{"id":6298,"date":"2015-03-05T18:03:12","date_gmt":"2015-03-05T17:03:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=6298"},"modified":"2015-03-09T16:46:54","modified_gmt":"2015-03-09T15:46:54","slug":"wiedervereint-mit-ndume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wiedervereint-mit-ndume\/","title":{"rendered":"Ein Wiedersehen mit Ndume"},"content":{"rendered":"<p>Unsere Freude war grenzenlos: der vermeintlich wilde Bulle, der sich gelegentlich im Camp von Mark Deeble und Vicky Stones am Unterlauf des derzeit Wasser f\u00fchrenden Voi-Flusses am frischen Duschwasser bediente, entpuppte sich als kein Geringerer als unser 26-j\u00e4hriger Ex-Waise Ndume. Da die beiden vermuteten, dass der &#8222;wilde&#8220; Besucher, der sich nicht ganz wie ein wilder Elefant benahm, einer der Ex-Waisen des David Sheldrick Wildlife Trusts sein k\u00f6nnte, wandten sie sich an Angela. Angela schickte zwei langj\u00e4hrige Keeper der Voi-Einheit los, um ihn zu identifizieren, wenn er das n\u00e4chste Mal vorbeikommen w\u00fcrde. Chef-Keeper Joseph Sauni und Mishak Nzimbi machten sich am 4. Februar auf den Weg, um den &#8222;wilden&#8220; Bullen unter die Lupe zu nehmen.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/images\/beforeandafter.jpg\" alt=\"\" \/><\/center><center><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/jnq0fcuKJD0\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/center><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Als er die Stimmen seiner ehemaligen menschlichen Familie h\u00f6rte, erstarrte Ndume f\u00fcr einen Moment, bevor er sich dem Fahrzeug mit den Keepern n\u00e4herte und ihnen zur Begr\u00fc\u00dfung zukollerte. Es war tats\u00e4chlich Ndume, nun 26 Jahre alt, geboren im Januar 1989 im Imenti-Wald. Der Imenti-Wald ist ein heimischer Wald \u00f6stlich von Mount Kenya zwischen den Ortschaften Embu und Meru. Ndume war erst drei Monate alt, als er zu uns kam. Er war bewusstlos gewesen, denn ein zorniger Stammesangeh\u00f6riger war an der Herde vorbei gekommen, als die gerade den Wald am Mount Kenya betreten wollte, und hatte ihm hart auf den Kopf geschlagen. Die fr\u00fchere Wanderroute der Elefanten war inzwischen von nicht allzu elefantenfreundlichen Bauern besiedelt worden, die ihre Ernte besch\u00fctzen wollten.<\/p>\n<p>Ndume war eines von drei Elefantenbabys gewesen, die mit der fliehenden Herde nicht hatten mithalten k\u00f6nnen. Eines wurde vor seinen Augen get\u00f6tet und das andere nannten wir Malaika; sie stand unter Schock, nachdem sie mit Macheten angegriffen worden war. Beide konnten nur durch das rechtzeitige Eingreifen der Wildh\u00fcter des Kenya Wildlife Service gerettet werden. Als Ndume das Bewusstsein wiedererlangte, konnte er sich nicht erinnern, was passiert war und wie er seine geliebte Mutter und Familie verloren hatte. Als er im Waisenhaus angekommen war, zeriss es uns das Herz, seine wilde und verzweifelte Suche nach seiner Elefantenfamilie mitansehen zu m\u00fcssen. Er rannte im Busch herum und schrie, bis er vor Ersch\u00f6pfung aufgeben musste. Es dauerte viele Wochen, bis er sich seinem Schicksal ergeben hatte und viele Monate, bis seine Trauer abebbte und er endlich wieder zu spielen begann, wie es sich f\u00fcr ein Elefantenbaby geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Daphne mit Ndume und Malaika\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/22420157241-pic1.jpg\" alt=\"Daphne mit Ndume und Malaika\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Ndume als winziges Kalb 1989\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/224201572-pic3.jpg\" alt=\"Ndume als winziges Kalb 1989\" border=\"0\" \/><\/center>Ndume wurde sp\u00e4ter zur Voi-Auswilderungsstation des Trust im s\u00fcdlichen Tsavo East Nationalpark gebracht, wo er mit anderen Waisen wie Malaika, Dika, Edo, Ajok und Olmeg aufwuchs und wo sich ihm sp\u00e4ter die j\u00fcngeren Waisen Imenti, Uaso und Lewa anschlossen. Er, Lewa und Imenti gerieten dann in schlechte Gesellschaft und gingen mit zwei wilden Artgenossen davon, die regelm\u00e4\u00dfig bei Dunkelheit in das Gemeindeland au\u00dferhalb der Stadt Voi wanderten. Diese Grenze wurde sp\u00e4ter vom Kenya Wildlife Service mit einem elektrischen Zaun versehen.<\/p>\n<p>Aus Angst, dass ihnen dort etwas zusto\u00dfen k\u00f6nnte, brachten wir Ndume, Lewa und Imenti \u00fcber 160 km weit weg in den Tsavo West Nationalpark, wo sie weit entfernt von allen gef\u00e4hrlichen Grenzen freigelassen wurden. Lewa war deutlich j\u00fcnger und lebte sich schnell in die dort lebenden wilden Herden ein, doch Ndume machte auf dem Absatz kehrt und war einen Monat sp\u00e4ter wieder zur\u00fcck in Voi und schloss sich Emily und seinen anderen Waisenfreunden, die in der N\u00e4he der Stallungen lebten, wieder an. Dass er von einem ihm v\u00f6llig unbekannten Ort \u00fcber diese Entfernung wieder nach Hause gefunden hat, ist ein weiteres gutes Beispiel f\u00fcr die erstaunlichen F\u00e4higkeiten der Elefanten, zumal er w\u00e4hrend der Fahrt bet\u00e4ubt gewesen war. Imenti war sichtlich ungl\u00fccklich mit der Situation. Er war allein in Tasvo West zur\u00fcckgeblieben und lungerte eine Weile an der Kilaguni Lodge herum, bevor wir entschieden, ihn die 160km nach Hause zur\u00fcckzuf\u00fchren. Imenti machte sich gemeinsam mit seinem geliebten Keeper Mishak auf diese ungew\u00f6hnliche Reise.<\/p>\n<p>Nach einer Weile schlossen sich Ndume und seine Freunde Edo, Dika und Uaso den wildlebenden Tsavo-Bullen an. Zuvor aber k\u00fcmmerten sie sich noch um Irima, der noch milchabh\u00e4ngig war und sich doch pl\u00f6tzlich beim Mittagsschlammbad einer wilden Herde angeschlossen hatte. Edo und Ndume brachten ihn zu den Keepern zur\u00fcck.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Daphne mit Ndume 1993\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/22420156287-pic1.jpg\" alt=\"Daphne mit Ndume 1993\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Malaika, Ndume, Dika, Edo und Olmeg\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/22420156365-pic1.jpg\" alt=\"Malaika, Ndume, Dika, Edo und Olmeg\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Ndume mit Ajok 1996\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015638-pic2.jpg\" alt=\"Ndume mit Ajok 1996\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Ndume und Malaika 1995\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/22420156388-pic1.jpg\" alt=\"Ndume und Malaika 1995\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Ndume (links) mit einem Baby, Emily und Malaika\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015655-pic4.jpg\" alt=\"Ndume (links) mit einem Baby, Emily und Malaika\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Ndume mit Malaika im Hintergrund 1997\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015633-pic2.jpg\" alt=\"Ndume mit Malaika im Hintergrund 1997\" border=\"0\" \/><\/center>Wir sind unheimlich stolz und froh dar\u00fcber, dass Ndume am Leben ist und es ihm gut geht. Jeder Waise, den wir von Kindesbeinen an aufgezogen haben, hat eine beeindruckende Geschichte, die in ihren jeweiligen Profilen und im Tagebuch der Keeper erz\u00e4hlt wird. Dieser neue Abschnitt in der Geschichte des Ex-Waisen Ndume ist ein ganz besonderer Kn\u00fcller, der uns sehr froh und stolz macht. Ndume besuchte die Voi-Keeper zuletzt 2007, aber f\u00fcr die gro\u00dfen Jungs ist es nicht un\u00fcblich, fl\u00fcgge zu werden und sich den wilden Elefanten anzuschlie\u00dfen &#8211; irgendwann tun sie es alle. Die K\u00fche dagegen lieben es, ihr Leben und ihre Nachkommen mit ihrer menschlichen Familie zu teilen und besuchen ihre geliebten Keeper regelm\u00e4\u00dfiger, auch wenn sie ab und zu einmal l\u00e4ngere Zeit fort sind.<\/p>\n<p>Ndume hat sein auff\u00e4lliges \u00c4u\u00dferes bewahrt: einen gro\u00dfen Kopf, kurze Beine und perfekt symmetrische, geschwungene Sto\u00dfz\u00e4hne. Er ist ein gro\u00dfartiger Bulle, der von wilden Freunden umgeben ist. F\u00fcr Mishak, der Ndume und Malaika im Waisenhaus aufgezogen hatte und Joseph Sauni, der sie mit seinem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen durch ihre Auswilderungszeit in Tsavo begleitet hatte, war dieses Wiedersehen ein unglaublich bewegender Moment. Malaika war leider vor einigen Jahren bei der Geburt ihres Kalbs gestorben.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" title=\"Ndume entspannt sich unter einem Baum, 2015\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015655-pic5.jpg\" alt=\"Ndume entspannt sich unter einem Baum, 2015\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Ndume 2015\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015659-pic4.jpg\" alt=\"Ndume 2015\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Ndume - Wiedersehen mit einem alten Freund\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015655-pic6.jpg\" alt=\"Ndume - Wiedersehen mit einem alten Freund\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Ndume 2015\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015655-pic2.jpg\" alt=\"Ndume 2015\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Beeindruckender Ndume\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015659-pic2.jpg\" alt=\"Beeindruckender Ndume\" border=\"0\" \/><img decoding=\"async\" title=\"Ndume wandert mit wilden Freunden umher\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015659-pic3.jpg\" alt=\"Ndume wandert mit wilden Freunden umher\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Die Keeper sind gl\u00fccklich, ihren alten Freund wiederzusehen\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/2242015659-pic5.jpg\" alt=\"Die Keeper sind gl\u00fccklich, ihren alten Freund wiederzusehen\" border=\"0\" \/><\/center><center><img decoding=\"async\" title=\"Mishak Nzimbi\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/224201565918-pic1.jpg\" alt=\"Mishak Nzimbi\" border=\"0\" \/><\/center>Vicky Stone und Mark Deeble haben die wunderbare Geschichte ihres mysteri\u00f6sen Freundes mit ihren eigenen Worten beschrieben und sie kann hier nachgelesen werden: <strong><a href=\"https:\/\/markdeeble.wordpress.com\/2015\/02\/22\/ndume-the-story-of-an-elephant\/\">Ndume : the story of an elephant <\/a><\/strong><\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/markdeeble.wordpress.com\/2015\/02\/22\/ndume-the-story-of-an-elephant\/\"><img decoding=\"async\" title=\"Ndume 2015 - Copyright Mark Deeble und Vicky Stone\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/Updates_files\/224201572425-pic1.jpg\" alt=\"Ndume 2015 - Copyright Mark Deeble und Vicky Stone\" border=\"0\" \/><\/a><br \/>\nNdume 2015 &#8211; Copyright Mark Deeble und Vicky Stone<\/center>&nbsp;<\/p>\n<p><em>(\u00fcbersetzt aus dem <a href=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/updates\/updates.asp?ID=776\">englischen Original<\/a>)<\/em><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/wiedervereint-mit-ndume\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Freude war grenzenlos: der vermeintlich wilde Bulle, der sich gelegentlich im Camp von Mark Deeble und Vicky Stones am Unterlauf des derzeit Wasser f\u00fchrenden Voi-Flusses am frischen Duschwasser bediente, entpuppte sich als kein Geringerer als unser 26-j\u00e4hriger Ex-Waise Ndume. 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