{"id":5875,"date":"2014-12-11T18:27:34","date_gmt":"2014-12-11T17:27:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=5875"},"modified":"2014-12-11T18:27:34","modified_gmt":"2014-12-11T17:27:34","slug":"suedafrika-krueger-nationalpark-interessante-forschungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/suedafrika-krueger-nationalpark-interessante-forschungen\/","title":{"rendered":"S\u00fcdafrika, Kr\u00fcger Nationalpark: Interessante Forschungen!"},"content":{"rendered":"<p>Es wird kein weiteres Culling der Elefanten im Kr\u00fcger NP mehr geben. (Culling ist das Erschie\u00dfen von Elefanten wegen &#8222;zu gro\u00dfer&#8220; Populationen.) Der Grund ist, da\u00df neue, &#8222;nat\u00fcrliche&#8220; Methoden, die Elefantenzahlen zu regulieren, die Vermehrungsrate auf nur 2 % (anstelle von fr\u00fcher 6,5 %) verringert haben. Man ist jetzt soweit, einzusehen, da\u00df es nicht darum geht, die Populationszahlen zu kontrollieren, sondern die nat\u00fcrlichen Prozesse Einflu\u00df nehmen zu lassen, unter Ber\u00fccksichtigung z.B. wo Elefanten Zeit verbringen und was sie tun, wenn sie an bestimmten Pl\u00e4tzen sind. Culling hat nicht funktioniert, um die Auswirkung von Elefanten auf bestimmte Gegenden (gemeint sind Landschafts-\/Baumzerst\u00f6rungen) zu regeln. Die neue Methode, nat\u00fcrliche Prozesse zu imitieren, scheint viel besser zu funktionieren. Diese nat\u00fcrliche Methode besteht haupts\u00e4chlich darin, den Elefanten nur limitierten Zugang zu Wasserl\u00f6chern zu gew\u00e4hren. (Dazu mu\u00df man sagen, da\u00df in S\u00fcdafrika die Nationalparks alle umz\u00e4unt sind, so da\u00df die Elefanten nicht migrieren k\u00f6nnen und deshalb der Mensch eingreifen mu\u00df, indem er z.B. in D\u00fcrrezeiten Wasser k\u00fcnstlich zugibt. Weitere Info zum Thema &#8222;Zuviele Elefanten im s\u00fcdlichen Afrika?&#8220; unter <a href=\"http:\/\/graueriesen.jimdo.com\/elefanten-elephants\/zuviele-elefanten-im-s\u00fcdlichen-afrika\/\">http:\/\/graueriesen.jimdo.com\/elefanten-elephants\/zuviele-elefanten-im-s\u00fcdlichen-afrika\/<\/a>)<\/p>\n<p><!--more-->\u00dcber zwei Drittel der Wasserl\u00f6cher, haupts\u00e4chlich im trockenen Norden des Parks, wurden nach 2003 geschlossen, so da\u00df die Elefanten wegwanderten, und so kann sich die Landschaft im Norden wieder vom &#8222;Gebrauch&#8220; der Elefanten erholen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Wirkung der Elefanten auf die Natur zu regeln hei\u00dft nicht, die Populationszahlen zu regeln, &#8211; es geht darum, WIE Elefanten die Landschaft nutzen. Elefanten brauchen Schatten, Wasser und Nahrung und sie bevorzugen es, Menschen zu vermeiden. Im Kr\u00fcger Park waren sie fr\u00fcher gewohnt, da\u00df es von \u00fcberall aus gesehen in einer Entfernung von nur 5 km Wasser gab. D.h. sie hatten keinen Grund, gro\u00dfartig umherzuziehen. Dies wurde nun durch die Schlie\u00dfung von Wasserbohrl\u00f6chern wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht und somit nat\u00fcrlichere Umst\u00e4nde wieder hergestellt. Es wurden auch Z\u00e4une zwischen dem Kr\u00fcger Park und Mozambique und Z\u00e4une zu einigen privaten Schutzgebieten im Westen niedergerissen, was den Elefanten mehr Raum gibt. Wie erwartet, hat sich die Elefantenzahl nat\u00fcrlich reduziert durch den schwereren Zugang zu Wasser: Mehr K\u00e4lber und mehr \u00e4ltere Elefanten starben, und die Geburtenrate ging zur\u00fcck. Normalerweise kann eine Elefantenkuh unter den besten Umgebungsumst\u00e4nden (wie im Kr\u00fcger Park fr\u00fcher) alle 3 Jahre ein Kalb zur Welt bringen. Jetzt ist der Geburtenrhythmus auf alle 4,2 bis 4,5 Jahre zur\u00fcckgegangen. Wenn die K\u00fche weiter laufen m\u00fcssen, um an Wasser und Futter zu gelangen, geht das von ihrer Kondition ab, und somit geht auch ihre Bereitschaft zur Empf\u00e4ngnis zur\u00fcck. K\u00e4lber werden bis zum Alter von etwas 3 Jahren ges\u00e4ugt, wenn sie beginnen, Sto\u00dfz\u00e4hne zu bekommen. Danach m\u00fcssen sie sich Wasser und Futter selbst suchen, wie der Rest der Herde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Reaktionen auf die Schlie\u00dfung der Wasserl\u00f6cher im Kr\u00fcger war verschieden in den unterschiedlichen Gebieten. Zum Beispiel gingen im Norden die \u00dcberlebensraten zur\u00fcck, w\u00e4hrend im S\u00fcden (wo es mehr nat\u00fcrliches Wasser gibt), die Geburten zur\u00fcckgingen. Warum dies geschieht, ist nicht klar. Diese Verhaltens\u00e4nderung mu\u00df noch einige Jahre lang erforscht werden. Eins ist klar: Es findet eine nat\u00fcrliche Bev\u00f6lkerungsregulierung statt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der Schlie\u00dfung der Wasserl\u00f6cher sind die Elefanten auch zu den Fl\u00fcssen gewandert, wobei ihr Druck auf die Vegetation nun dort besonders stark ist. Solche Folgen der Abwanderung m\u00fcssen nun ebenfalls erforscht und korrigiert werden. Eine der Methoden, diese Orte weniger Elefantenbelastung auszusetzen ist, als Abschreckung eine menschliche Anwesenheit zu simulieren. Das kann durch technische Mittel geschehen, wie z.B. L\u00e4rm (Gewehrsch\u00fcsse in die Luft) oder kleine Feuer, oder Bienenz\u00e4une oder Z\u00e4une mit aufgebrachter Chilli-Pfeffer-So\u00dfe. Letzteres wurde ausprobiert mit dem Ergebnis, da\u00df Elefanten solche Z\u00e4une vermieden, allerdings nur eine Zeitlang, denn Elefanten sind sehr klug und durchschauen Tricks schnell, und sie gew\u00f6hnten sich einfach an den sonst ungeliebten Geruch.<\/p>\n<p>Bei den Bienenz\u00e4unen besteht die Schwierigkeit darin, da\u00df die Bienen, genau wie die Elefanten, lange D\u00fcrrezeiten \u00fcberleben m\u00fcssen. Mit der Imitation von Bienenger\u00e4uschen ging es wie mit den Chilli-Z\u00e4unen: Die Elefanten reagierten zuerst abwehrend darauf, aber sie fanden bald heraus, da\u00df es eine Imitation ist und lie\u00dfen sich dann nicht mehr davon st\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Daten der Auswirkung von Elefanten auf die Vegetation sind noch nicht schl\u00fcssig. Elefanten nur begrenzten Zugang zu einem Gebiet zu geben, verhinderte nicht die Verringerung der Vielf\u00e4ltigkeit der Holz-Vegetation. Tats\u00e4chlich nahm wie in bestimmten Gebieten des Kr\u00fcger-NPs die Vielf\u00e4ltigkeit der Vegetation zu, wo es eine hohe Elefantendichte gab. Der h\u00f6chste Grad der Vegetationszerst\u00f6rung ist auch nicht dort, wo es die h\u00f6chste Elefantendichte gibt. Der Druck auf die Vegetation bezieht sich also nicht unbedingt auf die Zahl der Elefanten. Es stellte sich heraus, da\u00df dies wohl an den &#8222;jugendlichen Randalierern&#8220; unter den Elefantenbullen liegen k\u00f6nnte. Bullen werden mit ungef\u00e4hr 15 Jahren geschlechtsreif, kommen erst mit ca. 30 Jahren in die Musth und werden erst mit 40 &#8211; 45 Jahren wirklich konkurrenzf\u00e4hig. Deshalb sind Teenager-Bullen oft sehr frustriert und lassen diesen Frust an B\u00e4umen aus, die sie niedermachen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt noch keinen Zaun, der einen Elefanten auf Dauer zur\u00fcckhalten k\u00f6nnte. Es sind ungef\u00e4hr 150 Elefanten mit Sendehalsb\u00e4ndern versorgt worden, und nur einer von ihnen hat bisher niemals den Park verlassen. Die meisten anderen bewegten sich in die privaten Schutzgebiete und nach Mozambique. Sie gehen nachts aus dem Park raus, fressen Marula-Fr\u00fcchte und kommen zur\u00fcck, wobei sie die Begegnung mit Menschen meiden. Aber die Elefanten machten den Zaun platt und so k\u00f6nnen auch B\u00fcffel dar\u00fcberlaufen und aus dem Park wandern und so u.U. Krankheiten auf die Rinder von Viehhirten \u00fcbertragen. Man plant, ein niedrigere Z\u00e4une zu bauen, \u00fcber den Elefanten einfach dr\u00fcbersteigen k\u00f6nnen, jedoch die B\u00fcffel im Park zur\u00fcckh\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Elefantenkonflikt mit Menschen ist in der Gegend selten. Die Gesetze jedoch erlauben, ein zerst\u00f6rerisches Tier abzuschie\u00dfen, wenn es sich au\u00dferhalb des Parks befindet.<\/p>\n<p>Culling soll nur noch angewandt werden, z.B. wenn es darum geht, einen &#8222;Problem-Elefanten&#8220; zu erschie\u00dfen.<\/p>\n<p>Elfenbein-Wilderei ist im Kr\u00fcger-Park noch selten &#8211; in diesem Jahr sind nur 2 Elefanten gewildert worden.<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Elefantenpopulation im Kr\u00fcger NP ist sch\u00e4tzungsweise momentan bei 16.900, basierend auf einer Z\u00e4hlung von 2012. (1994 waren es 8.000 Elefanten.)<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/suedafrika-krueger-nationalpark-interessante-forschungen\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wird kein weiteres Culling der Elefanten im Kr\u00fcger NP mehr geben. (Culling ist das Erschie\u00dfen von Elefanten wegen &#8222;zu gro\u00dfer&#8220; Populationen.) Der Grund ist, da\u00df neue, &#8222;nat\u00fcrliche&#8220; Methoden, die Elefantenzahlen zu regulieren, die Vermehrungsrate auf nur 2 % (anstelle von fr\u00fcher 6,5 %) verringert haben. 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