Gipfel der Bergkette.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/safely-on-his-feet-in-the-stable-and-very-hungry.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"164\" alt=\"Kibo\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/safely-on-his-feet-in-the-stable-and-very-hungry-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Den Forschern im Amboseli gelang es in der Zwischenzeit, die Massai zu \u00fcberzeugen, die Kanten dieses und anderer Wasserl\u00f6cher in der Region durch eine niedrige Wand abzugrenzen. Die Errichtung dieser W\u00e4lle hat unterdessen begonnen und soll es den erwachsenen Elefanten erm\u00f6glichen, nach wie vor aus dem Brunnen zu saufen, aber ihre Jungen vor dem Hineinst\u00fcrzen bewahren.  <\/p>\n<p>Nur einen Tag sp\u00e4ter, am 15. M\u00e4rz, traf bereits die n\u00e4chste Waise in der Nursery ein. Diesmal handelte es sich um einen 5 Monate alten kleinen Bullen, dem wir den Namen \u201e<b>Bhaawa<\/b>\u201c gaben (gesprochen: Bahawa). So hei\u00dft auch das Gebiet, wo er von Stammesangeh\u00f6rigen in der N\u00e4he der Kirisia Berge und der Stadt Maralal in Nordkenia gefunden wurde. Das Baby steckte hoffnungslos im Schlamm eines austrocknenden Wasserloches fest. Gl\u00fccklicherweise war er in weitaus besserer Verfassung als die Elefantenwaisen, die wir durch die Virusinfektion verloren hatten, und am Ende des Monats ging es ihm gesundheitlich gut.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/the-calf-is-kept-cool-while-they-wait-for-the-plane1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"244\" alt=\"Bhaawa\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/the-calf-is-kept-cool-while-they-wait-for-the-plane-thumb1.jpg\" width=\"165\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Ithumba-Gruppe: M\u00e4rz 2009<\/b>  <\/p>\n<p>Das erste Jahresviertel sind zugleich die hei\u00dfesten Monate in Kenia, und nach den sp\u00e4rlichen Regenf\u00e4llen in der letzten Saison, ist es jetzt sogar noch trockener und hei\u00dfer als gew\u00f6hnlich. Die Ithumba-Waisen waren mehrfach gezwungen, sich Wasser aus ihren M\u00e4gen hinter die Ohren zu spritzen, um ihre K\u00f6rpertemperatur herunter zu k\u00fchlen. Permanent, sowohl Tag als auch Nacht, kommen wilde Elefanten zum Saufen an die Stallungen, und einmal st\u00fctzte sich sogar ein gro\u00dfer Bulle mit seinen Vorderbeinen auf der Tr\u00e4nke ab, so dass er mit seinem R\u00fcssel direkt aus dem Wasserzulauf trank. Die Keeper drehten den Hahn ab, weil sie verhindern wollten, dass das Wasser der Tr\u00e4nke durch schmutzige F\u00fc\u00dfe verdreckt wird. Der Besucher war nat\u00fcrlich gar nicht erfreut und bestand darauf, nur frisches Wasser zu saufen. Er bedrohte die Keeper, die gerade dabei waren, die Stallungen auszufegen und wollte sogar das Tor einrennen. Erst als die Keeper das Wasser wieder anstellten, beruhigte er sich &#8211; ein Beispiel f\u00fcr Elefantenfrust und dass der Bulle tats\u00e4chlich wusste, dass die Keeper die Gewalt \u00fcber den Wasserzulauf haben! Ein weiterer gro\u00dfer Bulle, der f\u00fcr gew\u00f6hnlich erst sp\u00e4t in der Nacht an die Stalltr\u00e4nke kommt, wenn alle anderen den Trog schon fast ausgesoffen haben, ist da viel toleranter. Er wartet ruhig und geduldig neben der Tr\u00e4nke, bis die Keeper den Hahn wieder \u00f6ffnen &#8211; wieder ein anderes Beispiel f\u00fcr die Intelligenz der Dickh\u00e4uter.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/rapsu-with-the-wild-elephant.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"184\" alt=\"rapsu with the wild elephant\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/rapsu-with-the-wild-elephant-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p><b>Yattas<\/b> Gruppe mit den \u00e4lteren, von den Keepern unabh\u00e4ngigen Waisen, hatten eine sehr gesellige Zeit mit ihren wilden Freunden. Fast jeden Tag sah man sie entweder beim Schlammbad oder an den Stallungen, stets in Begleitung ihrer wilden Freunde. Manchmal trifft man sich auch erst beim Bad oder an den Stallungen, fast t\u00e4glich jedoch zum Saufen an der Stalltr\u00e4nke. Meist d\u00fcrfen sich die wilden Elefanten dann zuerst bedienen, offenbar wissen die Waisen, dass sie jederzeit \u201eNachschlag\u201c bekommen. Auch die J\u00fcngeren trinken oft gemeinsam mit ihren wilden Artgenossen, sei es morgens, wenn sie aus ihren St\u00e4llen kommen oder wenn sie von den wilden Elefanten in den Busch begleitet werden, bevor sie sich zum Grasen trennen. Die Keeper halten dabei immer einen gr\u00f6\u00dferen Sicherheitsabstand, um das Get\u00fcmmel nicht zu st\u00f6ren.  <\/p>\n<p><b>Yattas<\/b> Gruppe hielt wie immer regen Kontakt zu den J\u00fcngsten. Regelm\u00e4\u00dfig kamen sie morgens zum gemeinsamen Fressen oder W\u00e4lzen im Dreck, und oft kehrten sie abends gemeinsam an die St\u00e4lle zur\u00fcck. Die \u00c4lteren verabschiedeten sich dann und verbrachten die Nacht im Busch, w\u00e4hrend es sich die J\u00fcngeren in ihren Nachtquartieren bequem machten. Auch gab es wieder regelm\u00e4\u00dfigen Rollentausch innerhalb der beiden Gruppen, einmal sogar mit einer wilden Herde. <b>Wendi<\/b>, <b>Tomboi<\/b> und <b>Napasha<\/b> fehlten am 8. M\u00e4rz in <b>Yattas<\/b> Gruppe, die den Tag mit den J\u00fcngeren verbrachte. Aber am Abend tauchten sie \u00fcberraschend mit einer wilden Herde an den Stallungen auf! <b>Yattas<\/b> Gruppe kam ein bisschen sp\u00e4ter und nahm die drei schlie\u00dflich wieder mit! Am 13. und 14. beschloss <b>Wendi<\/b>, bei den J\u00fcngsten, bekannt als <b>Galanas<\/b> Gruppe, zu bleiben, und auch am 17. trennte sie sich von <b>Yattas<\/b> Gruppe und traf sich mit der von <b>Galana<\/b> im Busch &#8211; offenbar ein weiterer Beweis f\u00fcr die erstaunliche Kommunikation via Infraschall! <b>Sunyei<\/b> und <b>Madiba<\/b> gerieten in den Bann der \u00e4lteren Gruppe, und tauschten ihre Positionen mit <b>Rapsu<\/b> und Challa<b>,<\/b> die sich f\u00fcr eine ruhige Auszeit mit den J\u00fcngeren und ihren Keepern entschieden. Am 26. waren <b>Nasalot<\/b> und <b>Orok<\/b> an der Reihe, verbrachten den Tag mit den Junioren, und trafen sich erst abends an den Stallungen wieder mit <b>Yatta<\/b> und ihren Gef\u00e4hrten &#8211; das Wiedersehen gab ein riesiges Get\u00f6se, so als h\u00e4tte man sich Ewigkeiten nicht gesehen!  <\/p>\n<p>Am 22. hielt ein weiteres Beispiel f\u00fcr den ausgepr\u00e4gten Verstand der Elefanten bereit: an diesem Tag tauchten drei L\u00f6wen an den Stallungen auf, die offenbar saufen wollten. Vor Ort erwarteten sie jedoch wilde Elefanten und <b>Yattas<\/b> Gruppe mit den \u00e4lteren Waisen. <b>Yatta<\/b>, <b>Mulika<\/b> und <b>Kinna<\/b> scheuchten die kleineren Elefanten ihrer Gruppe (<b>Buchuma<\/b>, <b>Orok<\/b>, <b>Ol<\/b> <b>Malo<\/b> und <b>Napasha<\/b>) sofort in den schmalen Gang hinter <b>Galanas<\/b> Stall und den Unterk\u00fcnften der Keeper, wo <b>Napasha<\/b> auf sie aufpasste. Dann gesellten sie sich wieder zu ihren wilden Freunden, die sich mit den L\u00f6wen in einer Pattsituation befanden. Die Elefanten waren sehr resolut und verweigerten den L\u00f6wen den Zugang zum Wasser &#8211; trotz lautstarker Einsch\u00fcchterungsversuche seitens der L\u00f6wen. Das half ihnen allerdings kein St\u00fcck, denn die Elefanten bewegten sich die ganze Nacht nicht vom Fleck, selbst als die L\u00f6wen l\u00e4ngst verschwunden waren. Erst als D\u00e4mmerung am n\u00e4chsten Morgen hereinbrach, durften <b>Napasha<\/b>, <b>Buchuma<\/b>, <b>Ol<\/b> <b>Malo<\/b> und Klein <b>Orok<\/b> ihr sicheres Versteck verlassen und starteten gemeinsam mit <b>Yattas<\/b> Gruppe in einen weiteren abenteuerlichen Tag.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/galana.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"184\" alt=\"galana\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/galana-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Am 7. statteten vier Wildhunde dem Stallgel\u00e4nde einen kurzen Besuch f\u00fcr einen hastigen Schluck von der Tr\u00e4nke ab, und am 16. waren es noch einmals drei. Am 10. schlich ein wilder Leopard um die Stalltr\u00e4nke und wartete bis er an der Reihe war, nachdem die Elefanten sich auf den Weg in den Busch gemacht hatten.  <\/p>\n<p>Die Keeper freuten sich, dass sie den von uns <b>Rafiki<\/b> genannten Bullen am 14. endlich wiedersahen. Er kam in Begleitung von 3 m\u00e4nnlichen Freunden an die Tr\u00e4nke. Nachdem er so lange verschwunden war, begr\u00fc\u00dfte er die J\u00fcngsten ausgiebig in ihren St\u00e4llen. <b>Rafiki<\/b> kennt sie sehr gut, denn er hat in der Vergangenheit viele Wochen mit der Gruppe verbracht, sie zum mitt\u00e4glichen Bad begleitet und ist ihnen und ihren Keepern wie ein sch\u00fctzender Schatten gefolgt. Einmal hat er sogar vor dem Stallgel\u00e4nde \u00fcbernachtet und seinen gro\u00dfen Kopf zum Schlafen auf einem riesigen Stein abgest\u00fctzt! Die Anwesenheit dieses g\u00e4nzlich wilden Bullen und seine erstaunliche Gelassenheit gegen\u00fcber dieser ungew\u00f6hnlichen Situation ist der Grund daf\u00fcr, dass er uns so ans Herz gewachsen ist und sogar einen Namen bekommen hat. Gerade auch deshalb, weil er einer der ersten wilden Elefanten war, die sich tags\u00fcber in Stalln\u00e4he aufhielten und sich aus der Tr\u00e4nke bedienten, spielt er eine wichtige Rolle in Ithumba.  <\/p>\n<p>Am 21. passierte etwas ganz Ungew\u00f6hnliches, als ein Baby-Buschbock an den St\u00e4llen auftauchte und an einer der Milchflaschen der Keeper saugte. Diese lockten ihn in ihr Wohngel\u00e4nde, allerdings ergriff er sp\u00e4ter die Flucht und wurde nicht mehr gesehen. Die von den Keepern aufgezogene Ducker-Waise wurde inzwischen in die Wildnis entlassen, aber von Zeit zu Zeit kommt sie noch zum Saufen an das kleine Schlammloch neben der Stalltr\u00e4nke.  <\/p>\n<p>In der Tat war es ein \u201cwilder\u201c Monat sowohl f\u00fcr die Waisen als auch die Keeper in Ithumba. Die Wasserversorgung im Stallgel\u00e4nde stellte sich in dieser au\u00dfergew\u00f6hnlich trockenen und sehr hei\u00dfen Jahreszeit als wahrlicher Segen f\u00fcr die wilden Elefanten und unsere Waisen heraus. <b>Sians<\/b> Fu\u00dfproblem hat sich in der Zwischenzeit, genauso wie ihr Allgemeinbefinden, deutlich verbessert. Inzwischen kann sie sogar als Junior-Leitkuh die J\u00fcngeren wieder anf\u00fchren. <b>Galana<\/b> ist und bleibt jedoch die oberste Matriarchin und wird oft von <b>Makena<\/b> unterst\u00fctzt. <b>Sunyei<\/b> zieht es offenbar in Erw\u00e4gung sich demn\u00e4chst selbst in die Gruppe von <b>Yatta<\/b>, <b>Nasalot<\/b>, <b>Mulika<\/b> und <b>Kinna<\/b> zu bef\u00f6rdern. Die \u00fcblichen Kr\u00e4ftemessen zwischen den Bullen blieben auch in diesem Monat nicht aus, die Hauptakteure waren <b>Kamboyo<\/b> gegen <b>Zurura<\/b> und <b>Madiba<\/b> gegen <b>Kora<\/b>. Dass Elefanten auch Regen vorhersagen k\u00f6nnen wurde klar, als alle Bullen der j\u00fcngeren Gruppe, n\u00e4mlich <b>Madiba<\/b>, <b>Kora<\/b>, <b>Kenze<\/b>, <b>Kamboyo<\/b>, <b>Ndomot<\/b> und <b>Zurura<\/b>, ihr morgendliches Fressen am 27. f\u00fcr ganze 20 Minuten unterbrachen um ausgelassen herumzutoben &#8211; und siehe da, am Nachmittag nieselten ein paar Regentropfen vom Himmel! Eigentlich ist es sehr ungew\u00f6hnlich, dass die Bullen an solch einem hei\u00dfen Tag wie verr\u00fcckt trompeten und sich um die B\u00fcsche jagten, denn die Futtersuche hat dann h\u00f6chste Priorit\u00e4t! Dieses merkw\u00fcrdige Verhalten erkl\u00e4rt sich vielleicht aber darin, dass die Elefanten bereits ahnten, dass es sp\u00e4ter am Tag noch regnen w\u00fcrde!  <\/p>\n<p><b>Monatsbericht f\u00fcr die Voi-Gruppe: M\u00e4rz 2009<\/b>  <\/p>\n<p>Die vier Ex-Nursery-Babies, die im vergangenen Monat hastig nach Voi gebracht wurden, um Platz f\u00fcr die steigende Zahl von Neuank\u00f6mmlingen in der Nairobi-Nursery zu schaffen, haben sich inzwischen sehr gut eingelebt und finden sichtlich Gefallen an ihrem neuen Lebensabschnitt. Der t\u00e4gliche Ablauf beginnt mit Spielereien auf dem Stallgel\u00e4nde, w\u00e4hrend sich die Keeper auf den Tag im Busch vorbereiteten; es wird an der Stalltr\u00e4nke gesoffen und am langen Gras gekaut, das auf dem fruchtbaren Boden hinter der Kantine w\u00e4chst, wo vorher die ehemaligen Elefantenwaisen gen\u00e4chtigt hatten. Von den Keepern werden sie anschlie\u00dfend an die Futterstelle gef\u00fchrt, zwischendurch wird gebadet und Milch gef\u00fcttert, und dem Schlammbad folgt schlie\u00dflich eine ausgiebige Einheit W\u00e4lzen im Dreck und Entspannung im Schatten der B\u00e4ume, bis die Temperaturen gegen Abend wieder sinken.  <\/p>\n<p><b>Wasessa<\/b>, die einzige Kuh in der Gruppe und zugleich die \u00e4lteste Waise, wurde automatisch zur Leitkuh und ist sichtlich irritiert, wenn einer der anderen ohne ihre vorherige Zustimmung die F\u00fchrung \u00fcbernimmt. <b>Shimba<\/b> darf die Gruppe ab und an abends zu den Stallungen zur\u00fcckleiten, und f\u00fcr gew\u00f6hnlich ist er auch der Takthalter, wenn die Zeit f\u00fcr die Milchmahlzeit oder f\u00fcr das Schlammbad gekommen ist. Es gibt immer viel Spa\u00df im Schlamm, obwohl <b>Shimba<\/b>, der schon immer als etwas wasserscheu galt, das Treiben manchmal lieber vom Rand aus beobachtet und sich anstelle eines Bades im kalten Wasser lieber im warmen Dreck suhlt oder ein kleines Nickerchen einlegt!  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/orphans-heading-to-the-bush.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"184\" alt=\"Orphans heading to the bush\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/orphans-heading-to-the-bush-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Die Tatsache, dass <b>Wasessa<\/b> sich noch an ihr fr\u00fches Leben in einer wilden Herde erinnert, zeigte sich deutlich, als eine wilde Kuh gemeinsam mit ihren drei K\u00e4lbern, zwei im Teenager-Alter und ein ganz junges, zum Saufen an die Stalltr\u00e4nke kamen: sie eilte sofort herbei um die vier herzlich zu begr\u00fc\u00dfen. Ihr Freund <b>Siria<\/b> war nicht ganz so aufgeschlossen und z\u00f6gerte im Angesicht von so viel Vertrautheit. Es ist m\u00f6glich, dass <b>Wasessa<\/b> das Gr\u00fcppchen bereits kannte und sich erinnert hat, denn ihre Begr\u00fc\u00dfung war sehr spontan und aufrichtig. Und schlie\u00dflich wurde sie ganz in der N\u00e4he von Mazinga Hill gerettet, der gleich hinter den Stallungen thront. <b>Siria<\/b> und <b>Wasessa<\/b> stehen sich sehr nahe, haben sich bereits in der Nursery einen Stall geteilt, und Gleiches gilt f\u00fcr <b>Shimba<\/b> und <b>Mzima<\/b>, das Baby der Gruppe.  <\/p>\n<p><b>Shimba<\/b> verhielt sich nicht sonderlich heldenhaft, als <b>Mzima<\/b> laut aufschrie, nachdem er bei einem freundschaftlichen Kr\u00e4ftemessen gegen einen Hitzdraht gedr\u00fcckt wurde! W\u00e4hrend <b>Wasessa<\/b> ihm sofort zu Hilfe eilte, ergriff <b>Shimba<\/b> die Flucht, weil er offenbar <b>Wasessas<\/b> Bestrafung f\u00fcrchtete! Er machte sp\u00e4ter alles wieder gut, indem er <b>Mzima<\/b> nicht mehr von der Seite wich, und beide blieben ganz nah bei den Keepern, w\u00e4hrend <b>Wasessa<\/b> und <b>Siria<\/b> schon den Duft der Unabh\u00e4ngigkeit schnupperten und ein bisschen weiter abw\u00e4rts grasten. Trotz allem fl\u00fcchteten sie sofort schutzsuchend hinter die Keeper, als sie von einem Trupp k\u00e4mpfender Paviane erschreck wurden! Mit ihren 2 Lebensjahren sind sie in einem vergleichbaren Menschenalter und immer noch abh\u00e4ngig von \u00e4lteren \u201eFamilien\u201c-Mitgliedern, vor allem wenn sie Angst haben.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/siria-in-the-old-stockade.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px\" height=\"164\" alt=\"Siria in the old stockade\" src=\"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/wp-content\/2009\/04\/siria-in-the-old-stockade-thumb.jpg\" width=\"244\" border=\"0\"\/><\/a>  <\/p>\n<p>Emilys Familie wurde diesen Monat nicht gesehen, und auch Aitong konnten die Keeper nicht aufsp\u00fcren. Wahrscheinlich haben sich beide Gruppen zusammengeschlossen und sind auf der Futtersuche in einer Gegend, wo das Weideland besser ist. Es wird sehr aufregend, wenn sich eines Tages alle an den Stallungen wieder treffen. Das wird mit Sicherheit passieren, denn \u201eElefanten vergessen nie\u201c! Au\u00dferdem werden sie neugierig sein, die Neuank\u00f6mmlinge in ihrem alten Zuhause in Tsavo kennenzulernen.  <\/p>\n<p>Zwei wilde Elefanten und ein 3-j\u00e4hriges Kalb haben in diesem Monat ihren Durst an der Stalltr\u00e4nke gestillt, und offenbar haben sie keine Scheu vor den Keepern, denn sie lie\u00dfen sich vom Treiben auf dem Stallgel\u00e4nde \u00fcberhaupt nicht st\u00f6ren. Am 26., auf dem Weg zum Schlammbad, entdeckten die Waisen auf der gegen\u00fcberliegenden Seite der Ebene eine Herde wilder Elefanten. Der Gedanke an ihre mitt\u00e4gliche Milchmahlzeit lenkte sie aber offensichtlich so sehr ab, dass sie keine Zeit f\u00fcr neue Bekanntschaften hatten. Am gleichen Nachmittag kam eine wilde Kuh mit ihrem Kalb zum Saufen an die Stalltr\u00e4nke, allerdings noch vor der R\u00fcckkehr der Waisen. Ansonsten wurden in diesem Monat keine weiteren wilden Elefanten gesehen, wahrscheinlich aus gleichem Grund wie bei <b>Emily<\/b> und ihrer Familie.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-mrz\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsbericht f\u00fcr die Nursery-Gruppe: Die Serie an Ungl\u00fccksf\u00e4llen in der Nairobi-Nursery setzte sich leider auch im M\u00e4rz fort. Der 2 Monate alte Kirisia wurde, ganz allein unterwegs, in der N\u00e4he des Kirisia-Waldes in Maralal, Nordkenia, gefunden und kam schon v\u00f6llig ausgezehrt bei uns an. Ohne eine lebensrettende Infusion h\u00e4tte er wohl nicht einmal den Flug &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-mrz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eNewsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im M&auml;rz\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-555","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/555","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=555"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/555\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":556,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/555\/revisions\/556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=555"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}