{"id":579,"date":"2002-09-03T10:15:24","date_gmt":"2002-09-03T09:15:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=579"},"modified":"2002-09-03T10:15:24","modified_gmt":"2002-09-03T09:15:24","slug":"newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-august-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-august-2\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im August"},"content":{"rendered":"<p><b>Nairobi Nursery:<\/b> <\/p>\n<p>Anfang des Monats gab es f\u00fcr uns eine freudige \u00dcberraschung, als n\u00e4mlich der britische UNO-Botschafter, Sir Jeremy Greenstock, Mitgliedern des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen eine Patenschaft f\u00fcr <b>Burra<\/b> zum Geschenk machte. Als Symbol, wie er sagte, f\u00fcr alles was gut und was schlecht ist in Afrika. Das Gute ist die Tatsache, dass <b>Burra<\/b> gerettet wurde, das Schlechte ist, dass er vorher in eine Drahtschlinge von Wilderern geriet (und dadurch sein Ohr so schwer verletzte). Wir hoffen, dass durch die damit verbundene Publicity die Notlage der Elefanten noch mehr bewusst gemacht wird &#8211; ebenso wie die Bedrohungen, denen sie durch die Fleischwilderer und den Elfenbeinhandel ausgesetzt sind.<\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Den Pateneltern, die uns so wunderbar unterst\u00fctzen, k\u00f6nnen wir versichern: Alle Eli-Babys gedeihen pr\u00e4chtig. Wenn man die Fotos sieht, die sie kurz nach ihrer Ankunft zeigen &#8211; verst\u00f6rt, ausgemergelt, die Gesichter manchmal schon vom Tod gezeichnet &#8211; dann k\u00f6nnen wir kaum glauben, dass es so schlimm um sie stand. <b>Burra<\/b> ist gewachsen und strotzt vor Gesundheit, sein verletztes Ohr ist gut verheilt und flattert jetzt eben in zwei gesunden H\u00e4lften. Auch die kleine <b>Seraa<\/b> ist gewachsen und sogar etwas rundlich, obwohl sie f\u00fcr ihr Alter noch recht winzig ist. <b>Solango<\/b> ist jetzt fast so gro\u00df wie <b>Burra<\/b> und <b>Thoma<\/b> sogar noch etwas gr\u00f6\u00dfer. Weiterhin eine beliebte Abwechslung f\u00fcr die Eli-Waisen: den Warzenschweinen hinterherjagen, die rund um die Nursery leben &#8230; Ach, es ist einfach wundervoll, sie alle so gesund und gl\u00fccklich zu sehen.  <\/p>\n<p><b>Die Tsavo-Waisen<\/b>: <\/p>\n<p>Mit den wilden Herden vertragen sich die \u00e4lteren Waisen wirklich recht gut. Auch wenn <b>Emily<\/b> und <b>Aitong<\/b>&nbsp; erst einmal reichlich verschreckt waren, als ein ganzer&nbsp; Club von Junggesellen gern ihre Bekanntschaft machen wollten&#8230;. <b>Mweya<\/b> ist au\u00dfergew\u00f6hnlich aufgeschlossen. Zusammen mit <b>Sweet Sally<\/b>, <b>Maungu<\/b> und <b>Ndara<\/b> begegnete sie einigen B\u00fcffeln; und sie mischten sich unter eine Zebra-Herde. Aber als <b>Mweya<\/b> mit einem Fohlen spielen wollte, bekam sie aus Versehen einen Tritt ins Gesicht! Selbst vor Giraffen hatten die vier keine Angst und grasten friedlich zwischen ihnen. Bellende Paviane versetzten sie allerdings in Angst und Schrecken; auch ein Specht und der Schrei eines Impala-Bocks war ihnen nicht geheuer. Wie gut, dass die Keeper nie weit sind. Bei ihnen f\u00fchlen sich dann alle gleich wieder rundum sicher&#8230;  <\/p>\n<p>Ein interessanter Vorfall ereignete sich, als <b>Edie<\/b>, <b>Natumi<\/b>, <b>Laikipia<\/b>, <b>Salama<\/b> und <b>Ilingwezi<\/b> auf den Kadaver eines toten Zebras stie\u00dfen. Dort blieben sie mehr als zehn Minuten lang schweigend und unbeweglich sehen &#8211; ganz so, als ob sie trauerten. Beim Fortgehen trompeteten sie Alarm. Dies ist ein Beispiel f\u00fcr das Mitgef\u00fchl, das Elefanten nicht nur f\u00fcr ihresgleichen, sondern auch f\u00fcr andere Tiere empfinden. <\/p>\n<p>Die beiden Freundinnen <b>Nasalot<\/b> und <b>Mulika<\/b> haben inzwischen die j\u00fcngeren Eli-M\u00e4dchen <b>Mweya<\/b> und <b>Sweet Sally<\/b> unter ihre Fittiche genommen. Die beiden sind &#8211; wohl in Erinnerung an ihre gemeinsame Zeit in der Nursery <b>&#8211; <\/b>immer noch dicke Freundinnen, die sich gegenseitig besch\u00fctzen und einander helfen, wann immer es n\u00f6tig ist. <\/p>\n<p><b>Imenti<\/b> verbringt weiterhin immer mehr Zeit mit <b>Edo<\/b>; \u00f6fter mischen sie sich unter die wilden Herden. Trotzdem gibt <b>Imenti<\/b> nie seine Besch\u00fctzer-Rolle auf und scheint sogar ziemlich eifers\u00fcchtig ist, wenn <b>Edo<\/b> <b>Aitong<\/b> verfolgt und versucht, sich mit ihr zu paaren. Als sich <b>Imenti<\/b> neulich zwischen die beiden dr\u00e4ngte, wurde er von dem irritierten <b>Edo<\/b> leicht mit dem Sto\u00dfzahn verletzt. Da waren es dann anschlie\u00dfend die armen Keeper, bei denen <b>Imenti<\/b> seinen Frust ablud.&nbsp; <\/p>\n<p><b>Emily<\/b> besch\u00fctzt vor allem die J\u00fcngsten, zum Beispiel den kleinen <b>Tsavo<\/b>. Wehe, wenn <b>Loisaba<\/b> versucht, ihn von ihr fernzuhalten&#8230;. Aber <b>Emily<\/b> eilt grunds\u00e4tzlich auch allen anderen aus ihrer Gruppe zur Hilfe. Als <b>Laikipia<\/b> beim Rangeln mit einem wilden Kalb in einen Dornbusch geschubst wurde, schreckte <b>Emily<\/b> selbst vor den gro\u00dfen Wilden nicht zur\u00fcck. <b>Laikipia<\/b> ist ein besonders f\u00fcrsorglicher und z\u00e4rtlicher kleiner Bulle. Er begleitet die Babys zum Milch-Traktor, stellt sich sch\u00fctzend neben sie und f\u00fchrt sie nach ihrer Milchmahlzeit wieder mit zur\u00fcck zum Schlammbad. <b>Kinna<\/b> und <b>Yatta<\/b> sind dicke Freundinnen, ebenso die kleineren Bullen <b>Mukwaju<\/b>, <b>Lolokwe<\/b> und <b>Nyiro<\/b>;&nbsp; <b>Salama<\/b> hielt sich in diesem Monat zur Abwechslung einmal etwas im Hintergrund. <\/p>\n<p>Bei den M\u00e4dchen ist <b>Icholta<\/b> tonangebend, und die &#8222;Young Boys&#8220; m\u00fcssen sich vor ihr in Acht nehmen. Die freundlichsten kleinen &#8222;Jungs&#8220; sind zweifellos immer noch <b>Nyiro<\/b> und <b>Mukwaju<\/b>, die jeden menschlichen Besucher mit ihrem R\u00fcssel umschlingen und um einen Daumen betteln, an dem sie nuckeln k\u00f6nnen. Die Eli-M\u00e4dchen bleiben dagegen lieber unter sich. <\/p>\n<p><b>Emily<\/b> und <b>Aitong<\/b> haben \u00fcbrigens schon wieder versucht, wilden M\u00fcttern ihre K\u00e4lber auszuspannen, was bei Waisen-Elis \u00fcblich zu sein scheint, ihre Mutter-Familie verloren haben. Dadurch machen sie sich nat\u00fcrlich bei den wilden K\u00fchen ziemlich unbeliebt. <b>Emily<\/b> ist jedoch wie immer eine f\u00fcrsorgliche Matriarchin in ihrer kleinen adoptierten Familie, treu unterst\u00fctzt von der j\u00fcngeren <b>Aitong<\/b>. So k\u00fcmmern sich beide besonders um <b>Mweiga<\/b> und <b>Maungu<\/b>, die immer noch etwas schw\u00e4cher sind als die anderen. <\/p>\n<p>Mittags, beim Schlammbad, kommen sich die Frechdachse der Waisen auf ihre Kosten.&nbsp;&nbsp; Wie neulich, an einem relativ kalten Tag, als niemand so richtig Lust auf ein Bad hatte. Da nahm <b>Ilingwezi<\/b> mit ihrem R\u00fcssel eine Ladung kaltes Wasser auf und prustete es \u00fcber die arme <b>Edie<\/b>. Wie oft haben wir als Kinder so etwas gemacht! <\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Mitglieder der Gruppe nuckeln mit gro\u00dfem Wohlbehagen an den Ohren von <b>Emily<\/b> und <b>Aitong<\/b>, und die Gro\u00dfen lassen sie gew\u00e4hren, denn sie wissen, wie gern die Kleinsten das haben. <b>Loisaba<\/b> ist allerdings ziemlich eifers\u00fcchtig auf <b>Emilys<\/b> enge Beziehung zu den Babys, besonders zum kleinen <b>Tsavo<\/b>. <b>Maungu<\/b> verg\u00f6ttert <b>Aitong<\/b> und weicht ihr selten von der Seite.  <\/p>\n<p>Es war ein harter Monat f\u00fcr die Waisen, besonders f\u00fcr die Kleinen, denn in Tsavo herrschte gro\u00dfe Trockenheit, und Gr\u00fcnfutter war schwer zu finden. Trotzdem sind alle gut in Form, obwohl einige gegen W\u00fcrmer behandelt werden mussten &#8211; auch <b>Edo<\/b>. Andere &#8222;Big Boys&#8220;, <b>Dika<\/b> oder <b>Ndume<\/b> zum Beispiel,&nbsp; lie\u00dfen sich in diesem Monat nicht bei den Waisen blicken, aber das kann nur Gutes bedeuten, n\u00e4mlich, dass sie irgendwo weiter drau\u00dfen sind und nicht bei den Stockades &#8222;herumh\u00e4ngen&#8220;. Auch von <b>Mvita<\/b> ist im Tagebuch der Keeper kaum die Rede, und das ist ebenso eine gute Nachricht, denn das bedeutet, dass sie nicht mehr allein beiseite steht, sondern sich gl\u00fccklich unter all die anderen gemischt hat. Da es viele Kontakte mit wilden Elefanten entlang des Voi River gab, wo die Waisen sich jetzt viel aufhalten, mussten sich die Keeper, ihre menschlichen Betreuer, sehr im Hintergrund halten und die Gruppe durch Rufe immer wieder &#8222;zusammentrommeln&#8220;. Dabei versammelt <b>Emily<\/b> dann stets ihren Clan um sich und passt auf, dass alle da sind. Bei solchen Gelegenheiten bleiben nur <b>Edo<\/b> und <b>Imenti<\/b> manchmal zur\u00fcck.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-august-2\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nairobi Nursery: Anfang des Monats gab es f\u00fcr uns eine freudige \u00dcberraschung, als n\u00e4mlich der britische UNO-Botschafter, Sir Jeremy Greenstock, Mitgliedern des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen eine Patenschaft f\u00fcr Burra zum Geschenk machte. Als Symbol, wie er sagte, f\u00fcr alles was gut und was schlecht ist in Afrika. 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