{"id":589,"date":"2003-08-03T10:24:03","date_gmt":"2003-08-03T09:24:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=589"},"modified":"2003-08-03T10:24:03","modified_gmt":"2003-08-03T09:24:03","slug":"newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-juli-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-juli-3\/","title":{"rendered":"Newsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Juli"},"content":{"rendered":"<p><b>Nairobi Nursery:<\/b> <\/p>\n<p>Am 14. Juli bekamen wir in der Nairobi Nursery Zuwachs von der Mpala Ranch im Laikipia District in Nord-Kenia. Einige Tage zuvor war offenbar eine Herde von Norden her auf die Ranch gekommen, viele der Tiere von Schusswunden durchl\u00f6chert, und ein Bulle war so schwer am Kopf verletzt, dass er wie betrunken umher taumelte. Seit auf der CITES Konferenz im Jahre 2002 die Entscheidung zur Lockerung des internationalen Handelsverbots f\u00fcr Elfenbein gefallen war, hat es einen eindeutigen Aufschwung in der Wilderei gegeben, besonders in Nord-Kenia, und unser neuester Nursery-Z\u00f6gling, der kleine, etwa 9 Monate alte <b>&#8222;Napasha&#8220;<\/b>, ist offensichtlich eines der Opfer. Nach seiner Ankunft wurde er von <b>Wendi<\/b> und <b>Tomboi<\/b> argw\u00f6hnisch be\u00e4ugt, denn er ist genauso gro\u00df wie sie, wenn nicht noch etwas gr\u00f6\u00dfer. Aber die winzige <b>Sunyei<\/b>, die der verspielteste kleine Eli von allen ist, raste sofort auf ihn zu und schloss Freundschaft mit ihm. Und <b>Olmalo<\/b>, der <b>Sunyei<\/b> verg\u00f6ttert, schloss sich gleich an. Schon bald entschied auch <b>Tomboi<\/b>, dass es eine gute Sache sein musste, noch einen Jungen in der Herde zu haben, auch wenn er etwas gr\u00f6\u00dfer war. Und sobald <b>Wendi<\/b> gemerkt hatte, dass er f\u00fcr ihre Position als Mini-Matriarchin der Nursery-Gruppe keine Gefahr war, begr\u00fc\u00dfte auch sie ihn freundlich in der Herde. <b>Selengai<\/b>, die ein sehr unabh\u00e4ngiger kleiner Elefant ist, der macht, was er will, und nur an der Milchflasche interessiert ist, tat so, als w\u00fcrde sie den Neuank\u00f6mmling gar nicht sehen, und dachte nur an die n\u00e4chste F\u00fctterung! Sie ist sehr gewachsen und strotzt vor Gesundheit, ein pausb\u00e4ckiger Wonneproppen.<\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Wie die meisten Elefanten, die ihre Mutter und ihre Familie verloren haben, hatte <b>Napasha<\/b> in den ersten N\u00e4chten Schlafprobleme und schrie sehr viel w\u00e4hrend der Nacht. Nach etwa vier Tagen jedoch wurde er ruhiger, und nun wird er jeden Tag ein bi\u00dfchen gl\u00fccklicher und h\u00e4ngt, wie <b>Selengai<\/b>, sehr an seiner Milchflasche. Er hat erstaunlicherweise gegen\u00fcber Menschen nie Aggressionen gezeigt, obwohl man das in seinem Alter erwarten w\u00fcrde. Er ist wie <b>Morani<\/b> ein sehr sanfter und freundlicher kleiner Kerl, und wenn erst seine psychischen Wunden verheilt sind und die schrecklichen Erlebnisse, die er zweifellos hatte, verblassen, dann wird er bei den anderen Elis und bei seinen menschlichen Fans ein hei\u00dfer Favorit sein. <\/p>\n<p><b>Wendi<\/b> hat sich zu einer verantwortungsbewussten kleinen Matriarchin gemausert und ist bei weitem nicht mehr so grob wie fr\u00fcher. <b>Tomboi<\/b> &#8211; zu deutsch &#8222;Wildfang&#8220; &#8211; macht seinem Namen alle Ehre. Er ist st\u00fcrmisch, verspielt und ziemlich boshaft, w\u00e4hrend <b>Olmalo<\/b> und <b>Selengai<\/b> zur\u00fcckhaltender sind und sich allein vergn\u00fcgen. Die kleine <b>Sunyei<\/b> ist entz\u00fcckend, denn sie spielt und spielt und spielt den ganzen Tag lang, und weil sie so klein ist, verzaubert sie jeden, der das Gl\u00fcck hat, ihr zu begegnen. Insgesamt gesehen war es f\u00fcr die Nursery-Elis ein guter Monat, und alle sind gr\u00f6\u00dfer geworden und haben zugenommen. <\/p>\n<p><b>Die Tsavo-Waisen:<\/b> <\/p>\n<p>Jetzt, zu Beginn der Trockenperiode, wenn die wilden Herden sich in Gebieten sammeln, die noch etwas gr\u00fcn sind, haben unsere Waisen fast t\u00e4glich Kontakt mit wilden Elefanten, was sehr erfreulich ist. Besonders freut es uns, wenn wir sehen, wie gut unsere Neuank\u00f6mmlinge mit den wilden Elefanten zurechtkommen. <b>Mpala<\/b> ist schnurstracks auf eine wilde Kuh zugegangen und durfte sogar in deren Ohr nuckeln, und alle unsere Kleinen vergn\u00fcgten sich zwischen den wilden Herden in der Schlammsuhle. Einmal kletterten <b>Burra<\/b>, <b>Thoma<\/b>, <b>Morani<\/b> und <b>Seraa<\/b> auf eine 18-j\u00e4hrige wilde Kuh, die sich extra im Schlammbad hingelegt hatte, um es ihnen zu erleichtern. <\/p>\n<p>Allerdings konnte man auch beobachten, dass sie alle etwas eingesch\u00fcchtert waren durch eine Kuh mit besonders langen Sto\u00dfz\u00e4hnen, und durch einen sehr gro\u00dfen einsamen Bullen, der sich gern mit den Waisen angefreundet h\u00e4tte, wenn sie nicht schutzsuchend zu den Keepern gelaufen w\u00e4ren. <\/p>\n<p>Bei <b>Ilingwezi<\/b> entwickelte sich am Hinterteil eine schlimme Eiterbeule, die aber dank einer Antibiotika-Spritze mit Langzeitwirkung, die ihr vom Tierarzt verabreicht wurde, gut zu verheilen scheint. <\/p>\n<p>Es ist immer wieder verbl\u00fcffend zu sehen, wie schlechtes Benehmen bestraft wird. Als zum Beispiel <b>Nyiro Burra<\/b> im Schlammbad umschubste und dann noch auf ihn hinaufkletterte, wurde er von <b>Thoma<\/b> und <b>Sosian<\/b>, die sich zusammenschlossen, um ihn zu disziplinieren, aus dem Schlammbad vertrieben. <b>Aitong<\/b> schreitet oft ein, um streitende Elis zu trennen, genau wie <b>Emily<\/b>, und als <b>Mukwaju<\/b> einen umgefallenen Baum attackierte und <b>Emily<\/b> und <b>Mweiga<\/b> ihm in einer vermeintlichen Gefahr zu Hilfe eilten, gab <b>Mweiga Mukwaju<\/b> irritiert einen Schubs, als sie erkannte, dass sie nur wegen eines umgefallenen Baumes zu Hilfe gerufen worden waren! <\/p>\n<p>Die j\u00fcngeren K\u00fche in <b>Natumis<\/b> Altersgruppe d\u00fcrfen in den wilden Herden f\u00fcr gew\u00f6hnlich die wilden Babys ber\u00fchren, aber die wilden Matriarchinnen erlauben dies nicht den \u00e4lteren, wie <b>Aitong<\/b> und <b>Emily<\/b>, denn sie trauen ihnen nicht. Es hat sich n\u00e4mlich herausgestellt, dass Waisen, die keine nat\u00fcrliche Familie haben, dazu neigen, Babys zu klauen, um ihre eigene Herde zu vergr\u00f6\u00dfern, und aus diesem Grunde werden die \u00e4lteren K\u00fche nicht in der N\u00e4he der wilden Babys geduldet. <\/p>\n<p>Bei Begegnungen mit anderen Tierarten, gab es wieder die \u00fcblichen Vorf\u00e4lle mit B\u00fcffeln. Ein alter schwanzloser Bulle verschreckte <b>Seraa, Mweya, Mvita, Tsavo<\/b> und <b>Mpala<\/b>, wurde dann aber von <b>Aitong, Salama<\/b> und <b>Mukwaju<\/b> weggescheucht. Ein &#8222;freundliches&#8220; Warzenschwein versuchte, sich im Schlammbad zu den Waisen zu gesellen. Es wurde aber eingekreist, so dass ihm nur die Flucht zwischen <b>Nyiros<\/b> Beinen hindurch blieb! Vorbeigaloppierende Zebras \u00e4ngstigten die Babys, ebenso ein Waran, den man aber, wie alle sp\u00e4ter herausfanden, prima jagen konnte. <b>Natumi<\/b>, die normalerweise ziemlich zimperlich ist, verscheuchte eine Gruppe von Impalas, was ihr offensichtlich gro\u00dfen Spa\u00df machte! <\/p>\n<p>Die &#8222;Big Boys&#8220; haben sich in diesem Monat nicht blicken lassen, was bedeutet, dass sie sich dort, wo immer sie im Augenblick sind, offenbar wohl f\u00fchlen und keinen Grund haben, zu ihrer menschlichen Familie zur\u00fcckzukehren. <b>Icholta, Lolokwe, Nasalot<\/b> und <b>Mulika<\/b> werden im Tagebuch dieses Monats ebenfalls nicht erw\u00e4hnt, was aber nicht bedeutet, dass sie weniger aktiv waren als die anderen, es ist nur schwierig f\u00fcr die Keeper, jeden Tag jeden einzelnen Vorfall zu notieren. <b>Icholta<\/b> ist ein sehr f\u00fcrsorgliches Mini-Kinderm\u00e4dchen. Der Chef-Keeper Mishak meint, dass sie eines Tages eine wundervolle Matriarchin abgeben wird, denn sie ist stets eine der ersten, die Streithammel trennt. <b>Nasalot<\/b> und <b>Mulika<\/b> sind immer noch dicke Freunde und gl\u00fccklich, wenn sie nur zusammen sein k\u00f6nnen. Auch diese beiden sind sehr zuverl\u00e4ssige Kinderm\u00e4dchen. Die mittelgro\u00dfen Jungs, <b>Salama, Lolokwe<\/b> und <b>Laikipia<\/b> lieben es, beim Spielen ihre Kr\u00e4fte zu messen, und es scheint, als w\u00fcrden auch <b>Nyiro<\/b> und <b>Mukwaju<\/b> gern zu dieser Gruppe geh\u00f6ren. <b>Sosian<\/b> h\u00e4lt sich an die gr\u00f6\u00dferen Jungs, aber er scheint sich in diesem Monat besser zu betragen, da er offensichtlich von den anderen zurechtgestutzt wurde. Das Tagebuch zeigt, dass diejenigen, die schon in der Nursery Freunde waren, auch hier eng verbunden bleiben und in der gr\u00f6\u00dferen Gruppe der Waisen aufeinander Acht geben. \u00dcber alle j\u00fcngeren wachen sorgf\u00e4ltig <b>Emily<\/b>, die Matriarchin unserer Gruppe, <b>Aitong<\/b>, das &#8222;Ober-Kinderm\u00e4dchen&#8220;, und <b>Loisaba<\/b> und <b>Icholta<\/b> sowie die anderen jungen K\u00fche von <b>Natumis<\/b> Gruppe, die &#8222;Hilfs-Kinderm\u00e4dchen&#8220;. Es f\u00e4llt auf, dass es stets die weiblichen Tiere sind, die als erste Streith\u00e4hne auseinanderbringen, wobei sie oftmals von den gr\u00f6\u00dferen Jungs Verst\u00e4rkung erhalten.<\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-juli-3\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nairobi Nursery: Am 14. Juli bekamen wir in der Nairobi Nursery Zuwachs von der Mpala Ranch im Laikipia District in Nord-Kenia. Einige Tage zuvor war offenbar eine Herde von Norden her auf die Ranch gekommen, viele der Tiere von Schusswunden durchl\u00f6chert, und ein Bulle war so schwer am Kopf verletzt, dass er wie betrunken umher &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/newsletter-aus-kenia-die-eli-waisen-im-juli-3\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eNewsletter aus Kenia \/ die Eli-Waisen im Juli\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-589","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-monatsberichte"],"pp_statuses_selecting_workflow":false,"pp_workflow_action":"current","pp_status_selection":"publish","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/589","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=589"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/589\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=589"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=589"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=589"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}