{"id":7603,"date":"2016-04-02T17:43:33","date_gmt":"2016-04-02T16:43:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reaev.de\/wordpress\/?p=7603"},"modified":"2016-04-03T19:06:50","modified_gmt":"2016-04-03T18:06:50","slug":"nairobi-nursery-februar-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/nairobi-nursery-februar-2016\/","title":{"rendered":"Nairobi Nursery Februar 2016"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Montag, 1. Februar 2016<\/strong><br \/>\nNaseku, Balguda, Oltaiyoni, Olsekki und Roi f\u00fchrten die Waisen fr\u00fch am Morgen in den Wald hinaus. Sie kamen an einer Impala-Herde vorbei, die ebenfalls graste. Naseku und Olsekki gingen vorneweg und waren die ersten, die die Impalas sahen. Sie erschraken, machten auf dem Absatz kehrt und rannten mit tiefem Kollern zu den anderen zur\u00fcck. Die Impalas erschraken ebenfalls und flohen in alle Richtungen in die B\u00fcsche. Die j\u00fcngeren wie Ngilai, Ndotto, Lasayen und Godoma rannten schreiend zu ihren Keepern. Ein paar Minuten lang standen sie neben ihren Keepern, r\u00fchrten sich nicht vom Fleck und lauschten mit aufgestellten Ohren, was f\u00fcr Ger\u00e4usche aus dem Wald kamen. Die Keeper beruhigten sie und schlie\u00dflich lie\u00dfen sie sich \u00fcberzeugen, dass tats\u00e4chlich keine Gefahr herrschte. Oltaiyoni f\u00fchrte die Herde weiter in den Wald hinaus und sie begannen fr\u00f6hlich zu grasen.<br \/>\nW\u00e4hrend die meisten Waisen flei\u00dfig grasten, hatten Kauro und Boromoko eine Rangelei, die der kleine Lasayen sehr interessant fand. Er machte mit, und Boromoko brachte ihm ein paar wichtige Techniken bei, bevor er sich wieder Kauro zuwandte, der in der Zwischenzeit geduldig darauf gewartet hatte, dass die Unterrichtsstunde vorbei war. Die beiden rangelten weiter, und Lasayen sah von der Seite zu. Das Spiel endete, als die drei merkten, dass die anderen Waisen bereits tief in den Wald gegangen waren.<br \/>\nW\u00e4hrend der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde um 11 Uhr versuchte Tusuja, Dupotto zu besteigen, w\u00e4hrend sie sich auf dem nassen, matschigen Boden herumrollte. Mbegu sah das, und da sie die Anf\u00fchrerin der j\u00fcngeren Waisen ist, ging sie hin\u00fcber und schubste ihn von Dupotto herunter. Er kullerte auf den R\u00fccken, stand auf und ging davon, um es sich in der Mitte des Pools bequem zu machen, wo er den Rest der Besuchszeit ein Schlammbad genoss.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/38201643041-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Naseku ist erschrocken und stellt die Ohren auf<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Dienstag, 2. Februar 2016<\/strong><br \/>\nAls Pea und Pod aus den Stallungen kamen, waren sie guter Laune und sprangen fr\u00f6hlich herum. Ihr Getobe lockte Ngilai, Rapa und Dupotto an. Sie unterbrachen die Strau\u00dfen, indem sie auf sie zu rannten und um sie herumjagten. Ngilai schien besonders viel Spa\u00df zu haben, stellte seine kleinen Ohren auf und jagte ihnen trompetend nach. Er versuchte, ihre Schwanzfedern zu erwischen, doch er kam kaum an sie heran; die gro\u00dfen V\u00f6gel waren eine echte Herausforderung f\u00fcr ihn. Sie sprinteten davon und rannten im Kreis um Ngilai herum, und die Haken, die sie schlugen, lie\u00dfen Ngilai ab und zu auf den Boden st\u00fcrzen. Da er nichts ausrichten konnte, gab er auf und nuckelte stattdessen an Kamoks Ohren.<br \/>\nW\u00e4hrend der privaten Besuchsstunde um 15 Uhr hatten die Waisen ein ausf\u00fchrliches Schlammbad. Die gro\u00dfen Jungs Enkikwe, Sirimon, Olsekki und Sokotei wollten sich im Pool breit machen, sodass die kleinen Waisen wie Rapa, Mwashoti, Simotua, Lasayen, Mbegu, Godoma, Kauro und Roi an der Seite bleiben mussten. Die kleine Godoma versuchte, in den Matsch zu krabbeln, doch Enkikwe war gemein und setzte sie absichtlich auf sie. Sie schrie auf, und Oltaiyoni kam heran, um einzugreifen, ebenso wie die Keeper. Enkikwe wurde von der armen Godoma herunterjagt. Die Keeper versuchten, ihn aus dem Schlammloch zu scheuchen, doch er dachte nicht daran herauszugehen, sondern stellte sich mittendrin auf. Oltaiyoni schob ihn dann selbst aus dem Pool, sodass Godoma unter ihrer Aufsicht ihr Bad genie\u00dfen konnte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/38201665034-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Pea und Pod spielen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Mittwoch, 3. Februar 2016<\/strong><br \/>\nAls die Waisen auf ihre 9-Uhr-Flaschen warteten, forderten sich Alamaya und Mwashoti gegenseitig zum Ringkampf heraus. Obwohl beide nat\u00fcrlich versuchten, den anderen zu besiegen, sind sie gute Freunde und beide nette Jungs, sodass sie nicht besonders ruppig wurden. Siangiki kam her\u00fcber und versuchte herauszufinden, wieso die beiden Jungs miteinander rangelten. Als sie da war, beendeten sie ihr Spiel aber und gingen zur F\u00fctterstelle.<br \/>\nMurit f\u00fchrte heute die Babygruppe aus Lasayen, Ndotto, Godoma, Ngilai und Rapa an, als sie zur 11-Uhr-F\u00fctterung bei der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde gingen. Lasayen, Ndotto und Rapa versuchten, Murit einzuholen, aber der war schon weit voraus gelaufen. Kurz bevor sie bei den Flaschen ankamen, stie\u00df Rapa Murit von hinten, sodass er nach vorn fiel. So hatte Murit keine Chance mehr, erster zu werden und Rapa und die Babys hinter ihm bekamen die ersten Flaschen. Rapa, den wir wegen seines schlechten Benehmens auch &#8222;die kleine Plage&#8220; nennen, ist manchmal wirklich unfreundlich und hat keinen Respekt vor den anderen Waisen, egal ob gro\u00df oder klein. Manchmal schubst er sogar Naseku, die \u00e4lter ist als er! Rapa h\u00e4ngt sehr an dem \u00e4lteren Tusuja, der ihn manchmal bestraft und zu Mbegu und Kamok schickt, damit diese ihm auch ein wenig Benehmen beibringen. Sie wissen, dass er frech zu den anderen Waisen ist. Sie lassen ihn nicht allzu lange mit ihren kleinen Babys spielen, die sie sehr lieben, und so geht Rapa dann zu Tusuja zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/3820167028-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Mwashoti drau\u00dfen beim spielen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Donnerstag, 4. Februar 2016<\/strong><br \/>\nHeute wollten Pea und Pod nicht mit den Waisen in die Ebenen des Parks hinaus gehen. Die Keeper versuchten mehrfach, sie zu \u00fcberreden, doch entweder Pea oder Pod rannte immer wieder von den Babys weg, gefolgt von dem anderen. Sie liefen dahin zur\u00fcck, wo Kiko und die Kleinen ihren Tag im Wald verbrachten. Die Keeper wollten, dass die Strau\u00dfen in den Weiten des Parks auf ihre Artgenossen treffen, aber sie konnten sie nat\u00fcrlich nicht zwingen und lie\u00dfen ihnen schlie\u00dflich ihren Willen. Sie gingen zu Kiko und den Babys zur\u00fcck, und der Ausflug war abgesagt.<br \/>\nMit der Zeit wird klar, dass Oltaiyoni die verantwortungsvollste Kuh der Waiseherde ist und ihren ganz eigenen Charakter hat. Wir haben es schon oft beobachtet, ob bei der Milchf\u00fctterung oder drau\u00dfen im Busch, bei der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde oder sonst immer wieder. Vor allem bei der Milchf\u00fctterung wird es deutlich; wenn sie herauskommt und sieht, dass die Flaschen noch nicht fertig sind, dann bleibt sie ganz geduldig und rennt nicht aufgeregt um die Flaschen herum &#8211; ganz im Gegenteil zu vielen anderen Waisen! Wenn die Waisen als Gruppe zu den Flaschen gehen, macht sie den anderen Platz und kommt langsam nach. Auch am Abend, auf dem Heimweg zu den Stallungen, sind die anderen Waisen ungeduldig und wollen zu ihrer Milch rennen, doch Oltaiyoni l\u00e4sst sich nicht st\u00f6ren und geht immer gem\u00e4chlich. Sie kommt dann als letzte zusammen mit den Keepern nach Hause. Dank ihrer gro\u00dfen inneren Ruhe wird sie einmal eine hervorragende Leitkuh werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201621950-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Pea, Pod und Kiko<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Freitag, 5. Februar 2016<\/strong><br \/>\nDie kleine Babygruppe, angef\u00fchrt von Tamiyoi, bekam heute von Mbegu und Dupotto besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die f\u00fcrsorgliche Mbegu, die alle kleinen Babys liebt, versuchte dann, sie von Dupotto davonzustehlen, doch Dupotto blieb an ihrer Seite, sodass es schwierig f\u00fcr Mbegu war. Mbegu versuchte, Tamiyoi an ihrem Ohr nuckeln zu lassen und dabei langsam davonzugehen. Schlie\u00dflich gab Dupotto auf und lief von selbst davon.<br \/>\nW\u00e4hrend der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde hatte Kamok viel Spa\u00df mit den Schulkindern, die heute da waren. Sie waren voller Ehrfurcht, als sie das erste Mal in ihrem Leben neben diesem gr\u00f6\u00dften Lands\u00e4ugetier stehen durften, das selbst als Baby schon beeindruckend ist. Kamok machte es Spa\u00df, sie mit einer Mischung aus Angst und Begeisterung aufschreien zu lassen. Kamok stellte meistens einfach nur ihre Ohren weit auf, was die Kinder schon von der Absperrung zur\u00fcckweichen lie\u00df. Kamok machte dann lustige Posen mit Kopfstand an der leeren Absperrung, sodass die Zuschauer ihre Albernheiten mit Applaus bedachten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201622719-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Mbegu ist ein \u00e4u\u00dferst f\u00fcrsorgliches kleines Elefantenm\u00e4dchen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Samstag, 6. Februar 2016<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde um 11 Uhr war es sehr hei\u00df, sodass alle Babys schnell ihre Flaschen leerten und dann in den Matsch gingen, um ihre \u00fcberhitzten K\u00f6rper abzuk\u00fchlen. W\u00e4hrend die Waisen im Schlamm herumrollten und die Zuschauer mit ihren dramatischen Badeshows in ihren Bann zogen, bespritzte Alamaya wieder einmal die Zuschauer in der N\u00e4he, die fotografierten und nicht rechtzeitig bemerkten, was er vorhatte. Sie erschraken sehr, als sie von dem Elefanten, den sie gerade fotografieren wollten, mit Matsch bespritzt wurden! Zur gleichen Zeit genossen Olsekki und Sirimon einen Ringkampf mitten im Pool. Die anderen Waisen gingen aus dem Wasser, um ihnen Platz zu machen. Ihre Rangelei dauerte eine ganze Weile, bis Sirimon ausrutschte und im tiefsten Schlamm auf die Stirn fiel. Olsekki kletterte daraufhin auf ihn. Dadurch rutschte er noch weiter hinein und schrie um Hilfe, sodass die Keeper zu ihm gingen und ihm aus dem Matsch halfen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201661926-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Die Waisen kommen zur \u00f6ffentlichen Besuchsstunde<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Sonntag, 7. Februar 2016<\/strong><br \/>\nWir erhielten heute Morgen von der mobilen Tierarzt-Einheit in der Maasai Mara eine Meldung \u00fcber ein verwaistes Baby dort. Es war schon am Abend vorher von Angestellten eines Safari-Camps gesehen worden, die die Angelegenheit dann an die Tierarzteinheit weitergaben. Diese reagierte umgehend, doch als sie dort ankamen, war das Kalb schon im Geb\u00fcsch verschwunden und es war schon zu sp\u00e4t, um es noch zu suchen. Daher wurde f\u00fcr heute eine Rettungsmission angesetzt. Am fr\u00fchen Morgen nahm die Tierarzteinheit die Suche wieder auf. Patrouillen aus der Luft und am Boden arbeiteten zuammen und fanden das einsame Kalb schlie\u00dflich am Talek-Fluss in der N\u00e4he eines Maasai-Dorfs. Bald waren sie nah genug, um es zu bet\u00e4uben, denn das Kalb war viel zu stark, um es per Hand einzufangen. Gegen Mittag hatten sie es, und es wurde zum Flugfeld in der N\u00e4he gebracht. Von dort aus wurde es zum Waisenhaus in Nairobi geflogen, wo es gegen 17 Uhr ankam. Das neue Waisenm\u00e4dchen kam an, als gerade die anderen Waisen zu den Stallungen zur\u00fcckkehrten, und Olsekki und Simotua begr\u00fc\u00dften sie fr\u00f6hlich. Sie umschlangen ihre R\u00fcssel und ber\u00fchrten das Kalb, um ihm Liebe und Trost zu spenden. Sie ist ungef\u00e4hr 18 Monate alt, abgemagert und voller W\u00fcrmer. Wir haben sie Endito genannt, was in der Sprache der Maasai &#8222;kleines M\u00e4dchen&#8220; hei\u00dft. Wir vermuten, dass sie wegen der Wilderei in der Gegend verwaiste, von der uns die lokalen Bewohner erz\u00e4hlt hatten &#8211; wieder ein Baby, das seine Familie und Mutter aufgrund des Elfenbeinhandels verloren hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201623253-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Die Waisen grasen auf den Ebenen des Nairobi-Nationalparks<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Montag, 8. Februar 2016<\/strong><br \/>\nEndito verbrachte die Nacht unter den wachsamen Augen ihrer Keeper. Sie trank Milch aus einem Eimer, da sie noch nicht zutraulich genug war, um sie aus der Flasche zu trinken. Sie fra\u00df auch etwas Gr\u00fcnfutter. Um 8 Uhr morgens brach die arme zusammen, doch nach erster Hilfe konnten wir sie wiedererwecken, und sie kam wieder auf die Beine.<br \/>\nNachdem die Waisen ihre 9-Uhr-Milch genossen hatten, gingen sie zum Grasen hinaus. Simotua und Mwashoti umschlangen ihre R\u00fcssel und rangelten ein wenig. Das ganze dauerte aber nicht lange, da sie von Kauro gest\u00f6rt wurden. Die beiden Jungs wollten Kauro nicht mitspielen lassen, also beendeten sie ihren Ringkampf und gingen ins Geb\u00fcsch zur\u00fcck. Kauro blieb ohne Spielkameraden zur\u00fcck. Simotua und Mwashoti grasen oft nah beieinander, sie scheinen gute Freunde zu sein und sind beide nicht so ruppig wie einige der anderen Babys.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/3920162425-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Simotua geht mit Mwashoti spielen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Dienstag, 9. Februar 2016<\/strong><br \/>\nHeute Morgen war es k\u00fchl, sodass die kleinen Elefanten etwas l\u00e4nger als \u00fcblich drin bleiben mussten, bis es warm genug f\u00fcr sie war. Die \u00e4lteren Waisen st\u00f6rte das Wetter aber nicht, und sie gingen wie \u00fcblich in den Busch hinaus. Einige nahmen ein Staubbad bei leichtem Regen am fr\u00fchen Morgen. Boromoko, Kauro, Roi, Siangiki und Balguda rollten sich alle gen\u00fcsslich auf dem feuchten Boden herum. Boromokos Posen auf dem Boden fanden Ndotto und Lasayen sehr interessant. Der Kletterer Ndotto versuchte sofort, auf ihm herumzukrabbeln, w\u00e4hrend Lasayen an ihm herunterrutschte. Boromoko ist ein ruhiger gro\u00dfer Junge und lie\u00df sich von den beiden nicht st\u00f6ren, sondern erlaubte ihnen, auf ihm zu spielen. Allerdings sah ihnen auch der kleine Rapa zu und wurde prompt eifers\u00fcchtig. Er rannte zu Ndotto, der flei\u00dfig kletterte, und stie\u00df ihn mit dem Kopf an. Die kleinen Jungs rannten davon, und der freche Rapa schubste eine Weile gegen Boromoko, bis dieser bemerkte, dass es gar nicht mehr seine kleinen Freunde waren, die mit ihm spielten. Er stand abrupt auf und verscheuchte Rapa, da es ihm zu ruppig wurde. Ndotto und Lasayen rangelten inzwischen mit Murit, der langsam immer mehr Interesse am Spielen hat und sich mit den zwei kleinen Jungs angefreundet hat.<br \/>\nIn den Morgenstunden gab es Trauriges zu vermelden, denn wir verloren den frisch geretteten kleinen Endito.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201624858-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Boromoko spielt in der feuchten Erde<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Mittwoch, 10. Februar 2016<\/strong><br \/>\nBei der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde um 11 Uhr, kurz nachdem die erste Gruppe Waisen ihre Milch getrunken hatte, ging der kleine Ngilai an der Absperrung entlang und genoss den Kontakt mit den Zuschauern. Einmal setzte er sich sogar auf das Absperrseil und hob seinen Kopf und R\u00fcssel in die H\u00f6he. Mit dieser Pose eroberte er die Herzen der Besucher und Schulkinder, die seine lustigen Spiele beklatschten. W\u00e4hrend sie applaudierten, rannte Ngilai davon und machte sich an einer Schaufel zu schaffen, die sich herumdrehte, als er mit seinen Vorder- und Hinterbeinen nach ihr trat. Noch bevor die Schaufel zur Ruhe gekommen war, hob Ngilai sie auf und balancierte sie mit dem R\u00fcssel auf der Stirn, w\u00e4hrend er wieder zur Absperrung ging. Bevor er dort war, warf er die Schaufel auf seinen R\u00fccken und lie\u00df sie wieder herunterfallen, um sie dann erneut aufzuheben. Seine Spielereien lockten Godoma und Rapa an, doch Ngilai war schon klar, dass Rapa das Spiel verderben w\u00fcrde! Rapa trat auf den Spaten, sodass Godoma ihn nicht aufheben konnte, und damit war der Spa\u00df beendet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/3920163119-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Ngilai ist ein Entertainer<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Donnerstag, 11. Februar 2016<\/strong><br \/>\nDer Tag begann sehr k\u00fchl und mit einem heftigen Regen, der in der Nacht schon begonnen hatte und bis zum Morgen andauerte. Die zwei kleinen Babys mussten daher noch in ihren St\u00e4llen bleiben, doch die gr\u00f6\u00dferen Waisen rannten fr\u00f6hlich drau\u00dfen herum und genossen den Regen und das Herumrollen im Schlamm. Einige, wie der freche Rapa, Godoma, Ndotto, Lasayen, Mbegu, Naseku, Kamok und Dupotto spielten in den kleinen B\u00e4chen, die sich gebildet hatten. Sie rannten begeistert durch das Wasser, bespritzten sich gegenseitig und trampelten mit ihren F\u00fc\u00dfen im Wasser herum. Dabei trompeteten sie ihre Zufriedenheit laut heraus.<br \/>\nDie gierigen Waisen erstaunen uns immer wieder. W\u00e4hrend alle ihre 9-Uhr-Milch im Busch genossen, hatten die Keeper mit Sokotei zu k\u00e4mpfen. Als er seine Flaschen geleert hatte, kam er immer wieder zur\u00fcck und wollte mehr, obwohl er genau wei\u00df, dass er nur zwei Flaschen bekommt! Die Keeper scheuchten ihn weg, doch Sokotei wartete nur, bis sie mit anderen Waisen besch\u00e4ftigt waren, schlich sich dann unbemerkt zur\u00fcck und stahl eine Flasche von der Schubkarre, mit der er davon rannte. Bis die Keeper ihn eingeholt hatten, war er schon mit der Flasche fertig!<br \/>\nW\u00e4hrend der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde gingen Roi und Olsekki herum und hoben die Milchflaschen auf. Dann lie\u00dfen sie sie bei den Keepern wieder fallen, die gerade noch andere Waisen f\u00fctterten. Sie hatten die Hoffnung, dass irgendeine der Flaschen noch ein paar Tropfen enthalten w\u00fcrde; das passiert aber niemals! Olsekki schnappte sich sogar einmal eine leere Flasche von Roi, weil er dachte, sie h\u00e4tte noch etwas darin gefunden. Aber er hatte sich nat\u00fcrlich get\u00e4uscht, und sie jagten sich gegenseitig herum, ehe sie sich beruhigten und etwas Gr\u00fcnfutter fra\u00dfen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201631245-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Ndotto und Mbegu spielen im Schlamm<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Freitag, 12. Februar 2016<\/strong><br \/>\nAm fr\u00fchen Morgen waren Sirimon und Enkikwe gerade in ein l\u00e4ngeres Kr\u00e4ftemessen vertieft, bei dem sie quer durch das Geb\u00fcsch liefen, als sie \u00fcber einen B\u00fcffel stolperten, der im Dickicht schlief. Diese pl\u00f6tzliche Begegnung lie\u00df sie beide in verschiedene Richtungen davonlaufen. Enkikwe schrie als erster laut auf und rannte davon, und auch Sirimon zog sich eilig zur\u00fcck. Als sie die anderen Waisen erreichten, die in Ruhe grasten, empfingen sie Oltaiyoni und Siangiki und versuchten herauszufinden, was mit ihnen los war. Anstatt sich aber zu beruhigen, machten sie auf dem Absatz kehrt und jagten ins Geb\u00fcsch zur\u00fcck. Sie trampelten herum und trompeteten bei dem Versuch, den B\u00fcffel wiederzufinden, als w\u00e4ren sie gro\u00dfe Elefantenbullen. Oltaiyoni und Siangiki schlossen sich ihnen an, und sie jagten ein paar Minuten gemeinsam herum. Schlie\u00dflich gaben sie auf, nachdem sie den B\u00fcffel nicht mehr finden konnten, der inzwischen l\u00e4ngst weiter in den Busch gelaufen war.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/3920163169-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Sirimon nach einem ausgiebigen Ringkampf<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Samstag, 13. Februar 2016<\/strong><br \/>\nZur \u00f6ffentlichen Besuchsstunde, nachdem die erste Waisengruppe ihre Milch bekommen hatte, fra\u00dfen einige von ihnen Gr\u00fcnfutter und andere, wie Ngilai, Godoma und Ndotto, unterhielten die Zuschauer. Lasayen rannte an der Absperrung entlang und stie\u00df gegen einige Besucher, denen dieser Spa\u00df sehr gefiel. Einmal ging er unter dem Absperrband hindurch auf die Seite der G\u00e4ste und lief verspielt zwischen ihnen herum. Er beendete seine Sp\u00e4\u00dfe schlie\u00dflich damit, auf der Wassertonne zu posieren und sich ausgiebig den Bauch daran zu kratzen. Damit war es aber gleich wieder vorbei, als Ndotto dazukam und versuchte, auf ihm herumzuklettern.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201631951-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Godoma ist gut gelaunt<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Sonntag, 14. Februar 2016<\/strong><br \/>\nGegen 22 Uhr am gestrigen Abend kam Solio zu Besuch zu den Stallungen. Sie begr\u00fc\u00dfte Maxwell, und die beiden tauschten durch die Absperrung seines Geheges hindurch K\u00fcsschen aus und rangelten mit ihren H\u00f6rnern. Max war so aufgeregt, Solio zu sehen, dass er in seinem Gehege auf und ab lief, w\u00e4hrend Solio geduldig wartete, bis er zum Tor zur\u00fcckkam. Sie blieb aber nicht lange; nachdem sie ihr altes Gehege besucht und das f\u00fcr sie bereitgelegte Luzernenheu gefressen hatte, kehrte sie in den Park zur\u00fcck. Maxwell protestierte dagegen, dass sie schon wieder aufbrach und stie\u00df heftig gegen den Holzzaun und sein Gehegetor, da er ihr folgen wollte. Da der arme blind ist, wird er nie frei sein und Solio folgen k\u00f6nnen. Wir versuchen aber alles in unserer Macht stehende, damit er ein bestm\u00f6gliches Leben hier bei uns hat.<br \/>\nW\u00e4hrend der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde war es extrem hei\u00df, sodass die Waisen ihre Milch schnell hinunterschlangen und in den Pool rannten. Selbst Murit und Balguda gingen bei der Hitze in den Schlamm und rollten sich fr\u00f6hlich herum. Balguda unterbrach sogar das Bad, um sich an Murits Seite zu kratzen. Seit einiger Zeit haben die beiden sich immer nur vom Ufer aus mit Schlamm bespritzt, doch heute tauchten sie begeistert komplett im Matsch unter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201632425-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Maxwell ist gl\u00fccklich<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Montag, 15. Februar 2016<\/strong><br \/>\nDer junge Rapa scheint sich sehr an den ruhigen Tusuja geh\u00e4ngt zu haben. Seit sie beide vor einem Jahr ins Waisenhaus gekommen waren, im Abstand von wenigen Tagen, haben sie sich eng angefreundet. W\u00e4hrend der heutigen 9-Uhr-F\u00fctterung im Busch durfte Tusuja schon zu den Keepern gehen, um seine Flasche zu bekommen. Rapa war irgendwo inmitten der Waisen und hatte nicht bemerkt, dass Tusuja schon zu seiner Flasche unterwegs war. Er begann, ihn zu suchen, und als er ihn nicht finden konnte, fing er an zu kollern und lief von einem Elefanten zum n\u00e4chsten auf der Suche nach Tusuja. Dann schrie er \u00e4ngstlich auf und rannte schreiend zu der Gruppe, die gerade ihre Milchflaschen leerte, und bei der auch Tusuja war. Als er dann seine Flasche bekam, nahm er sie und trank langsam, w\u00e4hrend er sich dorthin bewegte, wo Tusuja seine Flasche leerte. Als sie beide fertig waren, stie\u00df er verspielt gegen Tusuja und sie liefen zusammen in den Busch zur\u00fcck. Obwohl die beiden nicht mehr wie fr\u00fcher das Gehege teilen, kommt Rapa jeden Morgen aus seinem Gehege und geht zu Tusujas hin\u00fcber, um ihn zu finden. Das ist sein morgendliches Ritual geworden.<br \/>\nHeute Morgen nuckelte Nanyu an den Federn der Strau\u00dfen Pea und Pod, die sie erreichen konnte, und die beiden standen geduldig da und erlaubten es ihr. Nanyu ging dann zu Kiko hin\u00fcber, doch sein Bauch war zu hoch, als dass sie heranreichen konnte, sodass sie zu den Strau\u00dfen zur\u00fccklief. Inzwischen grasten die zwei aber und hatten keine Zeit mehr f\u00fcr sie. Sie ging dann zu der f\u00fcr sie aufgeh\u00e4ngten Decke, die sie auch sehr mag. Sie nuckelte eine Weile daran, ehe sie drau\u00dfen im Busch einen Mittagsschlaf machte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201633126-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Tusuja (links) und Rapa<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Dienstag, 16. Februar 2016<\/strong><br \/>\nDer gierige Bulle Olsekki kann sehr nett und z\u00e4rtlich zu den j\u00fcngeren Waisen sein, wenn keine Mich im Spiel ist. Heute Morgen hatte er viel Spa\u00df mit Ndotto und dessen Freund Lasayen und zeigte ihnen ein paar Rangeltechniken. Er verwickelte die beiden kleinen Jungs in ein Kr\u00e4ftemessen, um ihnen etwas beizubringen. Jeder wei\u00df, was diese beiden am liebsten machen, und so legte er sich auf den Boden, damit Ndotto auf ihm herumklettern konnte. Ohne zu z\u00f6gern tat Ndotto genau das und rutschte ihm den Buckel hinunter. Lasayen krabbelte auch auf Olsekki herum, und sie beide genossen ihr Spiel mit dem \u00e4lteren Jungen bis es Zeit f\u00fcr die Milchf\u00fctterung war.<br \/>\nGegen 8:30 Uhr erhielten wir einen Anruf aus Turkwel, dass ein Team von KWS-Wildh\u00fctern einen Babyelefanten gesehen hatte, der dringend gerettet werden musste. Sie hatten das Kuhkalb seit dem Vorabend beobachtet, und die kleine war noch immer allein. Ein Rettungsteam brach um 9 Uhr zum Turkwel Flugfeld in Nordkenia auf. Nach der Landung dauerte es noch 30 Minuten, bis sie das Kalb erreicht hatten. Sie war von Dornb\u00fcschen umgeben, und die Wildh\u00fcter beobachteten sie genau. Es dauerte nur zehn Minuten, bis die Keeper sie eingefangen hatten, denn obwohl sie schon etwas \u00e4lter war, war sie sehr m\u00fcde, abgemagert und schwach. Die Keeper konnten sie sogar zum Fahrzeug laufen lassen und sie in die richtige Richtung leiten, ohne dass sie sich wehrte. Sie legten sie in das Fahrzeug und brachten sie zum Flugfeld, wo sie mit erster Hilfe versorgt und an eine Infusion gelegt wurde. Dann wurde sie in das Flugzeug geladen, und nach etwa anderthalbst\u00fcndigem Flug kamen sie schlie\u00dflich um 17 Uhr im Waisenhaus an. Sie trank bei ihrer Ankunft etwas Milch, doch sie war zu schwach, um selbst stehen zu k\u00f6nnen. Sie war sehr d\u00fcnn und offensichtlich schon lange Zeit von ihrer Mutter getrennt. Die Keeper mussten sie st\u00fctzen, w\u00e4hrend sie sie f\u00fctterten, und sie wurde an eine Infusion gelegt. Nach ein paar Flaschen ging es ihr schon besser, und sie bekam etwas Energie zur\u00fcck und versuchte sogar, gegen die Keeper in ihrem Gehege anzurennen. Wir legten ihr eine Decke \u00fcber die Augen, damit sie sich nicht f\u00fcrchtete. Sie begann dann auch, von dem Gr\u00fcnfutter in ihrem Gehege zu fressen. Wir haben sie Kerio genannt, nach dem Kerio-Tal in der N\u00e4he ihres Rettungsortes, und vermuten, dass sie ungef\u00e4hr 14 Monate alt ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/3920164737-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Olsekki spielt mit den j\u00fcngeren Waisen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Mittwoch, 17. Februar 2016<\/strong><br \/>\nOltaiyoni, Mbegu, Kamok, Ndotto und Dupotto umringten heute um 6 Uhr Kerios Stall, um ihr hallo zu sagen. Leider war die arme noch immer zu schwach, um ihnen ihren R\u00fcssel entgegenzustrecken. Die Waisen schubsten und schoben einander, weil jeder sie zuerst begr\u00fc\u00dfen wollte. Nachdem sie es eine Weile versucht hatten, aber keine Reaktion bekamen, gingen sie zu den anderen zur\u00fcck, die bereits im Wald waren. Die arme Kerio brach kurz darauf zusammen, und sie wurde sofort wieder an eine Infusion gelegt. Nach einer Weile war sie wieder auf den Beinen und schubste ihre Keeper. Sie bekam etwas Milch und knabberte am Gr\u00fcnfutter, sodass sich ihr Zustand im Laufe des Vormittags verbesserte.<br \/>\nDrau\u00dfen im Busch hatten die anderen Babys viel Spa\u00df. Die meisten rangelten mit irgendwem: Boromoko mit Kauro, Enkikwe mit Oltaiyoni, Sokotei mit Olsekki. Es wurde viel geschubst und geschoben, und alle versuchten, ihren Gegner zu besteigen. Siangiki kann sich selten f\u00fcr solche Spiele begeistern und st\u00f6rte immer wieder Boromoko und Kauro. Auch Mwashoti und Alamaya lie\u00df sie nicht in Ruhe. Die beiden spielten dann Fangen mit Siangiki, die die Spiele der Jungs gar nicht mochte.<br \/>\nBalguda hat die Angewohnheit entwickelt, sich den anderen Babys in den Weg zu stellen, wenn es zur F\u00fctterung oder am Abend nach Hause geht. Er ist der \u00e4lteste Waise des Waisenhauses, und das wissen die anderen und respektieren ihn, doch manchmal versucht er, seine Position auszunutzen. Darum wird er, so wie heute Abend, zuerst zur Milchf\u00fctterung gelassen, damit er sich sonst niemandem in den Weg stellt. Heute ging er aber nicht direkt nach Hause, sondern wartete im Busch auf die anderen Waisen, um ihnen den Weg zu versperren. Etwa zehn seiner Freunde hinderte er daran, zu ihrem Stall zu gehen und ihre Milch zu bekommen, w\u00e4hrend die Keeper auf ihre Sch\u00fctzlinge warteten. Die Keeper im Wald dagegen behaupteten, dass die Elefanten schon zu den Stallungen aufgebrochen waren! Nach einer Weile folgten sie den Waisen und sahen, was auf dem Weg passiert war. Balguda versuchte, jeden zu verscheuchen, der ihn \u00fcberholte. Als Naseku die Keeper kommen sah, fasste sie sich ein Herz und rannte an Balguda vorbei. Gerade als Balguda ihr folgen wollte, h\u00f6rte er die Keeper seinen Namen rufen und machte Platz. Daraufhin konnten seine Freunde endlich nach Hause zur\u00fcckkehren, zu ihrer leckeren Milch.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201643045-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Oltaiyoni ist eine wunderbare Leitkuh<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Donnerstag, 18. Februar 2016<\/strong><br \/>\nDer freche kleine Rapa schlich sich heute zusammen mit Simotua von den Keepern davon, als sie zur \u00f6ffentlichen Besuchsstunde zum Schlammbad hinunter gingen. Simotua kommt normalerweise mit der zweiten Gruppe mit, doch er und Rapa entschieden heute, vorzeitig hinunter zu gehen. Gl\u00fccklicherweise wurden sie schon aus der Ferne entdeckt, ehe sie ankamen, und ein Keeper ging ihnen entgegen und brachte sie zur Herde zur\u00fcck. Frechdachs Rapa h\u00f6rte aber nicht auf den Keeper und lie\u00df sich nicht abhalten; er schob den Keeper aus dem Weg und rannte zur Milchflasche. Simotua dagegen war brav und lief zu den anderen Waisen zur\u00fcck. Das zeigt, wie manchmal die frechen Waisen selbst die bravsten mit ihrem Verhalten beeinflussen k\u00f6nnen. Als Rapa zur F\u00fctterstelle kam, trank er seine Milch und ruhte sich eine Weile aus, w\u00e4hrend er auf die anderen wartete. Nachdem etwas Zeit vergangen war und niemand weiter auftauchte, ging er in den Busch zur\u00fcck, und als er bei der Herde ankam, brachen gerade Murit, Godoma, Ndotto und Ngilai zu ihrer Milchf\u00fctterung auf. Er begleitete sie nicht, sondern wartete auf die zweite Gruppe, in der Dupotto, Tusuja, Naseku und Mbegu waren, und mit diesen kam er zur\u00fcck. Als sie bei der F\u00fctterstelle ankamen, verlangte er nach mehr Milch und tat so, als h\u00e4tte er noch keine bekommen! Er schubste einen Keeper nach dem anderen und versuchte, noch eine Milchflasche zu bekommen. Sein Fehler war, dass er es schlie\u00dflich auch auf Mbegus Flasche abgesehen hatte. Nachdem sie fertig war, zeigte sie dem Jungen erst einmal, wie man sich benimmt.<br \/>\nHeute mussten wir zu zwei Rettungen ausr\u00fccken. Die erste Meldung kam aus Maralal, wo ein Baby in einen Brunnen gefallen war. Das Rettungsteam aus Nairobi brach um 12:30 Uhr auf. Nach einer Stunde erhielten wir dann einen Anruf aus Voi, dass die Keeper dort ein Baby aus einem Entw\u00e4sserungsgraben an der im Bau befindlichen Bahnstrecke gerettet hatten. Also musste ein weiteres Rettungsteam losgeschickt werden, das sofort vom Wilson-Flugplatz aus nach Voi flog. Das erste Team kam gegen 15 Uhr mit einem jungen Waisenbullen zur\u00fcck, der Loikas genannt wurde. Das Kalb war in recht gutem Zustand und offenbar noch nicht allzu lange ohne seine Mutter gewesen. Er wurde in einem Brunnen gefunden, aber es gab keine Anzeichen f\u00fcr eine Herde in der N\u00e4he. Um 18:30 Uhr kam das zweite Team mit einem neugeborenen Kalb an, das Kenani genannt wurde. Es war sehr schwach und brach nach diesem traumatischen Erlebnis, bei dem es in dem Graben gefangen gewesen war, zusammen. Es wurde an eine Infusion gelegt und wiederbelebt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201644026-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Rapa ist frech<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Freitag, 19. Februar 2016<\/strong><br \/>\nMbegu reagiert immer, wenn neue Babys im Waisenhaus schreien und antwortet, wenn sie rufen. Bevor sie morgens in den Busch hinausgeht, l\u00e4uft sie herum, um herauszufinden, wo die neuen Stimmen herkamen. Ein Keeper hielt sie heute auf und brachte sie zu den anderen in den Wald. Obwohl ihr das gar nicht gefiel, musste sie doch einlenken und den anderen zum Grasen folgen, denn das ist sehr wichtig f\u00fcr sie.<br \/>\nDie beiden Neulinge hatten eine sehr unruhige Nacht. Sp\u00e4ter am Tag wurden sie herausgelassen, um die \u00e4lteren Waisen zu treffen, was eine aufregende Angelegenheit war.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/3920164530-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Mbegu rennt drau\u00dfen herum<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Samstag, 20. Februar 2016<\/strong><br \/>\nAls Kerio heute um 6 Uhr die anderen Waisen hinaus in den Wald gehen sah, wollte sie sehr gerne mit ihnen mitgehen, insbesondere als Simotua aus seinem Gehege lief. Er ist ihr direkter Nachbar und schl\u00e4ft nachts immer neben ihr. Sie f\u00fchlt sich einsam, wenn Simotua den Tag \u00fcber weg ist, doch wir haben sie noch nicht hinausgelassen, weil sie noch sehr schwach ist. Um 9 Uhr kamen ein paar der \u00e4lteren Waisen zu den Stallungen zur\u00fcck, um sie in den Wald zu begleiten. Als sie aber da waren, war sie pl\u00f6tzlich zu \u00e4ngstlich, aus ihrem Gehege zu kommen. Lasayen war der erste der Gruppe, der in ihr Gehege kam, doch als er versuchte, auf Tuchf\u00fchlung zu gehen, attackierte sie ihn, sodass er sich zur\u00fcckzog. Oltaiyoni sah, wie sie Lasayen schubste und kam hinzu, um ihn zu verteidigen, doch ein Keeper passte auf und hielt sie davon ab. Mbegu versuchte dann, in das Gehege zu gelangen, um sie herauszuholen, doch nun stand Oltaiyoni im Weg. Schlie\u00dflich halfen die Keeper Kerio hinaus, und sie wurde mit den anderen Waisen in den Busch gef\u00fchrt. Sie wollte aber nichts mit den anderen Elefanten zu tun haben. Sie ist in einem schwierigen Alter f\u00fcr neue Waisen, noch schlimmer als bei ganz kleinen Babys oder etwas \u00e4lteren Elefanten, da sie gerade alt genug ist, um ihre Familie zu betrauern. Eine Milchflasche sorgte daf\u00fcr, dass sie den anderen in den Wald folgte. Boromoko wurde darauf sehr eifers\u00fcchtig und wollte unbedingt auch etwas abhaben. Drau\u00dfen im Busch hatten Sirimon, Sokotei und Kauro das gr\u00f6\u00dfte Interesse an dem Neuling und umsorgten sie. Sie folgten ihr \u00fcberall hin, doch sie interessierte sich noch immer nicht f\u00fcr sie. In den kommenden Wochen und Monaten wird sie sich an diese neue Familie gew\u00f6hnen und beginnen, sie zu lieben, doch sie braucht noch Zeit. In der Zwischenzeit bekommt sie von uns die Liebe und Aufmerksamkeit, die so ein junges Baby braucht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/3920165423-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Kerio bekommt im Busch ihre Milch<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Sonntag, 21. Februar 2016<\/strong><br \/>\nAm fr\u00fchen Morgen besuchten Ndotto, Ngilai, Kamok und Dupotto die kleine Kerio, bevor sie in den Wald hinausgingen. Kerio bekommt im Moment extra Gr\u00fcnfutter gebracht, da sie noch nicht kr\u00e4ftig genug ist, um alleine welches zu finden. Ihre kleinen Besucher wollten durch die Absperrung des Geheges hindurch an ihr Gr\u00fcn heran. Heute Morgen ging Kerio nicht mit den Waisen hinaus, da sie wieder ein wenig schwach aussah. Kamok wollte sie herauslassen und fummelte am Schloss ihres Tores herum, doch nat\u00fcrlich gelang es ihr nicht, es zu \u00f6ffnen. Nach einiger Zeit brachen die Waisen zum Grasen in den Wald auf, w\u00e4hrend Kerio sich in ihrem Gehege erholte.<br \/>\nNgilai und Murit m\u00f6gen es noch immer, mit der h\u00e4ngenden Decke in ihren St\u00e4llen zu kuscheln. Als Ngilai die kleinen Babys besuchte, die die Decken auch drau\u00dfen noch benutzen, wurde er sehr eifers\u00fcchtig. Er war sehr ruppig zu ihnen und schubste sie von der Decke weg, damit er sie f\u00fcr sich haben konnte. Als er von den Keeper weggeschickt wurde, trickste er sie aus und kam immer wieder zur\u00fcck. Er blieb eigensinnig, und so wurde er schlie\u00dflich wegen seines egoistischen Verhaltens eine Weile aus der Gruppe verbannt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201651047-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Kamok und ihre Freunde<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Montag, 22. Februar 2016<\/strong><br \/>\nMbegu, Roi und Ndotto schlichen sich heute von ihrer Gruppe weg und schlossen sich den kleinen Babys an. Wenn es um die ganz kleinen geht, ist Ndotto ganz anders als Lasayen. Er ist h\u00f6flich und nett zu ihnen und geht vorsichtig mit ihnen um, w\u00e4hrend Lasayen schon einmal ruppig werden kann. W\u00e4hrend Roi und Mbegu auf die Babys aufpassten, versuchte Ndotto, sie dazu zu bringen, mit ihm zu spielen. Er zeigte ihnen ein paar tolle Posen und setzte sich auf den Hintern, w\u00e4hrend er Kopf und R\u00fcssel in die Luft streckte. Er erlaubte es den Babys, ihn zu schubsen und auf ihm herumzuklettern, w\u00e4hrend er sich im hohen Gras herumrollte.<br \/>\nDie Strau\u00dfen entscheiden inzwischen von Tag zu Tag neu, ob sie mit zur \u00f6ffentlichen Besuchsstunde kommen oder nicht. Tamiyoi ist etwas anders als die anderen Babys, denn sie bleibt immer in der N\u00e4he ihrer Keeper und entfernt sich kaum von ihnen. Sie scheint sie sehr zu lieben und ihnen zu vertrauen und bevorzugt ihre Gesellschaft sogar vor der der \u00e4lteren Waisen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201654443-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Roi schleicht sich zu den Babys<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Dienstag, 23. Februar 2016<\/strong><br \/>\nLasayen scheint unseren kleinen Neuling Kerio zu m\u00f6gen. Als er sie am ersten Tag traf, wollte er bei ihr bleiben, weil er verstand, dass es ihr schlecht ging. Heute war der kleine, sonst manchmal ruppige Junge auch wieder sehr nett zu ihr. Nachdem er seine 9-Uhr-Flasche geleert hatte, folgte er nicht dem Rest der Herde tiefer in den Wald, sondern schloss sich lieber den kleinen Babys an, bei denen Kerio war. Er sollte eigentlich mit seiner Herde mitgehen, wollte aber nicht. Stattdessen graste er Seite an Seite mit Kerio und brach erst auf, als es Zeit f\u00fcr die \u00f6ffentliche Besuchsstunde war. Danach ging er zu den kleinen Babys zur\u00fcck. Er hatte aber gar kein Interesse an den anderen, sondern suchte nur nach Kerio. Diese Aufmerksamkeit ist sehr wichtig f\u00fcr die Kleine, da sie sich so willkommen und wohler unter den Waisen f\u00fchlt, die jetzt ihre neuen Freunde und Familie sind.<br \/>\nDie Waisen, die einigen Respekt vor der Sonne haben, nehmen immer ihr Bad. Einige Babys st\u00f6rt die Sonne gar nicht, doch die meisten der gr\u00f6\u00dferen Waisen m\u00fcssen schlammbaden, damit sie eine sch\u00f6ne Sonnenschutzschicht aus Matsch bekommen. Siangiki motivierte heute alle, ins Schlammbad zu gehen. Damit \u00fcberhaupt jemand hineingeht, muss immer irgendwer beginnen und die anderen hineinlocken. Normalerweise sind es Mwashoti, Mbegu oder Boromoko, die zuerst hineingingen, doch heute war keiner von den dreien bereit, den Anfang zu machen. Aber nachdem Siangiki einmal im Matsch war, folgte Sirimon, nach ein paar Minuten noch Boromoko und Enkikwe und schlie\u00dflich Oltaiyoni. Sie hatten ein ausgiebiges Bad, und als sie wieder in den Busch gingen, waren sie alle ordentlich mit Schlamm bedeckt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201654942-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Lasayen mag Neuank\u00f6mmling Kerio<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Mittwoch, 24. Februar 2016<\/strong><br \/>\nOltaiyoni hat die besten Manieren w\u00e4hrend der F\u00fctterzeiten, und auch Kauro macht normalerweise keine Probleme. Oltaiyoni erlaubt jedem, sie auf dem Weg zur F\u00fctterstelle zu \u00fcberholen und geht manchmal sogar zur Seite, damit die anderen Waisen vorbeilaufen k\u00f6nnen. Wenn sie dann zur Milchf\u00fctterung kommt und noch niemand mit ihren Flaschen bereitsteht, dann wei\u00df sie, dass sie nur abwarten muss, bis sie an der Reihe ist, und es gibt kein Gerangel oder Geschubse. So war es auch heute bei der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde. Es war kein Keeper mit ihrer Milchflasche da, und es wurden gerade die Waisen gef\u00fcttert, die ihre Milch sehr langsam trinken, wie Kamok, Balguda und Simotua. Also wartete sie einfach neben der Schubkarre, bis sich jemand um sie k\u00fcmmerte! Manchmal bleibt sie auch am Abend auf dem Heimweg ein wenig zur\u00fcck und l\u00e4sst allen anderen den Vortritt. Sie wartet ab und ist dann die letzte, die nach Hause l\u00e4uft, um sicherzugehen, dass alle anderen wohlbehalten und auf dem Weg zu ihren Gehegen sind. Sie ist wirklich die Leitkuh der Waisenfamilie.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/3920166820-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Oltaiyoni verh\u00e4lt sich w\u00e4hrend der F\u00fctterzeiten sehr wohlerzogen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Donnerstag, 25. Februar 2016<\/strong><br \/>\nBoromoko verpasste heute die \u00f6ffentliche Besuchsstunde, weil er sich als gro\u00dfer Junge f\u00fchlte und von der Herde wegging. Er graste den ganzen Vormittag im Wald abseits von den anderen Waisen, und das seit sie am Morgen von den Stallungen aufgebrochen waren. Bei der Besuchsstunde hatte niemand seine Abwesenheit bemerkt, bis am Ende seine Flaschen in der Schubkarre \u00fcbrig blieben! Normalerweise ist er eines der Babys, die sich nie weit von der Herde wegschleichen. Wir gingen dorthin zur\u00fcck, wo sie zuvor gewesen waren, und dort graste er ganz allein und sorglos vor sich hin!<br \/>\nBalguda und Kauro, die normalerweise nie in das Schlammbad gehen, m\u00fcssen sich heute sehr \u00fcberhitzt gef\u00fchlt haben, denn sie w\u00e4lzten sich lange in einem flachen Pool im Park. Als sie zur privaten Besuchsstunde kamen, hatten sie eine ganz andere Farbe als alle anderen, denn sie hatten sich in dunkelgrauem Matsch gew\u00e4lzt. Die anderen Waisen hatten die normale rote Farbe der Erde in Nairobi.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201661355-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Boromoko tut so als w\u00e4re er schon ein gro\u00dfer Junge<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Freitag, 26. Februar 2016<\/strong><br \/>\nMaxwell war heute Morgen sehr aufgeregt, als die Waisen in den Wald gingen. Zwei Warzenschweine waren in seinem Gehege und fra\u00dfen von seinem Luzernenheu. Er jagte sie herum und neckte sie. Nach einer Weile tat er so, als h\u00e4tte er aufgegeben, und die Warzenschweine kamen zur\u00fcck und fra\u00dfen, auf ihren Vorderbeinen kniend, weiter. Max n\u00e4herte sich ihnen vorsichtig von hinten und schlich in die Richtung, in der er sie fressen h\u00f6ren konnte. Er wusste dank seines guten Geh\u00f6rs genau, wo sie waren, und dann rannte er pl\u00f6tzlich auf sie zu. Das verursachte Panik unter den Warzenschweinen, und sie rannten davon. Eines lief zwischen Maxwells Beinen hindurch, w\u00e4hrend das andere in seinem Gehegetor stecken blieb. Es entkam aber, weil Maxwell nicht mitbekommen hatte, dass es steckengeblieben war und sich zu dem anderen umdrehte.<br \/>\nW\u00e4hrend der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde gab es viel Spa\u00df, sowohl f\u00fcr die Waisen als auch die Besucher. Alle Babys spielten begeistert mit der frisch aufgelockerten Erde am Schlammloch. Als Mbegus mittlere Gruppe angekommen war und sie ihre Milch gesoffen hatten, umrangen sie den Pool; diejenigen, die baden wollten, gingen ins Wasser und diejenigen, die nur staubbaden wollten, rollten sich in der Erde herum. Dupotto, Lasayen, Naseku und Ndotto lieben sowohl den Schlamm als auch den Staub. Die vier waren von Anfang bis Ende der Besuchsstunde mit W\u00e4lzen und Einstauben besch\u00e4ftigt. Sie rollten sich im Schlamm herum und bewarfen sich zum Trocknen mit Erde, und das immer wieder. Mbegu f\u00fchrte Godoma, Ngilai und Murit zum Staubbad in eine ruhigere Ecke, da sie sich nicht unter die anderen Waisen mischen wollte. Immer wenn sich ihrer Vierergruppe jemand anschlie\u00dfen wollte, brachte sie die Kleinen woanders hin.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201661611-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Maxwell hat viel Spa\u00df mit den Warzenschweinen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Samstag, 27. Februar 2016<\/strong><br \/>\nAuch die gierigsten Waisen haben ihre Rolle in der Familie. Olsekki, der nie genug haben kann, ist auf seine Weise sehr unterhaltsam. Er ist der erste Waise des Waisenhauses, der seine Flasche allein vom Boden aufheben und sich selbst f\u00fcttern kann. Ein paar andere Waisen k\u00f6nnen das auch, doch sie sind schon viel \u00e4lter und bereits in den Auswilderungsstationen; Olsekki ist der erste, der das schon im Waisenhausalter gelernt hat. Normalerweise kommen die Waisen zur F\u00fctterung in Gruppen, die aus so vielen Elefanten bestehen, wie Keeper anwesend sind. Heute kam aber eine Gruppe mit ein paar Elefanten mehr zur Besuchsstunde. Olsekkis Milch wartete auf dem Boden auf ihn, und er kam her\u00fcber und konnte sie ohne die Hilfe der Keeper aufheben.<br \/>\nDrau\u00dfen im Wald waren Ngilai, Lasayen und Ndotto in Spiel-Laune und trompeteten. Die Keeper versuchten, sie zu stoppen, doch bei dem Tempo, mit dem sie rannten, waren sie nicht aufzuhalten. Sie wollten zu den kleinen Babys, doch als sie dort ankamen, wurden sie zu ihrer eigenen Gruppe zur\u00fcckgeschickt. Es dauerte aber nicht lange und das ganze ging von vorne los. Beim zweiten Anlauf durften sie ein wenig bei den Babys bleiben, und sie beruhigten sich wieder. Sp\u00e4ter gingen sie von selbst zu ihrer eigenen Herde zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201662716-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Die Waisen im Wald<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Sonntag, 28. Februar 2016<\/strong><br \/>\nKerio hat langsam begonnen, sich mehr als Teil ihrer neuen Elefantenfamilie zu f\u00fchlen. Zuvor hatte sie sich immer isoliert und war ganz mit der Trauer um den Verlust ihrer Familie besch\u00e4ftigt. Heute spielte sie mit Murit und Ndotto, die Tamiyois Gruppe beim Grasen im Wald besuchten. Sie umschlangen ihre R\u00fcssel, und sie folgte den beiden die ganze Zeit, die sie bei der Babygruppe waren. Kenani hatte heute einen sehr fr\u00f6hlichen und verspielten Tag. Er spielte mit den Warzenschweinbabys und jagte sie in der Gegend herum &#8211; nat\u00fcrlich unter der Aufsicht seines Keepers. Er stellte immer seine Ohren auf, rannte ihnen nach und jagte sie auf und ab, bevor er zu seinem Keeper zur\u00fcckkehrte.<br \/>\n\u00dcblicherweise versammeln sich die Waisen nach der \u00f6ffentlichen Besuchsstunde, w\u00e4hrend die Keeper zu Mittag essen. Als die \u00e4lteren Waisen begannen, zum Grasen weiter in den Wald hinein zu laufen, wollte Murit sich ihnen nicht anschlie\u00dfen, sondern blieb bei Tamiyois Babygruppe. Als es Milchf\u00fctterungszeit f\u00fcr die Kleinen war, beschwerte sich der freundliche kleine Bulle kein bisschen und verlangte auch nicht nach einer eigenen Flasche. Als aber wenige Minuten sp\u00e4ter das Funkger\u00e4t die Milch f\u00fcr die \u00e4lteren Waisen ank\u00fcndigte, musste er nicht zweimal gefragt werden, sondern ging direkt von den Babys davon, um seine eigene Gruppe und seine Milch zu finden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201663131-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Kerio hat bisher immer allein gegrast<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Montag, 29. Februar 2016<\/strong><br \/>\nSimotua grast auf seine eigene Weise. Sobald er in den Wald hinausgeht, sucht er nach einer Ecke mit besonders gr\u00fcnem Futter. Solange seine Freunde oder die Keeper ihn nicht bitten, weiter zu laufen, bleibt er dort stehen und frisst, bis er genug hat, egal, wie weit weg die anderen sind. Er spielt auch nicht erst mit dem Futter herum. Heute wurde er nach der 9-Uhr-F\u00fctterung unbemerkt zur\u00fcckgelassen. \u00dcber zwei Stunden lang grasten die Waisen und bewegten sich dabei immer weiter von ihm weg. Erst als sie ein paar Stunden sp\u00e4ter den gleichen Weg zur\u00fcckliefen, trafen sie auf Simotua, der sich in der Zwischenzeit \u00fcberhaupt nicht von der Stelle bewegt hatte.<br \/>\nDie Milch ist die liebste Nahrung der Waisen, und sie k\u00f6nnen nie genug davon kriegen. W\u00e4hrend der heutigen \u00f6ffentlichen Besuchsstunde stahl Roi eine Flasche aus der Schubkarre und rannte damit davon. Die Keeper versuchten sie ihr wieder wegzunehmen, doch vergebens. Sie machte es wie ein Menschenkind, das, wenn es etwas falsches getan hat, bei den G\u00e4sten Schutz sucht, damit es nicht so streng bestraft wird. Roi tat genau das und rannte mit der Flasche im Mund an der Absperrung entlang. Kauro wollte den Keepern helfen, doch das klappte auch nicht; Roi leerte die Flasche und warf sie auf den Boden. Tusuja gefiel Rapas ruppiges Verhalten gegen\u00fcber Godoma gar nicht, und er jagte ihn von dem kleinen M\u00e4dchen weg.<br \/>\nDrau\u00dfen im Wald trat Alamaya beinahe auf einen schlafenden Buschbock. Als die Antilope erschrocken davonrannte, suchte Alamaya schreiend Schutz bei seinen Keepern. Loikas ist auch ein sehr aufgeweckter kleiner Bursche; er versucht, auf seine Geheget\u00fcr zu klettern, vor allem wenn er Besucher dort sieht. Das macht er ganz \u00e4hnlich wie andere Waisen, die wir vor vielen Jahren hatten: Sunyei und Kalama.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/legacy.sheldrickwildlifetrust.org\/keepers_diary\/39201663720-pic1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Simotua grast auf seine eigene Weise<\/p>\n<p><em>(\u00fcbersetzt aus dem <a href=\"http:\/\/www.sheldrickwildlifetrust.org\/asp\/keepers_diary.asp\">englischen Original<\/a>)<\/em><\/p>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<fb:like href=\"https:\/\/reaev.de\/wordpress\/nairobi-nursery-februar-2016\/\" layout=\"standard\" show_faces=\"false\" width=\"450\" action=\"like\" colorscheme=\"light\" font=\"tahoma\"><\/fb:like>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag, 1. Februar 2016 Naseku, Balguda, Oltaiyoni, Olsekki und Roi f\u00fchrten die Waisen fr\u00fch am Morgen in den Wald hinaus. 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